Pierre Jarawan

 4,5 Sterne bei 184 Bewertungen
Autorenbild von Pierre Jarawan (©Marvin Ruppert)

Lebenslauf von Pierre Jarawan

Pierre Jarawan wurde 1985 als Sohn eines libanesischen Vaters und einer deutschen Mutter in Amman, Jordanien, geboren, nachdem seine Eltern den Libanon wegen des Bürgerkriegs verlassen hatten. 

Im Alter von drei Jahren kam er nach Deutschland.

Sein Romandebüt "Am Ende bleiben die Zedern" erschien 2016. Der Roman wurde unter anderem mit dem Literaturstipendium der Stadt München, dem Bayerischen Kunstförderpreis und dem AZ-Literaturstern des Jahres ausgezeichnet und als bestes deutschsprachiges Debüt beim Festival du Premier Roman in Chambéry vorgestellt. Der Roman ist heute, übersetzt in viele Sprachen, ein internationaler Bestseller.  Im Frühjahr 2020 erschien sein zweiter Roman "Ein Lied für die Vermissten". Pierre Jarawan lebt in München. Mehr zum Autor unter www.pierrejawan.de

Neue Bücher

Cover des Buches Ein Lied für die Vermissten (ISBN: 9783492317887)

Ein Lied für die Vermissten

Erscheint am 29.07.2021 als Taschenbuch bei Piper.

Alle Bücher von Pierre Jarawan

Cover des Buches Am Ende bleiben die Zedern (ISBN: 9783827013026)

Am Ende bleiben die Zedern

 (124)
Erschienen am 01.03.2016
Cover des Buches Ein Lied für die Vermissten (ISBN: 9783827013651)

Ein Lied für die Vermissten

 (43)
Erschienen am 02.03.2020
Cover des Buches Anders sein ist ganz normal (ISBN: 9783938470657)

Anders sein ist ganz normal

 (3)
Erschienen am 15.09.2011
Cover des Buches Ein Lied für die Vermissten (ISBN: 9783492317887)

Ein Lied für die Vermissten

 (0)
Erscheint am 29.07.2021
Cover des Buches Am Ende bleiben die Zedern (ISBN: 9783869523118)

Am Ende bleiben die Zedern

 (13)
Erschienen am 01.03.2016
Cover des Buches Ein Lied für die Vermissten (ISBN: 9783869744155)

Ein Lied für die Vermissten

 (1)
Erschienen am 02.03.2020

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Pierre Jarawan

Cover des Buches Am Ende bleiben die Zedern (ISBN: 9783827013026)Janine_Napircas avatar

Rezension zu "Am Ende bleiben die Zedern" von Pierre Jarawan

Mustread!
Janine_Napircavor 2 Monaten

„Und am Ende? Am Ende bleiben die Zedern. Sie werden dicht beieinanderstehen und auf den Libanon herabblicken. Und vielleicht, wenn der Wind günstig steht und vom Meer heraufseht, wird man es hören. Man wird hören, wie sie einander zuflüstern, dass ich einst in ihrem Schatten saß. Und wie ich hier entlangging, um Vater zu suchen.“


Auch in ‚Am Ende bleiben die Zedern‘ von Pierre Jarawan haben wie bereits in ‚Ein Lied für die Vermissten‘ Worte und Erzählungen einen so hohen Stellenwert und die Liebe zum Libanon - trotz seiner Imperfektion - wurde erneut sehr magisch und authentisch gezeichnet. 


Samir lebt mit seinem Vater Brahim, seiner Mutter Rana, seiner Schwester Alina und dem Freund der Familie Hakim und dessen Tochter Yasmin in Deutschland, nachdem die Erwachsenen aus dem Libanon geflohen sind. Als Brahim eines Tages verschwindet, ist nichts mehr so idyllisch und heimelig wie es war. Samir beginnt seinen Vater auf das höchste Podest zu idealisieren und mit ihm seine Vorstellung vom Leben im Libanon, den er jedoch nie betreten hat, während seine Mutter und seine Schwester, die sich kaum noch an ihren Vater erinnern kann, versuchen ihr Leben weiter zu leben. Samirs einzige Chance, mit seinem Schicksal fertig zu werden, ist, auf den Spuren der Vergangenheit seines Vaters in den Libanon zu reisen und möglicherweise dort Antworten auf all seine Fragen zu finden.


Ich kann mit meiner Rezension dem Roman gar nicht gerecht werden, weil man all die Schönheit, Zerrissenheit und Sehnsucht gar nicht in Worte fassen kann. Es hat mich so sehr berührt und erschüttert, Jarawans Schreibstil ist einfach einzigartig und nebenbei lernt man noch so viel über die Geschichte des Libanons, die Rivalitäten der drei großen Weltreligionen, die verantwortlich für die Spaltung der Gesellschaft sind, ohne dass man das Gefühl hat, die eine oder andere wäre „besser“ oder eher gesagt weniger schlimm, als die andere. Man könnte sich wirklich nur wünschen, dass sämtliche Politiker*innen und Fundamentalist*innen diesen Roman lesen. Vielen Dank für diese so wichtige Aufklärungsarbeit, die Pierre Jarawan auch zusätzlich zu seinen Romanen leistet.

Kommentieren0
0
Teilen
Cover des Buches Ein Lied für die Vermissten (ISBN: 9783827013651)Susanne_Probsts avatar

Rezension zu "Ein Lied für die Vermissten" von Pierre Jarawan

Auf der Suche nach Antworten...
Susanne_Probstvor 5 Monaten

Der Autor entführt uns bild- und sprachgewaltig in den Nahen Osten nach Beirut und macht uns mit sämtlichen Facetten, Farben, Gerüchen, Geräuschen und Stimmungen dieser Stadt bekannt. 


2011 ist der Arabische Frühling natürlich auch in Beirut in vollem Gange.

Trotz brennender Häuser und Leichenfunden schreibt Amin seine Erinnerungen und Gefühle nieder. 


Als er noch ein Baby und schon ein Waise war, flüchtete seine Großmutter, einst eine gefeierte Malerin, mit ihm vor dem Bürgerkrieg aus dem Libanon nach Deutschland.

1994 kehrte er nach mehr als zehn Jahren als Jugendlicher mit ihr zurück. 


Der Krieg war vorbei, aber Menschen und Stadt litten noch gravierend unter den Nachwehen.

Damals waren seine Eltern bereits seit 12 Jahren tot.


Amin erinnert sich an seine damalige Freundschaft mit dem unergründlichen gleichaltrigen  Jafar, an den Raupenzüchter Abbas und auch an seine Desillusionierung. 

Niemals würde er in diesem Land tiefgründige Klarheit, Gewissheit und Sicherheit erfahren.

Wir lesen von vermeintlich schützendem Schweigen, von Geheimnissen, die gelüftet werden sollten und von Menschen, die plötzlich verschwunden und vermisst sind.

Es ist, als würde man mit Amir Freundschaft schließen und ihn über viele Jahre hinweg begleiten.


Der 1985 geborene Pierre Jarawan ist ein begnadeter Erzähler, der mich mit seiner poetischen Sprache regelrecht verzauberte und fesselte und der mich mit Leichtigkeit mitten ins Geschehen hineinzog.

Begeisterung, Energie und Intensität strömen aus der Geschichte, die rasch voranschreitet, unter die Haut geht und mich schnell in ihrer Bann zog.


Dass Pierre Jarawan fast bis zur Hälfte des Romans nicht streng chronologisch und stringent erzählt, sondern  häufig nur Puzzleteile auf den Tisch wirft und sich in Andeutungen verliert, um aus allem zuletzt ein buntes, aufwühlendes, vielschichtiges und tiefgründiges Gemälde entstehen zu lassen, ist ein Kunstgriff, der die Spannung unglaublich steigert.  


Feinfühlig und sinnlich lässt er uns in eine fremde Welt eintauchen, in der wir bemerkenswerte Charaktere kennenlernen, eine fremde Stadt erkunden und ihre Atmosphäre spüren. 


Der Autor verknüpft dabei das Märchenhafte mit dem Realen und das Kleine mit dem Großen. 

Wir erfahren biographische Geschichten und streifen die Welt-  bzw. die libanesische Zeitgeschichte.


„Ein Lied für die Vermissten“ ist so vieles: ein politischer Roman, ein Liebes- und Freundschaftsroman, eine Familiengeschichte und eine Coming-of-Age-Geschichte.

Es ist auch keine leichte Kost, die sich so nebenbei konsumieren lässt. 

Es ist inhaltlich und emotional komplex und anspruchsvoll. 

Es berührt, verstört und regt zum Mit- und Nachdenken an.


Aber vor allem ist das Buch für mich eine bewegende literarische Perle, die nachhallt, die mich bereicherte und die mir äußerst vergnügliche Lesestunden bescherte.


Kommentieren0
1
Teilen
Cover des Buches Ein Lied für die Vermissten (ISBN: 9783869744155)milkysilvermoons avatar

Rezension zu "Ein Lied für die Vermissten" von Pierre Jarawan

Die Verschwundenen des Bürgerkriegs
milkysilvermoonvor 6 Monaten

Mit seiner Großmutter Yara kehrt Amin Elmaalouf 1994 als Jugendlicher zurück in den Libanon - zwölf Jahre, nachdem er nach dem Tod seiner Eltern nach Deutschland gegangen ist. Wieder in Beirut verbringt er viel Zeit mit dem gleichaltrigen Jafar, der ihm ein guter Freund wird. Dann aber passieren mysteriöse Dinge: Menschen verschwinden, das Café der Großmutter muss schließen, er wird verleugnet. Eine Spurensuche beginnt...

„Ein Lied für die Vermissten“ ist ein Roman von Pierre Jarawan.

Meine Meinung: 

Der Roman beginnt mit einer Art Vorwort oder Prolog („Yeki Bud. Yeki Nabud“). Daran schließen sich drei Teile an, „Strophen“ genannt, die wiederum aus 30 Kapiteln bestehen. Zum Schluss folgt eine Art Gesprächsprotokoll. Erzählt wird in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Amin - allerdings nicht chronologisch, sondern mit Zeitsprüngen und zum Teil etwas bruchstückhaft, was beim Leser Konzentration erfordert, die sich jedoch lohnt.

Besonders begeistert mich der atmosphärische, bildstarke und stellenweise poetische Erzählstil, der den Leser in eine fremde Welt entführt. Immer wieder beweist der Autor, dass er mit Sprache trefflich umgehen kann. Daher hat mich auch keineswegs gestört, dass teilweise ausschweifend erzählt wird und die Handlung manchmal nur langsam voranschreitet.

Amin ist ein Charakter, zu dem ich nicht auf Anhieb einen Zugang gefunden habe. Allerdings wirkt er authentisch und nicht unsympathisch. 

Gereizt haben mich an der Geschichte das Setting sowie die politischen und gesellschaftlichen Hintergründe. So geht es um den libanesischen Bürgerkrieg, mit dem ich mich bis dato nicht beschäftigt hatte, und den Arabischen Frühling. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Nachbemerkung des Autors, der ergänzende Infos zu den damaligen Geschehnissen liefert und darin seine fundierte Recherche belegt.

Auch ansonsten ist der Roman tiefgründig, facettenreich und vielschichtig. Freundschaft, Familie, Krieg, Verlust, Heimat und Identität sind nur einige der weiteren Themen. Dabei regt die Geschichte zum Nachdenken an und berührt.

Ich habe den Roman vorwiegend als ungekürzte Lesung gehört. Bei dem Hörbuch zeigt sich, dass der Autor mit seiner angenehmen Stimme auch als Sprecher einen tollen Job macht.

Das Cover, das prima zur Geschichte passt, gefällt mir ausgesprochen gut. Auch der Titel ist eine gelungene Wahl.

Mein Fazit:

„Ein Lied für die Vermissten“ von Pierre Jarawan ist eine besondere Lektüre, die es dem Leser zwar nicht immer einfach macht, aber nichtsdestotrotz ein empfehlenswerter Roman ist, der mich in mehrfacher Hinsicht überzeugt hat.

Kommentieren0
4
Teilen

Gespräche aus der Community

»Schon ein Sandkorn genügt, um eine große Geschichte daraus zu machen.« 

Ein neuer Jarawan wie wir ihn lieben: einfühlsam, spannend und virtuos verknüpft mit der bewegten Geschichte des Nahen Ostens.

Nach dem internationalen Bestseller Am Ende bleiben die Zedern führt auch Pierre Jarawans neuer Roman in eine Welt voller unvergesslicher Figuren, sinnlicher Eindrücke und Emotionen.

Als 2011 der Arabische Frühling voll entfacht ist, löst der Fund zweier Leichen auch in Beirut erste Unruhen aus. Während schon Häuser brennen, schreibt Amin seine Erinnerungen nieder: an das Jahr 1994, als er als Jugendlicher mit seiner Großmutter in den Libanon zurückkehrte – zwölf Jahre nach dem Tod seiner Eltern. An seine Freundschaft mit dem gleichaltrigen Jafar, mit dem er diese verschwiegene Nachkriegswelt durchstreifte. Und daran, wie er schmerzhaft lernen musste, dass es in diesem Land nie Gewissheit geben wird – weder über die Vergangenheit seines Freundes, noch über die Geschichte seiner Familie.
Nach dem internationalen Bestseller Am Ende bleiben die Zedern führt auch Pierre Jarawans neuer Roman in eine Welt voller unvergesslicher Figuren, sinnlicher Eindrücke und Emotionen, einfühlsam, spannend und virtuos verknüpft mit der bewegten Geschichte des Nahen Ostens.

Hier geht es zur Leseprobe.

»Pierre Jarawan schreibt temporeich und klar und mit einer erzählerischen Souveränität, die den Leser vorantreibt.« The Guardian

»Pierre Jarawan ist ein Hakawati, ein Geschichtenerzähler. Seine expressive Bildsprache, schwelgerisch durchzogen von Melancholie, lässt fremde Welten spürbar werden.« Lalena Hoffschildt/Hugendubel am Stachus, München

»Mit beeindruckender Leichtigkeit entwirft Pierre Jarawan eine Geschichte, die so lebendig aus den Seiten strahlt, dass ich mich beim Lesen tief eingehüllt gefühlt habe in diese besondere Atmosphäre aus Stimmen, Duft und Licht. Eine Welt, aus der man gar nicht mehr auftauchen möchte – eine Welt voller Figuren, denen man bis zum letzten Absatz folgen will. Scheinbar mühelos verbindet er dabei persönliches Erleben seiner Charaktere mit weltgeschichtlich Großem, verwebt wundersam Märchenhaftes mit politisch Hochbrisantem. 'Ein Lied für die Vermissten' ist soghaft spannend und atmosphärisch berauschend – und all das in einer Sprache, die wundervoll klar ist und genau meint, was sie sagt. Was für ein begnadeter Erzähler!« Maria-Christina Piwowarski/Buchhandlung ocelot, Berlin

Wir freuen uns auf den gemeinsamen Austausch mit euch!

207 BeiträgeVerlosung beendet

Im seinen zweiten Roman nach dem internationalen Bestseller "Am Ende bleiben die Zedern" erzählt Pierre Jarawan einfühlsam und mitreisend die Geschichte von Amin, verknüpft mit der bewegten Geschichte des Nahen Osten.

Wir freuen uns, dass Pierre Jarawan sich Zeit nimmt, um eure Fragen zu beantworten.

Gemeinsam mit dem Berlin Verlag verlosen wir an unserem Fragefreitag am 27.03.2020 fünf Exemplare des neuen Romans "Ein Lied für die Vermissten" von Pierre Jarawan.


Vielen Dank an Pierre Jarawan, der sich Zeit nimmt, eure Fragen  zu beantworten. Wir wünschen allen Teilnehmer*innen viel Spaß.

166 BeiträgeVerlosung beendet
Pierre_Jarawans avatar
Letzter Beitrag von  Pierre_Jarawanvor einem Jahr

Freut mich - viel Spaß beim Lesen! :)


Ihr Lieben,

es geht auf Weihnachten zu und damit nähert sich erneut das Ende eines aufregenden Bücherjahres. Auch wir möchten uns bedanken für so viele treue Leser und den Austausch zu wunderbaren Geschichten! 

Ein Buch, das uns dabei besonders in Erinnerung geblieben ist: "Am Ende bleiben die Zedern" von Pierre Jarawan. Einige von euch haben sich gemeinsam mit ihm in der Leserunde zu seinem berührenden Roman ausgetauscht und "Am Ende bleiben die Zedern" beim Leserpreis auf Platz 15 der schönsten Bücher 2016 gewählt. Für uns Grund genug, an euch auch etwas zurückzugeben, weshalb wir 5 signierte Exemplare von Pierre Jarawans Familiengeschichte verlosen.

Pierre Jarawan hat uns noch ein paar persönliche Worte für euch mitgegeben:

"Mit der Verlosung möchte ich mich bei allen LeserInnen für ein unglaubliches Jahr bedanken. Ich freue mich sehr, dass der Roman denen, die ihn gelesen haben, so gut gefallen hat – ich habe mich über jedes Feedback sehr gefreut. Ich drücke euch für die Verlosung die Daumen, wünsche euch eine schöne Weihnachtszeit, und hoffe, dass ihr – auch wenn es in Deutschland kalt ist – mit dem Buch zumindest in Gedanken, in den Libanon reisen könnt, um Samir bei der Suche nach seinem Vater zu begleiten.“

Verratet uns bis einschließlich 18.12.2016 warum ihr das Buch gerne gewinnen oder an einen lieben Menschen verschenken würdet! Wir drücken allen die Daumen. :-)
186 BeiträgeVerlosung beendet
sahnis avatar
Letzter Beitrag von  sahnivor 4 Jahren
Mein Buch ist heute angekommen, vielen Dank dafür! :D

Zusätzliche Informationen

Pierre Jarawan wurde am 04. August 1985 in Amman (Jordanien) geboren.

Pierre Jarawan im Netz:

Community-Statistik

in 314 Bibliotheken

auf 73 Wunschzettel

von 121 Lesern aktuell gelesen

von 12 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks