Phillip Toledano

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Letzte Tage mit meinem Vater

Letzte Tage mit meinem Vater

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Erschienen am 15.04.2010

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Rezension zu "Letzte Tage mit meinem Vater" von Phillip Toledano

Rezension zu "Letzte Tage mit meinem Vater" von Phillip Toledano
Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Jahren

Phillip Toledano, Letzte Tage mit meinem Vater
- Jeder Besuch ist ein unglaubliches Geschenk für uns beide. Es fühlt sich an, als tränken wir für ein letztes Mal beide tief aus denselben Brunnen. -

Wie fühlt es sich an, wenn die Mutter gerade gestorben ist und die Demenz des Vaters immer weiter fortschreitet? Was fühlt man, wenn immer wieder die gleichen Fragen auftauchen und Menschen nicht erkannt werden? Und dann gibt es Sekunden, in denen die Krankheit plötzlich nicht existiert. Wie reagiert man darauf?

Phillip Toledano hat mehrere Jahre in verschiedenen Werbeagenturen gearbeitet, dabei aber nie seine Leidenschaft für die Fotografie versteckt. Letztendlich verdrängte das Hobby sogar den eigentlichen Beruf und nahm seine Stelle ein. Wenn Toledano gefragt wird, was ein perfektes Foto aus seiner Sicht ist, vergleicht er dies häufig mit einem unvollendeten Satz. Es füllt einen gewissen Raum, lässt aber Platz für eigene Interpretationen. Diese Maxime hat er auch verfolgt, als er seinen Vater in den letzten Tagen begleitet hat. Nach dem Tod seiner Mutter hat Toledano eine ganz besondere Beziehung mit seinem Vater aufgebaut, die stark durch die Demenzerkrankung geprägt wurde. Seine Erfahrungen, Erlebnisse und Gefühle teilte der Fotograf mit anderen Menschen in einem Blog. Verstärkt wurden die Worte durch Fotos, die den Vater und seine Umgebung in verschiedenen Situationen zeigen.

Eine Auswahl der Texte und Bilder wurde vom Knesebeck Verlag in dem Buch "Letzte Tage mit meinem Vater" zusammengetragen. Es handelt sich dabei nicht um einen großformatigen Bildband, sondern um ein kleines querformatiges Buch, dass trotz des kleinen Formates von 14,6 x 19,8 cm auf allen 92 Seiten überzeugt. Es werden traurige Momente genauso festgehalten wie Augenblicke, die vollkommenes Glück bedeuten. Zusammen mit den kurzen Texten erhält man einen interessanten und rührenden Einblick in die Beziehung der beiden Männer. Man hat aber auch den Eindruck Toledanos Vater richtig kennenzulernen. Und am Ende seines Weges trauert man gemeinsam mit dem Sohn. Auf der anderen Seite sind die Bilder aber genau so, wie sie Toledano haben möchte. Sie lassen Interpretationen zu und regen zum Denken an. Und schnell ist man bei den Dingen, die auf den Fotos nicht gezeigt werden, aber mit einer Demenzerkrankung einher gehen. Toledano spricht nicht über die Pflege oder eine gewisse Ohnmacht und doch sind diese Themen allgegenwärtig.

Fazit: Für mich handelt es sich um ein sehr gelungenes Buch, das nicht nur in fotografischer Hinsicht eine Meisterleistung darstellt.

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