Pierre Lemaitre

 4,1 Sterne bei 458 Bewertungen
Autor von Die Farben des Feuers, Drei Tage und ein Leben und weiteren Büchern.
Autorenbild von Pierre Lemaitre (©Thierry Rajic/Figure)

Lebenslauf von Pierre Lemaitre

Ausgezeichnete Krimis, Thriller und Historische Romane aus dem Land des guten Geschmacks: Der 1951 geborene französische Autor arbeitete zunächst einige Jahre als Lehrer für Literatur und Ausbilder von Bibliothekaren. Sein Debüt als Schriftsteller gab er im Jahr 2006 mit dem Roman „Travail soigné“. Unter dem Titel „Irène“ wurde das Werk, das mit dem Prix du premier roman du Festival de Cognac ausgezeichnet wurde, in zahlreiche Sprachen übersetzt. Für den Historischen Roman „Au revoir là-haut" (dt. „Wir sehen uns dort oben“, 2014) bekam der Franzose, der seit 2011 Verwaltungsrat der Société des gens de lettres ist, 2013 den bedeutendsten französischen Literaturpreis Prix Goncourt. Im selben Jahr wurde der sozialkritische Thriller „Cadres noirs“ unter der Regie von Manuel Boursinhac verfilmt. Pierre Lemaitre ist auch als Drehbuchautor für Kino- und Fernsehfilme tätig und lebt in Paris.

Alle Bücher von Pierre Lemaitre

Cover des Buches Die Farben des Feuers (ISBN: 9783608963380)

Die Farben des Feuers

 (125)
Erschienen am 28.02.2019
Cover des Buches Drei Tage und ein Leben (ISBN: 9783608981063)

Drei Tage und ein Leben

 (107)
Erschienen am 20.12.2017
Cover des Buches Opfer (ISBN: 9783608503708)

Opfer

 (80)
Erschienen am 02.09.2018
Cover des Buches Der kalte Hauch der Angst (ISBN: 9783548280875)

Der kalte Hauch der Angst

 (49)
Erschienen am 11.11.2009
Cover des Buches Wir sehen uns dort oben (ISBN: 9783442748822)

Wir sehen uns dort oben

 (37)
Erschienen am 09.05.2017
Cover des Buches Ich will dich sterben sehen (ISBN: 9783548283852)

Ich will dich sterben sehen

 (24)
Erschienen am 09.03.2012
Cover des Buches Spiegel unseres Schmerzes (ISBN: 9783608983616)

Spiegel unseres Schmerzes

 (5)
Erschienen am 24.10.2020
Cover des Buches Drei Tage und ein Leben (ISBN: 9783442715497)

Drei Tage und ein Leben

 (4)
Erschienen am 13.05.2019

Neue Rezensionen zu Pierre Lemaitre

Cover des Buches Die Farben des Feuers (ISBN: 9783608963380)Tausendléxis avatar

Rezension zu "Die Farben des Feuers" von Pierre Lemaitre

Ein Roman, der mich von der ersten bis zur letzten Zeile, bestens unterhalten hat.
Tausendléxivor 4 Monaten

1927, der berühmte französische Bankier Marcel Péricourt soll zu Grabe getragen werden. Ein großes Staatsbegräbnis wurde anberaumt. Alles was Rang und Namen hat, ist zu Ehren des mächtigen Bankiers erschienen. Madeleine, seine Tochter, steht unvermittelt an der Spitze des Imperiums. Madeleine ist geschieden, ihr Ex-Mann verbüßt noch eine Haftstrafe, und Mutter des siebenjährigen Paul. Paul verunfallt am Tag des Begräbnisses seines geliebten Großvaters schwer. 

Mit dem Tode von Marcel Péricourt verändern sich viele Leben. Madelaine sollte zwar die Geschäfte ihres Vaters weiterführen, doch ist sie nach dem Unfall ihres Sohnes ganz auf seine Gesundung bedacht und überlässt die Führung dem langjährigen Buchhalter Gustav Joubert. Der Privatlehrer von Paul, André Delcourt, beziehungsweise Liebhaber von Madelaine, wird nur noch geduldet. Doch er hat schon längst andere Pläne. Charles, der Bruder von Marcel, befindet sich in einer heiklen Lage, denn sein Bruder half ihm immer wieder großzügig mit Geld aus. Nun muss er sich anders behelfen. Er hat auch schon ein besonderes Vorhaben im Auge. 

Um Paul macht sich Madelaine sehr große Sorgen, denn der Junge wirkt hochgradig depressiv. Erst als die junge, polnische Krankenschwester Vladi, sich seiner annimmt, scheint es mit Paul aufwärtszugehen. Vladi führt ihn ein in die Welt der Oper und Paul entdeckt seine hingebungsvolle Begeisterung für die Opern-Diva Solange Gallinato. Und gerade in dem Moment, an dem Madelaine wieder Hoffnung schöpfen könnte, wird sie Opfer eines gemeinen Komplotts. Sie verliert Hab und Gut. Die Vorboten des Zweiten Weltkrieges warten auf und Madelaine beginnt ihren ganz persönlichen Rachefeldzug.

Mit einem rasanten Tempo überschlagen sich die Ereignisse in diesem Roman. Es ist faszinierend was sich Pierre Lemaitre so alles einfallen lässt, wie er die Fäden geheimnisvoll und ausgeklügelt zusammen fügt. Das ist Unterhaltung vom feinsten. Gehaltvoll wartet der Roman mit bitterbösen Intrigen und mannigfaltiger Spannung auf.Sehr große Leseempfehlung!

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Cover des Buches Wir sehen uns dort oben (ISBN: 9783442748822)Maselis avatar

Rezension zu "Wir sehen uns dort oben" von Pierre Lemaitre

Lesegenuss á la francaise
Maselivor 5 Monaten

Es sind die letzten Tage des 1. Weltkrieges. Franzosen und Deutsche liegen sich gegenüber und warten auf das erlösende Kriegsende. Da schickt Leutnant d’Aulnay-Pradelle, letzter Spross einer verarmten Adelsfamilie, zwei Soldaten los den nördlichen Frontabschnitt zu erkunden. Als beide kurz darauf erschossen werden, beginnt ein letzter sinnloser Kampf, aus dem die Franzosen erfolgreich hervorgehen. Doch zwei Soldaten aus Pradelles Einheit, Albert Millard und Édouard Péricourt kommen Pradelles mörderischem Spiel auf die Schliche und geraten dadurch in Lebensgefahr. Beide können sich jedoch retten und sind von nun ab unzertrennlich.

In den Nachkriegsjahren heiratet Pradelle Édouards Schwester und steigt somit in die reichsten Pariser Kreise auf. Mit seinem verbrecherischen Geschäftssinn verdient er Millionen durch das Umbetten der gefallenen Soldaten, die er in viel zu kurze Holzsärge zwängt. Édouard und Albert hingegen verkaufen Kriegsdenkmäler, die Édouard als Zeichnungen anfertigt und für die stattliche Anzahlungen anfallen. Beide Schwindel werden auffliegen, mit gänzlich unterschiedlichen Ausgängen für die einzelnen Beteiligten. 

Meine Eindrücke

Von der ersten Seite an zieht mich dieser Roman in seinen Bann. Es ist ein historischer Roman über den 1. Weltkrieg, aber nicht über das Kriegsgeschehen selbst, sondern vielmehr über das Leben danach. Es sind mehrere Geschichten in einem Roman, die Lemaitre gekonnt zuerst miteinander verbindet und dann entflechtet. Er erzählt von Albert und Édouard, von Leutnant Pradelle, einem korrupten gewissenlosen verarmten Adeligen, der nur eines will und zwar wieder ganz nach oben, gesellschaftlich und finanziell. Und er erzählt von Édouards Familie, die Pradelle für seine Zwecke gebraucht, die ihn aber schlussendlich vernichten wird. Vortrefflich sind die Charakterbeschreibungen der Romanfiguren, feinfühlig die Einblicke in das Leben jedes einzelnen, erklärend die Gründe für das Zusammenleben, alles harmonisch und nicht ohne sarkastische Pointen in einer große Lebenssymphonie zusammengefasst. Das ist ganz großer Lesegenuss, den Frankreich zu bieten hat.


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Cover des Buches Spiegel unseres Schmerzes (ISBN: 9783608983616)Dreamworxs avatar

Rezension zu "Spiegel unseres Schmerzes" von Pierre Lemaitre

Trilogieabschluss mit leichten Schwächen
Dreamworxvor 6 Monaten

1940 Frankreich. Der Zweite Weltkrieg ist zwar in vollem Gange, doch in Paris und dem Rest des Landes merkt man davon nichts, obwohl Frankreich gemeinsam mit Großbritannien Deutschland den Fehdehandschuh vor die Füße geworfen hat. Die Franzosen wiegen sich in Sicherheit, auch die Lehrerin Louise Belmont, die aushilfsweise im Monsieur Jules‘ Restaurant „La Petit Bohéme“ am Montmartre bedient. Als die Deutschen Paris mit ihrem Einmarsch überraschen und die Stadt im Handumdrehen übernehmen, ändert sich das Leben der Franzosen schlagartig, auch das von Louise Belmont…

Pierre Lemaitre hat mit „Spiegel unseres Schmerzes“ den Abschlussband seiner historischen Trilogie vorgelegt, der sicher erneut mit Frankreich und der Zeit zwischen den Kriegen beschäftigt. Der detailreiche, anspruchsvolle und leicht ironische Erzählstil erlaubt dem Leser eine Zeitreise in die Vergangenheit, um dort nicht nur den Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Paris mitzuerleben, er wird gemeinsam mit Louise auch hautnah Zeuge eines Selbstmordes mitten im Restaurant und deren Flucht aus Paris. In einem weiteren Handlungsstrang hält sich der Leser an der Maginot-Linie auf, wo sich Louises Bruder Raoul mit viel Einfallsreichtum und Geschäftssinn als Schieber verdingt und dadurch nicht nur an Einfluss gewinnt, sondern praktisch in dem ganzen Drama wie ein Kriegsgewinnler erscheint. Das Frontgeschehen sowie die Handlungen im Militärgeschehen werden sehr bildhaft geschildert, doch es dauert eine ganze Weile, bis der Leser langsam die Zusammenhänge der Perspektivwechsel erkennt und nach und nach die Puzzleteile zusammensetzen kann. Detailverliebt und recht ausschweifend zeichnet Lemaitre seine Handlung gleich einem Gemälde, nur fehlen dieser der gewisse Pepp und die Spannung, die seinen beiden Vorgängerbänden zu Eigen war. Grundsätzlich aber verfehlt der Autor auch diesmal nicht sein Ziel, dem Leser mit seiner Geschichte die damalige Atmosphäre und genug Stoff zum Nachdenken zu vermitteln und gleichzeitig das Kopfkino anzuwerfen.

Detailliert und mit eigenen Persönlichkeiten ausgestaltete Charaktere erscheinen lebendig und authentisch vor dem inneren Auge des Lesers, der ihre jeweiligen Schicksalswege verfolgt, bis sie sich am Ende zu einem vollständigen Bild zusammensetzen. Louise wirkt zu Beginn noch sorglos und selbstsicher, doch ändert sich das schlagartig, bringt Unsicherheit und Ängstlichkeit hervor. Doch unterschwellig wächst eine Stärke in ihr heran, die sie geradezu zur Heldin mutieren lässt. Raoul ist ein Schlitzohr, der den Krieg für seine Zwecke zu nutzen weiß. Aber auch Monsieur Jules, Gabriel, Dr. Thirion und Louises Mutter Jeanne besetzen wichtige Rollen in Lemaitres letztem Akt.

„Spiegel unseres Schmerzes“ rundet mit einer komplexen in sich verwobenen Geschichte die Zwischenkriegs-Trilogie ab, wobei dieser Roman an den beiden Vorgängern in punkto Spannung und ironischem Witz  nicht herankommt. Trotz allem lohnt sich die Lektüre, die eine Leseempfehlung verdient hat!

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Gespräche aus der Community

Eine Frau geht ihren eigenen Weg

Fans von historischen Romanen und Geschichten mit starken Frauen aufgepasst! Aus der Feder des preisgekrönten französischen Schriftstellers Pierre Lemaitre ist ein Kunstwerk voller Leidenschaft entstanden: "Die Farben des Feuers".

Macht mit bei unserer dritten LovelyBooks Literatursalon-Leserunde zu "Die Farben des Feuers" und seid Zeugen des Kampfes einer Frau gegen gesellschaftliche Konventionen.

In unserem LovelyBooks Literatursalon erwarten euch weitere literarische und anspruchsvolle Neuerscheinungen!

Zum Inhalt
Als der berühmte französische Bankier Marcel Péricourt im Jahr 1927 verstirbt, steht seine Tochter Madeleine, deren Exmann nach einem landesweiten Skandal im Gefängnis sitzt, plötzlich völlig allein an der Spitze eines Bankimperiums – in einer Epoche, in der es Frauen nicht einmal gestattet war, selbst einen Scheck zu unterschreiben. Während Gustave Joubert, der Prokurist der Bank, Charles Pericourt, Madeleines verschwenderischer Onkel, und André Delcourt, ihr Liebhaber mit dichterischen Ambitionen, um die junge Erbin und ihren Sohn schwirren wie Motten um das Licht, zeichnen sich am Horizont bereits die Vorboten des Zweiten Weltkriegs ab. Im Schatten von Börsenskandalen und politischen Wirrnissen arbeiten die Neider auf das Verderben der Familie hin. Doch für Madeleine ist das letzte Wort in dieser Angelegenheit noch nicht gesprochen. Um ihres Sohnes willen beginnt sie ihren ganz persönlichen Rachefeldzug zu planen.

Lasst euch von der Leseprobe überzeugen!

Zum Autor
Der 1951 geborene französische Autor arbeitete zunächst einige Jahre als Lehrer für Literatur und Ausbilder von Bibliothekaren. Sein Debüt als Schriftsteller gab er im Jahr 2006 mit dem Roman "Travail soigné". Unter dem Titel "Irène" wurde das Werk, das mit dem Prix du premier roman du Festival de Cognac ausgezeichnet wurde, in zahlreiche Sprachen übersetzt. Für den Historischen Roman "Au revoir là-haut" (dt. "Wir sehen uns dort oben", 2014) bekam der Franzose 2013 den bedeutendsten französischen Literaturpreis Prix Goncourt. Im selben Jahr wurde der sozialkritische Thriller "Cadres noirs" unter der Regie von Manuel Boursinhac verfilmt. Pierre Lemaitre ist auch als Drehbuchautor für Kino- und Fernsehfilme tätig und lebt in Paris.

Möchtet ihr herausfinden, ob es Madeleine gelingt, sich in einer von Männern dominierten Welt durchzusetzen?
Zusammen mit Klett-Cotta verlosen wir 30 Exemplare von "Die Farben des Feuers" unter allen, die sich mit anderen im Rahmen einer Leserunde über diesen Roman austauschen und im Anschluss eine Rezension schreiben möchten. Bewerbt euch* bis zum 06.03., indem ihr auf folgende Frage antwortet:

Madeleine erbt ein Bankimperium in einer Zeit, in der Männer das Sagen haben.
Welche ist aus eurer Sicht die wichtigste Errungenschaft in dem Kampf für die Gleichberechtigung der Frauen?


Ich freue mich auf eure Antworten und wünsche euch viel Glück!

Ihr seid noch kein Literatursalon-Mitglied? Ihr könnt jederzeit eintreten. Alle Infos dazu findet ihr hier und in unserer Literatursalon-Plauderecke.

1373 BeiträgeVerlosung beendet
AnjaPs avatar
Letzter Beitrag von  AnjaPvor 2 Jahren

Zusätzliche Informationen

Pierre Lemaitre wurde am 19. April 1951 in Paris (Frankreich) geboren.

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