Wir sehen uns dort oben" spielt in den letzten Tagen des Ersten Weltkriegs und in der unmittelbaren Nachkriegszeit. Im Mittelpunkt stehen vier Männer, deren Beziehungen von Verachtung, Moral und Zynismus geprägt sind.
Der auktoriale, ironische Erzähler wirkt nicht besonders zeitgenössisch, die Handlung ist linear, aber filmisch und plastisch inszeniert. Nebenfiguren bleiben teils holzschnittartig, doch die Hauptcharaktere sind differenziert und treiben die spannende und unterhaltsame Handlung voran.
Trotz der eher konventionellen Form ist der Roman gut geschrieben, klug konstruiert und fesselnd. Ich habe ihn deutlich lieber gelesen als viele andere Romane mit vermutlich höherem literarischen Anspruch und kann ihn allen empfehlen.
Pierre Lemaitre

Lebenslauf
Neue Bücher
Aus der Spur Bd. 1
Alle Bücher von Pierre Lemaitre
Drei Tage und ein Leben
Die Farben des Feuers
Opfer
Der kalte Hauch der Angst
Wir sehen uns dort oben
Ich will dich sterben sehen
Spiegel unseres Schmerzes
Drei Tage und ein Leben
Neue Rezensionen zu Pierre Lemaitre
"Auf den Hund gekommen" ist eine vergnügliche, unterhaltsame Lektüre von Pierre Lemaitre für Krimi-Fans mit schrägen Charakteren, schwarzem Humor und Thriller- Elementen mit einem Gespür für groteske Situationen. Dominique Monférrys detailreiche Zeichnungen fangen die bitterböse, aber irgendwie auch charmante Atmosphäre perfekt ein.
Die 60-jährige eiskalte Auftragskillerin Mathilde bekommt Probleme mit ihren Auftraggeber, weil sie ihre Jobs zu blutig erledigt.
Vieles wird dabei mit ironischer Distanz erzählt, ohne die Ernsthaftigkeit der Konsequenzen zu verharmlosen. Themen wie Gewalt und Verantwortung, aber auch die Folgen des Alterns (Demenz), Reue und Trauer über gewisse Entscheidungen, die man im Leben getroffen oder nicht getroffen hat, werden behandelt.
Mir hat diese besondere Graphic- Novel trotz der Gewalt sehr gut gefallen, denn ohne diese überspitzte Brutalität wäre die Geschichte eine Andere.
Ich muss zugeben, dass ich nach den verschiedenen, teilweise nicht so guten Bewertungen für dieses Buch, eher skeptisch war, ob es mir gefallen würde. Aber letztendlich bin ich, bis auf Kleinigkeiten, doch recht positiv überrascht, denn die Geschichte war mal etwas anderes, als in anderen Thrillern und durchaus gut.
So ist dieser Thriller in vier verschiedene Abschnitte eingeteilt, die durchaus Sinn ergeben, und damit auch aus mindestens zwei Perspektiven erzählt. Bereits im zweiten Abschnitt wird dabei so einiges klar, denn ab da tritt neben Sophie noch eine zweite Hauptfigur auf, die einerseits super interessant ist, aber auch wirklich bösartig. Zudem erfährt man durch diese Figur auch, was es mit all den Dingen auf sich hat, die Sophie geschehen. Dennoch bleibt die Geschichte von vorn bis hinten wirklich spannend, wird gegen Ende sogar noch spannender. Hier bekommt man nämlich ein richtig böses und perfides Psychospielchen vorgesetzt, welches auch noch echt gut konstruiert wurde. Allerdings muss ich auch sagen, dass die Geschichte manchmal etwas unrealistisch wirkte, aber das hat mich irgendwie so gar nicht gestört, weil ich dennoch mitgerissen wurde. Dafür fand ich den Schreibstil gerade am Anfang noch sehr schlicht und etwas stockend, was aber im Verlauf der Geschichte besser wurde.
Was ich allerdings auch super fand, waren die Charaktere, wobei gar nicht so viele davon eine wirklich große Rolle spielen, denn eigentlich dreht sich die Geschichte größtenteils um Sophie und vorgenannte Person, wobei Sophie die Protagonistin ist und die andere Person ein typischer Antagonist, ein Bösewicht und gewissermaßen ein Psychopath. Alle anderen Figuren, wie Sophies beste Freundin oder ihr Vater, sind eher Statisten, wobei die beiden aber gegen Ende der Geschichte dann doch noch einmal wichtig werden. Auf jeden Fall sind sie aber allesamt echt gut geschrieben und vor allem Sophie ist einerseits echt bemitleidenswert, bei allem, was ihr, ohne, dass sie es weiß, angetan wird, andererseits aber auch super stark und einfallsreich.
Alles in allem fand ich diesen Psychothriller echt gut, super spannend und eben gerade auf der psychischen Ebene echt nicht immer leicht zu ertragen. Allerdings kann ich auch verstehen, wenn der ein oder andere Probleme mit dem Schreibstil hat, denn dieser ist sicherlich gewöhnungsbedürftig. Dennoch ein guter, mitreißender Thriller.
Gespräche aus der Community
Eine Frau geht ihren eigenen Weg
Fans von historischen Romanen und Geschichten mit starken Frauen aufgepasst! Aus der Feder des preisgekrönten französischen Schriftstellers Pierre Lemaitre ist ein Kunstwerk voller Leidenschaft entstanden: "Die Farben des Feuers".Macht mit bei unserer dritten LovelyBooks Literatursalon-Leserunde zu "Die Farben des Feuers" und seid Zeugen des Kampfes einer Frau gegen gesellschaftliche Konventionen.
In unserem LovelyBooks Literatursalon erwarten euch weitere literarische und anspruchsvolle Neuerscheinungen!
Zum Inhalt
Als der berühmte französische Bankier Marcel Péricourt im Jahr 1927 verstirbt, steht seine Tochter Madeleine, deren Exmann nach einem landesweiten Skandal im Gefängnis sitzt, plötzlich völlig allein an der Spitze eines Bankimperiums – in einer Epoche, in der es Frauen nicht einmal gestattet war, selbst einen Scheck zu unterschreiben. Während Gustave Joubert, der Prokurist der Bank, Charles Pericourt, Madeleines verschwenderischer Onkel, und André Delcourt, ihr Liebhaber mit dichterischen Ambitionen, um die junge Erbin und ihren Sohn schwirren wie Motten um das Licht, zeichnen sich am Horizont bereits die Vorboten des Zweiten Weltkriegs ab. Im Schatten von Börsenskandalen und politischen Wirrnissen arbeiten die Neider auf das Verderben der Familie hin. Doch für Madeleine ist das letzte Wort in dieser Angelegenheit noch nicht gesprochen. Um ihres Sohnes willen beginnt sie ihren ganz persönlichen Rachefeldzug zu planen.
Lasst euch von der Leseprobe überzeugen!
Zum Autor
Der 1951 geborene französische Autor arbeitete zunächst einige Jahre als Lehrer für Literatur und Ausbilder von Bibliothekaren. Sein Debüt als Schriftsteller gab er im Jahr 2006 mit dem Roman "Travail soigné". Unter dem Titel "Irène" wurde das Werk, das mit dem Prix du premier roman du Festival de Cognac ausgezeichnet wurde, in zahlreiche Sprachen übersetzt. Für den Historischen Roman "Au revoir là-haut" (dt. "Wir sehen uns dort oben", 2014) bekam der Franzose 2013 den bedeutendsten französischen Literaturpreis Prix Goncourt. Im selben Jahr wurde der sozialkritische Thriller "Cadres noirs" unter der Regie von Manuel Boursinhac verfilmt. Pierre Lemaitre ist auch als Drehbuchautor für Kino- und Fernsehfilme tätig und lebt in Paris.
Möchtet ihr herausfinden, ob es Madeleine gelingt, sich in einer von Männern dominierten Welt durchzusetzen?
Zusammen mit Klett-Cotta verlosen wir 30 Exemplare von "Die Farben des Feuers" unter allen, die sich mit anderen im Rahmen einer Leserunde über diesen Roman austauschen und im Anschluss eine Rezension schreiben möchten. Bewerbt euch* bis zum 06.03., indem ihr auf folgende Frage antwortet:
Welche ist aus eurer Sicht die wichtigste Errungenschaft in dem Kampf für die Gleichberechtigung der Frauen?
Welche Genres erwarten dich?
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