Pierre Michon Die Grande Beune

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Inhaltsangabe zu „Die Grande Beune“ von Pierre Michon

Der Erzähler dieser packenden, knappen Geschichten erinnert sich an die erste Stelle als Lehrer, die er 1961 an dem Fluß der Grande Beune, in einem Dorf in Frankreichs Südwesten antrat. Er begegnet zwei Frauen, der älteren Hélène und der jungen Yvonne. Von Yvonne träumt er Tag und Nacht, ihr stellt er nach.
Pierre Michon, einer der Meister der französischen Gegenwartsliteratur, hat 'Die Grande Beune' in einer unerhört sinnlichen und kunstvollen Sprache geschrieben. Bereits das Motto Andrej Platonovs schlägt den Ton an: 'Die Erde schlief nackt und gepeinigt wie eine Mutter, der die Decke herabgeglitten war.'

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  • Rezension zu "Die Grande Beune" von Pierre Michon

    Die Grande Beune

    Clari

    05. July 2011 um 14:56

    Archaische Lebenswelten. In seinem düsteren kleinen Roman "Die Grande Beune" beschwört Pierre Michon eine archaische Welt herauf, die fern unserer Zivilisation im Tal der Dordogne und dem Flüsschen Beune ein ursprüngliches Leben verspricht. Hier lebt der junge Lehrer, der sich ungeahnte sinnliche Genüsse von den üppigen Gestalten zweier Frauen erträumt. Helène und Yvonne bieten körperliche Anblicke, von denen er hingerissen ist. In geheimnisvollen Sätzen mit Vergleichen zur Mythologie sieht er die Zigarettenverkäuferin Yvonne, die in ihm unendliche Lüste erweckt. P.Michon bedient sich einer überbordenden Sprache, in der Landschaft und Natur zur sinnlichen Fleischeslust zu passen scheinen. Die gefühlvolle und sehr realistische Ausdrucksweise wirkt teilweise altmodisch und zugleich stark erotisch durchsetzt. Von Regen, wilden Wassern, toten Füchsen und laichenden Fischen ist die Rede ebenso, wie vom weißen verlockenden Fleisch Yvonnes, das gelegentlich Merkmale von Verletzungen aufweist. Diese heizen die Phantasie des jungen Lehrers an, der sich immer wieder an Yvonnes Fersen heftet. Der Lehrer symbolisiert den Eros, der, getrieben von seinen Fantasien, das Objekt seiner Begierde sprachlich in Teile zerlegt. Angereichert von Stimmungen der Natur, von Regen und glitzernden Wassern, durchströmt den Roman eine unheilvolle Tiefe, die auf kein glückliches Ende hoffen lässt. In einem Nachwort kann man lesen, dass Michon sich gerne und viel in Bildergalerien aufhielt. Auch seine Darstellung der triebhaften und ungebremsten sexuellen Lüste gleichen teilweise Gemälden. Hier sei nur an Courbets "Der Ursprung der Welt" erinnert. Insgesamt ist der Roman ein schwer verdauliches aber literarisch sehr anspruchsvolles Werk, dem man eine gewisse Hochachtung nicht verweigern kann.

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