Madame le Commissaire und die tote Nonne (Isabelle Bonnet 5)

von Pierre Martin 
3,7 Sterne bei3 Bewertungen
Madame le Commissaire und die tote Nonne (Isabelle Bonnet 5)
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Sehr gut gelungener 5.ter Fall: spannend, atmosphärisch, sehr hörenswert!

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Inhaltsangabe zu "Madame le Commissaire und die tote Nonne (Isabelle Bonnet 5)"

Der neue Provence-Krimi von Spiegel-Bestsellerautor Pierre Martin um die mutige Ermittlerin Isabelle Bonnet und ihren originellen Assistenten Apollinaire und um den bizarren Mord an einer Nonne.

Vom Rand einer steil abfallenden Klippe, wo man sonst unter hohen Aleppo-Kiefern wunderbar den Sonnenuntergang genießen könnte, bietet sich Isabelle Bonnet ein alles andere als idyllischer Anblick: Unten am Strand liegt eine Frau, unverkennbar in Ordenstracht gewandet. Schnell bestätigt sich, was zu befürchten war: Die Nonne lebt nicht mehr. Offenbar hatte sie bei der Suche nach seltenen Heilpflanzen den Halt verloren und war zu Tode gestürzt. So jedenfalls die (vorschnelle) Schlussfolgerung der Polizei.

Madame le Commissaire jedoch misstraut der ersten Schlussfolgerung ihrer Kollegen - und behält recht. Sie nimmt ihre Ermittlungen in dem einsam, aber malerisch gelegenen Monastère im Massif des Maures auf und hat bald mehr als einen Verdächtigen. Doch wer würde wirklich so weit gehen, eine Nonne zu ermorden?

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:B07BHJ81VM
Sprache:Deutsch
Ausgabe:herunterladbare Audio-Datei
Verlag:Audible Studios
Erscheinungsdatum:03.04.2018

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    Gwhynwhyfars avatar
    Gwhynwhyfarvor 2 Monaten
    Madame le Commissaire ist nicht meine Figur

    Der Anfang: »Es hörte sich einfach an und war doch so schwer: Vivre le moment présent! Nicht an die Vergangenheit denken, auch nicht an die Zukunft, sich vielmehr ganz auf den Augenblick Besinnen. Isabelle, die mit geschlossenen Augen im Schatten einer Pinie saß, lächelte leise vor sich hin.«

    Vivre le moment présent

    Ich dachte, für den Sommer probierst du einen Provence-Krimi von Spiegel-Bestsellerautor Pierre Martin. Es ist der fünfte Teil, doch man kann sofort einsteigen, ohne die anderen Bände zu kennen. Madame le Commissaire sitzt mit ihrer Freundin in den Gärten von Fragolin in der Provence. Es ist der Geburtsort der Kommissarin, in dem sie derzeit auch arbeitet. Von einer steil abfallenden Klippe der Gärten ist eine Nonne herabgestürzt, vermutlich beim Kräutersammeln. Oder wollte sie Selbstmord begehen? Für die örtliche Polizei ist der Fall klar: ein Unfall oder Suizid. Akte geschlossen, lediglich die Identität der Frau ist noch zu klären. Doch wer ist diese Nonne, welchem Orden gehört sie an, aus welchem Kloster kam sie angereist? Isabelle Bonnet ist nicht überzeugt, dass Fremdverschulden auszuschließen ist.

    Der Anfang gefiel mir, aber je länger dieses Buch fortschritt, um so weniger konnt ich mich mit dem Krimi anfreunden. Madame le Commissaire, Isabelle Bonnet ist eine »Madame Bond«. Super ausgebildet, kann sie und weiß sie immer mehr als alle anderen, ist allen Menschen hochüberlegen, behandelt ihren Assistenten wie einen netten Trottel. Sie selbst ist von sich mehr als überzeugt, und sie ist obendrein schön, alle Männer liegen ihr zu Füßen. Ihr Chef in Paris ist ein kranker Trottel, ihre beste Freundin ist auch nicht besonders schlau, ein Schmetterling, der von Mann zu Mann flattert. Madame selbst hat ungezwungen zwei Liebhaber.

    »Na, wie kommt er damit klar?«, fragte ihre Freundin. Sie wusste genau, worauf Jacqueline anspielte, stellte sich aber ahnungslos. »Womit?«
    »Mit eurem Arrangement. Schließlich warst du noch vor zwei Wochen mit Rouven in der Karibik auf Saint-Barthélemy. Weiß Thierry davon?«
    »Natürlich, aber wir reden nicht darüber. Jetzt bin ich ja wieder hier.«
    Jacqueline lachte. »Du bist schon eine coole Socke. Hast zwei Männer gleichzeitig.«

    Der eine ist Thierry, der Bürgermeister von Fragolin, der andere, Rouven, ein schwerreicher Adliger und supernetter Kunsthändler, der sogar Fahrrad fährt. Im nächsten Augenblick holt er Madame durch den Chauffeur mit dem Bentley ab und es geht mit der Jacht oder dem Flugzeug zu einer Veranstaltung. Als Isabel aber einen der Männer dabei erwischt (sie lässt polizeiintern nachforschen) einen anderen Hasen im Bett zu haben, wird sie stinksauer. Sie leitet eine Einheit, bestehend aus ihr und ihrem Assistent, werden aus Paris geleitet, für was auch immer, anscheinend gibt es nicht ernsthaft etwas zu tun, man lungert rum. Deswegen hat man Zeit für die Nonne. Ich liebe starke Frauenfiguren, aber die hier ist mir zu narzisstisch, und noch schlimmer: Sie ist Fantasy. Das ist Geschmacksache. Aber ich empfinde solche Romanfiguren schwach, unglaubwürdig, männlich wie weiblich. Nervig ist die Figur Apollinaire, der Assistent von Madame, der ergeben, gebetsmühlenartig seine Chefin lobpreist.

    Zur Story: Nachdem Madame auf eigene Faust im Fall der Nonne ermittelt, eine Spur verfolgt, bekommt sie den Fall übertragen, findet heraus, aus welchem Kloster sie stammt. Es gibt zwei weitere tote Nonnen. Madame macht, was sie will, scheinbar hat sie sonst keine Aufgaben, schönes Polizeileben, kommt und geht, wann sie will. Apollinair ist immer im Büro, ackert akribisch, während Madame sich ins Restaurant verflüchtigt. Sie ermittelt verdeckt im Kloster als Nonne, gibt sich ständig bei Zeugenbefragungen als jemand anderes aus (Schwester der Toten, Beauftragte des Klosters usw.), oder sie spielt die verführerische Femme fatale. Ab der Mitte sollte dem Leser klar sein, wer der Mörder der Nonnen ist. Das Buch wäre zu kurz, drum brauchen Madame le Commissaire und Apollinaire etwas länger, tapsen in die falsche Richtung, was jedoch nicht zu ihrer angeblichen Genialität passt.

    »Zu deiner Entscheidung, Paris adieu zu sagen, um fortan im Süden zu leben. Ich verstehe ich dich mit jeder Minute besser.«
    Isabelle schmunzelte. »Oui, c’est pas mal. Man kann sich daran gewöhnen.«
    »Du hast es verdient, nach allem, was geschehen ist.«
    »Wenn du meinst. Santé!«

    Die Provence wird nett beschrieben, macht Lust auf Urlaub, die Landschaft hat der Autor anschaulich dargestellt. Es sind einfache Worte, Sätze, die man versteht (Ich beherrsche kein Französisch!), die sich aus dem Kontext ergeben. Eigentlich finde ich das sehr sympathisch. Leider wird es überzogen und so ziemlich jede einzelne Vokabel im nächsten Satz auf Deutsch erklärt, indem man im Nachsatz das Ganze wiederholt. Das nervt. Braucht der Krimi so viel Französisch? Eigentlich nicht, aber auf keinen Fall die Nachsatzübersetzungen. Es klingt, als wollte jemand mit dem Hammer französisches Flair reinknallen. Sprache jedoch macht nicht den Flair einer Region aus. Was eigentlich ganz nett anfing, hat mich am Ende nur noch genervt: Die Figuren, der Plot an sich, das Französisch und die Stimme der Sprecherin.

    Was Hörbücher betrifft, bin ich ein sehr verträglicher Hörer. Ganz, ganz selten gefällt mir der/ die Sprecher*in nicht. Gabriele Blum hat mein Gehirn allerdings gereizt. Geschmacksache. Viele Passagen liest sie in einem Affentempo, gehetzt, als wäre der Teufel hinter ihr her (am Ende dann dieses tiefe Einatmen). Andere Stellen klingen gelangweilt. Und wenn sie die Stimme verstellt, klingt das Ganze nur noch schrecklich. Dem armen Apollinaire unterstreicht sie stimmlich seine Unterwürfigkeit und Dümmlichkeit (dumm ist er ja gar nicht, sogar ziemlich gebildet), was ihn noch nerviger macht. Dümmlich, weil er bunte Socken mit Muster trägt und überhaupt – er mag bunte Kleidung. Auch so eine komische Sache, dem Leser weismachen zu wollen, bunt beim Mann sei etwas, was lächerlich wirkt.

    Ein Hörbuch, bei dem ich entspannen wollte, das klappte anfänglich, eine Geschichte, die mich jedoch zum Ende hin reizte. Alles Geschmack. Am Ende fand ich alles von A-Z unglaubwürdig, leider. Und ich fragte mich, was hier das Thema war? Wo ist die Message an den Leser? Beides nicht vorhanden. Mord – Ermittlung – Täter gefunden. Das reicht bei mir nicht. Madame le Commissaire, Isabelle Bonnet, ich habe kein weiteres Bedürfnis mehr von ihr zu erfahren. Vielen Lesern gefällt die Madame, soll jeder selbst entscheiden, über Kunst, Musik und Literatur streiten wir nicht. 

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    Wedmavor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Sehr gut gelungener 5.ter Fall: spannend, atmosphärisch, sehr hörenswert!
    Ein netter gemütlicher Krimi aus Südfrankreich.

    Diesen Regio-Krimi habe ich genossen und kann ihn gut weiterempfehlen.


    Klappentext beschreibt die Ausgangssituation ganz gut: „… Vom Rand einer steil abfallenden Klippe, wo man sonst unter hohen Aleppo-Kiefern wunderbar den Sonnenuntergang genießen könnte, bietet sich Isabelle Bonnet ein alles andere als idyllischer Anblick:
    Unten am Strand liegt eine Frau, unverkennbar in Ordenstracht gewandet. Schnell bestätigt sich, was zu befürchten war: Die Nonne lebt nicht mehr. Offenbar hatte sie bei der Suche nach seltenen Heilpflanzen den Halt verloren und war zu Tode gestürzt. So jedenfalls die (vorschnelle) Schlussfolgerung der Polizei.
    Madame le Commissaire jedoch misstraut der ersten Schlussfolgerung ihrer Kollegen - und behält recht. Sie nimmt ihre Ermittlungen in dem einsam, aber malerisch gelegenen Monastère im Massif des Maures auf und hat bald mehr als einen Verdächtigen. Doch wer würde wirklich so weit gehen, eine Nonne zu ermorden?“


    Isabelle kann es nicht lassen. Sie ist und bleibt eine Frau mit ihrer eigenen Meinung, die die anderen zunächst oft nicht teilen. Aber davon lässt sie sich keineswegs beeindrucken. Oft genug behält sie recht. Je weiter Isabelle nachforscht, desto klarer werden die Konturen eines Verbrechens, das gut vertuscht in Vergessenheit geraten sollte.


    Es ist eine schöne, gut gelungene Folge, ein richtig netter, gemütlicher Regio-Krimi aus Südfrankreich geworden, bei dem die Ermittlungen mehr Raum und das Private etwas weniger davon in Anspruch nimmt, was auch sehr gut passt. Man erfährt einiges über die Klöster, Nonnen und Mönche. Isabelle geht auch ins Kloster und verbringt dort eine Nacht.


    Schön atmosphärisch ist das Ganze. Das südfranzösische Flair ist jederzeit präsent: Hier wird schön gegessen, da ein Gläschen vom kalten Rosé genossen, an den Strand zum Schwimmen gefahren, zumindest darüber nachgedacht, etc.


    Weiterentwicklungen in Isabelles Privatleben gibt es auch. Ihr Freund und der Bürgermeister treibt wieder „sein Unwesen“. Isabelle tröstet sich mit ihrem sagenhaft reichen Künstlerfreund, der sie mal zum Essen mal zu einem Empfang einlädt, bei dem sie auch die High Society kennenlernt, was für ihre Ermittlungen als sehr hilfreich herausstellt.


    Die Handlung ist gut durchdacht, erst allmählich gewinnt der Fall die Konturen, und es macht Spaß, Isabelle und ihrem Assistenten dabei zuzuschauen. Die Nebenstränge um die Freundinnen, sowohl von Isabelle als auch von der von Apollinaire sind eine nette Ergänzung, letzterer greift auch gesellschaftskritische Dinge auf, z. B. im Umgang der Polizei mit den Ausländern. Die Auflösung ist schlüssig, wobei ich sie schon beim zweiten Auftreten der fraglichen Person halbwegs vorhersehen konnte.


    Die Figuren sind allesamt sehr gut und lebendig geworden, manche sehr spannend, wie der Vorsteher des männlichen Klosters, der früher mal in der Fremdenlegion gedient hatte, oder auch die Mutter Oberin des Frauenklosters, um das es hier geht.


    Einziger Kritikpunkt: Zu viele Rekapitulationen und Zusammenfassungen des Stoffes, zu viele Erklärungen insg. Ich plädiere dafür, dass die Unsitte, sich an die dümmst-anzunehmenden-Leser zu richten, abgeschafft wird. So etwas verhunzt jeden guten Krimi und den Spaß an diesem Genre insgesamt. Das muss wirklich nicht sein. Wer eine Rekapitulation braucht, kann gern paar Seiten gemäß eigenen Bedarfs zurückgehen. Diejenigen, die aufgepasst haben, müssen nicht unter der rein angenommenen (!) „Vergesslichkeit“ andere leiden, indem sie eine Stoffwiederholung nach der anderen verpasst bekommen.


    Gabriele Blum hat wieder sehr schön gelesen. Diese Reihe verbinde ich nun fest mi ihrer Stimme und möchte sie nicht mehr missen.


    Fazit: Ein netter gemütlicher Krimi aus Südfrankreich. Ich verbleibe auf weitere Folgen gespannt und vergebe vier gute Sterne und eine Lese- bzw. Hörempfehlung.

     

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    lisamvor 5 Monaten

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