Pia Solèr

 4 Sterne bei 12 Bewertungen

Lebenslauf von Pia Solèr

Pia Solèr, *1971 in Vrin (Lugnez). Nach einer Verkäuferinnenlehre begann sie im Alter von 20 Jahren auf der Ziegenalp von Vrin als Hirtin zu arbeiten. Mehrere Reisen in ferne Länder. Seit 2002 hütet sie im Sommer Schafe und geht im Winter verschiedenen Tätigkeiten nach. Lebt und arbeitet in Vrin (Cons), Vanescha und auf der Alp Scharboda.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Pia Solèr

Cover des Buches Die Weite fühlen (ISBN: 9783863370466)

Die Weite fühlen

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Erschienen am 14.12.2011

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Cover des Buches Die Weite fühlen. Aufzeichnungen einer Hirtin (ISBN: 9783863370350)Tausendléxis avatar

Rezension zu "Die Weite fühlen. Aufzeichnungen einer Hirtin" von Pia Solèr

Wertschätzung auf hoher Ebene!
Tausendléxivor 2 Jahren

Pia Solèr ist Hirtin im schweizerischen Graubünden. Sie verbringt ihre Sommer fernab jeglicher Zivilisation, in zweitausend Metern Höhe. In dieser Natur sind ihre Tiere, die Schafe und Hunde ihre engsten Begleiter. Fern von der Hektik des normalen Alltags, sucht und findet sie Ruhe. Ihre Ruhe. Diese verhilft ihr zu einer inneren Stärke.

>Aber auch hier braucht es Stärke, um mit allem fertig zu werden. Der größte Feind, liegt in einem selber.Ihn oder den Feind in sich kann man nähren. Die Auseinandersetzung mit sich selber ist unumgänglich. In der Stadt oder im Dorf kann man davor besser flüchten und sich ablenken. Man kann sich faul berieseln lassen. < ( Seite 18 )

Die Natur beschenkt mit ihrer Schönheit, doch birgt sie auch Gefahren mit sich. Wie zum Beispiel ein plötzlicher Steinschlag. Selbst wenn dieser Weg schon zig Male beschritten wurde, kann sich aus heiterem Himmel ein Stein lösen. Dann kann nur noch der Schutzengel helfen.

> Die Kleidung muss funktionell sein. Wasserdicht, wenn es warm ist, leicht. Das wichtigste sind aber gute Schuhe, Stecken und Feldstecher. Der Hirte muss nur sich selber und den Tieren gefallen, und die legen keinen Wert auf Mode und den letzten Schrei. Wenn der Hirte gut zu den Tieren ist, ist das Tier gut zum Hirten.< ( Seite 63 )

Die Aufzeichnungen von Pia Solèr sind in einem natürlichen Strauß voller poetischen, leicht verständlicher Weisheiten gebunden. Die Hirtin ist der Hektik entflohen und lässt sich in der vollkommenen Stille dahin gleiten. Sie hat Achtung und Wertschätzung den Tieren und der Natur gegenüber. Wenn jeder Mensch, auch nur einen Hauch von Pia Solèrs Philosophie in sich tragen würde…..nicht auszudenken diese Fülle an Freude, die einem zuteilwerden könnte! > Die Weite fühlen < ist ein sanftes Buch für Zwischendurch, um der Betriebsamkeit zu entfliehen. Leseempfehlung!

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Cover des Buches Die Weite fühlen (ISBN: 9783863370091)

Rezension zu "Die Weite fühlen" von Pia Solèr

Aufzeichnungen einer Hirtin
Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren

Da ich selbst schon einmal "die Weite fühlen" und in das Hirtenleben auf einer Alp hineinschnuppern durfte, sprach mich das Büchlein sofort an. Zu gerne kehre ich in die Berge zurück, wenn auch nur im Geiste. Mit der Hirtin Pia Solér fühlte ich mich jedenfalls gut geführt und behütet.

Als Schnappschüsse tauchten die Bilder, wohl dosiert und auf den Punkt gebracht auf, kurze Episoden des Hirtenalltags, aber auch Ansichten über Freiheit, die moderne Zeit und ihre Veränderungen. Wer sich fragt, wie man in der Einsamkeit glücklich und zufrieden leben kann, findet in dem Buch Antworten. Trotz harter Arbeit und oftmals sehr kalten Witterungsverhältnissen würde Pia Solér ihre Alphütte nicht gegen eine warme, komfortable Wohnung in der Stadt eintauschen wollen, zumindest nicht dauerhaft.

Trotzdem ist die Autorin nicht weltfern. In der Winterzeit unternimmt sie Reisen nach China, Lybien und in die Wüste, welche als exotische Farbtupfer in die Beschreibungen des Hirtenlebens eingeflochten sind.

Ein sehr schön ruhiges Buch, das die Sehnsucht nach Ursprünglichkeit und Einfachheit schürt. Danke dafür!

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Cover des Buches Die Weite fühlen. Aufzeichnungen einer Hirtin (ISBN: 9783863370350)A_Eyres avatar

Rezension zu "Die Weite fühlen. Aufzeichnungen einer Hirtin" von Pia Solèr

Raue Schönheit...
A_Eyrevor 7 Jahren

„Die Weite fühlen“ ist eine Art Erfahrungsbericht der Hirtin Pia Solèr, der auf Anregung der Journalistin Daniela Kuhn entstand, nachdem sie eine Reportage über die ungewöhnliche Frau in der Neuen Züricher Zeitung publiziert und daraufhin den Kontakt zu Weissbooks-Verleger Rainer Weiss hergestellt hatte.

Pia Solèr erklärte sich bereit, einige Episoden und Gedanken über ihr Leben als Ziegen- und Schafhirtin auf einer Schweizer Alp niederzuschreiben – und so entstand dieser schmale, poetische Band, der sich Zuordnungen zu bestimmten literarischen Genres – sicherlich bewusst - entzieht.

In klarer, schnörkelloser Sprache beschreibt die Autorin ihren Alltag auf der Alp: Begebenheiten wie die Renovierung der Küche, Tierarztbesuche, der spätsommerliche Herdenabtrieb oder eine unerwartete Begegnung mit Steinböcken reihen sich ohne Chronologie aneinander, werden einfach erzählt, ohne auf eine Pointe zuzusteuern oder einem Plot zu folgen. Dabei wirken ihre Gedanken prägnant und besonnen, von fast schon spiritueller Ruhe getragen. An einer Stelle heißt es:

„Oft habe ich Adler beobachtet. […] Einmal fand ich auf der Weide eine Feder, die wie eine Blume da stand und noch fast körperwarm war. Das sind grosse Geschenke für mich.“

„Die Weite fühlen“ – sich durchlässig machen. Diese Sehnsucht nach Entschleunigung, nach Simplifizierung, nach Abkapselung, nach Echtheit, nach Verbundenheit, nach Erdung. Und das weitab von materiellem Wohlstand: Pia Solèr scheint die Erfüllung dieser Sehnsucht zu leben. Dieses glorifizierte Ideal, diesen Gegenentwurf zu urbaner Überreizung, die einen blind macht fürs Wesentliche, und der damit einhergehenden Leere unter der bunten, schnellen Oberfläche. Dabei ist es einfach eine Art, zu leben – ihr Leben, aus dem sie erzählt und dabei ganz ohne Kitsch oder Verklärung auskommt. Denn bei aller Weite, aller Selbstbestimmtheit und Schönheit dieses rustikalen, puristischen Lebens im Einklang mit Natur und Tier spart die Autorin auch die weniger attraktiven Aspekte in ihren Aufzeichnungen nicht aus: Klo unter freiem Himmel, die Kälte im Winter, die Schattenseiten der Abgeschiedenheit, die Gefahren, die langes Alleinsein birgt. Auch darüber spricht Pia Solèr in ihrer erfreulich unaufgeregten, präzisen Sprache, der man anmerkt, dass die Verfasserin es gewohnt ist, sich aufs Substantielle zu konzentrieren.

Dieses Buch ist zu einem kleinen Schatz für mich geworden. Zweimal direkt hintereinander habe ich es gelesen, und immer wieder greife ich nach ihm, einfach, um zu blättern und einzelne Passagen wieder durchzugehen. Ich finde es uneingeschränkt empfehlenswert, und zwar eigentlich für jede/n. Mittlerweile habe ich es auch mehrmals verschenkt, ganz unterschiedlichen Leuten mit eigentlich völlig unterschiedlichem literarischen Geschmack, teils auch Leuten, die eigentlich kaum lesen. Aber ich bin ganz sicher, dass in diesem Buch so ziemlich jede/r etwas für sich finden kann.

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