Philippe Claudel

 4.2 Sterne bei 240 Bewertungen

Lebenslauf von Philippe Claudel

Philippe Claudel wurde 1962 in Dombasle in Lothringen geboren, wo er als Autor und Regisseur heute noch lebt. In Deutschland gelang ihm 2004 mit «Die grauen Seelen» der Durchbruch. Es folgten ein Erzählungsband und fünf weitere Romane, zuletzt «Brodecks Bericht». Claudels Bücher wurden von der Presse gefeiert und sind bislang in über 25 Sprachen übersetzt worden. 2008 lief auf der Berlinale sein Film «So viele Jahre liebe ich dich».

Alle Bücher von Philippe Claudel

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Philippe ClaudelDie grauen Seelen
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Die grauen Seelen
Die grauen Seelen
 (78)
Erschienen am 01.03.2006
Philippe ClaudelMonsieur Linh und die Gabe der Hoffnung
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Monsieur Linh und die Gabe der Hoffnung
Monsieur Linh und die Gabe der Hoffnung
 (66)
Erschienen am 02.05.2008
Philippe ClaudelDer Junge, der in den Büchern verschwand
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Der Junge, der in den Büchern verschwand
Der Junge, der in den Büchern verschwand
 (30)
Erschienen am 01.08.2009
Philippe ClaudelBrodecks Bericht
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Brodecks Bericht
Brodecks Bericht
 (18)
Erschienen am 01.02.2011
Philippe ClaudelAn meine Tochter
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An meine Tochter
An meine Tochter
 (16)
Erschienen am 01.08.2006
Philippe ClaudelDie Untersuchung
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Die Untersuchung
Die Untersuchung
 (8)
Erschienen am 01.08.2013
Philippe ClaudelFlore
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Flore
Flore
 (3)
Erschienen am 24.09.2007
Philippe ClaudelDer Duft meiner Kindheit
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Der Duft meiner Kindheit
Der Duft meiner Kindheit
 (2)
Erschienen am 28.08.2015

Neue Rezensionen zu Philippe Claudel

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Rabiatas avatar

Rezension zu "Die grauen Seelen" von Philippe Claudel

Leben in Hörweite der Front im 1. Weltkrieg
Rabiatavor 7 Monaten

Während des Lesens dachte ich mehrfach, warum ich das Buch eigentlich weiter lese. Anfangs springt der Ich-Erzähler, der niemals wirklich greifbar ist und zu dem man keine wirkliche emotionale Nähe aufbaut, völlig planlos in seiner Erzählung zwischen den verschiedenen Zeiten hin und her. Mal erzählt er etwas aus dem Leben eines Dorfbewohners, das im späten 19. Jahrhundert geschehen ist. Dann weiß man wieder nicht genau, ist er jetzt gerade im Jahr 1915 oder in den 1920er Jahren. Dies hat meinen Lesefluss gestört und ich war mehrmals kurz davor, einfach die Lektüre abzubrechen. Doch bin ich dran geblieben, da ich wissen wollte, wer der Mörder war.

Der Ich-Erzähler berichtet eigentlich von den Umständen, die zu verschiedenen Todesfällen während des 1. Weltkrieges in seinem Dorf führten. Ein Mädchen wird erwürgt, ein Protagonist begeht Selbstmord, es wird gefoltert und gemordet. Im Grunde verspürt man während des Lesens eine beständige Trostlosigkeit.

Doch schlussendlich lösen sich diese ganzen Verkettungen auf und in der Rückschau auf das Buch versteht man dann, was es mit der Psyche der Menschen machen kann, die jahrelang in Hörweite einer Kriegsfront leben, permanent den Schlachtgeräuschen ausgesetzt sind und tagtäglich junge Soldaten zur Front ziehen sehen und parallel schwer verletzte junge Männer im Lazarett ankommen sehen. Die Sinnlosigkeit des Krieges wird hier dem Leser fast nebenbei vermittelt.

In dem Buch erfährt man einiges über die damaligen Hierarchien und Standesunterschiede, an denen sich die Menschen festhalten, um den zusammen brechenden Strukturen und der fortschreitenden Demoralisierung der Bevölkerung entgegen zu wirken. Gleichwohl gibt es dann Menschen, die ihre Machtpositionen gnadenlos ausnutzen und sogar auskosten. Eine tiefe Hoffnungslosigkeit ist bei allen Protagonisten erkennbar.

Man stellt sich mehrere Fragen: Verblasst Trauer über den Verlust eines geliebten Menschen nicht irgendwann? Und welche Taten rechtfertigt Trauer?

Am Ende ist man entsetzt über die Gefühllosigkeit und Gleichgültigkeit gegenüber der Gewalt, die sich irgendwann bei den Protagonisten einzustellen scheint.

So findet die Lumpensammlerin Joséphine die passenden Worte als sie die grauen Seelen beschreibt: "Ich kenne keine Schweine und keine Heiligen. Nichts ist ganz schwarz oder ganz weiß; das Grau setzt sich durch. So ist es auch bei den Menschen und ihren Seelen. Du bist eine graue Seele, hübsch grau, wie wir alle."

Ein erschütterndes Werk.

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Rezension zu "Die Untersuchung" von Philippe Claudel

Eine absurde Untersuchung
sakuvor 2 Jahren

Ein namenloser Ermittler kommt in eine namenlose Stadt an, um eine Untersuchung über eine Welle von Selbstmorden zu führen. Ab diesem Zeitpunkt scheint die Welt aus den Fugen zu geraten. In dieser Welt haben die Menschen keinen Namen, sondern eine Rolle (der Ermittler, der Polizist usw...), der sie bis Absurdum gerecht werden wollen; kaum eine menschliche Beziehung entsteht; das Hotel, die Straßen und die Firma haben ihre eigenen Gesetze und fließende Grenzen. Das Buch ist irgendwie eine Mischung von "1984" von George Orwell (egal, was wo passiert, jemand weiß es!) und Kafka. Man kann sich mit keiner Figur identifizieren und ich frage mich, was Philippe Claudel beabsichtigt hat: eine Kritik der jetzigen Gesellschaft, in der die Menschen ihrer Menschheit beraubt werden, weil sie ihre Arbeit machen müssen, oder einfach ein Buch schreiben in der Art von... Kafka.Chapeau für die literarische Leistung, aber dieses Buch wird wirklich nicht zu meinem Lieblingsbuch.

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S

Rezension zu "Die grauen Seelen" von Philippe Claudel

Ein Buch zum Nachdenken
sakuvor 2 Jahren

In Lothringen ist ein kleines Dorf, in dem ein kleines Mädchen, Belle de Jour, ermordet wurde. Über die Ereignisse davor und danach und die Untersuchung wird in diesem Buch berichtet.

Der Ich-Erzähler ist ein Polizist, der von 1917 und von der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg erzählt. Die Untersuchung an sich interessiert den Erzähler nicht so sehr. Das Buch ist eigentlich ein Tagebuch (eine Art Beichte für seine schon seit langem verstorbenen Frau), das das Leben in dem kleinen Dorf V., nicht sehr weit von der Frontlinie, erzählt: von den Männern, die bleiben dürfen, von den Männern, die weg müssen, von den Männern, die zurückkehren, von den Frauen, die lieben, warten und hoffen, von den Kindern. Es erzählt über eine zweistufige Gesellschaft, die Mächtigen und das Fußvolk. Es bringt zum Nachdenken über den Krieg und seine Folgen, über die Todesstrafe und deren Sinn. Es erzählt über das Leben und die Liebe und ihre Folgen. Es gibt einige glückliche Augenblicke, einige verzweifelte, einige grausame... sehr viele Grautöne...Es ist ein kleines, aber sehr tiefes Buch, über das man noch lange denkt, wenn man es zugemacht hat.

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Gespräche aus der Community

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ThieleVerlags avatar
Nachdem er von einer Reise nach Paris zurückgekehrt ist, erfährt der Erzähler von der Krebserkrankung seines besten Freundes Eugène. Der lebenslustige Filmproduzent, der mit fünf verschiedenen Frauen fünf Kinder hat und alle Bücher, die er liest, verschenkt oder in Cafés liegenlässt, weil er der Ansicht ist, dass »Bücher zirkulieren müssen wie die Welt«, fegt die Krankheit mit einer Handbewegung zur Seite. Doch bald zeigt sich, dass sein Krebs kein »Amateur« ist, sondern leider ein »Profi«.


Der Abschied von seinem Freund wird für den Erzähler der Anlass, über die wichtigsten Fragen des Lebens nachzudenken. Er selbst steht nach der Trennung von seiner Frau, die wieder geheiratet hat, und der beginnenden Liebe zu der jungen Kroatin Elena, deren Küsse nach Orangen schmecken, an einem Wendepunkt.


Wir verlosen 20 Exemplare dieses anrührenden Buches! Schreibt uns einfach, welches Buch Ihr - ganz im Sinne Eugènes - verschenken oder im Café liegen lassen würdet, damit jeder daran teilhaben kann!
Zur Buchverlosung

Zusätzliche Informationen

Philippe Claudel wurde am 02. Februar 1962 in Dombasle-sur-Meurthe (Frankreich) geboren.

Community-Statistik

in 318 Bibliotheken

auf 46 Wunschlisten

von 2 Lesern aktuell gelesen

von 3 Lesern gefolgt

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