Philippe Djian Die Rastlosen

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Inhaltsangabe zu „Die Rastlosen“ von Philippe Djian

Marc fühlt sich von seiner Schwester, seinen Vorgesetzten und der Polizei beobachtet. Alle wissen, dass er ein Faible für junge Studentinnen hat – und die talentierte Barbara ist plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. Aber was kann er denn dafür? – Der Höllentrip eines unverbesserlichen Schürzenjägers.

Interessante Geschichte, in bewährt kompaktem und rasantem Stil

— Namoras
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  • Rezension zu "Die Rastlosen" von Philippe Djian

    Die Rastlosen
    thursdaynext

    thursdaynext

    11. February 2013 um 20:48

    Altwerden ist nichts für Feiglinge & Weisheit kommt nicht zwingend mit dem Alter Phillipe Djian hat etliche wunderbare Bücher geschrieben. Derb, drastisch, versoffen und doch von feiner, versponnener Zartheit. Gefühle analysierend, fieberhafte lebensgierige Charaktere und ihre Geschichten grossartig zeichnend, allerdings nicht für prüde Leser. Nach abgebrochener, weil angewiderterer Lektüre der "Rastlosen" sind diese wunderbaren Zeiten wohl für immer vorbei. Der im Klappentext gepriesene "Höllentrip eines unverbeserlichen Schürzenjägers" wobei man statt des Protagonisten alter Klapperkiste auch einen Rollator hätte nehmen können, erwies sich als das Klagelied eines griesgrämigen, geilen, egozentrierten alten Bocks der seine abnehmende Juvenilität und Potenz mit Misantrophie und Gejammer ersetzt. Es langweilt, entnervt und ermüdet die Geschichte zu verfolgen. Djian hat nichts interessantes mehr zu erzählen.......

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  • Rezension zu "Die Rastlosen" von Philippe Djian

    Die Rastlosen
    Sabottka

    Sabottka

    Mit Anfang 20 entdeckte ich Philippe Djian für mich und es war eine Offenbarung. Ohne Übertreibung: „Erogene Zone“ und „Betty Blue“ veränderten mein Leben. Die schiere Wut und Emotionalität, der Stil zwischen Gossenslang und poetischen Sprachbildern faszinierten mich. Eröffneten neue Horizonte. Djian war für mich absolut neu, ungewöhnlich, erfrischend, jung... Nun, Rebellen werden älter. Djian wurde älter. Ich wurde älter. Es folgten noch einige gute Bücher („Matador“, „Sirenen“... ) aber auch richtig schlechte. („Schwarze Tage, Weiße Nächte“) Auch seine Soap („Doggy Bag“) in Romanform konnte mich über Strecken noch fesseln. Aber schon bei „Die Leichtfertigen“ fiel Einiges unangenehm ins Auge, was sich im neusten leider Werk manifestiert. „Die Rastlosen“. Oberflächlich betrachtet ein Krimi. Marc 53, Literaturdozent – weil er zum Glück rechtzeitig erkannt hat, dass er kein Schriftsteller ist. (die Kriterien, was ein richtiger Schriftsteller ist, werden uns tausendfach um die Ohren gehauen) Er lebt mit seiner Schwester zusammen. Die Beiden verbindet mehr, als nur Geschwisterliebe. Das liegt an ihrer Kindheit voller Trauma und Misshandlungen. Marc hat eine Vorliebe für junge Studentinnen, bis zu dem Tag, wo er neben Einer von ihnen erwacht und die ist tot. Körperlich nicht mehr so fit, obwohl knapp 10 Jahre jünger als sein Schöpfer, sieht er sich verfolgt oder zumindest argwöhnisch beobachtet. Von Polizisten, von seiner Schwester, von seinem Intimfeind, dem Leiter des Fachbereichs, der sich außerdem noch an seine Schwester ran macht, und verliebt sich ausgerechnet in die Mutter der Toten, die ihn auf der Suche nach ihrer Tochter kontaktiert. Der Roman hat gute Momente. Djian deutet z.B. vieles aus der Kindheit von Marc und Marianne nur an. Streut immer mal wieder Fragmente ein, die so einen guten roten Faden bilden. Einen Spannungsbogen, weil man auf Antworten wartet. Die man, soviel sei verraten, nicht alle erhält. Im Vergleich zu früheren Werken, wird Djian mit zunehmendem Alter weit aus kürzer und das tut ihm gut. Auf der anderen Seite gibt es ein großes Problem. Djian hat immer behauptet, dass ihm der Stil wichtiger als die Geschichte ist. War das früher die berechtigte Wut eines jungen Rebellen, ist es jetzt irgendwie nur noch die Bequemlichkeit oder sogar Arroganz einer altgewordenen Diva. Die Handlung entfaltet zwar durch die o.g. Elemente einen gewissen Sog. Auf der anderen Seite zieht sie sich hin. Und die von Djians neuesten Alter Ego massenhaft eingestreuten Betrachtungen über Literatur, Stil, wahre Schriftsteller und verblendete Möchtegernliteraten nerven. Sind unglaubwürdig und albern. Allein die letzten Seiten, in denen Djian die Handlung, die Vorgeschichte, die Motivation seiner Figuren in aller Kürze zu einem fulminanten Höhepunkt/Schluss bringt, der durchaus Qualität hat, faszinieren noch einmal. Darüber hinaus bleibt ein fader Beigeschmack, das hier ein arroganter, alter Sack, sich einbildet, noch einmal an die alten Erfolge anknüpfen zu können. Sein vielgerühmter (in letzter Zeit aber nur noch von ihm!) Stil ist nicht mehr da. „Die Rastlosen“ ist über weite Sätze so dermassen platt und peinlich. Selbst die Kämpfe von Marc mit seinem alternden Körper (Steißbein, Ischias), die durchaus komödiantisch hätten sein können, sind hochgradig platt. Gerade im Spiel mit dem Älter werden, wäre aber durchaus Potential gewesen. Doch ein „alter Sack“ der unter Hexenschuss leidet, dafür aber angeblich 36h lang durch poppen kann. Das ist nur noch lächerlich. Hier war wahrscheinlich der Wunsch, des in die Wechseljahre gekommenen Autors, Vater des Gedanken. Eine gute Geschichte ist eben doch wichtiger als (behaupteter) Rhythmus der Sprache. Angedeutet ist sie. Das hätte klappen können. Weil es Djian seinen eigenen Vorbildern, den Meistern der amerikanischen Shortstory (z.B. Brautigan) näher bringt. Die Reduktion, die viel Spielraum für Interpretation und Fantasie lässt. Wenn da nicht die ewigen Selbstbeweihräucherungen wäre, die längst nicht mehr Rebellion sind. Da man sie ihm mit über sechzig einfach nicht mehr abnehmen kann. Djian erinnert in seiner Literatur an einen alten Rockstar, der es nicht geschafft hat in Würde zu altern. Der immer noch einen auf geschminkten, durchgeknallten Krieger macht und nicht merkt, dass er seine größten Hits von vor 30 Jahren längst auf Ü 40 Parties spielt, vor Leuten, die ihn nur wegen seiner Vergangenheit anhimmeln. Sicherlich bezeichnend, dass Diogenes auf dem Umschlag ausgerechnet wieder für „Betty Blue“ aus dem Jahre 1985 in der genialen Übersetzung von Michael Moosblech wirbt. (Mal von dem ewig jungen Portrait des Autoren seit gefühlten 100 Jahren auf der Rückseite abgesehen.) Wenn Djian nicht mal vor vielen Jahren so bedeutend für mich gewesen wäre, hätte ich dieses Buch wohl nie zu Ende gelesen. Schade eigentlich.

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