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Apfelgruen

vor 10 Monaten

Herzlich willkommen zur nächsten Leserunde der Gruppe "Wir lesen Klassiker der Weltliteratur"!

Für den Januar haben wir uns den Briefroman "Gefährliche Liebschaften" von Pierre A. Fr. Choderlos de Laclos ausgesucht.

Gefährliche Liebschaften (franz.: Les Liaisons dangereuses) gilt als ein Hauptwerk der französischen Literatur des 18. Jahrhunderts und Sittengemälde des ausgehenden Ancient régime. Der Roman erschien in Frankreich erstmals 1782, war beim zeitgenössischen Publikum ein Skandalerfolg und erlebte bereits bis zur Französischen Revolution mehrfache Auflagen. Er wurde bereits 1783 ins Deutsche übersetzt. Zu den bekanntesten Übersetzern zählt Heinrich Mann, der ihn 1905 aus dem Französischen übertrug.

Der Roman, der heute zu den Klassikern der Weltliteratur gezählt wird, ist mehrfach für die Bühne und für den Film adaptiert worden.

(Quelle: Wikipedia)


Die Leserunde beginnt am 1. Januar und wir freuen uns über jeden, der mit uns lesen möchte!

Autor: Pierre A. Fr. Choderlos de Laclos
Buch: Gefährliche Liebschaften

Sonnenschein12

vor 10 Monaten

Ich lese mit/Meine Ausgabe

Ich lese diesmal als E-Book mit (mal sehen, ob ich in einer Leserunde mit einem E-Book klarkomme - ich liebe es doch, mir alles mit kleinen Post-ist zu markieren): Ausgabe: Schlimme Liebschaften, Fischer Klassik plus, in der Übersetzung von Heinrich Mann.
Aber an der Diskussion hier kann ich mich vermutlich erst ab 8.1. beteiligen, bis dahin bin ich PC-los im Urlaub...

Tinken

vor 10 Monaten

Ich lese mit/Meine Ausgabe
@Sonnenschein12

Dann wünsche ich dir einen schönen Urlaub 😊

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Beiträge davor

Buchgespenst

vor 9 Monaten

Briefe 153-175 + Nachwort
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@Sonnenschein12

Für mich kam er sehr plötzlich. Nach dem Motto "Du willst nicht mit mir schlafen? Hexe! Dann ruiniere ich dich." Alles davor war für mich einfach ein Geplänkel zwischen Verbündeten, die nicht immer einer Meinung waren und sich durchaus auch mal kränkten. Die "Kriegserklärung" kam für mich sehr plötzlich.

sKnaerzle

vor 9 Monaten

Briefe 153-175 + Nachwort
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Hallo Buchgespenst,

findest du wirklich die "Strafen" für böses Verhalten so unterschiedlich. Valmont ist doch auch tot und die Situation von Cecile und Danceny entsprechen sich. Beide sind in einen Orden eingetreten und haben der Liebe für alle Zeit entsagt. Wie "mönchisch" das Leben eines Malteser-Ritters dann wirklich ist, kann ich allerdings nicht sagen.

Das Gewaltsame des Schlusses habe ich auch empfunden, aber ich war so froh, dass Valmont endlich seine Strafe bekam, weil er so lang nicht merkte, dass a) er die Präsidentin doch liebt und b) von der Merteuil manipuliert wird.

Vielleicht hat der künstliche, schnelle Schluss aber noch eine Bedeutung. Vielleicht will der Autor auch sagen, natürlich werden die Bösen am Ende bestraft, das schulde ich der öffentlichen Moral. Aber ihr meine hochadligen Leser merkt schon, mit der bisherigen Handlung hat das nichts zu tun. In Wahrheit stehen wir Hochadligen auf der Seite der Marquise und des Vicomtes und finden, sie haben völlig Recht, den anderen Doofis zu zeigen, wie überlegen sie sind.

Buchgespenst

vor 9 Monaten

Briefe 153-175 + Nachwort
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sKnaerzle schreibt:
Vielleicht hat der künstliche, schnelle Schluss aber noch eine Bedeutung. Vielleicht will der Autor auch sagen, natürlich werden die Bösen am Ende bestraft, das schulde ich der öffentlichen Moral. Aber ihr meine hochadligen Leser merkt schon, mit der bisherigen Handlung hat das nichts zu tun. In Wahrheit stehen wir Hochadligen auf der Seite der Marquise und des Vicomtes und finden, sie haben völlig Recht, den anderen Doofis zu zeigen, wie überlegen sie sind.

So habe ich das auch empfunden. Der Schluss führt die verlogene Moral der Zeit noch mal richtig vor Augen. Er liest sich so aufgepfropft und künstlich, dass er für mich nur eine ironische Verbeugung vor der ertappt-schockierten Leserschaft ist. "Seht her, das wollt ihr lesen, aber die Realität ist anders und das wisst ihr."

Die Strafen habe ich tatsächlich als so unterschiedlich empfunden. Cecile floh ins Kloster, weil ihr nichts anderes übrig blieb. Danceny hätte sie niemals geheiratet und wenn, dann hätte er um ihre Schuld gewusst und sie das fühlen lassen. Ihr blieb also nur die Schande in Kauf zu nehmen und von der Gesellschaft ausgestoßen zu werden oder sich selbst zurückzuziehen. Danceny hatte keinen Grund für seine Gelübde. Das sah mir eher nach gekränkter Ehre und öffentliches Zurschaustellen seiner Tugendhaftigkeit aus (lächerlich, wenn man sein Verhältnis mit der Marquise bedenkt und seinen gleichzeitigen Absichten auf Cecile).
Valmont starb den ehrenhaften Tod! Er fiel im Duell zwischen Gentlemen. Von der Obrigkeit nicht gerne gesehen - Soldaten sollen schließlich im Krieg fallen und nicht wegen einer Frau - aber unter dem Adel ein hochangesehener Sport. Tot ist tot, aber sein Ruf - das einzige Gut, das in der entwerteten Gesellschaft noch zählte - blieb erhalten. Dazu sühnte er mit diesem Ende in den Augen der Öffentlichkeit all seine Vergehen.

Die Marquise hatte nicht das Glück zu sterben. Ausgestoßen, entstellt und verarmt fristet sie ihr Dasein ohne Aussicht auf Besserung.
Madame de Tourval wurde schon das ganze Buch über vom Widerspruch der Gefühle und Sittn zerfressen, bis es sie ihn Krankheit und Wahnsinn stürzte und schließlich in den Tod. Kein schneller Tod, keiner, der sie in den Augen der Öffentlichkeit reinwusch, keiner der eine Schuld zahlte.

Ja, ich sehe hier zum Schluss noch mal eine eindeutige Wertung. Der Autor bedient damit eindeutig das Klischee der Zeit.

sKnaerzle

vor 9 Monaten

Briefe 153-175 + Nachwort
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@Buchgespenst

Bei Dancenys Tod kann ich dir folgen. Aber Valmont sehe ich nicht als im heldenhaften Zweikampf gefallen. Von dem Jüngelchen besiegt zu werden, hat eher etwas Lächerliches (und selbst wenn es vielleicht Absicht war). Und lächerlich ist in dieser Gesellschaft nicht hoch angesehen. (Du siehst, ich habe mir immer noch gewisse Sympathien für Valmont bewahrt.)

Den Tod der Präsidentin sehe ich nicht als Teil der Bestrafung der Bösewichter. Sie hat sich Valmont ja nur hingegeben (das Wort ist so vergangen wie die Sache) weil sie fest davon überzeugt war, dass er sie wahrhaft liebt und sich geändert hat. Als sie erfuhr, dass er sie getäuscht hat, fühlte sie sich an allen ihren Werten verraten. Dann konnte sie nicht mehr leben. Irgendwie hat ihr Tod damit etwas heroisches - man kann den Bösen Grenzen setzen, aber der Preis ist sehr hoch.

Puh, das ist jetzt hoffentlich nicht zu pathetisch geraten.

Buchgespenst

vor 9 Monaten

Briefe 153-175 + Nachwort
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@sKnaerzle

Ja, Valmonts Tod ist lächerlich - so lächerlich wie die Gesellschaftsschicht und Werte für die er damit steht. Man verteidigte mit diesen Zweikämpfen schließlich seine Ehre und die der Angegriffenen. Bei beiden war sie nicht vorhanden, der Tod also unausweichlich. Der Kampf wird auch durch Danceny ins Lächerliche gezogen: er ist der Letzte, dem es zusteht ein Urteil zu fällen. Für wessen Ehre steht er denn? Seine?

Ich könnte ewig an diesem Buch ruminterpretieren :)

Tinken

vor 9 Monaten

Plauderecke

Ich habe mir gestern den Film "Gefährliche Liebschaften" mit Glenn Close und John Malcovich ausgeliehen und angesehen. Damals gab es noch eine Verfilmung: "Valmont" mit Colin Firth und Annette Benning. Der gefiel mir damals um Längen besser. Die Schauspielerinnen der Madame Tourvel und Ceciles passten besser, aber auch das Schicksal der Präsidentin gefiel mir besser. Beim Lesen des Buches habe ich immer gehofft, dass das Schicksal in "Valmont" das Richtige sei. Aber es ist wie es ist, "Gefährliche Liebschaften" entspricht der Vorlage. In "Valmont" triumphiert die Präsidentin.

Tinken

vor 8 Monaten

Plauderecke

Gestern habe ich mir den Film "Valmont" angesehen. Colin Firth als Valmont wirkt echt zu lieb. Anette Benning als Marquise schon gut. Cecile geht in diesem Film besser als 15 durch. Inhaltlich ist er gröber an dem Original angelehnt. Aber durchaus sehenswert.

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