Philippe Besson Venice Beach

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Inhaltsangabe zu „Venice Beach“ von Philippe Besson

Der Cop, der Filmstar und eine Liebe bis in den Tod Der eine ist ein Polizeiinspektor in Los Angeles und mit einer Bibliothekarin verheiratet. Der andere heißt Jack Bell, wohnt mit einer rothaarigen Beauty am Maple Drive und gilt als der neue Star in Hollywood. Diese beiden Männer wären sich nie begegnet, gäbe es da nicht den Mord an einem Prostituierten in Beverly Hills. Als der Polizist vor der Villa am Maple Drive steht, weiß er noch nichts von der Liebe seines Lebens. Beeindruckend schildert Besson die Gefühle zweier Männer, die eigentlich alles voneinander trennt.

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  • Rezension zu "Venice Beach" von Philippe Besson

    Venice Beach
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    23. April 2012 um 10:10

    Brokeback Mountain in Los Angeles „18 Tage. Er antwortete: Verlass mich nie wieder. Das war der einzige Schwur, den wir jemals ausgetauscht haben“. Aber dieser Satz, dieser Schwur ist der Dreh- und Angelpunkt, das Eigentliche am Geschehen, das Philippe Besson in seinem Roman schildert. Es ist im Kern weniger ein Appell, viel mehr einfach eine Feststellung des Verhältnisses. Ein Mord geschieht an einem Stricher. Eine Spur führt zu einem bekannten Hollywood Star, einem Schauspieler. Der ermittelnde Polizist ist seinem Beruf durchaus treu, wenn auch mit kühler Distanz. Seine Frau erwartet ein Kind, mit seinem Partner steht er in bestem Einvernehmen, sein Leben, seine Welt ist völlig in Ordnung. Doch schon bei der Verabschiedung nach dem ersten, routinemäßigen Verhör jenes Jack Bell in dessen Villa ist da irgendwas. Irgendwas, was durchaus nicht allzu lange braucht, um auszubrechen aus dem Inneren der beiden Männer. Das ist das Eigentliche, was in diesem Roman an emotionaler Struktur und emotionaler Spannung Tempo gibt und voranbringt, diese Selbstverständlichkeit, mit der ein bis dato, was eine Erotik zu anderen Männern angeht, gestandener Mann (der zudem durchaus einiges, eigentlich alles an bisherigem Leben zu verlieren hat) sich ohne großes Zögern, ohne innere Irritation, wie selbstverständlich diesem Menschen annähert und hingibt. Intensiv versteht es Besson, dieses rein aus der Perspektive des Ich.Erzählers, des Polizisten, Erleben von wirklicher Liebe und massiver Leidenschaft in seiner inneren Entfaltung darzustellen. In einer Art und Weise darzustellen, in der alles an Heimlichkeit, Verlangen und späteren Komplikationen wie selbstverständlich fast sich anbahnt. Der Leser weiß früh, dass diese Liaison nicht gut ausgegangen ist, dass der Polizist einen hohen Preis hat zahlen müssen. Der ihm, auch das wird deutlich, aber nicht zur Reue verleitet, nicht zur Verzweiflung führt, sondern der mit Selbstverständlichkeit als Teil dieses Erlebens begriffen wird. Natürlich wird im Lauf des Romans auch der Mordfall sich klären, die Ermittlungen spielen allerdings keine sonderliche Rolle in diesem Liebesroman, wie der gesamte Fall nichts anderes ist als jener „große Zufall“, der zwei Männer einander begegnen lässt, die ansonsten in weitest möglich getrennten Welten ihr Leben lebten. Das im Übrigen hier nun zwei Männer es sind, die zueinander finden, bis auf die (intensiv und durchaus passend) geschilderte Szene des ersten Sexes spielt auch dies kaum eine entscheidende Rolle. Die Liebe an sich, das Erkennen eines aneinander gebunden Seins, die Klarheit, mit welcher der Preis bezahlt wird, die Folgen auf sich genommen werden, das ist im Roman das eigentlich Wichtige. Jenes Element, welches Reue, Scham, Peinlichkeit, Selbstzweifel, auflöst hin zu einer klaren Beziehung, die zueinander findet und miteinander dies auch beendet. An manchen Stellen ein wenig zu lapidar dargestellt, auch mit einigen Längen, was die Rückblicke in die Vergangenheit angeht, gelingt es Besson doch, das Unausweichliche der Emotion, den Sog zueinander und das dann auch innerlich sich in dieser Hinsicht wie selbstverständlich zueinander hin Klären der Protagonisten in Worte einzubinden und dem Leser diese gefährliche und andersartige Liebe nachvollziehbar vor Augen zu führen.

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