Pierre Boisserie

 3,8 Sterne bei 10 Bewertungen

Lebenslauf

Pierre Boisserie arbeitete als Physiotherapeut, bevor er sich 1999 seiner Leidenschaft Comics widmete. Seitdem hat er über 70 Alben veröffentlicht.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Heureka! (ISBN: 9783989620667)

Heureka!

Erscheint am 23.04.2026 als Gebundenes Buch bei Knesebeck.

Alle Bücher von Pierre Boisserie

Cover des Buches Das Konzil der Bäume (ISBN: 9783962191436)

Das Konzil der Bäume

(8)
Erschienen am 23.07.2018
Cover des Buches Kim Philby. Gentleman, Spion, Verräter. (ISBN: 9783957284891)

Kim Philby. Gentleman, Spion, Verräter.

(2)
Erschienen am 28.04.2021
Cover des Buches Heureka! (ISBN: 9783989620667)

Heureka!

(0)
Erscheint am 23.04.2026

Neue Rezensionen zu Pierre Boisserie

Cover des Buches Das Konzil der Bäume (ISBN: 9783962191436)
H

Rezension zu "Das Konzil der Bäume" von Pierre Boisserie

hofe77
Das Konzil der Bäume

Mich hat tatsächlich die großartige Covergestaltung und Aufmachung dazu gebracht den Comic zu erstehen.

Die Geschichte an sich ist schnell gelesen und präsentiert das Ermittler Duo Artemis Hartcourt und Kasimir Duprey die vom Ministerium beauftragt wurden seltsame Vorkommnisse in einem Waisenhaus zu untersuchen. Wie sich herausstellt sind sie dabei nicht die ersten. Der Fall nimmt zunehmend mehr mystische Züge an, und der Ursprung findet sich im vorchristlichen Druidentum.  

Für mich ein bisschen Fox Mulder und Dana Scully in einem andern Jahrhundert, was aber mit Witz und Charm im Ermittlungsverlauf gut umgesetzt wurde. Auch zeichnerisch ist die Stimmung gut erfasst und zeigt die meist karge ländliche Szenerie in Düsternis getaucht. 

Leider ist das "Große Finale" nicht meins. Zum Einen finde ich die Wortwahl (ob es nun an der Übersetzung oder dem Autor lag) der Erdgötter derer nicht passend, und zum zweiten wirkt es dann doch etwas überhastet und zu einfach gelöst. 

Hier ist kein Platz für Romantik, denn dieser Verräter hat auch Blut an den Händen

Bei Harold Adrian Russell Philby, nach einem Buchhelden einfach Kim genannt, entwickelte sich während seines Studiums in Cambridge eine idealistische Weltsicht, die ihn zunächst in die Nähe von kommunistischen Organisationen in Großbritannien brachte. Später ging er als Journalist nach Österreich und Spanien. Noch in England diente er sich dem KGB an, dem er bis zu seinem Tode 1988 in Moskau angehörte. Eine ähnliche Karriere legten mit ihm noch vier seiner Kommilitonen aus Cambridge hin, unter anderem Guy Burgess und Donald Maclean.

Das rote Reich Stalins übte in den 1930-er Jahren offenbar eine erhebliche Anziehungskraft auf westliche Intellektuelle aus. Das ist bemerkenswert, weil gerade in dieser Zeit in der Sowjetunion eine heftige "Säuberungswelle" tobte, die unzählige Angehörige der dortigen Intellektuellen in den Tod schickte. Darüber hinaus hatte Stalin mit seiner sogenannten Kollektivierung der Landwirtschaft und der "Ausrottung der Kulaken (Klein- und Mittelbauern) als Klasse", wie das in offiziellen Lehrbüchern der "Geschichte der KPdSU" noch 1980 hieß, eine fürchterliche Hungersnot in der Ukraine hervorgerufen, der fast vier Millionen Menschen zum Opfer fielen und für die es im Ukrainischen das Wort Holodomor (Tötung durch Hunger) gibt.

Bis heute lassen sich besonders westliche Intellektuelle durch so etwas jedoch nicht abschrecken und bekennen sich offen oder verdeckt zu kommunistischen Ideologien. Zwei Generationen später bejubelten deutsche und französische Studenten Mao, der eine noch viel schlimmere Hungersnot in China zu verantworten hat.

Kim Philby lieferte fast 30 Jahre wichtige Informationen an Stalins Geheimdienst, die ganz wesentlich zu Entscheidungen in der Außenpolitik der Sowjetunion beitrugen. Philby stieg später auch noch in den britischen Geheimdienst MI6 ein und legte dort eine rasante Karriere hin. Dass er ein Doppelagent war, fiel den bornierten Herrschaften dort nicht auf. Selbst als er 1951 nach der Flucht seiner Ex-Kommilitonen Burgess und Maclean nach Moskau in den Verdacht geriet, ihnen geholfen zu haben, prallte das von ihm ab. Er setzte sich erst zehn Jahre später ebenfalls ab und ließ anschließend ein ganzes Netz britischer Agenten in der Sowjetunion hochgehen. Für alle sowjetischen Staatsbürger in diesem Netz bedeutete das den Tod. Da wurde nicht lange gefackelt.

Das war jedoch nicht Philbys einziger folgenschwerer Verrat. Beispielsweise starben 1950 Hunderte von Exil-Albanern, die über dem kommunistischen Albanien abgesetzt und dort schon vom KGB erwartet wurden, weil Philby das Unternehmen auffliegen hatte lassen.

Diesen Teil von Philbys Wirken lässt diese Graphic Novel jedoch aus welchen Gründen auch immer einfach aus. Stattdessen romantisiert sie Philbys Wirken als Agententhriller. Doch der Mann war ein kommunistischer Verräter, der ein verbrecherisches Regime stützte und auch selbst am Tod von Menschen nicht unbeteiligt war. Eine solche realitätsnahe Einschätzung fehlt in diesem Buch. Auch das vermeintliche Ende Philbys wird wohl falsch dargestellt. Wäre Philbys Tod so geschehen, wie das in diesem Buch erzählt wird, dann wüsste man das.

Ich hätte gerne zu seinen Lebzeiten in den Kopf von Philby geblickt. Mich würde sehr interessieren, wie er denn die Sowjetunion erlebt hat, die lichte Zukunft der Menschheit, als er ganz praktisch sehen konnte, wie sehr sich die kommunistische Realität von den Idealen unterschied, die ihn einst bewogen hatten, sein Land zu verraten.

Von John le Carré stammen folgende Worte: "Ich habe keine Zuneigung zu Philby und keine Bewunderung für ihn. Wir werden, hoffe ich, nie eine Gesellschaft erschaffen, die vor Leuten seines Schlages sicher ist: der kleine Mann, der für das Betrügen einen großen Namen fand. Philby ist der Preis, den wir dafür bezahlen, dass wir ein gewisses Maß an Freiheit haben."

Cover des Buches Kim Philby. Gentleman, Spion, Verräter. (ISBN: 9783957284891)
sabatayn76s avatar

Rezension zu "Kim Philby. Gentleman, Spion, Verräter." von Pierre Boisserie

sabatayn76
'Wenn die Wahrheit zu Ungerechtigkeit führt, sage ich nicht die Wahrheit.‘

‚Wenn ich Freunde denunzieren muss, pfeife ich auf die Wahrheit. Wenn die Wahrheit zu Ungerechtigkeit führt, sage ich nicht die Wahrheit.‘ (Seite 18)

Harold ‚Kim‘ Philby stammte aus bürgerlichem Hause. Er besuchte die renommierte Westminster School und studierte später am Trinity College in Cambridge.

In Cambridge fühlte sich Philby anfangs fremd, hatte scheinbar nichts mit seinen Kommilitonen gemein. Doch dann knüpfte er in Nordengland Kontakte zur Arbeiterklasse, beginnt, über die Ungerechtigkeiten und die Kluft zwischen Arm und Reich nachzudenken, schließt sich schließlich den Kommunisten an und wird Mitglied der ‚Cambridge Five‘.

Sein Weg in die Spionage wird geebnet, und später wird er vom KGB angeworben und wird sein Heimatland an die Sowjetunion verraten.

Ich hatte mich bis zur Lektüre der Graphic Novel noch nicht mit Philbys Lebensgeschichte auseinandergesetzt, und ich fand die Einblicke, die mir die Graphic Novel bot, ebenso spannend und unterhaltsam wie lehrreich.

Die Zeichnungen sind detailreich und passen sehr gut zum Inhalt der Graphic Novel und zum bewegten Leben Philbys.

Auch die Texte sind gelungen und so ausführlich, dass man sehr viele Informationen aus Philbys Leben erhält und Zusammenhänge und Entwicklungen gut verstehen kann.

‚Kim Philby. Gentleman, Spion, Verräter‘ ist meiner Meinung nach eine sehr gelungene Graphic Novel, die fesselnde Einblicke in Philbys Leben gewährt und die wichtigsten Stationen seines Lebens gekonnt zusammenfasst.

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