Pierre Frei

 4.2 Sterne bei 63 Bewertungen
Pierre Frei

Lebenslauf von Pierre Frei

Pierre Frei lebt seit vielen Jahren in der angelsächsischen und französischen Welt. „Französisches savoir vivre und angelsächsischer Pragmatismus öffnen einem die Augen und weiten den Horizont.“ Den gebürtigen Berliner zieht es immer mal wieder nach Hause. Dies färbt auch auf manche seiner Bücher ab, die sich durch Spannung und ironisch-kritische Betrachtung des Alltags auszeichnen. Seine ersten Stories veröffentlichte der Autor als 16jähriger Gymnasiast. Das Studium verdiente er sich mit Zeitungs- und Rundfunkreportagen. Später ging er als freier Auslandskorrespondent nach Kairo, New York, Rom und London und arbeitete außerdem für Film und Fernsehen. Mit dem Drehbuch: "Brennender Sand", einer deutsch-israelischen Co-Produktion, bescherte er Dalia Lavie ihre erste Filmrolle. Seine ARD Fernseh-Serien "Kapitäne der Landstraße“ und "SOS Kinderdorf" sind in guter Erinnerung. In Paris schrieb er die Krimi-Satire "Pernod wächst nicht auf Bäumen“. Als Ghost Writer verfasste er "Dolmetscher der Diktatoren", die Memoiren von Hitlers und Mussolinis Dolmetscher Eugen Dollmann. Der Thriller um die Entführung des Papstes "Die Hand des Himmels" - "La Main du Ciel" ist auch auf Französisch erschienen. "Jagt den Tunnel in die Luft"“, hat einen Terroranschlag auf den Kanaltunnel zum Thema. Mit „Onkel Toms Hütte Berlin“ landete Pierre Frei einen internationalen Bestseller, der in 30 Sprachen übersetzt wurde. Während seiner Zeit als Korrespondent und auf seiner Farm in Wales schrieb der Autor auch zahlreiche Kurzgeschichten. „Sir Edwards letztes Bad“ ist die Titelstory dieser köstlichen kleinen Sammlung. Pierre Frei und seine französische Frau Catherine-Hélène haben ihr Château im Südwesten Frankreichs zum Mittelpunkt eines internationalen Freundeskreises gemacht.

Alle Bücher von Pierre Frei

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Onkel Toms Hütte, Berlin

Onkel Toms Hütte, Berlin

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Erschienen am 03.06.2005
Pierre Frei: Onkel Toms Hütte, Berlin

Pierre Frei: Onkel Toms Hütte, Berlin

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Erschienen am 01.01.2006
Der Überläufer

Der Überläufer

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Erschienen am 28.11.2012
Das Coburger Tagebuch

Das Coburger Tagebuch

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Erschienen am 20.12.2012
Ich bin ein Berliner

Ich bin ein Berliner

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Erschienen am 20.11.2012
Der Heizer

Der Heizer

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Erschienen am 07.01.2013
Jagt den Tunnel in die Luft !

Jagt den Tunnel in die Luft !

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Erschienen am 13.12.2012
Diplomatenjagd

Diplomatenjagd

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Erschienen am 10.12.2012

Neue Rezensionen zu Pierre Frei

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Igelmanu66s avatar

Rezension zu "Onkel Toms Hütte, Berlin" von Pierre Frei

Spannende Zeitgeschichte mit Krimi, lebendig, intensiv und realistisch.
Igelmanu66vor einem Jahr

Ein amerikanischer Offizier stand mit einem Militärpolizisten und dem Fahrdienstleiter auf den Gleisen. Sie hatten die Tote neben die Schienen gebettet. Sie war blond und hatte ein schönes, ebenmäßiges Gesicht. Ihre blauen Augen starrten ins Nichts. Blutunterlaufene Strangulierungsmale kerbten sich in den zierlichen Hals. Klaus Dietrich deutete auf ihre Nylonstrümpfe, die kaum getragenen Pumps und das helle, modische Sommerkleid. »Eine Amerikanerin«, meinte er besorgt. »Wenn das ein Deutscher getan hat, gibt’s Ärger.«

 

Der weiblichen Leiche werden in Kürze weitere folgen. Als wenn es in diesem Land nicht schon genug Tote gegeben hätte, treibt nun auch noch ein Serienmörder im Sommer 1945 in Berlin sein Unwesen…

 

An diesem Buch steht Krimi dran, drin steckt aber noch viel mehr. Neben der Jagd auf den Serienmörder zeichnet der Autor ein umfangreiches und vielschichtiges Bild des Nachkriegs-Berlins. Außer den Problemen zwischen Besatzungsmächten und Bevölkerung werden auch viele Schwierigkeiten behandelt, mit denen die Menschen damals umzugehen hatten.

Die Art und Weise, wie das hier umgesetzt wird, ist ungeheuer intensiv und lässt den Leser immer ganz nah an den einzelnen Schicksalen sein. Konkret verfolgt man Werdegang und Leben jedes Opfers mit und trifft dabei unter anderem auf Themen wie Prostitution und Euthanasie. Zudem sind die unterschiedlichsten gesellschaftlichen Schichten vertreten, so dass mal eine Adlige im Fokus steht, mal eine Frau aus ganz ärmlichen Verhältnissen.

Apropos: Die akute Notlage der Menschen im Sommer 1945 wird natürlich ebenfalls behandelt, hier geht der Blick immer wieder auf den deutschen Ermittler Klaus Dietrich und seine Familie, speziell auf den 15jährigen Sohn.

 

Die Krimihandlung selbst ist spannend und gab mir reichlich Stoff zum Mitermitteln. Gut gefiel mir dabei, dass ich (obwohl ich schon früh eine Ahnung hatte, wer der Täter sein könnte) erst am Ende die kompletten Zusammenhänge erkennen konnte. Und sogar eine Überraschung gab es noch, wirklich gut gemacht!

 

Alles in allem hatte ich also viel Lesespaß, trotzdem aber auch einen Kritikpunkt. Als ich in einer anderen Rezi kritische Worte zu manchen Sexszenen las, musste ich zunächst schmunzeln. Aber als ich die Szenen dann selber las, den Kopf schütteln. So real alles andere in dem Buch wirkt (einschließlich diverser Vergewaltigungen nach dem Einmarsch der Besatzer), bei den „normalen“ Sexszenen scheint der Autor in einer Traumwelt zu leben, in der jede Frau ständig willig und lüstern ist und jeder Mann sooo toll! Ich fand das sehr schade, denn das ansonsten gute Niveau sank bei diesen Passagen leider ziemlich.

 

Fazit: Spannende Zeitgeschichte mit Krimi, wirkt sehr lebendig, intensiv und realistisch. Lediglich einigen Sexszenen würde eine Überarbeitung guttun.

Kommentare: 8
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A

Rezension zu "Onkel Toms Hütte, Berlin" von Pierre Frei

Kaleidoskop – Berlin
Arunvor 2 Jahren

Onkel Toms Hütte, Berlin von Pierre Frei

Inhalt

Berlin kurz nach dem 2. Weltkrieg. Die Stadt ist noch stark vom Krieg gezeichnet.Die Alliierten Besatzungsmächte sorgen in den vier Sektoren für mehr oder weniger Ordnung und ein geregeltes Leben. Im amerikanischen Sektor im Ortsteil Zehlendorf liegt der U-Bahnhof „Onkel Toms Hütte“, dort sind auch Verwaltung und Freizeiteinrichtungen der Amerikaner angesiedelt.

In diesem Umfeld werden nach und nach vier Frauenleichen aufgefunden. Alle diese Frauen entsprachen denselben Aussehen und ähnlichem Typus, auch die Tötungsmethode gleicht sich, was auf einen Serienmörder schließen lässt.

Federführend bei den Ermittlungen ist die deutsche Kriminalpolizei, aber auch die Militärpolizei der Amis ist eingebunden. Hier findet nun eine komplizierte Suche nach dem Täter statt.

Meine Meinung
Der Autor bietet uns eine vielschichtige Story an. Er bildet anhand von fünf Frauen, von denen vier dem perversen Mörder zum Opfer gefallen sind, deren Lebensgeschichte ab. Die persönliche Vita von jeder der fünf Frauen, welche aus verschiedenen sozialen Schichten stammen, und deren Familien fächert uns ein pralles Lebens- und Sittenbild der Zeit von der Weimarer Republik, über das 3. Reich bis in die frühe Nachkriegszeit auf.

Dabei kommen auch viele drastische Ereignisse aus dieser Zeit zur Sprache. Viele Personen und ihre Geschichten sind in diesem Buch gekonnt miteinander verwoben.

Fazit
Ein Buch, dessen Handlung sehr spannend, informativ und überaus flüssig zu lesen ist.
Hatte nur den Eindruck das in einigen Szenen mit Sexanteil ab und zu eine Altherrenfantasie die Feder führte. Dies Störte mich persönlich jetzt nicht, könnte aber Leuten mit einer hohen Moralvorstellung eventuell missfallen!
Ansonsten an einigen Stellen vielleicht etwas übertrieben und dick aufgetragen schmälert dies jedoch in keinster Weise das Lesevergnügen.

Kommentare: 11
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TheSilencers avatar

Rezension zu "Onkel Toms Hütte, Berlin" von Pierre Frei

Kein 100%iger Krimi - und das ist sehr gut!
TheSilencervor 3 Jahren

Berlin in der Nachkriegszeit.
Ben, 15 Jahre alt, ist trotz seiner geringen Lebensjahre ein Meister des Schwarzhandels. Gewitzt weiß er wie man was wogegen gewinnbringend tauscht. Immerhin bringen ein Dutzend weggeworfener Glimmstengel mit Resttabak noch ganze vier Mark.
Auf seiner Suche nach diesen kostbaren Fundstücken stolpert er über eine Frauenleiche: blond, blauäugig und aufs schlimmste mißbraucht.

Für die Besatzer des amerikanischen Sektors kommt als Täter nur einer in Frage: einer der Krauts.
Der ermittelnde Berliner Kommissar hat nicht nur mit der Aufklärung des Mordes zu tun, sondern auch mit der widersprüchlichen Siegerpolitik der Besatzer.
Als dann weitere Morde folgen, wird's für die Berliner Polizei eng ...

Zugegeben: wer bei dem 543 Seiten starkem Werk ausschließlich einen Krimi erwartet, der wird teilweise enttäuscht. Denn dieses Buch ist viel mehr.
Denn kaum ist ein Mord geschehen, wechselt die Erzählung in die Jugendzeit des Opfers, zeichnet den Leidensweg während des Krieges nach und endet beim Tod.
Es gibt mehrere Morde, so daß es auch die Lebensgeschichten aus den verschiedensten sozialen Schichten zu erzählen gibt.

Der Autor ist selbst Berliner und weiß, wovon er schreibt.
Die Ignoranz gegenüber der "harmlosen braunen Brut", Bombenangriffe, KZ-Alltag, Durchhaltelügen für den Endsieg, der Zusammenfall des Dritten Reiches und die Gewaltwalze der russischen sog. Befreier - immer gesehen aus der Sicht der Mordopfer.

Mich hat dieses Buch sehr bewegt. Wahrlich nicht der Krimi-Aspekt. Vielmehr die Geschichten am Rande.

Wer schweigend seinen Eltern und Großeltern zuhören kann, wenn sie von unglaublich fernen Erlebnissen berichten, und nicht davon genug bekommt, der sollte sich dieses Buch gönnen.

Das Buch ist übrigens auch ins englische übersetzt worden und heißt dort schlicht "Berlin".

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