Philippe Djian

 3,9 Sterne bei 875 Bewertungen
Autor von Betty Blue, Betty Blue und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Kult à la française: Unkonventionell wie seine Romanhelden, so scheint auch das Leben des französischen Schriftstellers Philippe Djian. Geboren 1949 in Paris, trieb es den Sohn eines armenischen Fensterdekorateurs bereits früh in die Welt hinaus. Vor seinem literarischen Durchbruch hielt er sich mit wechselnden Gelegenheitsjobs über Wasser und lebte einige Zeit in den USA, in Italien und in Kolumbien. Seinen ersten Roman „Bleu comme l‘enfer“ (1982; dt.; „Blau wie die Hölle“, 1990) will Dijan während seines Jobs bei einer Autobahnmautstelle getippt haben. Sein dritter Roman „Betty Blue“ (1985; dt.: „Betty Blue – 37,2 Grad am Morgen“, 1986) machte ihn weltweit zum Kultautor. Auch in der Verfilmung mit Béatrice Dalle wurde er zum Riesenerfolg. Mit der freizügigen und unkonventionellen Geschichte einer Amour fou prägte Dijan das Lebensgefühl einer ganzen Generation. Für den Roman „Oh …“ erhielt Dijan 2012 den Prix Interallié. Auch dieses Buch wurde verfilmt – mit Isabelle Huppert in der Hauptrolle. Neben seiner schriftstellerischen Arbeit schreibt Dijan Chansontexte für den Schweizer Sänger Stephan Eicher. Heute lebt Dijan in Biarritz und Paris.

Neue Bücher

Cover des Buches Offene Rechnung (ISBN: 9783257073546)

Offene Rechnung

Erscheint am 24.06.2026 als Gebundenes Buch bei Diogenes.

Alle Bücher von Philippe Djian

Cover des Buches Erogene Zone (ISBN: 9783257217766)

Erogene Zone

(77)
Erschienen am 24.08.2016
Cover des Buches Pas de deux (ISBN: 9783257228694)

Pas de deux

(41)
Erschienen am 25.11.2015
Cover des Buches Rückgrat (ISBN: 9783257225853)

Rückgrat

(37)
Erschienen am 20.04.1993
Cover des Buches Schwarze Tage, weisse Nächte (ISBN: 9783257233643)

Schwarze Tage, weisse Nächte

(36)
Erschienen am 01.05.2003
Cover des Buches In der Kreide (ISBN: 9783257235494)

In der Kreide

(23)
Erschienen am 01.08.2006
Cover des Buches Die Frühreifen (ISBN: 9783257236552)

Die Frühreifen

(25)
Erschienen am 18.12.2013
Cover des Buches Reibereien (ISBN: 9783257235692)

Reibereien

(29)
Erschienen am 01.02.2007
Cover des Buches Doggy Bag - Eins (ISBN: 9783257239515)

Doggy Bag - Eins

(22)
Erschienen am 16.07.2009

Neue Rezensionen zu Philippe Djian

Cover des Buches 100 zu 1 (ISBN: 9783257236569)
Trishen77s avatar

Rezension zu "100 zu 1" von Philippe Djian

Trishen77
Teilweise krass, teilweise herumbaumelnd. Bei aller Begeisterung nicht immer beeindruckend, aber knallig.

"Sie tranken und die Nacht brach herein. Ihre Seelen öffneten sich wie exotische Blumen, sie sahen allmählich klarer."

Diese Geschichten steigen aufs Gas. Sie sind mit einer gewissen Schnurzegal-Haltung geschrieben; sie fabulieren gern, auf leicht virtuose, leicht obszöne, leicht trashige, leicht abwegig-banale Art. Sie handeln fast ausnahmslos von Leuten, die ein wenig gegen das Leben sind. Von Verlierern, die sich noch über Wasser halten wollen. Von schrägen Typen, die sich in bizarren Szenarien bewegen. Immer geht es ein bisschen um die Liebe, ein bisschen um das Wahre, aber vor allem ums Überleben. Es gibt Gewalt und Sex und Außergewöhnlichkeiten, aber vor allem eine Orientierungslosigkeit, die sich in allem Bahn bricht, jeder einzelnen Geschichte und ihren Motiven - ganz egal, ob es um lustmachende Leichen, Experimente mit 100 zu 1 Ergebnissen oder eine Utopie mit Frau und Vogel geht. Die Plots wirken hingerotzt, die Sprache ist immer scharf und hat immer ihre Stärken, einen Sog und einen Drive.

Ich mag Philippe Djian und ich mag, wie er schreibt. Und irgendwie mag ich auch die meisten seiner Geschichten, auch wenn ich wenig aus dem ziehen kann, was darin verhandelt wird. Djian hält sich nicht mit Botschaften auf und er ist ein bisschen vernarrt in kleine, aufregende Widrigkeiten. Er pflastert die Straßen seiner Protagonisten mit allerlei ulkigen bis heftigen Schlaglöchern und irgendwie ist alles egal und doch richtig wichtig, überlebenswichtig.

"Die Sonne strömte voll herein, wie Eiweiß."

Ein bisschen fühlt man sich an Bukowski erinnert, aber Djians Prosa hat eine viel größere Beschleunigung und sehr viel weniger Selbstreferenzialität. Der Autor verschwindet hinter seinen Schöpfungen, in den jungen Männern, die sich etwas Beständiges wünschen, einen Rückzugsort von der Welt und eigentlich wollen sie alles und sie stehen irgendwie kurz vor dem nichts, dass überall ist.

Ich würde "100 zu 1" nur empfehlen, wenn es den Leser nicht stört, dass die Erzählungen sich kaum aufbauen, sondern einfach einschlagen. Sie entwickeln sich nicht einfach, sie explodieren, implodieren, steuern auf einen Höhepunkt zu. Sie sind von einer ungeheuren Lebendigkeit, dann wieder voller aufgehängter Verzweiflungslust. Sie rufen eine schräge Begeisterung hervor, wie Kerouac oder Henry Miller oder der schon erwähnte Bukowski, aber sind manchmal auch gar nicht so beeindruckend. Halt gut. Guter Stoff.

Cover des Buches Marlène (ISBN: 9783257245301)
Trishen77s avatar

Rezension zu "Marlène" von Philippe Djian

Trishen77
Mal wieder eine Wucht

Philippe Djians neuer Roman spielt in einer nicht näher benannten amerikanischen Kleinstadt/Vorstadt, vermutlich in den New England Staaten. Es gibt nicht eine/n konkrete/n Erzählende/n, vielmehr schlüpft Djian je nach Kapitel – und manchmal auch mitten im Kapitel oder mitten im Absatz – von einer Hauptfigur in die andere und schildert ihr Empfinden, ihr Erleben, ihre Sicht, ihre Lebenswirklichkeit.

Hauptfiguren sind die beiden Kriegsveteranen und engen Freunde Dan und Richard, Richards Frau Nath, ihre Tochter Mona und die Schwester von Nath, Marlène. Das Eintreffen von letzterer ist der Ausgangspunkt des Romans und zugleich der unmerkliche Startschuss für das weitere Geschehen, der lange nachhallt, spät die volle Lautstärke entfaltet.

Zu Anfang sitzt Richard noch wegen Geschwindigkeitsübertretung im Knast, Dan (der versucht, in einer freundlichen Stadtgegend wieder Anschluss ans Zivilleben zu bekommen) lässt gerade die 18jährige Mona ein bisschen bei sich wohnen, weil die sich nur noch mit ihrer Mutter in die Haare kriegt und Nath ist genervt davon, dass ihre Schwester bei ihr aufkreuzt, hat sie doch mit ihrem vom Krieg geschädigten, ständig saufenden und krumme Dinger drehenden Mann und ihrer pubertierenden Tochter genug am Hals.

Es braucht etwas Zeit, bis man sich in dem Roman zurechtfindet. Es gibt keine Anführungszeichen, die eine wörtliche Rede anzeigen oder kursive Passagen, die Gedachtes vom Rest der Handlung abheben. So muss man sich als Lesende/r selbst zurechtfinden, aufmerksam sein, sich auf die jeweiligen Figuren einlassen. Diese ungefilterte Erzähltechnik hat allerdings den Vorteil, einen ungekünstelten, direkten Eindruck zu hinterlassen. Die Figuren werden nicht plastisch durch äußere Beschreibungen, sondern durch die Ausformungen ihres Innenlebens, das Djian frei vor unseren Augen brodeln und fließen lässt.

Auch aus einem weiteren Grund kommt diese Art des Erzählens dem Buch zugute: es gibt keinen dramatischen, erzählerischen Bogen, nur die unmittelbare Wucht der Ereignisse und wie die Figuren sie wahrnehmen, verarbeiten. Kaum etwas in diesem Roman kann man kommen sehen (obwohl man sich im Nachhinein durchaus einreden kann, man hätte es irgendwie kommen sehen), so fein streut Djian Ahnungen ein, die gleich wieder vom tatsächlichen Geschehen verweht werden und erst später in vollendeter Form wieder auftauchen, so willkürlich erscheint vieles in dem Buch und doch so folgerichtig, wenn es erst geschehen ist.

Bei all dem gelingt es Djian, das Wesen seiner Charaktere auf geisterhafte Weise auszuleuchten – allen voran Marlène. Obwohl meist nur über sie gesprochen wird und sie sich kaum in den wenigen Passagen, die aus ihrer Sicht sind, entfalten kann, begreift man doch den Kern ihrer Seele, ihre bescheidenen, aber dennoch starken Sehnsüchte, Ängste, Schmerzen und Hoffnungen. Djians Figuren waren noch nie Heilige und auch in diesem Roman finden sich hauptsächlich halbfertige, halbverworfene, fragile Existenzen, abgestrampelt, unangeglichen, wie von allem übervorteilt. Und darin dem durchschnittlichen Leben nicht krampfhaft, sondern unverstellt nah.

„Marlène“ ist ein Buch, das langsam anläuft, aber letztlich wieder eine Wucht ist, wie so vieles, was Djian geschrieben hat. Manchmal kommt die Handlung fast zur Ruhe, aber der Sturm in einem solchen Buch klingt nie ganz ab – und schon kommt die nächste Welle.

Cover des Buches Erogene Zone (ISBN: 9783257217766)
Steve91s avatar

Rezension zu "Erogene Zone" von Philippe Djian

Steve91
Ein Buch über das Schreiben, das Feiern, die Gesellschaft von Frauen - all das in einem atemlosem und rasantem Schreibstil.

Dijans Roman lebt von seinem atemberaubenen Tempo und seinem rasanten Schreibstil. Seine Satzkonstruktionen und Vergleiche passen dabei perfekt zur Geschwindigkeit der Geschichte.
Dijan tritt dabei selbst als Protagonist auf. Er versucht, einen Roman zu verfassen. Er trinkt viel, er feiert, er raucht Joints, er arbeitet hart und das, was ihm währenddessen passiert, ist teilweise so abstrus und abenteuerlich, dass man denkt, es muss doch eigentlich wahr sein. Dazu genießt er die Anwesenheit von Frauen, wobei es ihm eine davon besonders angetan hat  Gefüllt wird das zwischendurch mit seinen Gedankengängen zum Leben an sich, zu Frauen, zum Schreiben. 

Sein Stil und seine teilweise vulgäre Sprache sind dabei der rote Faden, der sich durch den Roman zieht. Zwischendurch fragt man sich ein paar Mal, warum das Ganze, worauf will der Autor hinaus. Bald merkt man aber, dass es ihm vor allem um die Unterhaltung geht.
Und das gelingt Dijan, ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt. Und wer sich nach einem tieferen Sinn sehnt, kann sich gut und gerne an den scharfzüngigen und manchmal sehr sarkastischen Kommentaren zum Leben erfreuen.

Wer Dijan mag und kennt, weiß, was er bekommt. Und wer ihn nicht kennt, sollte einen Blick riskieren, vor allem bei Interesse an etwas abgedrehten Geschichten und einem wirklich tollen Stil. 

Gespräche aus der Community

LovelyBooks lädt auch im Jahr 2020 zu spannenden Challenges ein.

Und auf euch warten tolle Gewinne.
Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist natürlich 2020 wieder dabei!

Liest du gerne Bücher mit Niveau?
Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.


15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2020 bis 31.12.2020 lesen.

Es gelten nur Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.
Auch Neuauflagen – 2020 erschienen - von Klassikern.

Die Regeln:

Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an.

Einstieg ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts.

Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein.

Es gelten nur Bücher (Achtung: keine Hörbücher, keine Bildergeschichten, keine Graphic Novels), die an diesem Beitrag angehängt sind!

Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Nimmst du die Herausforderung an?

Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2020 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.

Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.

Ich freue mich auf viele Anmeldungen!

Teilnehmer:

anna_m

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BluevanMeer

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Ertauscht.... Aber mach dir keinen Kopf, ist nicht so schlimm! Kann ich sicher tauschen!

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