Pierre Lemaitre

 4.1 Sterne bei 411 Bewertungen
Autor von Die Farben des Feuers, Drei Tage und ein Leben und weiteren Büchern.
Autorenbild von Pierre Lemaitre (©Thierry Rajic/Figure)

Lebenslauf von Pierre Lemaitre

Ausgezeichnete Krimis, Thriller und Historische Romane aus dem Land des guten Geschmacks: Der 1951 geborene französische Autor arbeitete zunächst einige Jahre als Lehrer für Literatur und Ausbilder von Bibliothekaren. Sein Debüt als Schriftsteller gab er im Jahr 2006 mit dem Roman „Travail soigné“. Unter dem Titel „Irène“ wurde das Werk, das mit dem Prix du premier roman du Festival de Cognac ausgezeichnet wurde, in zahlreiche Sprachen übersetzt. Für den Historischen Roman „Au revoir là-haut" (dt. „Wir sehen uns dort oben“, 2014) bekam der Franzose, der seit 2011 Verwaltungsrat der Société des gens de lettres ist, 2013 den bedeutendsten französischen Literaturpreis Prix Goncourt. Im selben Jahr wurde der sozialkritische Thriller „Cadres noirs“ unter der Regie von Manuel Boursinhac verfilmt. Pierre Lemaitre ist auch als Drehbuchautor für Kino- und Fernsehfilme tätig und lebt in Paris.

Neue Bücher

Drei Tage und ein Leben

Neu erschienen am 13.05.2019 als Taschenbuch bei btb.

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Cover des Buches Die Farben des Feuers (ISBN:9783608963380)

Die Farben des Feuers

 (115)
Erschienen am 28.02.2019
Cover des Buches Drei Tage und ein Leben (ISBN:9783608981063)

Drei Tage und ein Leben

 (96)
Erschienen am 20.12.2017
Cover des Buches Opfer (ISBN:9783608503708)

Opfer

 (77)
Erschienen am 02.09.2018
Cover des Buches Der kalte Hauch der Angst (ISBN:9783548280875)

Der kalte Hauch der Angst

 (47)
Erschienen am 11.11.2009
Cover des Buches Wir sehen uns dort oben (ISBN:9783442748822)

Wir sehen uns dort oben

 (30)
Erschienen am 09.05.2017
Cover des Buches Ich will dich sterben sehen (ISBN:9783548283852)

Ich will dich sterben sehen

 (24)
Erschienen am 09.03.2012
Cover des Buches Ein Held (ISBN:9783608108057)

Ein Held

 (0)
Erschienen am 30.04.2015
Cover des Buches Drei Tage und ein Leben (ISBN:9783442715497)

Drei Tage und ein Leben

 (0)
Erschienen am 13.05.2019

Neue Rezensionen zu Pierre Lemaitre

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Rezension zu "Wir sehen uns dort oben" von Pierre Lemaitre

Eine Mischung aus Literatur, Kriminellem und Historischem, versetzt mit Humor.
Gwhynwhyfarvor 20 Stunden

Ich lese Pierre Lemaitre sehr gern und hatte vergessen, mir dieses Buch zu holen und so aus Versehen zuerst den 2. Teil gelesen: »Die Farben des Feuers«. Macht aber nichts, denn es sind in sich abgeschlossene Geschichten. Natürlich bedient sich Teil zwei eines Teils der Figuren von Teil eins. Der Goncourt-Preis 2013 machte den französischen Roman »Wir sehen uns dort oben« zum Bestseller, eine Mischung aus Literatur, Kriminellem und Historischem, versetzt mit Humor, die Handschrift von Pierre Lemaitre. Die Geschichte beginnt 1918 auf dem Schlachtfeld. Die letzten Kriegstage des Ersten Weltkriegs sind für die Soldaten eingeläutet und wer es bisher im Kampf gegen die Deutschen überlebte, der sollte nun auf der Hut sein, auch vor den eignen Leuten. Offizier d'Aulnay-Pradelle erschießt zwei Kameraden hinterrücks, er hat seine hinterhältigen Gründe. Dummerweise beobachtet ihn dabei Albert Maillard der in einem Granattrichter liegt, nicht allein herauskommt. Pradelle schmeißt eine Handgranate nach ihm und Albert wird verschüttet. Doch bewahrt Kamerad Édouard Péricourt ihn vor dem Tod, der wiederum letztes beobachtet hatte. Beim Ausgraben von Albert erwischt der nächste Granatenangriff Édouard, und sein halbes Gesicht wird zerfetzt. Albert fühlt sich ihm gegenüber verpflichtet, kümmert sich um ihn, und erfüllt ihm seinen größten Wunsch: eine falsche Identität. Der junge Mann, Sohn eines Bankiers ist homosexuell und studiert Freie Kunst, mag mit seinem zerstörten Gesicht nicht zu seiner Familie zurückkehren, die ihn sowieso nicht versteht. Der halbseidene Pradelle wiederum lernt Édouard Schwester kennen, heiratet die Bankierstochter Péricourt und scheffelt in den Nachkriegsjahren das große Geld mit der Umbettung von toten Soldaten auf Sodatenfriedhöfe. Der arg ledierte Édouard wird weiterhin von Albert gepflegt und zusammen entwickeln sie pfiffiges Geschäftsmodell: Die verkaufen Kriegsdenkmäler, die niemals gebaut werden sollen, hofffen ein Vermögen zu scheffeln und abzuhauen.

Pierre Lemaitre zeigt wie immer viel Humor, präsentiert eine Nachkriegsgesellschaft aus allen Gesellschaftsschichten. Kriegsveteranen, einfache Menschen und auf der anderen Seite die höhere Gesellschaftsschicht. Krieg ist für die Geschäftswelt Gewinn: Vor dem Krieg, mit dem Krieg und aus dem Krieg Gewinn schöpfen oder Ruhm – am besten beides – krumme Geschäfte mit Moral und Anstand, Trauer – Emotionen funktionieren immer. In plastischer Erzählweise, seinen Protagonisten tief in die Seele schauend, springt der Autor zwischen Clubs mit versnobten, korrupten Typen aus der besseren Gesellschaft, Dienstmädchenszene, Armenviertel und Grandhotel hin und her. Mit den Gefühlen der Menschen spielen, ihnen Geld aus der Tasche ziehen, da ist der Bankier gar nicht so entfernt in der Methode wie der kleine Betrüger. Deftig, sarkastisch, humorvoll, kriminell, mitten in der historischen Szenerie von Paris gelingt Pierre Lemaitre wieder ein großartiger Roman. Gesellschaftsroman, Antikriegsroman, Geschichte, Krimi, Satire – die verschiedenen Stränge laufen parallel und verbinden sich am Ende zum großen Ganzen. 

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Rezension zu "Die Farben des Feuers" von Pierre Lemaitre

Kulturelle Zwänge
Hortensia13vor 9 Tagen

Madeleine steht plötzlich alleine da, als ihr Vater, der berühmte französische Bankier Marcel Péricourt, 1927 beerdigt wird. Alleine mit ihrem kleinen Sohn erbt sie das Bankimperium und soll sich dabei zeitgemäss verhalten. Umschwirrt von allerlei Männern, die sehr auf ihr eigenes Wohl achten, gerät Madeleine immer mehr an den Abgrund. Doch Madeleine ersinnt einen Rachefeldzug, der niemand kommen sieht.

In der Zwischenkriegszeit gab es viele politischen Verwicklungen, die in diesem Buch auch ihren Platz fanden. Zeitweise wars mir etwas zuviel, aber das liegt daran, dass ich keine besondere Vorliebe dafür habe. Der Schreibstil ist auch eigen. Es scheint, dass ein Erzähler die Geschichte dem Leser näher bringen will. Dabei fliesst eine Situation in die andere und man muss sich konzentrieren, dass man den Faden nicht verliert. Trotzdem fand ich die Berechenheit von Madeleine faszinierend. Sehr subtil, spannend und immer wieder unerwartet. Das macht den Roman fast zu einem Krimi. Deshalb gibt es von mir 4 Sterne.

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Rezension zu "Die Farben des Feuers" von Pierre Lemaitre

Eine Frau rächt sich (fast)
MrsFraservor einem Monat

Madeleine Péricourt wird in 'Die Farben des Feuers' von Pierre Lemaitre im Jahr 1927 Alleinerbin eines Pariser Großbankiers. Als sie sich danach in der Trauer um ihren gelähmten Sohn verliert, nutzen die ihr nahestehenden Männer die Unwissenheit der Erbin nach und nach aus, um sie und ihren Sohn um alles zu bringen, was diese besitzen und sich selbst zu bereichern. 


Als Madeleine nach einigen Jahren auch noch dahinter kommt, wer für den Zustand ihres Sohnes verantwortlich ist, startet sie einen Rachefeldzug gegen all die Männer, die ihr und ihrer Familie geschadet haben. Plötzlich werden politische und wirtschaftliche Fäden gezogen, die die Protagonistin sogar zur deutschen Regierung führen.

Was Madeleine zustößt, ist in seiner Gesamtheit schier schrecklich und der Leser kann jeden Rachewunsch mehr als nachvollziehen. Zu lesen, wie jeder der Bösen schließlich auch bekommt, was er verdient macht in gewisser Weise dann sogar Spaß und hält die Spannung bis zum Schluss hoch. 

Worüber man aber stolpert, ist die Protagonistin selbst. Denn die ist leider, obwohl getrieben von Wut und Not, frustrierend unselbständig. Ihre Rache ist nicht ihr eigenes Werk, dafür engagiert sie jemanden und leider sind die Methoden, die dieser und andere Spielfiguren Madeleines anwenden alles andere als legal, was sie im Endeffekt auf eine Stufe mit ihren Opfern stellt. 

Dass die Frauen im Roman durchweg hauptsächlich ihren Körper und nicht ihr Köpfchen einsetzen, um die Männer zu überzeugen und an sich zu binden, schwächt den Roman zusätzlich. 

Es hätte eine mitreißende Entwicklung einer unmündigen, naiven Frau zu einer intelligenten, starken Persönlichkeit werden können, aber leider ist der Autor über ein vielleicht für die Zeit in der der Roman spielt realistisches, zum Glück aber lange überwundenes Frauenbild gestolpert. Unterhaltung, aber keine Inspiration.

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Gespräche aus der Community

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Eine Frau geht ihren eigenen Weg

Fans von historischen Romanen und Geschichten mit starken Frauen aufgepasst! Aus der Feder des preisgekrönten französischen Schriftstellers Pierre Lemaitre ist ein Kunstwerk voller Leidenschaft entstanden: "Die Farben des Feuers".

Macht mit bei unserer dritten LovelyBooks Literatursalon-Leserunde zu "Die Farben des Feuers" und seid Zeugen des Kampfes einer Frau gegen gesellschaftliche Konventionen.

In unserem LovelyBooks Literatursalon erwarten euch weitere literarische und anspruchsvolle Neuerscheinungen!

Zum Inhalt
Als der berühmte französische Bankier Marcel Péricourt im Jahr 1927 verstirbt, steht seine Tochter Madeleine, deren Exmann nach einem landesweiten Skandal im Gefängnis sitzt, plötzlich völlig allein an der Spitze eines Bankimperiums – in einer Epoche, in der es Frauen nicht einmal gestattet war, selbst einen Scheck zu unterschreiben. Während Gustave Joubert, der Prokurist der Bank, Charles Pericourt, Madeleines verschwenderischer Onkel, und André Delcourt, ihr Liebhaber mit dichterischen Ambitionen, um die junge Erbin und ihren Sohn schwirren wie Motten um das Licht, zeichnen sich am Horizont bereits die Vorboten des Zweiten Weltkriegs ab. Im Schatten von Börsenskandalen und politischen Wirrnissen arbeiten die Neider auf das Verderben der Familie hin. Doch für Madeleine ist das letzte Wort in dieser Angelegenheit noch nicht gesprochen. Um ihres Sohnes willen beginnt sie ihren ganz persönlichen Rachefeldzug zu planen.

Lasst euch von der Leseprobe überzeugen!

Zum Autor
Der 1951 geborene französische Autor arbeitete zunächst einige Jahre als Lehrer für Literatur und Ausbilder von Bibliothekaren. Sein Debüt als Schriftsteller gab er im Jahr 2006 mit dem Roman "Travail soigné". Unter dem Titel "Irène" wurde das Werk, das mit dem Prix du premier roman du Festival de Cognac ausgezeichnet wurde, in zahlreiche Sprachen übersetzt. Für den Historischen Roman "Au revoir là-haut" (dt. "Wir sehen uns dort oben", 2014) bekam der Franzose 2013 den bedeutendsten französischen Literaturpreis Prix Goncourt. Im selben Jahr wurde der sozialkritische Thriller "Cadres noirs" unter der Regie von Manuel Boursinhac verfilmt. Pierre Lemaitre ist auch als Drehbuchautor für Kino- und Fernsehfilme tätig und lebt in Paris.

Möchtet ihr herausfinden, ob es Madeleine gelingt, sich in einer von Männern dominierten Welt durchzusetzen?
Zusammen mit Klett-Cotta verlosen wir 30 Exemplare von "Die Farben des Feuers" unter allen, die sich mit anderen im Rahmen einer Leserunde über diesen Roman austauschen und im Anschluss eine Rezension schreiben möchten. Bewerbt euch* bis zum 06.03., indem ihr auf folgende Frage antwortet:

Madeleine erbt ein Bankimperium in einer Zeit, in der Männer das Sagen haben.
Welche ist aus eurer Sicht die wichtigste Errungenschaft in dem Kampf für die Gleichberechtigung der Frauen?


Ich freue mich auf eure Antworten und wünsche euch viel Glück!

Ihr seid noch kein Literatursalon-Mitglied? Ihr könnt jederzeit eintreten. Alle Infos dazu findet ihr hier und in unserer Literatursalon-Plauderecke.

Letzter Beitrag von  AnjaPvor 2 Monaten
Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Pierre Lemaitre wurde am 19. April 1951 in Paris (Frankreich) geboren.

Pierre Lemaitre im Netz:

Community-Statistik

in 548 Bibliotheken

auf 95 Wunschlisten

von 8 Lesern aktuell gelesen

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