Pia Casell

 4 Sterne bei 29 Bewertungen

Lebenslauf von Pia Casell

Mediterranes Zuhause für eine Weltenbummlerin: Pia Casell reist so viel es ihre Zeit zulässt. Dabei erkundet sie am liebsten das unwegsame Gelände, abseitige Pfade, geheime Orte und traditionelle Kulturen. Einen besonderen Platz in ihrem Herzen haben jedoch Griechenland und Süditalien gewonnen, wohin Casell am liebsten mit ihrer Familie reist.

Wann immer sie dort ist, sammelt sie neue Rezepte, Schmuckstücke und Geschirr und vor allem Inspiration.

Ihr 2019 erschienener Debütroman »Oliven zum Frühstück« spielt ebenfalls auf Kreta und ist die perfekte Sommerlektüre für einen Urlaub am Mittelmeer.

Alle Bücher von Pia Casell

Cover des Buches Oliven zum Frühstück (ISBN: 9783426523322)

Oliven zum Frühstück

 (22)
Erschienen am 03.06.2019
Cover des Buches Ein Sommer voller Salbeiduft (ISBN: 9783426526361)

Ein Sommer voller Salbeiduft

 (7)
Erschienen am 03.05.2021

Neue Rezensionen zu Pia Casell

Cover des Buches Oliven zum Frühstück (ISBN: 9783426523322)
Wortkosterins avatar

Rezension zu "Oliven zum Frühstück" von Pia Casell

Unterdurchschnittlicher Sommerroman: oberflächliche Kreta-Folklore, lahme Romantik, platter Stil
Wortkosterinvor 8 Monaten

Gesamteindruck: 


Das ansprechende Cover hat mich spontan zum Kauf des Romans „Oliven zum Frühstück“ verführt, denn Titelbild und Klappentext versprechen eine Lesereise, die sich wie ein Urlaub auf Kreta anfühlt. Leider stellt sich der Roman als große Enttäuschung heraus, denn der Autorin gelingt es nicht, ein Kreta-Feeling in mir wachzurufen. Dabei ist Vieles abrufbereit in meiner Fantasie: Ich habe zwei längere Urlaube auf Kreta verbracht und dort auf mehreren Ausflügen mit Einheimischen als Tour Guides authentische Einblicke in das Lebensgefühl der Kreter gewonnen und Anekdoten über die Kultur und die alltäglichen Lebensverhältnisse auf der Insel erfahren. NICHTS davon erkenne ich in diesem Roman wieder. Vielmehr lässt die Schweizer Autorin die kretischen Bräuche und Menschen als überzeichnete Stereotypen auftreten wie in einer Folklore-Show: ganz nach Geschmack der Touristen.


Schauplatz und Sprache: 


Pia Casell zeigt Kreta mit der oberflächlichen Wahrnehmung einer Touristin. Die Beschreibungen der kretischen Örtchen, Landschaften und Spezialitäten wirken idealisiert wie aus den Seiten eines Reisekatalogs, dabei aber sprachlich farblos (einfaches Vokabular) und stilistisch hölzern. Der Roman ist leichtgängig lesbar, aber der Sprache fehlt es an bildhafter Ausdruckskraft und Schönheit, so dass meine Fantasie als Leserin eingeschläfert statt beflügelt wird. Für mich wird die Insel auf den Buchseiten nicht lebendig.


Handlung und Erzählweise: 


Die Sicht einer deutschen Touristin wird verkörpert durch die Protagonistin Lisa Stadler (personale Erzählerinstimme), einer Archäologin aus Trier, die auf Kreta Ausgrabungen auf dem Grundstück des Olivenbauern Charis machen will, der seine wertvollen alten Olivenbäume vor den Eingriffen beschützen will und sich zunächst weigert. Unverständlicherweise schlägt sich seine restliche Familie jedoch auf die Seite der aggressiven Archäologin, die auch nicht davor zurückschreckt, Charis in der Dorfkneipe vor den Dorfältesten anzuschreien.


Im gesamten Roman fällt mir negativ auf, dass sich die Archäologin – als Repräsentantin der westlichen „Hochkultur“ – gegenüber dem „naiven Kreter“ ebenso überheblich und mit Herrschaftsanspruch verhält, wie jahrhundertelang die westlichen Kolonialherren über unterjochte „Eingeborene“ (indigene Völker) in den Kolonien. Und tatsächlich geht im Roman Lisa Stadler als Siegerin aus dem Konflikt mit dem Einheimischen hervor und beutet mit ihren Ausgrabungen die Kulturgüter der Insel aus. Wahrscheinlich hat die Autorin diese Aussage nicht beabsichtigt, vielmehr braucht sie diesen konstruierten Konflikt um die Ausgrabungsstätte als Gerüst für die Handlung: als Hindernis zwischen dem Liebespaar. Dieses Hindernis wird langatmig ausgewalzt.


Die Arbeit der Archäologen wird recht interessant beschrieben, wenn auch der Verlauf des Ausgrabungsprojekts weit entfernt ist von der Realität (wie die Autorin im Nachwort schreibt). Dass am Ende noch ein Kriminalfall gelöst wird, überfrachtet die Handlung.


Figuren: 


Die Protagonistin Lisa Stadler wird mir beim Lesen stetig unsympathischer. Ihr ehrgeiziges und verbohrtes Verhalten nervt mich, sie hat (in meinen Augen) den Charme eines Elefanten im Porzellanladen. In ihren Selbstgesprächen spricht sie sich selbst mit ihrem Nachnamen an („Reiß dich zusammen, Stadler!“), was ich im echten Leben nur von Männern kennen. Überhaupt wirkt sie nicht wie eine echte Frau, sondern wie schlecht ausgedacht.


Der Kreter Charis ist das wandelnde Klischee des „heißblütigen Südländers“, verhält sich dabei aber stellenweise unverständlich. Völlig unrealistisch ist, wie er Lisa aus ihren Geldnöten rettet.


Beiden Hauptfiguren fehlt ein glaubwürdiges psychologisches Profil (der Aspekt, dass Lisa im Schatten ihres entfremdeten Vaters steht, wirkt platt auf mich; die Vater-Tochter-Beziehung hätte mehr Raum gebraucht), keine von beiden durchläuft eine schlüssige emotionale Weiterentwicklung. Ebenso flach ist die Beziehung zwischen ihnen.


Die Nebenfiguren sind Frauen aus der Familie von Charis: Diese sind als schöne, lebenslustige, und gut kochende Südländerinnen überzeichnet. Eine ähnelt der anderen.


Romantik: 


In der Beziehung zwischen Lisa und Charis konnte ich kein romantisches Knistern entdecken. Er sieht wie ein griechischer Adonis aus, weshalb sie auf ihn steht. Was er an dieser verbissenen Deutschen mit der motzigen Art und den vielen Mückenstichen anziehend findet, bleibt das Geheimnis der Autorin. Ach ja, an einer Stelle tanzt sie enthemmt in angetrunkenem Zustand und sie sieht heiß im Bikini aus.


Hintergrundinfo: 


Der Roman „Oliven zum Frühstück“ unter dem Pseudonym Pia Casell ist der erste Gehversuch im Marktsegment des „Wohlfühlromans für den Sommer-Urlaub“ einer schweizerischen Autorin, die zuvor unter dem Namen Priska lo Cascio (z. B. „Die Stunde zwischen Nacht und Morgen“) mit historischen Romanen Verkaufserfolge verbuchen konnte. So kam im Juni 2019 ihr erster Kreta-Roman bei Knaur heraus (wenig später folgte die Fortsetzung „Ein Sommer voller Salbeiduft“), der m.E. nur aufgrund von Vorschusslorbeeren für die etablierte Autorin ohne Qualitätskontrolle durchgewunken wurde, denn dem Roman fehlt ein eingehendes Lektorat. Für einen guten Roman reicht es offensichtlich nicht, dass die Autorin früher mal Reiseleiterin war und selbst öfter auf Urlaub auf Kreta macht.


Fazit: 


Der Roman wirkt so, als hätte die Autorin einige erfolgversprechende Zutaten in den Topf geworfen und kräftig umgerührt – aber dem Gericht fehlt die Würze und das feine Abschmecken. Es schmeckt nach künstlichen Aromen, nicht nach echten Kräutern. Es ist ein Pottpurri von Postkartenmotiven, Folkloretanz, kretischen Mahlzeiten und Herstellen von Olivenseife. Ich kann für den Roman leider keine Empfehlung aussprechen.




Im Fach der leichten Sommerlektüre empfehle ich zum Beispiel:


- Jenny Colgan: „Die kleine Bäckerei am Strandweg“ (Cornwall)


- Julie Clairmont: „Lavendelblütenträume“ (Provence)


- Kiri Johansson: „Islandsommer“ (Island)

Kommentare: 1
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Cover des Buches Oliven zum Frühstück (ISBN: 9783426523322)
Moguls avatar

Rezension zu "Oliven zum Frühstück" von Pia Casell

Wohlfühlliteratur tut gut
Mogulvor einem Jahr

Die Deutsche Lisa Stadler, Tochter eines berühmten Archäologen, ist selbst Archäologin. Und nun hat sie die Chance ihres Lebens bekommen: Ein Projekt zu leiten, bei dem es um das Auffinden des sagenumwobenen Palastes von Roussolakos auf einem bereits bestehenden Grabungsfeld auf Kreta handelt. Der Fund eines solchen minoischen Gebäudekomplexes wäre eine Sensation. Und damit beginnen Lisas Probleme. 

Bei diesem wunderbaren Buch handelt es sich ganz simpel um Wohlfühlliteratur, die einfach angenehm zu lesen ist. Man bekommt Einblicke in Land und Leute der Urlaubsinsel Kreta, wenn auch Lisa, die sehr arbeitsame und selbstdisziplinierte Archäologin, davon anfänglich gar nichts wissen will. Obwohl das Buch ein Cliché nach dem andern aneinanderreiht, hat mir das Buch sehr gut gefallen, da es nicht ins völlig Belanglose abgleitet und eine interessante Geschichte gut erzählt. Eine sehr unterhaltsame Literatur mit gut getroffenen Figuren. 

Fazit: Klare Leseempfehlung, wenn man ein paar Stunden den Alltag vergessen möchte.

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Cover des Buches Ein Sommer voller Salbeiduft (ISBN: 9783426526361)
Kristall86s avatar

Rezension zu "Ein Sommer voller Salbeiduft" von Pia Casell

3,5 Sterne
Kristall86vor einem Jahr

!3,5 Sterne!


Klappentext:

„Eigentlich will der Hamburger Geschäftsmann Sören auf Kreta nur möglichst schnell das baufällige alte Haus verkaufen, das er von einer Tante geerbt hat. Doch bevor er dort überhaupt ankommt, hat sein Mietwagen eine Panne, sein Handy kein Netz, und die Wegweiser sind natürlich auf Griechisch. Sören ist mitten in der kretischen Pampa gestrandet.

Zum Glück gabelt ihn die selbstbewusste Alíki auf und nimmt ihn kurzerhand mit zu ihrer fröhlichen (und nur ein kleines bisschen verrückten) Großfamilie, die einen Oliven-Hof mit angeschlossenem B&B bewirtschaftet. Während Sörens Aufenthalt auf Kreta sich ungeplant in die Länge zieht, verliebt er sich nicht nur in die nach Salbei und Meersalz duftende griechische Insel. Doch in Hamburg wartet nicht nur die Verantwortung gegenüber dem Familienunternehmen auf ihn: Es gibt da noch etwas anderes, das er Alíki gleich am Anfang hätte sagen sollen …“



Autorin Pia Casell nimmt uns mit ihrem Protagonisten Sören nach Kreta. Es ist auch mal schön eine solche Geschichte über einen Mann zu lesen und nicht immer nur über Frauen - allein dafür gibt es einen Stern! Die Geschichte um Sören ist ein wenig klischeehaft, aber dennoch unterhaltsam und hier und da etwas rührselig. 

Der „Einstand“ in die griechische Familie von Alíki ist auch ein wenig filmreich aber dennoch spürt man die Herzlichkeit und das Flair der Familie, der Insel…ein wenig Urlaubsfeeling kommt unweigerlich auf. Der Duft von Salbei schirrt einem gedanklich um die Nase und man hofft, das Sören Alíki die nötige Ehrlichkeit entgegenbringt die nötig ist, um die zarte Bande nicht zu zerstören, denn hier kribbelt es gewaltig!

Die Figuren sind bildhaft beschrieben, die Landschaftsbeschreibungen atmosphärisch festgehalten aber leider hier und da ein wenig zu viel Klischee. 

Als Abschluss vergebe ich gut bis sehr gute 3,5 Sterne!

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