Philippe Djian

 3.9 Sterne bei 804 Bewertungen
Autor von Betty Blue, Betty Blue und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Philippe Djian

Kult à la française: Unkonventionell wie seine Romanhelden, so scheint auch das Leben des französischen Schriftstellers Philippe Djian. Geboren 1949 in Paris, trieb es den Sohn eines armenischen Fensterdekorateurs bereits früh in die Welt hinaus. Vor seinem literarischen Durchbruch hielt er sich mit wechselnden Gelegenheitsjobs über Wasser und lebte einige Zeit in den USA, in Italien und in Kolumbien. Seinen ersten Roman „Bleu comme l‘enfer“ (1982; dt.; „Blau wie die Hölle“, 1990) will Dijan während seines Jobs bei einer Autobahnmautstelle getippt haben. Sein dritter Roman „Betty Blue“ (1985; dt.: „Betty Blue – 37,2 Grad am Morgen“, 1986) machte ihn weltweit zum Kultautor. Auch in der Verfilmung mit Béatrice Dalle wurde er zum Riesenerfolg. Mit der freizügigen und unkonventionellen Geschichte einer Amour fou prägte Dijan das Lebensgefühl einer ganzen Generation. Für den Roman „Oh …“ erhielt Dijan 2012 den Prix Interallié. Auch dieses Buch wurde verfilmt – mit Isabelle Huppert in der Hauptrolle. Neben seiner schriftstellerischen Arbeit schreibt Dijan Chansontexte für den Schweizer Sänger Stephan Eicher. Heute lebt Dijan in Biarritz und Paris.

Neue Bücher

Morgengrauen

 (3)
Neu erschienen am 27.05.2020 als Hardcover bei Diogenes.

Alle Bücher von Philippe Djian

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Cover des Buches Betty Blue (ISBN: 9783570197158)

Betty Blue

 (153)
Erschienen am 05.03.2010
Cover des Buches Erogene Zone (ISBN: 9783257217766)

Erogene Zone

 (74)
Erschienen am 24.08.2016
Cover des Buches Pas de deux (ISBN: 9783257228694)

Pas de deux

 (38)
Erschienen am 25.11.2015
Cover des Buches Rückgrat (ISBN: 9783257225853)

Rückgrat

 (37)
Erschienen am 20.04.1993
Cover des Buches Schwarze Tage, weisse Nächte (ISBN: 9783257233643)

Schwarze Tage, weisse Nächte

 (34)
Erschienen am 01.05.2003
Cover des Buches Reibereien (ISBN: 9783257235692)

Reibereien

 (29)
Erschienen am 01.02.2007
Cover des Buches Die Frühreifen (ISBN: 9783257236552)

Die Frühreifen

 (24)
Erschienen am 18.12.2013

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Neue Rezensionen zu Philippe Djian

Neu
B

Rezension zu "Morgengrauen" von Philippe Djian

Morgengrauen
BirPetvor 4 Tagen

Joan ist alles andere als ein Familienmensch, noch nie gewesen, doch als ihre Eltern einen Autounfall haben und sterben muss sich dies ändern, ihr Bruder Marlon braucht sie und so zieht sie nach dem Unfall ihrer Eltern zurück ins Elternhaus.Joan arbeitet offiziell in einer schicken Boutique, allerdings stammen ihre Einnahmen tatsächlich aus einem fragwürdigen Etablissement mit teils finsteren Kunden. Marlon kann nicht alleine leben, er leidet unter Ängsten, Panikattacken und vor allem fürchtet er die Dunkelheit, was Joan’s Arbeitsleben konterkariert, denn Marlon darf nicht wissen  womit Joan ihr Geld verdient. Als ihre Kunden nicht nur ihr, sondern auch potentiell Marlon gefährlich werden, bittet sie eine Freundin darum sich abends um Marlon zu kümmern und der Dorfsheriff bemüht sich ihre Kunden in Schach zu halten. Mit ihrer Freundin Ann-Margaret und der Bitte sich um Marlon zu kümmern holt sie sich ein weiteres Problem ins Haus.


Ich war sehr gespannt auf das neue Buch von Philippe Dijan, ich hatte zuvor erst einen Roman Autors gelesen. 

Zunächst hatte ich mit dem Schreibstil des Autors Probleme und Schwierigkeiten der Geschichte zu folgen. ‘Morgengrauen’ beinhaltet sehr viele Dialoge und Unterhaltungen, jedoch ohne Anführungszeichen und diese fehlende Zeichensetzung hat mir die Lektüre erschwert. Nach einigen Seiten überwog aber Inhalt über diesen Kritikpunkt und ich bin durch das Buch geflogen. Die Geschichte ist so verrückt und skurril, wie genial. Philippe Djian packt sehr viel Inhalt auf verhältnismäßig wenige Seiten, denn auf diesen 236 Seiten kam es für mich zu keinen Längen, im Gegenteil. Immer wieder kommt es zu Zwischenereignissen, die unvorhersehbar waren und viele Schauplätze und Personen verwebt er zu einem guten Gesamten. Einen roten Faden gibt es, die Beziehung zwischen Joan und Marlon, drumherum aber viele weitere Erzählstränge, ihre Vergangenheit, ihr Job und die wechselnden Männer, ihr Freundeskreis und der Sheriff, welcher zunächst für mich nicht greifbar war. Zeitweise war ich etwas verwirrt, aber auf jeder Seite gut unterhalten.


Ein guter, zeitweise sehr verwirrender und verrückter Roman. Sehr gute Unterhaltung und interessanter Schreibstil. Für mich wird es nicht das letzte Buch des Autors bleiben.

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Rezension zu "Oh..." von Philippe Djian

Schwere Kost
Wortklaubervor einem Monat

Michèle ist die Protagonistin und Ich-Erzählerin in Philippe Djians Roman von 2012, der im französischen Original wie der deutschen Übersetzung den lakonischen Titel „Oh …“ trägt.

Mit Ende Vierzig ist Michèle Mitinhaberin einer erfolgreichen Produktionsfirma, Tag für Tag damit befasst, Drehbücher auf ihre Tauglichkeit für die Leinwand hin zu überprüfen. Hierfür hat sie einen extra großen Papierkorb angeschafft und sich gestählt, mit hoffnungsvollen jungen Drehbuchautoren Gespräche zu führen, die diese zumeist unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückbringen. Sie ist geschieden, ihrem Ex-Mann Richard aber immer noch in vielerlei Hinsicht verbunden. Nicht zuletzt versucht auch er, über sie einen großen Wurf im Filmgeschäft zu landen. Ihr gemeinsamer Sohn Vincent ist derweil wild entschlossen, eine Frau zu heiraten, die mit dem Kind eines anderen schwanger ist und die Vaterschaft für das Kind anzuerkennen, auch wenn er nicht so recht weiß, wie er die monetären Ansprüche seiner Zukünftigen überhaupt finanzieren soll. Auch Michèles Mutter Irène zehrt vom Geld ihrer Tochter, die ihr die Wohnung bezahlt, und trägt sich ebenfalls mit Heiratsabsichten. Sie will ihren jungen Liebhaber Ralf heiraten. Inmitten einer Ansammlung einigermaßen lebensuntüchtiger Personen – im Sinne von: ich weiß, was ich will und bewältige mein Leben selbst – erscheint Michèle auf verblüffende Weise patent und pragmatisch, dabei ausgestattet mit einem wachen Verstand und einem trockenen, manchmal beißenden Humor. Robert, ihr Liebhaber, Richard und Ralf hingegen erscheinen in mancher Hinsicht schwach und teilweise schon einem fast parasitären Lebensstil verfallen – was von Michèle weniger offen verurteilt als teils schon gottgegeben hingenommen wird.

Dieses offenkundig so patente Wesen kann umso verwundern, da Michèles Vater ein Massenmörder ist, der seine letzten Tage im Zuchthaus verbringt, und, als Michèle gerade zehn Jahre alt war, unvorstellbares Leid über Dutzende Familien gebracht und seine eigene Familie fortan zu Aussätzigen gebrandmarkt hat. – Ja, auf den ersten Blick kann man meinen, Michèle sei von außergewöhnlich robuster Natur.

Bereits auf der ersten Seite des Romans wird Michèle Opfer einer brutalen Vergewaltigung, was die eigentlich im Mittelpunkt stehenden Ereignisse in Gang bringt. Sie wehrt sich nach Kräften, hat aber keine Chance gegen den Mann. Sie geht nicht zur Polizei, ist angeschlagen, aber nicht am Boden zerstört. Als sich ihr schließlich offenbart, wer sich hinter dem maskierten Angreifer verbirgt, zeigt sie ihn immer noch nicht an, sondern lässt sich sehenden Auges auf eine Beziehung mit ihm ein. Eine Ungeheuerlichkeit, deren sie sich sehr wohl bewusst ist.

„Oh ...“ (mit Isabel Huppert unter dem Titel „Elle“ verfilmt) legt ein rasantes Tempo vor. Absätze und Szenenwechsel braucht es nicht, um die Handlung zu strukturieren und voranzutreiben, und unvorstellbare Dinge passieren manchmal einfach so in Nebensätzen. Ohne dass etwas fehlt – im Gegenteil: Der atemlose Stil verdichtet die Geschehnisse. Der Leser blickt durch Michèles Augen, weiß um die Abgründe der Figur oder ahnt sie zumindest, wie die Ich-Erzählerin selbst auch um die Ungeheuerlichkeit ihres Tuns weiß, wenn sie auch die Dinge, die in ihrer Kindheit (außerdem) geschehen sind, nur in wenigen Episoden kurz anreißt. So erklärt sie nicht, rechtfertigt nicht, beschönigt nicht, sondern lässt sich allenfalls halb bewusst, halb getrieben auf ein gefährliches, ethisch nicht zu erklärendes Spiel ein.

So spielt auch der Roman mit dem Feuer, hat sich auch der Autor auf ein hochgradig brisantes Thema eingelassen. So könnte man ihm den Vorwurf gemacht haben (das habe ich nicht recherchiert), damit eine nicht zu entschuldigende Gewalt rechtfertigen zu wollen, nach dem Motto: nein bedeutet halt doch nicht immer nein. Indem er die Figur der Michèle jedoch so zeichnet, wie er sie zeichnet, tut er genau das nicht. Und genau das sollte Literatur auch „dürfen“: ungewöhnliche Geschichten erzählen, ungewöhnliche „Heldinnen“ schaffen, auch schwer verständliche, zerrissene, beschädigte, die schwer oder gar nicht nachvollziehbare Dinge tun. Ohne daraus Rückschlüsse auf etwaige Motivationen zu unterstellen oder gar zu fragen, warum ein männlicher Autor eine weibliche Figur mit so einer Geschichte erschafft.

Nach dem vor Jahrzehnten gelesenen „Betty Blue“ mein zweiter Djian. Schwere Kost, vom Stoff her, ja, aber auch, wie ich finde, meisterlich konstruiert und erzählt.

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Rezension zu "Morgengrauen" von Philippe Djian

Absehbare soziale Katastrophe
sar89vor 2 Monaten

Joans aktivistische Eltern knallen mit ihrem Auto gegen einen Baum und sterben. Für sie hat dies wietreichende Folgen, denn ihr jüngerer Bruder Marlon ist starker Autist und kann nicht allein leben. Also werden sie nun zusammenleben. Doch die Dinge liegen kompliziert. Joan ist neben ihrer Tätigkeit im Vintageladen auch noch Callgirl. Zusammen mit ihrer Chefin Dora mangagen sie das Ganze. Eine Freundin von Dora, Ann-Margareth, wird sich Marlon annehmen. Doch es bleibt nicht nur beim Beaufsichtigen, denn auch Marlon hat Bedürfnisse. 

Dazu kommt, dass die Eltern von Joan noch offene Rechnungen mit ihren ehemaligen Kumpanen haben und der Vater von Joan Geld machen konnte, hinter dem nicht nur Joan her ist. Zu guter letzt hilt John, der Polizist Joan und Dora, doch dies tut er nicht uneigennützig. Das Alltagsleben der Figuren steuert unaufhörlich auf einen Knall zu, da die Normalität mehr als fragil ist. Trotzdem trifft einem die Katastrophe dann auf dem falschen Fuss.

Ich gebe eigentlich 3.5 Sterne. Grundsätzlich hat mir die sozial verwickelte Geschichte um das Leben von Marlon und Joan gut gefallen. Der Schreibstil von Djian lässt aber viel wie beiläufig vorbeilaufen, wie z.B. das Thema geistige Einschränkung und sexuelle Bedürfnisse, das Doppelleben als Callgirl, Umweltaktivismus und sexuelle Befreiung. Ich hätte mir da teilweise mehr Tiefe und mehr Halt gewünscht bei diesen Themen. Auch muss sich der Leser vieles selbst erklären, was ich zwar mag aber ab und zu erschliesst sich einem doch nicht ganz alles. Alles in allem war das wohl aber nicht mein letzter Philippe Djian.

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Gespräche aus der Community

Neu

LovelyBooks lädt auch im Jahr 2020 zu spannenden Challenges ein.

Und auf euch warten tolle Gewinne.
Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist natürlich 2020 wieder dabei!

Liest du gerne Bücher mit Niveau?
Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.


15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2020 bis 31.12.2020 lesen.

Es gelten nur Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.
Auch Neuauflagen – 2020 erschienen - von Klassikern.

Die Regeln:

Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an.

Einstieg ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts.

Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein.

Es gelten nur Bücher (Achtung: keine Hörbücher, keine Bildergeschichten, keine Graphic Novels), die an diesem Beitrag angehängt sind!

Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Nimmst du die Herausforderung an?

Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2020 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.

Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.

Ich freue mich auf viele Anmeldungen!

Teilnehmer:

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