Gefährliche Liebschaften

von Pierre A. Fr. Choderlos de Laclos 
4,1 Sterne bei107 Bewertungen
Gefährliche Liebschaften
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

SomeBodys avatar

Nach anfänglicher Hürde, die der geschwollene Schreibstil mit sich bringt, doch ein wirklich fesselndes Sittengemälde des 18. Jahrhunderts.

Knigaljubs avatar

Nicht zu Unrecht sorgte dieser Briefroman über die (Un)Sitten des Adels im Frankreich des 18. Jahrhunderts für empörtes Aufschreien.

Alle 107 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Gefährliche Liebschaften"

Der große Klassiker über Liebe, Macht und Intrigen. Dieser Liebesroman - jetzt in neuer Übersetzung - ist auch heute noch ein unvergessliches Leseerlebnis: ein Sittenbild der korrupten höfischen Gesellschaft im Frankreich vor der Revolution. Gesellschaftskritik, Fallstudie und psychologische Analyse in einem.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783446203839
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:544 Seiten
Verlag:Hanser, Carl
Erscheinungsdatum:08.09.2003

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,1 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne36
  • 4 Sterne53
  • 3 Sterne16
  • 2 Sterne2
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    SomeBodys avatar
    SomeBodyvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Nach anfänglicher Hürde, die der geschwollene Schreibstil mit sich bringt, doch ein wirklich fesselndes Sittengemälde des 18. Jahrhunderts.
    "Gefährliche Liebschaften" von Pierre A. Fr. Choderlos

    Vorab: ich kannte bisher weder die Buchvorlage von Pierre A. Fr. Choderlos de Laclos noch den Film zu "Gefährliche Liebschaften", frage mich aber nun tatsächlich, weshalb mir dieser Briefroman nicht schon viel früher über den Weg gekommen ist. Nachdem die anfängliche Hürde, die der durchweg geschwollene Schreibstil mit sich bringt, gemeistert war, konnte sich die volle Tragweite der ausgemachten Intrigen, der perfiden Berechnungen gegenüber der kindlichen Naivität und den zärtlichsten Gefühlen mit jeder Seite weiter entfalten. Ein wirklich fesselndes Sittengemälde des 18. Jahrhunderts mit einem für meinen Geschmack allerdings ein wenig zu konstruiertem Ende, doch natürlich zu Recht ein Klassiker der Weltliteratur... und den Film dazu werde ich mir nun sicher auch noch anschauen. :)

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Knigaljubs avatar
    Knigaljubvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Nicht zu Unrecht sorgte dieser Briefroman über die (Un)Sitten des Adels im Frankreich des 18. Jahrhunderts für empörtes Aufschreien.
    Sitten, Sünden, Sauereien

    Zugegeben: Warm werden muss man mit der Sprache. Aber wenn man sich drauf einlässt, dann kann man wirklich Freude haben an diesem Werk. Es ist wie eine Zeitreise ins Frankreich des ausgehenden Ancien régimes und obwohl es zwischenzeitlich etwas Anstrengung kostet, über gewisse allzu gefühlsduselige Passagen hinwegzukommen, verspricht der Roman im Laufe der Zeit wirklich spannend zu werden, zum Schluss konnte ich ihn sogar nicht mehr aus der Hand legen...

    Die Handlung:
    Aus verschiedenen Perspektiven wird in Form von Briefen über folgende Ereignisse berichtet:
    1. Die Marquise de Merteuil, eine Intrigantin erster Güte, möchte sich an ihrem Ex-Geliebten rächen, der sie wegen einer anderen sitzen lassen hat. Dafür plant sie, die ihm anvertraute junge und naive Cécile so zu manipulieren, dass sie ihre Unschuld vor der Hochzeit an einen anderen verliert.
    2. Der Vicomte de Valmont, ein allseits berüchtigter Liebhaber, plant, eine ganz besonders sittsame (und verheiratete!) Gräfin zu verführen, um sich selbst zu beweisen, dass er jede haben kann, wenn er nur möchte. Er schließt mit der Marquise eine Wette: Sollte er es tatsächlich schaffen, die Madame von Tourvel um den Finger zu wickeln, winkt ihm eine Liebesnacht mit der von ihm ebenfalls begehrten Marquise...
    Diese beiden Protagonisten stehen im regelmäßigen Briefwechsel und rühmen sich ihrer jeweiligen Taten, wohingegen aus den Briefen der anderen Beteiligten deutlich wird, dass sie in der Gesellschaft ein gutes Ansehen haben und niemand ihnen diese Niedertrachten zutrauen würde. Im Laufe der Zeit verheddern sich die beiden jedoch in den von ihnen gesponnenen Netzen...

    Die Sprache:
    (in der Übersetzung von Franz Blei)
    Während manche Sätze flüssig zu lesen sind und geradezu heutzutage so formuliert werden könnten, sind andere Passagen etwas zäher. Insbesondere die Briefe, in denen die Protagonisten ausgiebig ihre Liebe zueinander bekennen,  wirken aus heutiger Perspektive einfach etwas "too much".
    Insgesamt kann man der Handlung jedoch gut folgen, auch wenn man etwas konzentrierter lesen muss als bei manch anderem Roman und sich einige Dinge aus einer etwas blumigen Umschreibung erschließen muss. Hierbei helfen aber Angaben im Internet oder die Kommentare in der Leserunde hier bei Lovelybooks. :)

    Fazit:
    Lesenswert, wenn man Lust auf eine moralische Belastprobe hat. Hier vermag ein- und dieselbe Person Bewunderung und Abscheu gleichermaßen hervorzurufen. Auf jeden Fall zurecht ein Klassiker der Weltliteratur.







    Kommentare: 1
    14
    Teilen
    S
    sKnaerzlevor 8 Monaten
    So etwas gibt es heute nicht mehr

    Dies ist, bei einem alles in allem schon fast brutalem Inhalt, ein sehr feiner, genauer, psychologischer Roman.


    Zwei üble Intriganten wollen den Beweis erbringen, dass es ihnen gelingt, jeden beliebigen Menschen dazu zu bringen, gegen seine Interessen, seine Gefühle und gegen seine innersten Überzeugungen zu handeln.


    Dann wird sehr kleinschnittig vorgeführt, wie sie es schaffen, alle und jeden zu manipulieren, oft mit Hilfe von Briefen, die der Leser vor sich hat und wo er minutiös nachvollziehen kann, wie jemand der Verführung nachgibt. 


    Das erfordert die gesamte Aufmerksamkeit beim Lesen und wenn man sich wirklich konzentriert, dann erkennt man nicht nur, was der Briefschreiber sagt, sondern auch was er fühlt und was er sich und anderen verbergen will. Es sind eben Briefe aus dem 18. Jahrhundert wo man intensiv zwischen den Zeilen lesen kann und muss. Wir lesen heute nicht mehr so genau, weshalb uns der Roman eine große Anstrengung abverlangt, zu der man nicht immer bereit ist.


    Deshalb langweilt man sich manchmal doch, wenn in den Briefen scheinbar die gleichen Fragen immer neu und nur in Nuancen anders gestellt werden und dann wundert man sich wieder, warum eine Person etwas tut, was sie doch nie wollte, man hat einfach den Zusammenhang verloren.


    Trotzdem ist der Roman eine Fundgrube, wenn man sich mit den Fragen von menschlicher Freiheit und Gewalt, individueller Entscheidung und gesellschaftlichem Zwang und Manipulierbarkeit befasst. Aber auch die völlig albgenudelte und doch so wichtige Frage wird behandelt: "Gibt es die große, echte, wahre Liebe?"



    Kommentare: 1
    14
    Teilen
    Yolandes avatar
    Yolandevor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Ein bemerkenswertes Buch, nicht immer einfach zu Lesen
    Bitterböses Intrigenspiel

    Pierre-Ambroise-Francois Choderlos de Laclos war ein französischer Offizier und Schriftsteller. Seine Familie wurde erst kurz vor seiner Geburt in den Adelsstand erhoben, dadurch waren ihm in seiner Offizierslaufbahn einige Wege verwehrt, die nur denjenigen vorbehalten waren, die bereits in der 4. Generation adlig waren.
    Es wird vermutet, dass Choderlos de Laclos aus Frust und Verärgerung über diesen Zustand in seinem berühmten Roman die losen Sitten und die fehlende Moral dieser Gesellschaftsschicht anklagen wollte. Wegen seiner zu der damaligen Zeit sehr offenherzigen Beschreibung war das Buch zeitweilig sogar verboten und wurde nur unter dem Ladentisch gehandelt.


    Inhalt: Die als tugendhaft geltende Marquise de Merteuil und der als Verführer bekannte Vicomte de Valmont hecken eine Intrige aus. Die Marquise möchte sich an ihrem ehemaligen Liebhaber Gercourt rächen, der sie einst verschmäht hatte und stiftet den Vicomte dazu an, die zukünftige Braut Gercourts, die kindliche und naive Cécile Volanges, zu verführen. Der Vicomte hingegen möchte seine Verführungskünste an der sittsamen und frommen Madame de Tourvel testen. Wenn selbst diese tugendhafte junge Frau ihm nicht widerstehen kann, würde sein fragwürdiger Ruhm noch weiter gesteigert werden. Die Marquise und der Vicomte schließen eine Wette ab. Schafft Valmont sein Vorhaben, winkt ihm als Lohn eine Liebesnacht mit der Marquise...


    Es handelt sich hier um einen Briefroman und ich muss sagen, es war wirklich ein interessanter und für mich ungewöhnlicher Schreibstil. Durch die verschiedenen Personen bekommt man die unterschiedlichsten Meinungen und Sichtweisen auf die Geschehnisse. Bemerkenswert war vor allem die Arroganz und das völlig fehlende Mitgefühl mit dem die Marquise und Valmont ihr Spiel vorantreiben. Und das im Prinzip nur aus Rachsucht und Langeweile. Interessant war auch, wie sich im Verlauf der Geschichte der Tonfall der Briefe ändert, besonders zwischen den beiden Hauptakteuren. Das kann natürlich kein gutes Ende nehmen und das Ganze ähnelt zum Schluss einer griechischen Tragödie.
    Ein bemerkenswertes Buch!





    Kommentare: 3
    10
    Teilen
    Manuzios avatar
    Manuziovor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein überraschend heutiger Roman, der sich hervorragend Lesen lässt und dabei wahrlich fesselt!
    "Gefährliche Liebschaften" von Pierre A. Fr. Choderlos de Laclos

    [...] Das ganze wäre ein perfektes Buch, wenn man Intrigen mag und nichts
    dagegen hat, wenn kleine unschuldige Lämmlein, die ihr Leben bisher im
    Kloster verbracht haben auf die dunkleren Pfade des Lebens geführt
    werden. 

    Und das Schöne ist, dass dabei nicht die ganze Zeit
    geschrieben wird wie gut das Lämmlein und wie böse der Wolf ist, sondern
    alles neutral mit einigen Perspektivwechseln, so dass jede Weltsicht
    nachvollziehbar wird. Zusätzliches Amusement entsteht durch die
    Kommentare des Herausgebers, der auch den Stil der einzelnen
    Briefeschreiber nicht auslässt zu bewerten.  [...]


    Weiterlesen auf meinem Blog unter:

    http://www68.jimdo.com/app/s2cb1078fa8ff4d65/pfb2ad5938018609d?safemode=0&cmsEdit=1

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Marlischens avatar
    Marlischenvor 7 Jahren
    Rezension zu "Gefährliche Liebschaften" von Pierre A. Fr. Choderlos de Laclos

    Eiskalte Engel mit Ryan Phillipe... der Aufklärungsfilm meiner früher Jugend. Der Stoff ist jedoch nichts neues sondern basiert auf der Ende des 18. Jahrhunderts verfassten Romanvorlge von Choderlos de Laclos.
    Gefährliche Liebschaften ist ein äußerst ausgeklügelter Briefroman, der die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven darlegt. Das Unwissen der einzelnen Protagonisten besiegelt ihre Unterlegenheit in der Geschichte und erzeugt Spannung beim Leser. Ereignisse werden jedoch häufig mehrfach aufgegriffen, was der Geschichte zwischenzeitlich einen langen Atem verleiht.

    Zum Inhalt:
    Die Marquise de Merteuil, eine gesellschatlich angesehene Dame, will sich an ihrem ehemaligen Liebhaber, den Graf de Gercourt rächen, weil dieser sie sitzen gelassen hat. Gercourt ist mit der streng klösterlich erzogenen Cecile de Volanges verlobt. Die Merteuil scheut keine Mühen und Mittel, Cecile ihrer Jungfräulichkeit zu berauben und Gercourt somit zu beschämen. Die Figuren in ihrem teuflischen Spiel sind unter anderem der junge Chevlier Danceny, den Cecile über alles liebt und der französische Casanova Vicomte de Valmont. Der Vicomte, ehemals Lieberhaber der Marquise, hat jedoch andere Pläne. Er möchte die tugendhafte Madame de Tourvel verführen und somit in die Geschichte der großen Verführer eingehen. Sollte ihm dies gelingen, verspricht ihm die Marquise eine letzte Nacht zusammen. Valmont verliert sich in seinen Gefühlen und die Geschichte verstrickt sich in Intrigen....

    Die Gefährlichen Liebschaften faszinieren heute wie damals. Eiskalte Engel ist nur eine der zahlreichen filmischen Adaptionen dieses berühmten französischen Briefromans. Der Kostümfilm von Stephen Frears ist ebenfalls sehr empfehlenswert.

    Kommentieren0
    10
    Teilen
    spirit222s avatar
    spirit222vor 9 Jahren
    Rezension zu "Gefährliche Liebschaften" von Pierre A. Fr. Choderlos de Laclos

    Fszinierender Briefroman über Liebe und Fieslinge am französchen Hof - empfehlenswert, da es das Genre der Briefromane ja wirklich selten gibt.

    Kommentieren0
    12
    Teilen
    The iron butterflys avatar
    The iron butterflyvor 9 Jahren
    Rezension zu "Gefährliche Liebschaften" von Pierre A. Fr. Choderlos de Laclos

    Gefährliche Liebschaften oder Briefe gesammelt in einer Gesellschaft und veröffentlicht zur Unterweisung anderer –
    Hier wird ein Kampf zweier ungleicher Gegenspieler offenbart. Zum einen der Vicomte de Valmont, ein adeliger Freigeist, der Frauen ausschließlich beherrschen will und selbst über alle Gefühlsregungen, wie Liebe, Verlangen, Hass oder Zorn erhaben scheint. Zum anderen die Marquise de Merteuil, frühzeitig zur Witwe geworden, hat sie sich bereits vor ihrer Verheiratung einer einzigartigen Autonomie verschrieben und das im Zeitalter des Rokoko. Sie strotzt vor Selbstbewusstsein, Intelligenz und Berechnung. Gefühle legt sie auf wie die Morgentoilette, eine Maskerade derer sie sich im 81. Brief hinlänglich rühmt, „…geboren, mein Geschlecht zu rächen und das Eure zu bemeistern, mir Mittel zu schaffen gewusst hatte, die bisher außer mir niemand kannte…“.

    Choderlos de Laclos hat einen Briefroman verfasst, 1782 erschienen, umfasst er einen Briefwechsel von insgesamt 175 Briefen der Protagonisten, welche sind: Vicomte de Valmont, Marquise de Merteuil, Cecile de Volanges, ihre Mutter Madame de Volanges, die Präsidentin de Tourvel, der Chevalier Danceny und Madame Rosemonde.
    De Laclos verbürgt sich nicht für die Echtheit der Briefe, im Gegenteil lässt er in der Vorbemerkung des Verlegers sogar deren Echtheit anzweifeln. Dem Leser gewährt er durch die Machart seines Romans trotzdem das zweifelhafte Vergnügen zum Geheimnisträger zu werden. Schließlich wird ein intimer Blick auf das Medium der Offenbarung unter Vertrauten gewährt.
    Alle Figuren geraten neben dem Vicomte und der Marquise ins Hintertreffen, verblassen durch Gutgläubigkeit und Naivität. So können die beiden ihr intrigantes und schmutziges Spiel mit ihnen beinahe nach Belieben vorantreiben. Wie Bauern beim Schachspiel sind Cecil de Volanges, der Chevalier Danceny und die Präsidentin de Tourvel schnell zu Opfern auserkoren.

    Weil er sich ein erneutes Stelldichein mit der Marquise wünscht, lässt sich Valmont auf das intrigante Spiel der Marquise ein. Sie verspricht ihm ein Abenteuer „eines Helden würdig: Ihr werdet der Liebe und der Rache dienen; es wäre dann eine Ruchlosigkeit mehr, die zu Euren Memoiren käme.“. Valmont hingegen will als Einsatz die Eroberung der sittenstrengen und frommen Präsidentin de Tourvel präsentieren. Bereits zu Beginn als er diesen Einsatz auf das Tableau bringt schreibt er (4. Brief) „Ich muß diese Frau einfach haben, um mich vor der Lächerlichkeit zu bewahren, in sie verliebt zu sein.“.

    Ich glaube, Valmont ist zum ersten Mal in seinem Leben verliebt, er wird beherrscht von Gefühlen wie Verlangen, Zärtlichkeit und Sanftmut und diese Tatsache will er unter gar keinen Umständen wahrhaben. Auch der Marquise bereitet dies die größten Probleme, hatte sie meines Erachtens doch gehofft in Valmont einen beinahe ebenbürtigen Partner gefunden zu haben, einen Mann der es verdient hat von ihr begehrt zu werden. Im Grunde liebt auch sie, aber ihr Stolz ist groß, ihre Gier nach dem Triumph über das männliche Geschlecht beherrscht sie total. Einen Sieger kann es in diesem Spiel nicht geben, das bemerken alle viel zu spät.

    Mehrfach schon habe ich die Verfilmung dieser Romanvorlage gesehen, nicht nur wegen einem grandiosen John Malkovich als Vicomte de Valmont, unwiderstehlich obwohl er einen wahren Schuft darstellt. Auch Glen Close glänzt in der Rolle der Marquise de Merteuil, Machtgier und Berechnung par excellence. Eine grandiose Umsetzung eines Romans der trotzallem noch das eine oder andere Detail offenbaren kann, welches die Verfilmung vernachlässigt.
    Es lohnt sich in jedem Fall den Roman zu lesen!

    Kommentieren0
    24
    Teilen
    Ein LovelyBooks-Nutzervor 9 Jahren
    Rezension zu "Gefährliche Liebschaften" von Pierre A. Fr. Choderlos de Laclos

    Ich kannte die Verfilmung, hatte mich aber, warum auch immer, nie an den Roman getraut. Im Nachhinein bedauere ich, dass ich so lange mit dem Lesen gewartet habe. In 175 Briefen schildern de Laclos eine unglaubliche Intrige um eine Wette, um Lug, Betrug und Menschenverachtung. Das Netz, das die Marquise de Merteuil und der Vicomte de Valmont um ihre Opfer ziehen, wird immer perfider und hinterhältiger. Ganz gezielt wird hier manipuliert, gelogen und benutzt, alles zum eigenen Vergnügen. Es ist ein Wettkampf zwischen den beiden um die absolute Macht. Sie nehmen keinerlei Rücksicht und stoßen ihre Opfer ohne mit der Wimper zu zucken ins Verderben. Valmomt verrät dabei seine eigene Seele und ist dennoch nicht in der Lage, einen anderen Weg einzuschlagen, Merteuil ist am Ende nur durch ihre eigene Unvorsichtigkeit zu Fall zu bringen.

    Das ganze in Form eines Briefwechsels zu erzählen, finde ich grandios. So wird der Leser irgendwie auch zum Voyeur, der die intimsten Gedanken der Protagonisten hautnah mit erlebt, die Kälte von Valmont und Merteuil, die Verzweiflung der Madam de Tourvel, die Unbedarftheit von Cecile und Danceny, die zum Spielball und Zeitvertreib der beiden Intriganten werden.

    Der Schluss überrascht, hier hat man das Gefühl, abrupt ins kalte Wasser gestoßen zu werden. Das Ende der Intrige kommt überraschend, die Folgen sind umso verheerender.

    Ich wünschte, ich hätte dieses Buch schon früher gelesen. Den Film werde ich beim nächsten Anschauen garantiert mit anderen Augen betrachten.

    Kommentieren0
    15
    Teilen
    SagMals avatar
    SagMalvor 10 Jahren
    Rezension zu "Schlimme Liebschaften" von Pierre A. Fr. Choderlos de Laclos

    Dieses Buch hat mich gefesselt und mitgerissen, bis alle Intrigen wie ein Kartenhaus in sich zusammen fielen. Auf jeden Fall lesenswert!

    Kommentieren0
    8
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    Apfelgruens avatar
    Herzlich willkommen zur nächsten Leserunde der Gruppe "Wir lesen Klassiker der Weltliteratur"!

    Für den Januar haben wir uns den Briefroman "Gefährliche Liebschaften" von Pierre A. Fr. Choderlos de Laclos ausgesucht.

    Gefährliche Liebschaften (franz.: Les Liaisons dangereuses) gilt als ein Hauptwerk der französischen Literatur des 18. Jahrhunderts und Sittengemälde des ausgehenden Ancient régime. Der Roman erschien in Frankreich erstmals 1782, war beim zeitgenössischen Publikum ein Skandalerfolg und erlebte bereits bis zur Französischen Revolution mehrfache Auflagen. Er wurde bereits 1783 ins Deutsche übersetzt. Zu den bekanntesten Übersetzern zählt Heinrich Mann, der ihn 1905 aus dem Französischen übertrug.

    Der Roman, der heute zu den Klassikern der Weltliteratur gezählt wird, ist mehrfach für die Bühne und für den Film adaptiert worden.

    (Quelle: Wikipedia)


    Die Leserunde beginnt am 1. Januar und wir freuen uns über jeden, der mit uns lesen möchte!

    Zur Leserunde
    L
    Ich wollte mal fragen ob jemand von euch das Buch 'Gefährliche Liebschaften' kennt. Er diente ja als Grundlage für den Film 'Eiskalte Engel' den ich total super finde. WOllte jetzt mal wissen, ob das wirklich sehr ähnlich ist oder nicht und vor allem auch ob es lesenswert ist. Da es ja doch schon ziemlich alt ist und ich mir das gar nicht so mit der Sprache vorstellen kann.
    Zum Thema

    Weitere Informationen zum Buch

    Pressestimmen

    "Der Türspalt, der den deutschen Blick auf ein einzigartiges Werk gestattet, ist ein bißchen weiter geöffnet." Martin Mosebach, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.10.03
    "Wolfgang Tschöke hat diese schillernde Kriegsfibel nach Bonin, Heinrich Mann, Kauders und Walter Widmer neu übersetzt [.] und es ist ihm meisterlich gelungen."
    Willi Winkler, Süddeutsche Zeitung, 12.01.04
    "(Wolfgang Tschöke) gelingt das Kunststück, die Eigenheiten der Figuren anschaulich zu fassen und ohne störende Archaismen die Komplexität und Eleganz des Französischen der Aufklärung ins Deutsche zu bringen." Carolin Fischer, Die Welt, 30.08.03
    "Die Vielfalt der sozial kodierten und von Wolfgang Tschöke hervorragend ins Deutsche übersetzten Stilebenen und Tonlagen nimmt den Leser von Anfang an gefangen."
    Maike Albath, Der Tagesspiegel, 04.01.04
    "Tschökes Übersetzung hat zwar einen rauen Klang, passt sich so aber der französischen Präzision besser an. Die vertrackten Pläne der Figuren, gespiegelt in der Artistik ihrer Sprache, vermag seine Übersetzung durch Exaktheit wiederzugeben. [.] Nimmt man das elegant geschriebene und kenntnisreiche Nachwort von Elke Schmitter hinzu, so könnte der Roman durch diese Edition, nachdem sich in letzter Zeit nur Kinobesucher damit beschäftigt haben, wieder Leser gewinnen." Hannelore Schlaffer, Stuttgarter Zeitung, 04.09.03
    "Pierre Choderlos de Laclos' Briefroman 'Gefährliche Liebschaften' löste bei seinem Erscheinen 1782 wegen seiner moralischen Unentschiedenheit einen Skandal aus, wohingegen man ihn heute durchaus auch als frühes Plädoyer für die - wenn auch schief gegangene - Befreiung der Frau lesen kann."
    Die Rheinpfalz, 31.01.09

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks