Pierre Bayard

 3.3 Sterne bei 49 Bewertungen

Lebenslauf von Pierre Bayard

Pierre Bayard, geboren 1954, hat mehrere literarische Essays veröffentlicht und lebt als Literaturprofessor und Psychoanalytiker in Paris. Sein Buch "Wie man über Bücher spricht, die man nicht gelesen hat" wurde in Frankreich zum Überraschungsbestseller und in zwölf Sprachen übersetzt.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Pierre Bayard

Cover des Buches Freispruch für den Hund der Baskervilles9783888975295

Freispruch für den Hund der Baskervilles

 (9)
Erschienen am 03.09.2008
Cover des Buches Who Killed Roger Ackroyd?156584677X

Who Killed Roger Ackroyd?

 (0)
Erschienen am 01.08.2001
Cover des Buches How to Talk About Books You Haven't Read1596915439

How to Talk About Books You Haven't Read

 (0)
Erschienen am 29.09.2009
Cover des Buches Sherlock Holmes Was Wrong9781596916449

Sherlock Holmes Was Wrong

 (0)
Erschienen am 13.10.2009

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Rezension zu "Wie man über Bücher spricht, die man nicht gelesen hat" von Pierre Bayard

Wie man über Bücher spricht, die man nicht gelesen hat
flumbooksvor 20 Tagen

Wie verhält man sich gegenüber der Familie, vor Freunden, den Kollegen und dem Vorgesetzen, wenn über Bücher gesprochen wird, die man gar nicht kennt und nicht gelesen hat, die man bloß von Hörensagen kennt, die man nur quergelesen hat oder die man gänzlich las, deren Inhalt aber man vergessen hat, so dass man nicht mal mehr wiedergeben kann als das, was auf dem Klappentext steht?


 Muss man sich dessen schämen, wenn man Bücher nicht gelesen hat, die man gelesen haben sollte? Etwa Klassiker oder solche, über die man doziert oder referiert. Muss man sich dafür entschuldigen und rechtfertigen, oder kann man sich nicht einfach durchsetzen und behaupten, es sei der einzige Weg, Bücher in ihrer Kernessenz zu erfassen, wenn man sie nicht liest oder anderen zu lesen gibt und sich dessen Meinung einholt, um diese zu seiner eigenen zu machen.


Davon handelt dieser Essay. Dabei greift der Autor, selbst Literaturprofessor, auf bekannte Schriftsteller, deren Romanhelden und ihre Haltung und Hommage an das Nichtlesen zurück. Bücher sollten nicht einzeln betrachtet werden, sondern immer im Kontext stehen mit dem gesamten Kanon der Literatur.


Der Name dieses Essays ist Programm. Die Methode des Nichtlesen konnte ich hervorragend hieran testen, weshalb ich nur die Inhaltsangabe und das Nachwort gänzlich las und die Kapitel nur überflog um mir einen groben Eindruck zu verschaffen. Da der Essay liefert, was er verspricht, gibt es von mir 5/10 Sternchen. Kann man lesen, muss man aber nicht, um ihn zu mögen und zu verstehen.

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Rezension zu "Wie man über Bücher spricht, die man nicht gelesen hat" von Pierre Bayard

Einfach wunderbar!
JuliaBvor 6 Jahren

Bücher sind beliebte Gesprächsthemen, bestens geeignet für Smalltalk. Dabei birgt eine solche Unterhaltung einige Risiken. Da wird über den neusten Skandalroman diskutiert, obwohl auf Nachfrage eigentlich niemand zugeben will, ihn gelesen zu haben, oder die Wahl des Literaturnobelpreises debattiert, obwohl man bis vor Kurzem nicht mal den Namen des Preisträgers kannte. Und oft gibt man zu einem Buch ein Urteil ab, obwohl man sich nur mal darin geblättert hat. Dumm nur, wenn sich dann das Gegenüber als Fan des eben abqualifizierten Werk entpuppt und eine detaillierte Begründung will. Um genau solche Situationen mit Bravour zu meistern, hat Pierre Bayard dieses Buch geschrieben. Dabei nimmt er dem Leser als Erstes das schlechte Gewissen, denn er unterscheidet vier Arten des Nicht-Lesens: Bücher, die man nicht kennt; Bücher, die man quergelesen hat; Bücher, die man vom Hörensagen kennt; und Bücher, die man gelesen, aber wieder vergessen hat. Wenn man nämlich ehrlich ist, ist man mit vielen Büchern, die man mal gelesen hat, längst nicht mehr so vertraut, wie man glaubt. Anschließend schildert Bayard verschiedene Situationen, in denen wir über unbekannte Bücher sprechen (müssen), und empfiehlt Strategien, um damit umzugehen.

Wenn es nun scheint, als halte der Literaturprofessor Bayard das Lesen für überflüssig, so täuscht man sich, denn die ganze Sache hat einen Haken. Um wirklich fundiert über Bücher sprechen zu können, die man nicht gelesen hat, muss man sie zumindest einordnen können, in Genres, Epochen ect. Und dafür muss man eine Ahnung von Literatur, ihrer Funktionsweise und ihrer Geschichte haben – was schwerlich erreichbar ist, ohne Bücher zu lesen. Bayard plädiert also nicht fürs Nichtlesen, sondern nur dafür, kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn man ein bestimmtes Buch nicht gelesen hat und sich trotzdem eine Meinung dazu erlaubt. Das führt zum Paradox, dass je mehr Bücher man gelesen hat, desto besser wird man darin, über jene Bücher zu sprechen, die man nicht gelesen hat. Insofern ist das ganze Buch eigentlich eine Hommage an die Literatur und entsprechend mit Zitaten und Anspielungen von verschiedensten Autoren gespickt. Dabei führt Bayard den Leser auch manches Mal gekonnt in die Irre, um zu verdeutlichen, wie trügerisch die Erinnerung sein kann.

Fazit: Ein wunderbares Buch für alle, die sich gerne mit Literatur beschäftigen, und nebenbei ein praktischer Ratgeber, um sich beim nächsten Smalltalk vor Besserwissern keine Blöße mehr zu geben.

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Rezension zu "Wie man über Orte spricht, an denen man nicht gewesen ist" von Pierre Bayard

Rezension zu "Wie man über Orte spricht, an denen man nie gewesen ist" von Pierre Bayard
JuliaBvor 7 Jahren

Marco Polo ist nie weiter gereist als Konstantinopel, trotzdem wurden seine Geschichten über seine Abenteuer in China als authentische Reiseberichte gefeiert. Dass darin Einhörner und Menschen mit Hundeköpfen vorkamen, störte offenbar niemanden, weil Marco Polos Bericht den Vorstellungen seiner Zeitgenossen vom exotischen fernen Osten gerecht wurde. Ebensowenig zweifelten tausende begeisterte Leser von Karl Mays Abenteuerromanen daran, dass dieser all diese Geschichten selbst erlebt hatte oder zumindest nur seine eigenen Erfahrungen etwas ausschmückte. Nach dem Erfolg der Bücher organisierte Reisen lieferten dann auch „authentische“ Fotos, um die Neugierde der Fans zufrieden zu stellen. Vielen Schriftstellern gelang es offenbar vorzüglich, über ferne Länder zu schreiben, ohne sich vom heimischen Schreibtisch wegzubewegen. Daraus entwickelt Bayard in seinem Essay seine Theorien über den „sesshaften Reisenden“ und warum dessen Schilderungen aus der Distanz oftmals authentischer sind, als wenn dieser die beschwerliche Reise tatsächlich auf sich genommen hätte.

Nach den Büchern, die man nicht gelesen haben muss, widmet sich Bayard also nun den Reisen, die man nicht gemacht haben muss, um trotzdem darüber reden (oder eben schreiben) zu können. Hinter diesem provokanten Titel verbirgt sich nicht wirklich ein Ratgeber, sondern ein facettenreicher Überblick über die Kunst des literarischen Reisens. Auch diesmal verdeutlicht Bayard seine Thesen dadurch, dass er sie am Leser selbst testet und diesen gekonnt in die Irre führt. Aber auch wenn dieses Buch einen großartigen Überblick über die verschiedensten Schriftstellern und ihre geographische Ausflüge bietet, so kann es mit dem Reiz, den "Wie man über Bücher spricht, die man nicht gelesen hat" entwickelt hat, doch nicht ganz mithalten. Letztlich finde ich Bayards These, dass nicht die tatsächliche Anwesenheit an einem Ort entscheidend sei, sondern die „literarische Wahrheit“, die dem Leser einen authentischen Eindruck davon vermitteln kann, relativ banal. Bei seinen Lesern durch eine glaubwürdige, nachvollziehbare Schilderung ein plastisches Bild eines bestimmten Ortes entstehen zu lassen, ist eine Kunst, die einen guten Autor auszeichnet, unabhängig davon, ob sich dieser Ort nun real existiert oder ein reines Phantasieprodukt ist. Das nimmt Bayards Essay zwar nichts von der Faszination seines literarischen Feuerwerks, lässt den argumentativen Aufbau aber etwas arg aufgebauscht wirken.

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