Schlimme Liebschaften: Roman (Fischer Klassik Plus)

Schlimme Liebschaften: Roman (Fischer Klassik Plus)
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Sehr perfider Briefroman, mit zwei der intrigantesten Hauptfiguren, die man in der Literatur finden kann.

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Schonungsloses Sittengemälde des 18. Jhd. in Briefform. Amüsant und mit 2 absolut schamlosen Charakteren, aber auch langatmig und schwülstig

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Inhaltsangabe zu "Schlimme Liebschaften: Roman (Fischer Klassik Plus)"

Mit dem Werkbeitrag aus Kindlers Literatur Lexikon.
Mit dem Autorenporträt aus dem Metzler Lexikon Weltliteratur.
Mit Daten zu Leben und Werk, exklusiv verfasst von der Redaktion der Zeitschrift für Literatur TEXT + KRITIK.

Intrigen, Duelle, geschliffene Dialoge: Dieser Skandaltext aus dem Jahr 1782 hat alles, was ein Gesellschaftsroman braucht. Vor allem bietet er mit der Marquise de Merteuil und dem Vicomte de Valmont zwei der faszinierendsten Bösewichte der Weltliteratur. Liebe ist für beide ein teuflisches Spiel, Verführung und Leidenschaft vor allem eine Frage der Technik. Am Ende geht die Rechnung zwar nicht auf, der Roman selbst aber ist bis heute ein Meisterwerk literarischer Verführungskunst.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783104019789
Sprache:Deutsch
Ausgabe:E-Buch Text
Umfang:464 Seiten
Verlag:
Erscheinungsdatum:25.11.2011

Rezensionen und Bewertungen

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    Miamouvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Sehr perfider Briefroman, mit zwei der intrigantesten Hauptfiguren, die man in der Literatur finden kann.
    Gefährliche Liebschaften....

    Eigentlich ist der einzige Roman von Pierre Ambroise François Choderlos de Laclos eine Sartire der besonderen Art, die kurz vor der Französischen Revolution spielt und in der das Verdorbene des französischen Adels aufgezeigt wird, der nur aus Langeweile andere Personen durch Intrigen in ihr Unglück stürzen will.

    Besonders die Marquise de Merteuil fühlt sich überlegen und sinnt auf Rache, da ihr Verflossener Gercourt, die junge Cecile de Volanges heiraten soll. Sie ruft Valmont, ihren ehemaligen Geliebten, zur Hilfe, der das unschuldige Mädchen verführen und entjungfern soll. Zuerst weigert sich dieser, weil er diese „Aufgabe“ als unter seiner Würde betrachtet und er selbst hinter der Präsidentin de Tourvel her ist. Eine Frau, die großes Ansehen genießt und zudem auch noch verheiratet ist. Sie zu erobern wäre für Valmont also eine Besonderheit. Als jedoch Ceciles Mutter die Präsidentin vor Valmont warnt und dieser dies erfährt, sinnt auch er auf Rache und nimmt sich Cecile an. So nehmen die Dinge ihren Lauf und besonders die Marquise und Valmont sind diejenigen, die die anderen wie Marionetten an ihren Fäden haben.

    Die Handlung des Romans erschließt sich dem Leser ausschließlich durch Briefe, die die Geschehnisse aus der unmittelbaren Sicht des Schreibenden erzählen. Dies führt dazu, dass verschiedene Ereignisse auch aus verschiedenen Blickwinkel betrachtet werden können. Der Leser weiß daher mehr, als die Figuren selbst. Sogar die beiden großen intriganten Figuren, nämlich die Marquise und Valmont haben ihre Geheimnisse vor dem jeweils anderen. Ganz selten teilen die Briefe aber mit, was der Schreibende wirklich empfindet. Einzig Cecile in ihrer fast kindlichen Naivität lässt an ihrer Gefühlswelt teilhaben, allerdings nur bis zu dem Zeitpunkt, bis sie von allen anderen überrannt wird. Sie tritt dann auch zusehends in den Hintergrund.

    Dass dieser Roman zur Zeit seiner Veröffentlichung einen Skandal heraufbeschwört hat, ist aus heutiger Sicht nicht überraschend. Nicht nur, dass dem Adel eine gewisse Langweile vorgeworfen wird, die er durch intrigante Machenschaften quasi abschaffen will. Nein, auch das Bildungsideal der damaligen Zeit und die Doppelmoral der Gesellschaft nimmt der Autor aufs Korn. Die vielen erotischen Zwischentöne haben sicher und tun auch heute noch ihr Übriges.

    Getragen wird die Geschichte von der Marquise und Valmont, die eine sehr eigenartige Beziehung führen, die schlussendlich auf eine harte Probe gestellt wird. Dennoch wage ich zu behaupten, dass die beiden wohl eines der intrigantesten Pärchen in der Literaturgeschichte sind. Selbst vollkommen von sich eingenommen und in dem Glauben besser zu sein, als der jeweils andere, trampeln sie über alle hinweg, die ihnen in den Weg kommen, nicht jedoch ohne dass sie vorher ihren notwendigen Nutzen aus ihnen ziehen können.

    Der Schreibstil ist durchaus gewöhnungsbedürftig, wobei er in die Zeit gesetzt natürlich so sein darf, wie er ist. Es gibt Passagen, da zieht sich das Lesen wie Kaugummi, dann gibt es jedoch auch wieder viele Stellen, die einen so sehr in den Bann ziehen, dass man das Buch nur schwerlich aus der Hand legen will. Alles in Allem würde ich aber sagen, dass letztere dann doch überwiegen und man erstere dafür in Kauf nehmen kann.

    Der Roman bleibt bis zum Ende sehr sachlich, was eben den Briefschreiben selbst „anzulasten“ ist, da sie jeder emotionalen Regung entbehren (mit Ausnahme von Cecile und streckenweise auch der Präsidentin). Psychologisch gesehen zieht er jedoch alle Register und lässt sehr viel Interpretationsspielraum, was ja nicht immer ein Nachteil sein muss.

    Wahrscheinlich DER Roman schlechthin, der gegen Ende des Ancien Regime spielt und der durch seinen dramatischen Schluss schon fast etwas Prophezeiendes hat, wenn man den weiteren geschichtlichen Verlauf im Auge hat.

    Kommentare: 3
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    Betsys avatar
    Betsyvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Schonungsloses Sittengemälde des 18. Jhd. in Briefform. Amüsant und mit 2 absolut schamlosen Charakteren, aber auch langatmig und schwülstig
    Eine Geschichte ohne Tabus

    Dieser nur aus Briefen bestehende Roman präsentiert dem Leser ein eindringliches Sittengemälde des 18. Jhd. und stellt die Marquise von Merteuil und dem Vicomte von Valmont sowie ihr schändliches und zugleich hochintelligentes Treiben in den Mittelpunkt. Während die Marquise Rache an einem ehemaligen Liebhaber nehmen will und sich deshalb daran macht seine zukünftige Frau, die unschuldige 15jährige Cécile Volanges, die gerade erst frisch aus der Klosterschule kommt, zu verderben, nimmt der Vicomte gerade sehr viele Mühen auf sich, um die tugendhafte und verheiratete Präsidentin von Tourvel zu verführen und sie in Liebe zu ihm brennen zu sehen. Ein Spiel voller Manipulation, Täuschung und Verführung, bei dem es zu einem Wettkampf zwischen dem Vicomte und der Marquise kommt, wer denn nun der geschicktere Taktierer ist und die ausgefeiltere Technik hat hier andere blind vor Liebe und Begehren ins Unglück zu stürzen, ohne selbst Schaden dadurch zu nehmen.

    Dieser Briefroman ist aufgrund der Art und Weise wie er diese Geschichte erzählt und dabei zugleich einen sehr pikanten Einblick in die damalige Gesellschaft wirft, definitiv etwas das seinesgleichen sucht. Es verwundert deshalb nicht, dass dieses Buch damals für einen regelrechten Skandal gesorgt hat, denn niemand bekommt gerne einen Spiegel vorgehalten. Zusätzlich zeigt er gekonnt auf wie gefährlich ein allzu offenherziger Brief in den falschen Händen sein kann und wie angreifbar man sich damit macht.

    Bei den Briefen ist man anfänglich sehr amüsiert, wie gestelzt hier miteinander geredet wird, was damals aber gang und gebe war und auch welche Spitzen hier gekonnt zwischen den Zeilen ausgeteilt werden. Gerade aber diese oftmals so ausführliche Art sich auszudrücken macht es einem im weiteren Verlauf dann aber auch immer schwerer davon nicht genervt zu sein. Die Briefe sind großteils so voller Süßholzgerapsel, bis es einem schon aus den Ohren herauskommt, teilweise dann je nach Figur auch sehr weinerlich und schmachtend. Durch die oftmals recht langen Sätze, den ausschweifigen Umschreibungen und darin enthaltenen Doppeldeutigkeiten, braucht man daher einiges an Konzentration, denn was nach einer Zeit für den Leser nur noch nach belanglosem Blabla klingt, ist dennoch wichtig um die feinen Nuancen der Geschichte und auch so manche Schamlosigkeit die in den Briefen darauf folgt richtig zu verstehen. Dennoch ist es gut gelungen aufzuzeigen was und wie ein Brief etwas ausdrücken kann und auch wie die Person dadruch auf den Leser wirkt. Hier wird umgarnt und getäuscht und da es darum geht echte Gefühle  zu erzeugen bzw. jemanden zu verderben, dauert das auch alles seine Zeit.

    Im weiteren Verlauf ist man dann auch immer angewiderter vom Verhalten der Marquise und des Vicomtes und will ihre so naiven Opfer, die teilweise sehr einfältig und wider besseren Wissens handeln, am liebsten schütteln, wobei diese ja keine Ahnung davon haben in was für einem ausgelegten Netz sie sich befinden und sich zwei Personen gegenübersehen die das Spiel der Verführung meisterhaft beherrschen und es verstehen sich in ein rechtes Licht zu rücken. Für beide ist die Liebe ein Spiel und sie sind sehr geschickt und gerissen darin andere dahin zu treiben wo sie sie hin wollen, wie zwei Jäger auf der Jagd.

    Die Freundschaft zwischen der Maruqise und dem Vicomte ist wohl eine der eigenwilligsten und komplexesten Beziehungen überhaupt. Jeder fühlt sich dem anderen überlegen und prahlt mit seinen Siegen, sie kokettieren und intrigieren miteinander und tauschen Boshaftigkeiten aus. Während der Vicomte auch ihre intime Beziehung wieder aufleben lassen will und beide durchaus Zeichen von Eifersucht zeigen, scheinen sie sich hier aber immer weiter voneinander zu entfernen.

    Das Ganze erinnert hier an ein hochkomplexes Schachspiel. Die Frage ist nur wer dieses Spiel der Begierden letztendlich gewinnen wird. Wer taktiert am geschicktesten und wer tappt eventuell sogar in seine eigene Falle? Einerseits muss man dem Vicomte und der Marquise in ihrer Anpassungsfähigkeit sowie ihren klugen Schachzügen durchaus Respekt einräumen, besonders der Marquise als Frau, die dieses Spiel perfekt zu beherrschen scheint, zu einer Zeit wo es nicht viel braucht um den Ruf einer Frau unwiederbringlich zu zerstören. Dennoch ist es mehr als verwerflich wie sich beide Vertrauen und Gefühle erschleichen und andere schamlos ausnutzen. Als Leser hofft man daher, dass sie am Ende die Rechnung dafür präsentiert bekommen.

    Fazit: Eine Geschichte voller Heuchelei und dem falschen Spiel zweier Personen, sowie vielen emotionalen Verwicklungen. Hier trifft Tugend und kindliche Unschuld auf Begierde und kaltes Kalkül. Ein Drama in Briefform, voller Manipulation, falschen Schmeicheleien und Liebesschwüren, sowie Figuren, die es einem immer weniger leicht machen sie zu verstehen und Mitleid oder Nachsehen mit ihnen zu haben. Dazu kommt noch die Rache einer in ihrer Eitelkeit verletzten Frau, der Kampf gegen die eigenen Emotionen, die Kunst der Verführung, wie hier bei Frauen und Männern mit zweierlei Maß gemessen wird und der Geschlechterkampf zwischen der Marquise und dem Vicomte. Obwohl es immer mühsamer wird der anfänglich recht amüsanten Handlung zu folgen, da es nur langsam vorangeht und immer schamloser und widerwärtiger wird, sowie anstrengend aufgrund der schwülstigen Sprache und dem zwischen den Zeilen lesen, ist man dennoch gespannt wie es endet. Der Abschluss ist teilweise auch recht dramatisch, aber durchaus passend, wenngleich es Ansichtssache ist wer hier der wahre Gewinner ist. Leider passiert aber alles gegen Ende recht schnell und es gibt ein paar Lücken, weshalb es ein wenig so wirkt, als wollte der Autor jetzt nur noch schnell alles beenden. Ein außergewöhnlicher Roman, mit einer Handlung die dem Leser einiges abverlangt, aber ein sehr anschauliches Sittengemälde des 18. Jahrhunderts darstellt, wo es für alles eine Verhaltensregel gab und die strengen Sittenwächter über deren Einhaltung wachten, während sich dennoch viele in fremden Betten wälzten.

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