Pierre Chiquet Der Springer

(8)

Lovelybooks Bewertung

  • 9 Bibliotheken
  • 1 Follower
  • 0 Leser
  • 7 Rezensionen
(3)
(2)
(2)
(0)
(1)

Stöbern in Romane

Wie der Wind und das Meer

ein wunderbares Buch über die Liebe in einer schweren Zeit

hoonili

Und Marx stand still in Darwins Garten

Großartige Idee, sprachlich gut umgesetzt. Die Handlung bleibt jedoch belanglos.

Katharina99

Leere Herzen

starker Anfang, nur das Ende konnte mich nicht mitreissen

vielleser18

Wie man es vermasselt

Gute Ansätze, sehr amerikanisch.

sar89

Highway to heaven

Ein schöner Roman um eine alleinerziehende Mutter, die nach dem Auszug ihrer Tochter, einen neuen Lebensinhalt sucht.

Sigrid1

Ein wilder Schwan

Ich habe selten so einen Schwachsinn gelesen. Humorlos, unspannend, aber mit vielen sexuellen Anspielungen gespickt. Schade um das Geld!

frauendielesen

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Der Springer" von Pierre Chiquet

    Der Springer

    Karin1970

    07. March 2011 um 13:33

    Ein literarischer Grenzgänger! Pierre Chiguet hat vor uns ein Brettspiel ausgebreitet. Was wird gespielt? Schach! Auf dem Schachbrett stehen zwei Männer und eine Frauenleiche, ein heruntergekommenes Stundenhotel in Basel und es ist ein heißer Sommer. Ein Verwirr-Spiel, denn nicht alles was wir sehen ist wirklich so, oft lassen wir uns nur allzu bereitwillig täuschen. Anstatt der schwarz-weißen Karos haben wir die Hotelzimmer 25, 26 und 27 auf dem Spiel, die im Roman erwähnten Zimmer des Stundenhotels "Sonne". In Zimmer 27 treffen sich Madeleine und Paulzen zum nachmittäglichen Liebesspiel, Gatte Stockmann hat die ehemaligen Studienfreunde willentlich wieder zusammengeführt. "Stockmann packte wieder Paulzens Handgelenk, wobei seine kleinen, harten Augen eigensinnig und hartnäckig blickten, so als wollten sie nichts mehr mit Vernunft zu tun haben, und sagte mit völlig gelassener Stimme, ohne auch nur Atem zu holen: Du kannst sie haben." Stockmann liegt derweil in Zimmer 26 auf dem Bett um durch einen einseitig durchsichtigen Spiegel das Geschehen in Zimmer 27 zu beobachten. Madeleine weiß davon, mit Hilfe des Hotelportiers hat sie im Zimmer 25 einen Monitor installiert. Das Kameraauge zeigt Stockmann von hinten und das Geschehen hinter dem durchsichtigen Spiegel. „Er hat es geplant. Entworfen und ausgeführt wie eines seiner Theaterstücke. Mit drei Darstellern. Bloß, dass diese wirkliche Menschen waren. Für eine vielversprechende Ausgangslage hatte er gesorgt – das Stück würde sich ganz von alleine entwickeln.“ Der perspektivisch angelegte Roman spielt in drei Kapiteln mit den verschiedenen Sichtweisen des Kommissars, des Gerichtsmediziners und des Hotelportiers. Innerhalb dieser Kapitel gibt es noch Rückblenden, die die Beziehung von Paulzen, Stockmann, Madeleine und des Portiers beschreiben. Wer hat Madeleine nur wirklich umgebracht? Paulzen? Stockmann? Der verliebte Hotelportier? Der Mörder ist immer der... Autor! Es schwebt von Anfang an eine Spannung über diesem Roman. Die Sätze sind perfekt gewählt und wurden schnörkellos und ohne Umschweife gesetzt, so dass ein jeder Satz den Nerv des Lesers trifft. Auch wenn wir am Ende nicht wirklich zu wissen scheinen wer der Mörder ist, aber ist das so wichtig? Haben wir, die Leser die Phantasie und das Urteilsvermögen verloren? Krimis sind heute meist nur noch Unterhaltungsliteratur, in der Blut in Massen fließt und das Opfer auf die brutalste Weise gemeuchelt wird. Aber mit "Der Springer" ist Pierre Chiguet ein Krimi gelungen wie er sein sollte, wie aus einer längst vergangenen Zeit. Mehr davon und das Genre zählt wieder zu meinem bevorzugten. Für Freunde der Literatur von Patricia Highsmith und wer den Film "Die üblichen Verdächtigen" mag.

    Mehr
  • Rezension zu "Der Springer" von Pierre Chiquet

    Der Springer

    Marcuria

    01. March 2011 um 15:10

    „Er hat es geplant. Entworfen und ausgeführt wie eines seiner Theaterstücke. Mit drei Darstellern. Bloß, dass diese wirkliche Menschen waren. Für eine vielversprechende Ausgangslage hatte er gesorgt – das Stück würde sich ganz von alleine entwickeln.“ [S.63] . Die drei Darsteller, zwei Männer und eine Frau, kannten sich bereits zu ihrer Studienzeit und es war nur eine Frage der Zeit, bis sie sich für einen der beiden entscheiden würde. Die Wahl traf auf Stockmann, sodass Paulzen alleine seiner Wege zog. Nach vielen Jahren treffen die ehemaligen Rivalen erneut aufeinander und Stockmann bietet ihm mit den Worten „Du kannst sie haben.“ seine Frau an. Paulzen trifft sie daraufhin regelmäßig in einem Hotel, doch diese verhängnisvolle Affäre wird schon bald tödliche Folgen nach sich ziehen. . Ich halte hier ein Buch in Händen, für das ich bereits zwei Anläufe benötigt habe. Beim ersten Versuch übersprang ich sämtliche wichtige Hinweise und kam erschöpft und enttäuscht am Ziel an, beim zweiten ging ich vorsichtiger und langsamer heran und die Sicht wurde klarer, weniger verschwommen, doch an wenigen Stellen fehlt mir noch immer der klare Durchblick. Dennoch weiß ich, dass ich hier ein ganz besonderes Buch vor mir habe. Eines, das klar aus der Masse heraussticht und durch seine wunderschön poetische Schreibweise zu begeistern weiß. Ein Buch das von der tristen, melancholischen und geheimnisvollen Atmosphäre und den unzähligen Deutungsmöglichkeiten, dieser spannenden Offenheit her geradezu aus der Feder von Lynch oder Jarmusch stammen könnte. Eines, das den Leser lange Zeit zum Nachdenken anregt, dazu animiert, es immer wieder zu lesen, um neue Hinweise zu entdecken. Es ist kein gewöhnlicher Krimi, in dem einem alles vorgekaut und hingespuckt wird, nein, man schlüpft vielmehr in die Rolle des Kommissars, um den Fall selbst zu lösen, muss aufmerksam sein, Theorien aufstellen, man hat das Gefühl, mittendrin zu sein und das Geschehen zu beobachten, fühlt sich stellenweise ertappt, weshalb man ständig fluchtbereit bleibt und immer wieder die Perspektive wechselt, um mehr zu erfahren. Eine faszinierend andere Herangehensweise, verwirrend und enttäuschend, wenn man den Faden verliert, doch unbeschreiblich spannend, fesselnd und mitreißend, wenn man sich auf dieses besondere Erlebnis einlässt.

    Mehr
  • Rezension zu "Der Springer" von Pierre Chiquet

    Der Springer

    Binea_Literatwo

    09. February 2011 um 17:56

    Irrgarten ohne Ausgang. Mitten im Buch, mitten in einer genialen Konstruktion feststellen, dass alles nur ein Traum war? Drei Menschen - ein Mord - unterschiedliche Perspektiven - und dies im wahrsten Sinne des Wortes. Zwei Männer - eine Frau - eine vielleicht klassische Dreiecksbeziehung mit mehr als fatalem Ausgang. Ein kleines Hotel und eine weibliche Leiche... Bericht zum Buch auf dem Blog Literatwo und vollständige Rezension bei Mr. Rail. Mal wieder ein langes Gespräch über den Roman von Pierre Chiquet geführt, was Augen öffnen sollte. Ohne vorher den Inhalt zu kennen, wurde mir vorhergesagt, ich werde etwas Merkwürdiges erleben. Da sich unser Lesegeschmack auf der gleichen Welle bewegt und diese Voraussagen oft stimmen, passierte es dann auch. Das Erwachen, als ob alles nur ein Traum ist, das Zerschlagen einer hervorragenden Konstruktion. Ein regelrechtes Erdbeben passierte an einer Stelle im letzten Drittel des Buches. Das Wachrütteln, das Herausreißen aus diesem sprachlich gewaltigen Buch, was bis dahin mehr als faszinierte. Was nun? Aufgeben, weiter lesen, aber mit welchem Ziel? Dem Ziel, zu erfahren, wie es anderen ging, dem Ziel Meinungen aufzusammeln, Rat von anderen Lesern holen? Das passierte in einer Diskussion über das Buch auf dem Literaturblog Literatwo und selbst der Verleger meldete sich zu Wort. Der Irrgarten hat einen Ausgang, der Traum war doch kein Traum, die andere Sichtweise ist der Schlüssel zum bisher verschlossenen Schloss. Herr Bilgers Kommentar ist der passende Schlüssel zum Buch. Dieser Roman sollte nicht als der Kriminalroman angesehen werden, der ein plausibles Ende hat, sondern als: „…erotisch angehauchte Kriminalnovelle oder aber auch als kleiner Roman über das Schreiben. Vielleicht ist es ja gar nicht so wichtig zu wissen, wer der Mörder ist, sondern aus welcher Perspektive jeweils geschrieben wird. Wer schreibt? Der voyeuristisch angehauchte Blick des Lesers, der Leserin wird urplötzlich getrübt. Der Spiegel zerbirst in Teile und wir finden uns plötzlich wieder in »Alice im Spiegelland« oder in einem ganz frühen Roman von Thomas Pynchon. Z.B. in »Die Versteigerung von No 49«. …“

    Mehr
  • Rezension zu "Der Springer" von Pierre Chiquet

    Der Springer

    NiliBine70

    Gemäldesammlung Eine Frau wird ermordet vorgefunden, ein Täter ist gefasst und nun beginnt eine Zeitreise, mit unterschiedlichen Protagonisten, unterschiedlichen Sichtweisen auf eine Geschichte, die schon vor Jahren in der Jugend der drei Hauptfiguren, Paulzen, Stockmann und Madeleine, beginnt. Jede dieser Sichtweisen, eigentlich jeder Satz, ist wie ein Gemälde. Mal bunt, mal sehr dunkel, mal sehr grau, sehr bedrückend, dann wieder federleicht und fröhlich. Jede der Personen, ob Kommissar, Portier, Gerichtsmediziner, jeder schildert das Geschehen auf seine Weise, aus seinem Blickwinkel. Man erfährt eine Menge und doch nicht das, was man wissen will. Dafür allerdings Dinge, die man eigentlich nicht sehen will, die einen etwas peinlich berühren, man fühlt sich wie ein Voyeur. Ein kurzes Buch, das doch so voll von Empfindungen ist, dass man meint, es fast nicht auszuhalten. Und eine Auflösung des ganzen gibt es nicht! Zumindest habe ich die Auflösung noch nicht ganz entdeckt, nur eine Vermutung. Und das zwingt mich dazu, das Buch nach einer Ruhepause noch mal zu lesen, weil ich wissen will, was jetzt wirklich dahinter steckt. Alles in Allem denke ich, dass Pierre Chiquet etwas gelungen ist, was nicht viele können. Er geht so virtuos mit Wörtern um, dass man von der Bilderflut schier erschlagen wird! Ein kleines Meisterwerk der modernen Literatur hält man in den Händen, wenn man sich für dieses Buch entscheidet!

    Mehr
    • 3

    NiliBine70

    06. February 2011 um 12:14
  • Rezension zu "Der Springer" von Pierre Chiquet

    Der Springer

    Orisha

    04. January 2011 um 22:31

    Drei Menschen – drei Sichtweisen – drei Hotelzimmer. Drei Menschen: Der Plot ist simpel – zwei Männer und eine Frau – eine Dreiecksbeziehung, die bis in die Schulzeit zurück reicht. Jeder der Männer kämpft um die Frau, jeder auf seine eigene Weise. Im Erwachsenenalter begegnen sie sich wieder – eine Affäre entspringt und dann geschieht ein Mord. Drei Sichtweisen: der Kommissar, der Gerichtsmediziner und der Portier. Alle drei stehen für verschiedene Standpunkte. Der Kommissar rollt die Vergangenheit von außen auf und berichtet wie ein Außenstehender Beobachter. Der Gerichtsmediziner bringt die Tote zum sprechen und legt ihre Sichtweise dar. Der Portier berichtet aus der Sicht eines Außenstehenden – aus der Sicht des Schriftstellers, der sich aus einer nicht so alltäglichen Handlung seine ganz eigene Geschichte schreibt. Rollen werden getauscht und nichts scheint mehr wie vorher. Drei Zimmer im Hotel Sonne: Zimmer 25, Zimmer 26 und Zimmer 27. Jedes hat seine ganz eigene Geschichte und jedes ist mit jeder der drei Sichtweisen verknüpft. Chiquet ist ein Verwirrspiel à la Lynch gelungen. Großartig geschrieben, kann jeder seine ganz eigenen Schlüsse ziehen …

    Mehr
  • Rezension zu "Der Springer" von Pierre Chiquet

    Der Springer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    30. December 2010 um 12:17

    Ich muss gestehen, dass ich unglücklich bin. Unglücklich, weil ich hier ein Buch vor mir liegen habe, dass ich zum einen nicht verstehen konnte und das mich zum anderen auch stilistisch nicht überzeugt hat. Einen Stern vergebe ich für die Idee dieses Romans, denn einzig diese ist gut. Eine Dreiecksgeschichte, zwei Männer, eine Frau, regelmäßige Treffen in einem Stundenhotel und dann ein Mord. Diese Story soll dann aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt werden...und schon da wird es für mich holprig, ich kann keine Zusammenhänge mehr sehen, keinem Handlungsstrang mehr folgen. Vielleicht wäre dieser Ansatz auch besser zur Geltung gwekommen, wenn man das Gefühlsleben und die Beweggründe der Protagonisten stärker beleuchtet hätte. Mir persönlich sind die Protagonisten zu oberflächlich und flach dargestellt worden. Aus diesemGrund konnte ich auch keine Beziehung zu ihnen aufbauen, für mich blieben sie leider Fremde. Auch der Schreibstil des Autors vermag mich nicht wirklich zu fesseln, ganz im Gegentei musste ich feststellen, dass sich dieses dünne Buch mit seinen grade mal 140 Seiten für mich wie Kaugummi zog, langatmig und vor sich hin plätschernd, ohne nachvollziehbare Handlungsstränge oder Spannungsmomente. Wobei ich auch sagen muss, dass mir am Anfang die eingebauten Rückblicke in ihre gemeinsame Studentenvergangenheit noch Hoffnung gaben, doch diese verließ mich leider viel zu schnell wieder. Die Idee zum Roman und die Rückblicke haben mir gefallen, mit dem rest dieses Buches konnte ich leider absolut nicht warm werden und kann deshalb auch nur einen Stern vergeben. Ich muss sagen, dass es für mich nur einen glücklichen Moment gab, den in dem ich das Buch zuklappen konnte.

    Mehr
  • Rezension zu "Der Springer" von Pierre Chiquet

    Der Springer

    Mr. Rail

    Drei Menschen - ein Mord - unterschiedliche Perspektiven - und dies im wahrsten Sinne des Wortes. Zwei Männer - eine Frau - eine vielleicht klassische Dreiecksbeziehung mit mehr als fatalem Ausgang. Ein kleines Hotel und eine weibliche Leiche. Spurensicherung - unzählige Indizien - Mutmaßungen und Fakten. Aus der Sicht eines Kommissars ein Fall wie viele andere. Nichts was sein geschultes Auge nicht schon einmal gesehen hat. Kein Täter, der sich seinen Fragen dauerhaft zu entziehen vermag und auch diesmal ein Verhör auf sicherem Terrain für den Kommissar. Und doch nur der magisch anmutende Satz des Verdächtigen „Mein Staunen hat mich zusehends erschöpft“. Die Fakten liegen auf der Hand. Nur der Täter steht noch nicht fest - jeder der beiden Männer kommt in Frage - jeder hat ein Motiv - das Mächtigste vielleicht: Eifersucht. Die Grundlagen für die Beziehungstat sind in früher Jugend angelegt, als die beiden Männer sich in die gleiche Frau verlieben. Es folgen gemeinsame Wege - getrennte Wege und schließlich eine Wiedervereinigung mit schrecklichem Ausgang. Einer der Männer blieb allein, der andere ging seinen Weg gemeinsam mit der Frau und sagt nach Jahren zum ehemaligen Rivalen „Du kannst sie haben!“ Eine Aufforderung, verlockend und magischtragisch zugleich. Auch aus Sicht des Pathologen ein klarer Fall. Leichen haben Geschichten zu erzählen, sie verschweigen ihm nichts. Sie haben ihre eigene Wahrheit die es zu erkennen gilt und er ist perfekt darin. Die Lage der Frau auf dem Bett, ihre Verletzungen und die kleine Wunde über dem Ohr sprechen eine deutliche Sprache. Sie erzählen von Mord und von Motiv. Sie erzählen alles. Legen das Leben der Leiche schonungslos offen und die Perspektiven des Kommissars und des Pathologen münden zu einer heißen Spur. Der 25 folgen weitere Zahlen - einfach genial. Ich kann folgen und ich will folgen, denn die Chiquets Sprache umschmeichelt mich wie der Windhauch eines spannungs-geladenen Sommerabends kurz vor dem Gewitter. Ich versetze mich in die Handlung und gelange in die Mitte des Buches - zur dritten Perspektive - zum Portier des Hotels, der so vieles wissen muss über die Tat, dass sich die Bilder nun vereinigen und auflösen müssen. Ich fiebere entgegen, meine Neugier ist geweckt und ich blättere unruhig weiter. Im Lesefluss - ganz tief drin. Und dann? Trifft mich die Vollbremsung in „25 Der Springer“ mit voller Wucht. Die Konstruktion der Geschichte verliert für mich ihre Dichte und zerfasert sich in illusionären Bildern, als hätte es die erste Hälfte des Romans nicht gegeben. Als wäre all das nie geschehen und ich fühle mich verunsichert. Eine andere Geschichte wird beschrieben - eine Gute ohne Wenn und Aber - aber eben keine, die mit der Konstruktion des gesamten Romans in Verbindung steht. Der Kommissar und der Pathologe - Trugbilder? Schade…. Es ist Aufgabe des Autors, Interesse zu wecken und den Baustil seines Romans so zu öffnen, dass ich als Leser gerne bis zum Ende im Labyrinth der Handlung eintauche. Jedoch immer in der Hoffnung, mit einem plausiblen, gut gebauten Ende versöhnt zu werden für die Achterbahnfahrt der falschen Verdächtigungen oder überlesenen Hinweise. Dies ist Pierre Chiquet, zumindest bei mir, nicht gelungen. Die Konstruktion hat mich nicht durch die gesamte Handlung getragen. Sie hat sich aufgelöst und ihre einzelnen Trägerteile waren trotz ihrer individuellen Genialität nicht tragfähig genug, eine Brücke vom Beginn bis zum Ende des Romans zu schlagen. Kurzum: ich habe den Roman nicht verstanden. Was umso bedauerlicher ist, weil ich die Sprache des Autors für absolut brillant und lesenswert halte. Wer mir behilflich sein möchte, den verlorenen Faden wieder zu finden, oder mir zu zeigen wo und warum mein Verstehen endete, der sei herzlich aufgefordert, mir sachdienliche Hinweise zukommen zu lassen. “Denn wenn ich ein wenig zur Seite trete”, sagte er, “und es von diesem Winkel aus betrachte, sieht es wieder anders aus, ist es nicht einmal groß genug, um einen Schatten in irgendeine Richtung zu werfen.” Wenn jemand den “anderen” Blickwinkel auf das Buch gefunden hat, dann sollte er auf diese Einladung zurück kommen.

    Mehr
    • 3
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks