Philippe Djian "Oh..."

(2)

Lovelybooks Bewertung

  • 1 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(0)
(2)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „"Oh..."“ von Philippe Djian

"Décembre est un mois où les hommes se saoulent – tuent, violent, se mettent en couple, reconnaissent des enfants qui ne sont pas les leurs, s'enfuient, gémissent, meurent..." "Oh..." raconte trente jours d'une vie sans répit, où les souvenirs, le sexe et la mort se court-circuitent à tout instant. Prix Interallié 2012
  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Philippe Dijan - Oh...

    "Oh..."
    miss_mesmerized

    miss_mesmerized

    02. January 2017 um 16:28

    Dezember ist der Monat, in dem die Menschen sich betrinken, verletzten, zusammenkommen, Kinder anerkennen, die nicht die ihren sind, flüchten, vor Schmerz wimmern, Sterben. – Michèles Feststellung gegen Ende des Buchs umschreibt so ziemlich die komplette Handlung des Romans. Einen Monat begleitet man als Leser die Ich-Erzählerin, die ihren Sohn ins Unglück stürzen sieht, lernen muss, ihren Exmann mit einer neuen Frau zu sehen, eine alte Affäre beendet und eine rein sexuelle Beziehung zu ihrem Nachbarn beginnt. Währenddessen sterben ihre Eltern, doch der Verlust wird ihr nicht gleich klar. Nach 30 langen Tagen ist in ihrem Leben nichts mehr so, wie es zuvor war.Philippe Dijans Roman wurde 2012 mit dem renommierten Prix interallié ausgezeichnet. Warum ist leicht nachzuvollziehen: erzählerisch fordert der Roman den Leser heraus, die Szenen fließen ineinander über, man springt von einer Episode direkt in die nächste. Durch die Erzählperspektive dauert es einige Zeit, bis man sich zurechtfindet, die Figuren einordnen und mit einander in Verbindung bringen kann. Daneben gibt es ungeschönte, verstörende Szenen – Michèles Vergewaltigung oder ein Überfall, man weiß nicht genau, was eigentlich passiert ist, denn die Perspektive verhindert eine Beschreibung von außen, so muss man sich mit der diffusen gedanken- und Gefühlswelt der Protagonistin genügen und abwarten.Keine einfache Protagonistin, kein einfacher Roman, den Dijan uns hier vorlegt. Mir fiel die Gedankenwelt Michèles oft schwer, sie hat einen Hang zu depressiven Stimmungen, immerzu misstrauisch, selten das Positive erkennend und mit wenig Vertrauen zu ihren Mitmenschen. Sie kann nicht als Sympathieträger fungieren, aber ganz sicher ist ihre Sicht auf die Welt nicht so singulär, dass es nicht in der Realität unzählige Menschen gäbe, denen es ebenso geht wie ihr und denen ein wenig mehr Zuneigung guttun würde.

    Mehr