Pia Biundo Alle Zeit der Welt

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Inhaltsangabe zu „Alle Zeit der Welt“ von Pia Biundo

Alle Zeit der Welt ist der Debütroman in der Science Fiction mit den meisten gleichzeitigen Nominierungen.
Alle Zeit der Welt ist ein Social Science Fiction Roman mit Einflüssen der Space Opera.
Seit 400 Jahren empfängt die Erde Signale von einer fremden Intelligenz. Endlich ist es möglich mit einem irdischen Raumschiff die Quelle der Signale zu suchen. Spannung pur.

Was ist eigentlich Bewusstsein? Hat nun der Planet Erde erkennende Lebewesen hervorgebracht? Das kann's doch nicht sein!

— HelgaDallemand

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  • Ganzheit der Teile und Vielfalt in der Einheit.

    Alle Zeit der Welt

    HelgaDallemand

    16. August 2015 um 12:54

    Science Fiction: „Fantastische Literatur utopischen Inhalts auf naturwissenschaftlich-technischer Grundlage“ (Duden). Das Werk muss bei aller Fantastik und Utopie in sich geschlossen und logisch sein. In Naturwissenschaft und Technik darf es keine erkennbaren Sprünge geben. Und wie die Autorin sich in dieser naturwissenschaftlichen und technischen Welt auskennt! Man kann doch nur lebendig schreiben, wenn man konkrete Vorstellungen hat – bei aller Phantasie. Dazu die Charaktere der Führungspersönlichkeiten auf dem Raumschiff „Bellatrix“. Was für menschliche Gegensätze sich da gegenüber stehen und wie tiefgründig sensibel sie erfasst werden in den hier so geschickt geführten Dialogen, zum Beispiel zwischen Tsosie und dem zwiespältig genialen „Optimaten“, dessen Gefühlsleben sich im Schatten seiner Intellektualität nie richtig hat entfalten können. Dagegen Tsosies Intuition, die ganzheitlich in den Urgründen der indianischen Naturverbundenheit wurzelt und mit ahnendem Wissen immer im rechten Augenblick den hilflos Suchenden von innen her trägt, in einer Weise, dass dieser seine emotionalen Impulse ganz neu entdeckt und an ihnen wächst – bei aller Scheu, die er eher kultiviert als überwindet ... Genial, doch wieder auf anderem Gebiet, erweist sich die mutige Japanerin Yoko in ihren Pilotenkünsten über Saturnringe und -Monde hinweg. Ach, und die Klone! Was für ein interessantes Trio! Begriffe wie Ganzheit der Teile oder Vielfalt in der Einheit werden sehr bewusst durchgespielt. Das kommt alles sehr unterhaltsam daher, nimmt aber eher langsam Fahrt auf. Doch das 20. Kapitel führt dann zum eigentlichen Thema, das bereits in einem dem Werk vorangestellten Gedicht angerissen wird. Stellt sich nicht jeder denkende Mensch die Frage: Was ist eigentlich Bewusstsein? Was ist Geist, das Geistige überhaupt? Ich kann mir nicht vorstellen, dass so etwas Hohes, Erhabenes, Rätselhaftes, Unerforschliches, Ehrfurcht Erweckendes wie geistiges Schöpfertum, das Genie eines hochbegabten Menschen ... oder auch nur das breite Spektrum von intellektueller und emotionaler Intelligenz des normalen Menschen sowie eine hoch ethische Lebensführung ... in einem Universum von nicht nur ein paar, sondern Milliarden von Milchstraßen ausschließlich an das Gehirn des Erdenmenschen gebunden sein soll – den es in der Geschichte des Alls doch noch gar nicht lange gibt – und der vermutlich auch bald wieder verschwinden wird! Hat nun der kuriose Planet Erde, dieses zwar wunderbar lebensträchtige, aber verschwindend kleine „Weltraumstäubchen“ am Rande einer Milchstraße in einem winzigen Sonnensystem rein „zufällig“ in einer „zufälligen“ Evolution denkende bzw. erkennende Lebewesen hervorgebracht? Das kann's doch nicht sein! Bewusstsein, Geist, das Geistige muss das Tragende und Schaffende, das Prinzip des Universums sein. Sonst wäre dieses Kostbare etwas Isoliertes, sonst wäre der Kosmos kein Ganzes! Pia Biundo hat mit ihrem Buch auf eine weitere höhere Bewusstseinserscheinung verwiesen: Ein ganzer Himmelskörper ist Bewusstseinsträger. Was für eine Idee! Eine dem Menschen überlegene Intelligenz. Bei aller Fantasterei und Utopie geht mir da richtig das Herz auf. Dieses Bewusstseinsphänomen kann sogar die menschliche Sprache verstehen, die auf Subjekt-Objekt-Spaltung angelegt ist, während der planetenähnliche Bewusstseinsträger eine holistische Struktur hat. Uralt ist dieses Wesen und hat eine lange Entwicklung erfahren. Kann man hier von einem Lebewesen sprechen? Muss Intelligenz immer mit Leben in Verbindung stehen? Aber Empfindungen hat diese Erscheinung, und plötzlich sehr menschliche sogar – und schmerzliche: Das Erlebnis einer tiefen Einsamkeit, verstärkt durch den Kontakt mit dem Menschen. Ein bewusst erlebter Zwiespalt. Es verliebt sich, es opfert sich auf und sein Masseverlust beeinträchtigt sein Bewusstsein ... Die ganzen Auseinandersetzungen und Verwirrungen, die sich da aufbauen, haben in der spannenden Schilderung einen hohen Unterhaltungswert. Ein anspruchsvolles Buch in seiner lebendigen und anschaulichen Sprache, das auch nicht auf Witz verzichtet. Helga Dallemand

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