Pierre Boileau L'ingénieur aimait trop les chiffres

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Inhaltsangabe zu „L'ingénieur aimait trop les chiffres“ von Pierre Boileau

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  • Die Rechnung ging nicht auf

    L'ingénieur aimait trop les chiffres
    TheRavenking

    TheRavenking

    06. September 2014 um 23:24

    In der Kriminalliteratur finden sich zahlreiche Duos, die oftmals unter einem einzigen Namen veröffentlicht haben. Patrick Quentin, Lars Kepler, P. J. Tracy, Francis Beeding oder Charles Todd, hinter all diesen Bezeichnungen verstecken sich mehrere Personen. Die Herren Pierre Boileau und Thomas Narcejac hatten allerdings von Anfang an nicht vor sich hinter irgendeinem Pseudonym zu verstecken, und nannten sich als sie ihre gemeinsame Karriere begannen einfach Boileau-Narcejac. Für die beiden Männer, die vorher schon separat Bücher veröffentlicht hatten, zahlte sich die Zusammenarbeit aus. Vor allem in ihrer Heimat wurden sie äußerst erfolgreich. Außerhalb Frankreichs machten sie in erster Linie durch die Verfilmungen ihrer Bücher auf sich aufmerksam, zu denen Die Teuflischen von Henri-Georges Clouzot und Vertigo von Alfred Hitchcock gehören. Während die Bücher dieser Klassiker auf Französisch immer noch regelmäßige Neuauflagen erfahren, scheint ihr Nimbus im Rest der Welt, ähnlich vieler ihrer Landsleute, siehe auch Émile Gaboriau oder Sebastien Japrisot, erheblich verblasst zu sein. Vielleicht liegt es auch daran, dass sich ihre Werke doch erheblich von denen heutiger französischer Erfolgsautoren wie Fred Vargas oder Pierre Lemaitre unterscheiden. Hatten Boileau-Narcejac im Laufe ihres Schaffens immer wieder versucht die ausgetretenen Pfade der Krimiliteratur zu verlassen und Neues auszuprobieren, war es im Falle von L'ingénieur aimait trop les chiffres (deutscher Titel: Die Rechnung ging nicht auf) gerade ihre Absicht einen altmodischen Rätselkrimi zu verfassen, der auch ursprünglich als Zeitungsroman veröffentlicht wurde. In den Mittelpunkt ihres Romans stellten sie einen Mord in einem geschlossenen Raum, vielleicht auch als Hommage an Gaston Leroux‘ Klassiker Das Geheimnis des gelben Zimmers. Zum Inhalt: Der Nuklearphysiker Sorbier wird an seinem Arbeitsplatz, in seinem Büro erschossen. Nachdem mehrere seiner Arbeitskollegen deutlich den Schuss vernommen haben, strömen sie gleich herbei und müssen verblüfft konstatieren, dass sich der Täter offensichtlich in Luft aufgelöst hat. Nicht nur gelang es ihm aus dem völlig verschlossenen Raum zu entkommen, er hat auch noch einen zwanzig Kilo schweren Uranbehälter entwendet. War es ein terroristischer Anschlag? Ausländische Spionage? Oder ist der Täter in Sorbier’s Privatleben zu suchen? Kommissar Mareuil von der Pariser Poizei hat alle Hände voll zu tun, er muss nicht nur das gefährliche radioaktive Material wiederbeschaffen, sondern auch einen äußerst geschickt ausgeführten Mord aufdecken. Während ein moderner Autor aus dieser Grundidee wohl einen actionreichen Thriller konzipieren würde, hat das Werk der beiden Franzosen schon fast etwas Kammerspielartiges an sich. Gerade mal eine Handvoll Figuren werden hier eingeführt, und trotzdem bleibt der Fall spannend bis zum Ende. Auch weil der Fokus stets auf dem ermittelnden Polizisten bleibt und sich die Sache niemals zur großen Staatsaffäre ausweitet. Das mag zwar nicht besonders realistisch sein, von einem Anruf des Staatspräsidenten abgesehen spielen hier Politik und Geheimdienst keine Rolle, obwohl die befürchtete Nuklearkatastrophe große Teile von Paris verseuchen könnte. Doch die Verfasser betreiben ihr altmodisches Rätselspiel mit einem gewissen Augenzwinkern. Bewusst verzichten sie auf eine tiefere psychologische Komponente, die viele ihrer Werke auszeichnet und präsentieren einen klassischen Whodunit-Krimi, indem sie ein auf den ersten Blick unmögliches Verbrechen in das Zentrum des Buches stellen. Dass die Auflösung gewissermaßen banal daherkommt, ist vorauszusehen, aber die Autoren spielen fair mit dem Leser, und stoßen ihn keineswegs mit irgendeiner, an den Haaren herbeigezogener Lösung vor den Kopf. Sicher kein Klassiker des Genres, aber ein absolut solider Krimi, der sich auch im Vergleich mit Genre-Größen wie Christie oder Carr sehen lassen kann.

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