Philippe Djian

 3.9 Sterne bei 788 Bewertungen
Autor von Betty Blue, Betty Blue und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Philippe Djian

Kult à la française: Unkonventionell wie seine Romanhelden, so scheint auch das Leben des französischen Schriftstellers Philippe Djian. Geboren 1949 in Paris, trieb es den Sohn eines armenischen Fensterdekorateurs bereits früh in die Welt hinaus. Vor seinem literarischen Durchbruch hielt er sich mit wechselnden Gelegenheitsjobs über Wasser und lebte einige Zeit in den USA, in Italien und in Kolumbien. Seinen ersten Roman „Bleu comme l‘enfer“ (1982; dt.; „Blau wie die Hölle“, 1990) will Dijan während seines Jobs bei einer Autobahnmautstelle getippt haben. Sein dritter Roman „Betty Blue“ (1985; dt.: „Betty Blue – 37,2 Grad am Morgen“, 1986) machte ihn weltweit zum Kultautor. Auch in der Verfilmung mit Béatrice Dalle wurde er zum Riesenerfolg. Mit der freizügigen und unkonventionellen Geschichte einer Amour fou prägte Dijan das Lebensgefühl einer ganzen Generation. Für den Roman „Oh …“ erhielt Dijan 2012 den Prix Interallié. Auch dieses Buch wurde verfilmt – mit Isabelle Huppert in der Hauptrolle. Neben seiner schriftstellerischen Arbeit schreibt Dijan Chansontexte für den Schweizer Sänger Stephan Eicher. Heute lebt Dijan in Biarritz und Paris.

Alle Bücher von Philippe Djian

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Buchformat:
Cover des Buches Betty Blue (ISBN:9783570197158)

Betty Blue

 (148)
Erschienen am 05.03.2010
Cover des Buches Erogene Zone (ISBN:9783257217766)

Erogene Zone

 (72)
Erschienen am 24.08.2016
Cover des Buches Pas de deux (ISBN:9783257228694)

Pas de deux

 (38)
Erschienen am 25.11.2015
Cover des Buches Rückgrat (ISBN:9783257225853)

Rückgrat

 (36)
Erschienen am 20.04.1993
Cover des Buches Schwarze Tage, weisse Nächte (ISBN:9783257233643)

Schwarze Tage, weisse Nächte

 (34)
Erschienen am 01.05.2003
Cover des Buches Die Frühreifen (ISBN:9783257236552)

Die Frühreifen

 (24)
Erschienen am 18.12.2013
Cover des Buches Reibereien (ISBN:9783257235692)

Reibereien

 (29)
Erschienen am 01.02.2007

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Rezension zu "Die Leichtfertigen" von Philippe Djian

Ein Leben mit vielen Molltönen
Duffyvor einem Monat

Francis, Schriftsteller, hat seine erste Frau und eine der beiden Töchter bei einem Unfall verloren. Die zweite Tochter, eine populäre Schauspielerin, ist mit ihrem Mann keinesfalls eine Traumbesetzung im Leben von Francis und auch seine Enkelinnen ebenfalls nicht der Quell ungetrübter Freude. Mit Judith hat er eine Frau geheiratet, die seine erste nicht ersetzen kann. Als dann noch seine Tochter entführt wird und sich das als Fake herausstellt, scheint auch diese Beziehung dem Grundton in Francis' Leben zu folgen: Moll. Nicht die besten Voraussetzungen, in Ruhe einen neuen Roman zu schreiben.

Djian hat in all seinen Werken einen wunderbaren leichten Stil entwickelt, der ihn zu einem Erzähler macht, der mitten unter uns ist. Keine vertrackten Sätze, keine unglaublichen Konstruktionen, immer authentisch und nah bei seinen Figuren.

Dennoch muss man feststellen, dass sich etwas verändert hat. Stellenweise fehlt die Frische, die seine ersten Bücher ausgezeichnet hat. Nicht, dass er in Routine erstarrt, aber der letzte freche, manchmal respektlose Unterton fehlt, als hätte mit steigendem Alter auch eine Art Milde eingesetzt.

Das er immer noch rasant schreibt, beweist er auch hier, aber manches wirkt ein wenig abgeklärter und nicht mehr so spontan. Trotzdem ist er immer noch einer der Schreiber, die am ehesten den Ton einer breiteren Altersgruppe trifft und das ist wiederum ein Zeichen der gleichbleibenden Qualität, denn die Story ist gut, auch wenn man sich für das Ende ein wenig mehr Überraschung gewünscht hätte.

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A

Rezension zu "Marlène" von Philippe Djian

Marlene
artist_levor 6 Monaten

Marléne.

Ein Buch, in welchem es auf den ersten Blick weniger um eine Handlung mit vielen Sprüngen geht, und mehr um zwischenmenschliche Beziehungen.

Dan und Richard sind Kriegsveteranen und kehren zusammen zurück in ihren Heimatort, den Ort den sie für den Krieg verließen. Nach ihrem Einsatz in Afghanistan versuchen beide ein normales Leben zu führen. Sie sind traumatisiert, verarbeiten das Gesehene und das Geschehene unterschiedlich. Richard wird laut, unberechenbar, unkontrolliert, sucht das Risiko. Er scheut keine Konflikte und verbüßt aus diese Grund eine dreimonatige Haftstrafe. Dan ist still, lebt zurückgezogen und hat Probleme mit dem schlafen, träumt.

Als dann Marlene, die Schwester von Richards Frau Nath auftaucht, bringt sie das Gleichgewicht auseinander, das fein konstruierte Leben der Figuren.
Marlene zieht Unheil an, warnt sie und meint damit, dass sie Essen anbrennen lässt und Kleiderhaken herunterreißt, Geschirr kaputt macht. Doch sie zerstört mehr als das, verkompliziert vieles.

Als ich den Klappentext las, erwartete ich eine zerstörerische, eigennützige und intrigante Protagonistin, die in das Leben der beiden Männer poltert und es genießt. Stattdessen zeichnet Djian eine beinahe zarte, verletzliche Marléne, die eher in die bisher gefestigten Familienkonstellationen taumelt, hinein stolpert.

Dabei agiert sie selbst wenig, vor allem wird an sie gedacht, über sie gesprochen. Sie polarisiert, scheint alle zu beschäftigen und so miteinander zu verbinden. Nicht ihre handelnde Zeit macht sie zur Protagonistin, eher die Bedeutung die ihr beigemessen wird, der Platz, den die anderen Figuren ihr in ihren Leben einräumen.

Dadurch zeichnet Djian sie so wunderbar lebhaft, immer ein bisschen blass und unnahbar aber dennoch greifbar, als würde man sie kennen. Als Leser betrachtet man Marléne aus so vielen verschiedenen Blickwinkeln und Perspektiven, kann teilweise nicht unterscheiden zwischen Vermutungen, Wahrnehmungen und Vorurteilen über ihre Person.

Es geht um Liebe, um Freundschaft, es geht um Hass und um Besessenheit, sowie um Tod, Täuschung und Verzweiflung.

Und hier lag mein Irrtum. Diese Dinge hat jedoch nicht Marléne mit sich gebracht, als sie sich ins Leben der Figuren drängte. Sie brachte es lediglich zum Vorschein, holte es an die Oberfläche und sorgte dafür, dass das fein konstruierte Gebilde, das die teilweise kaputten Charaktere zusammenhält, einstürzt.

Djians Schreibstil hat etwas schroffes, ist rau und passt somit wunderbar zur düsteren Atmosphäre. Diese zieht sich durch den ganzen Roman, es gibt keine ausgelassenen Dialoge oder fröhliche Momente.
Eine der Pressestimmen verkündet die Atmosphäre des Buches sei wie ein Gemälde von Edward Hopper und genau das beschreibt es. Die Menschen sind unglücklich, die Stadt in der sie leben ist es auch und die gezeichnete Stimmung unterstützt dies wunderbar.

Und die wenigen komischen Momente, tarnt Djian grandios mit einem trockenen Humor, es gibt keine ausgelassenes Lachen, nur ein leises Schmunzeln am Bildrand.

Dieser Roman lebt von seinen Figuren, welche zu entwerfen schon immer Philippe Djians Stärke war. Es geht um Innere Zerrissenheit, um Flucht und das Entdecken von Wahrheiten.
Djian ist ein sprachlicher Künstler, hat ein Gespür für die Vielschichtigkeit der Menschen. Er wechselt zwischen Innen und Außensicht, lässt Dialoge in Beschreibungen übergehen, sodass man aufmerksam bleibt, bleiben muss.
In dem Roman, mit dem grandiosen Cover, spielt der Autor mit der Sprache, schafft diese grandiose Atmosphäre mit wenigen Worten und zieht wunderschöne Vergleiche.

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Rezension zu "Marlène" von Philippe Djian

Spannende Idee, leider nicht richtig überzeugend
leserattebremenvor 9 Monaten

Eine Stadt in Frankreich, die hauptsächlich davon lebt, Militärstandort zu sein, schafft die Kulisse für diesen Roman. Richard und Dan sind Freunde, waren gemeinsam im Einsatz und sind gemeinsam zurückgekehrt. Wie viele lässt sie ihre Vergangenheit nicht los, sie sind traumatisiert, doch gehen sie unterschiedlich damit um. Als Marlène, die Schwester von Richards Frau Nath in der Stadt auftaucht, bringt sie das feine Gleichgewicht von Richards Familie und seiner Freundschaft zu Dan durcheinander. Marlène scheint das Unglück anzuziehen und reißt auch andere mit in den Untergang. Nichts kann mehr sehr wie vorher.
Philippe Djians Roman „Marlène“ beschreibt sehr eindringlich die spannungsgeladene Situation in einer Stadt, in der viele Kriegsheimkehrer leben, die nur schwer wieder Fuß fassen können im Alltag. Richard und Dan haben mehr oder weniger ihren Weg gefunden, doch mit Marlène bricht alles auseinander. Wie eine antike Sirene bei Odysseus zieht sie Menschen an, um sie dann – wenn auch ungewollt- in den Untergang zu stoßen. An ihrer Seite bleibt nichts heil, nichts bleibt bestehen, sie hinterlässt unweigerlich Zerstörung. Dies beschreibt der Autor auf sehr nüchterne und klare Art und Weise, denn während wir Richard, Nath und Dan näher kennen lernen und auch Mona, Naths Tochter, bleibt uns Marlène seltsam fremd, sie ist nicht zu packen. Wie ein Schatten rauscht sie durch die Geschichte, wo sie gewirkt hat bleibt kein Stein auf dem anderen, sie selbst bleibt dennoch schemenhaft und unklar. Vielleicht konnte mich diese eigentlich hochdramatische Geschichte deshalb nicht richtig berühren, obwohl ich die Idee sehr interessant fand, blieb doch alles etwas zu abstrakt und fern.
Leider konnte mich „Marlène“ trotz einer spannenden Idee und Ausgangssituation nicht richtig mitnehmen, das Buch war zwar gut lesbar und interessant, mir fehlte dennoch ein wenig die Spannung und die Nähe zu Marlène, die Dreh- und Angelpunkt der ganzen Story war. So war es für mich zwar kein schlechtes Buch, es konnte mich jedoch auch nicht richtig begeistern. 

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