Philippe Grimbert

 3.9 Sterne bei 84 Bewertungen
Autor von Ein Geheimnis, Ein besonderer Junge und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Philippe Grimbert

Philippe Grimbert wird 1948 in der Hauptstadt Frankreichs, in Paris geboren. Er ist von Beruf Psychoanalytiker und wählte den Schwerpunkt der Jugenpsychatrie. Neben zahlreich veröffentlichten Essay, seit 2001 wurden einige Romane von ihm veröffentlicht. Sein zweites Buch ›Un secret‹ erschien in Frankreich im Jahr 2004, wurde vielfach ausgezeichnet und in mehr als 200.000 Exemplaren verkauft. Auch in Deutschland verkaufte sich "Ein Geheimnis" gut verkauft und viel gelobt.

Alle Bücher von Philippe Grimbert

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Ein Geheimnis

Ein Geheimnis

 (56)
Erschienen am 29.10.2007
Ein besonderer Junge

Ein besonderer Junge

 (18)
Erschienen am 24.07.2015
Runter von der Couch

Runter von der Couch

 (0)
Erschienen am 01.10.2003
Ein besonderer Junge: Roman

Ein besonderer Junge: Roman

 (0)
Erschienen am 01.07.2012
Un secret

Un secret

 (6)
Erschienen am 26.01.2012
Un Secret

Un Secret

 (2)
Erschienen am 01.09.2007
Secret

Secret

 (1)
Erschienen am 01.01.2008

Neue Rezensionen zu Philippe Grimbert

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Ulenfluchts avatar

Rezension zu "Ein besonderer Junge" von Philippe Grimbert

Der genormte Mensch leidet
Ulenfluchtvor einem Jahr

Wir leben in einem Zeitalter des Wissens und verstehen doch immer weniger. Das ist einer der Gedanken, den einen dieser Roman einbringt. Für jede Abweichung von der Norm kennen Psychologie und Medizin einen Namen. Vorbei sind die Zeiten, in denen ein Kind als wild galt oder als schlichtes Gemüt. Heute ist es hyperaktiv oder geistig behindert. Philippe Grimbert führt uns zurück in die Siebziger und zeichnet in wenigen Worten und Szenen das Porträt dreier Personen, die fehl am Platz sind in ihrer Zeit und die alle drei mit ihrer Einsamkeit kämpfen.

Der Ich-Erzähler Louis fährt zurück an den Urlaubsort seiner Kindheit in der Normandie, wo er einen Stundenjob annimmt, der sein Leben für immer verändert: Er betreut einen entwicklungsverzögerten, verschlossenen Jugendlichen ohne Sprache, ohne Zukunft. Seine Mutter schreibt erotische Literatur und sehnt sich ebenso nach Zuneigung. Eine explosive Mischung, die den Protagonisten erst überfordert und der dann doch einen Draht zu ihnen findet, sich öffnet und dadurch auch seine eigene Kindheit verarbeitet. Denn der Badeort trägt auch noch die Erinnerung an einen tragischen Verlust in sich und die Frage nach der Schuld eines Kindes.

Große Themen, die nicht ausführlich behandelt, sondern nur angeschnitten werden und so den Kopf des Lesers die meiste Arbeit machen lassen. Mit einer melancholischen Leichtigkeit verquickt der Autor in diesem schmalen Bändchen die Leben dreier Einsamen und knüpft verblüffende und zarte Verbindungen unter ihnen. Der Protagonist erkennt sich ausgerechnet in diesem „besonderen“ Jungen wieder, der so die Essenz seiner selbst verkörpert und gleichzeitig für die Wiedergutmachung der Tragödie seiner Kindheit steht. So ist Ein besonderer Junge ein schöner, zarter Roman, der zum Nachdenken über Einsamkeit, Respekt und das Anderssein anregt.  

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Rezension zu "Ein Geheimnis" von Philippe Grimbert

Das Geheimnis einer Familie
Orishavor einem Jahr

Philippe weiß das etwas nicht stimmt. Er hat es immer gespürt; das ein Geheimnis seine Familie umhüllt. Als er fünfzehn wird, beginnt eine alte Familienfreundin, Louise, nach und nach das Geheimnis zu lüften. Philippes Familie ist jüdisch, hat eine ganz andere Geschichte, als jene, die man Philippe erzählt hat. Und nach und nach beginnt er die Geschichte seiner Familie und die seine mit neuen Augen zu betrachten.

Der autobiographische Roman Grimberts kommt einfach daher und birgt soviel mehr. Die Geschichte einer jüdischen Familie, Grimberts Familie. Eine Geschichte, die berührt, die aufwühlt und einmal mehr die Schrecken des 2. Weltkrieges heraufbeschwört. Die 155 Seiten lesen sich schnell, sind dabei aber nie trivial, nie langweilig, nie unbedeutend. Jedes Wort sitzt und dass obwohl Grimbert kein gelernter Schriftsteller im eigentliche Sinne. Ein wirklich besonderes Buch, dass ich nicht missen möchte.

Fazit: Ein leicht zu lesendes, aufwühlendes Buch, das nachdenklich stimmt und einen nicht so leicht los lässt.

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W

Rezension zu "Ein besonderer Junge" von Philippe Grimbert

Eine wunderbare, mit dichter Sprache erzählte Geschichte vom Erwachsenwerden und vom Anderssein
WinfriedStanzickvor 3 Jahren



Wenn ein Psychoanalytiker mit dem Schwerpunkt Jugendpsychiatrie beginnt Romane zu schreiben, dann muss man damit rechnen, dass er in seinen Büchern entsprechende Stoffe einbaut. Schon in seinem auch als Film ungeheuer erfolgreichen Buch "Ein Geheimnis", in dem er seiner jüdischen Kindheit nachspürte, hat Grimbert mit Übertragungsphänomenen gespielt.

In „Ein besonderer Junge“  erzählt er die Geschichte eines jungen Mannes, der nach mehreren Versuchen nicht mit seinen Studien an der Universität klarkommt. Da sieht er eines Tages einen Aushang:
"Suche motivierten jungen Mann für die Betreuung eines besonderen Jugendlichen während eines Aufenthalts mit seiner Mutter in Horville (Calvados)"

Wie elektrisiert notiert sich Louis die Angaben. Zwei Wörter haben es ihm angetan, berühren etwas in ihm, was im Verlauf der Handlung näher ausgeführt wird. In Horville war das Sommerhaus, in dem Louis mit seiner Familie über viele Jahre die Sommerferien verbrachte. Horville war der Ort einer jahrelangen tiefen Freundschaft zu Antoine, einem Jungen, dem sich Louis seelenverwandt fühlte. Und er stolpert über das Wort "besonderen".

Indem er diesen Zettel liest, beginnt seine Erinnerung an seine Kindheit hervorzusprudeln, in der ihn sein Vater immer als einen "besonderen Jungen" bezeichnete. Louis trifft sich mit dem Vater des zu betreuenden Jugendlichen und fährt dann nach Horville, wo Iannis mit seiner Mutter eine Zeit verbringt, in der sie ihren neuen Roman fertig stellen will.

Viele Helfer haben sich in den letzten Wochen und Monaten schon an der Betreuung des sechzehnjährigen Iannis verhoben und oft schon nach wenigen Tagen ihre Arbeit beendet. Louis wird auch bald klar, warum der stumme Junge nicht nur seiner Mutter eine solche Last ist. Doch er hält durch, baut langsam eine emotionale Beziehung zu dem Jungen auf, der in seinem Verhalten die kleinste Emotion, die in seiner Umgebung spürt, widerspiegelt.

Zunächst widersteht Louis auch den erotischen Avancen der Mutter, bis er sich später von ihr verführen lässt. Diese sexuellen Erfahrungen und die entsprechenden Kindheitserinnerungen an vorpubertäre Sexualität sind nur ein Strang eines Buch, das in kurzen Abschnitten erzählt und in kursiver Schrift den Protagonisten immer wieder in seine Kindheit und seine tiefe Freundschaft zu Antoine führt. Ja, ich wage zu behaupten, dass es diese "durchgearbeiteten" Erinnerungen sind, die Louis ermöglichen, eine immer stabilere Beziehung zu Iannis aufzubauen, von dem sich herausstellt, dass er hinter dem Rücken seiner eher kalten Eltern schreiben und lesen gelernt hat. Und es ist die zugelassene Trauer um den Verlust seiner Kindheit und die Trennung von Antoine, die es ihm ermöglicht, am Ende auch Iannis gehen zu lassen, doch nicht bevor er etwas absolut Verrücktes tut und sich damit wohl für sein ganzes weiteres Leben befreit.

Eine wunderbare, mit dichter Sprache erzählte Geschichte vom Erwachsenwerden und vom Anderssein.

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