Pierre Szalowski

 4.2 Sterne bei 34 Bewertungen

Lebenslauf von Pierre Szalowski

Pierre Szalowski lebt in Montreal und arbeitete als Pressefotograf, Journalist, Grafiker, Art Director, Creative Director, Film- und Fernsehproduzent, Software-Entwickler, Vizepräsident von Ubisoft … „Bei Kälte ändern die Fische ihre Bahnen“ ist sein erster Roman, mit dem er 2009 auf Anhieb den renommierten Grand Prix de la Relève littéraire Archambault gewann.

Quelle: Verlag / vlb

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Rezension zu "Bei Kälte ändern die Fische ihre Bahnen" von Pierre Szalowski

Ein wundervolles Buch, welches die Seele berührt.
Osillavor 4 Jahren

Ein unvorhersehbares Naturereignis reißt ganz unterschiedliche Menschen aus ihrem Alltag und bringt sie gleichzeitig zueinander und mit sich ins Reine. Pierre Szalowski ist ein wunderschöner Roman gelungen, der einen nicht los lässt, auch wenn man die letzte Seite bereits erreicht hat.

Pierre Szalowski lebt in Montreal. Sein Arbeitsfeld ist vielseitig, so ist er beispielweise Autor, Journalist, Grafiker, Film- und Fernsehproduzent, Software-Entwicklter und Pressefotograf. Bei Kälte ändern die Fische ihre Bahnen ist sein erster Roman. Die Originalausgabe erschien 2007 unter dem Titel Le froid modifie la trajectoire des poissons. 2009 erhielt er dafür den Grand Prix de la Relève littéraire Archambault.

Es ist Weihnachten, ein elf-jähriger Junge erfährt, dass seine Eltern sich trennen werden. Schockiert von diesen Neuigkeiten flieht der Junge in sein Zimmer und bittet den Himmel um Hilfe. Sein Wunsch geht in Erfüllung, durch einen heftigen Eisregen wird ihm sein Vater wieder zurück gebracht. Gleichzeitig gerät aber auch das Leben vieler anderer Menschen in Montreal aus den Fugen.

„Ich schämte mich für das, was ich angerichtet hatte. Wenn es geholfen hätte, mein Problem zu lösen, hätte es mir nichts ausgemacht, aber so… völlig zwecklos.“ (S. 119)

Aber gleichzeitig sorgt jener Eisregen dafür, dass Menschen sich begegnen, die jahrelang Seite an Seite gelebt, sich aber nie richtig wahrgenommen haben: Alex, der rebellierende Nachbarsjunge lebt bei seinem alleinerziehenden Vater Alexis. Dem Vater ist Halt und Perspektive im Leben verloren gegangen. Simon und Michel, ein homosexuelles Paar, die sich vor der Außenwelt verstecken und ein Outing nicht wagen. Julie, eine hübsche Frau, die sich das Glück in einer guten Partnerschaft erhofft, dabei aber nur von den Männern auf ihr Äußeres reduziert wird. Boris der Einzelgänger mit Spleen für Fische. Und dann jener verzweifelte Junge, dessen Eltern sich trennen wollen. Alle finden sie auf Umwegen zueinander.

Ganz verschiedene Erzählstränge verbinden sich zu einer schönen und gelungenen Erzählung, die ans Herz geht. Am Ende bleibt die Frage offen, ob der Eisregen dem Jungen zur Hilfe kam, oder ob alles nur ein glücklicher Zufall war. Wer weiß schon genau, was zwischen Himmel und Erde existiert.

Der Sprachstil ist flüssig und voller schöner Bilder, wie ein unter der Eislast geknickter Baum (S. 132), der die verschiedenen Charaktere mit ihren unterschiedlichen Problemen widerspiegelt.

Seit langem stand dieses Buch in meinem Regal ungelesener Bücher und war zu Unrecht in einer der hinteren Ecke verschwunden. Ich bin sehr froh, diesen kleinen Schatz daraus befreit zu haben. So konnte dieses Buch zu einem meiner Lieblinge werden. Es hat einen Platz in der vorderen Reihe verdient, denn die eigentlich unspektakulären Leben der darin vorkommenen Protagonisten sind zu einem schönen und lesenswerten Ganzen verbunden worden. Es macht einfach Freude die Geschichte, die Pierre Szalowski so leicht und einfühlsam erzählt, miterleben zu dürfen.

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Rezension zu "Bei Kälte ändern die Fische ihre Bahnen" von Pierre Szalowski

Schwimmende Fische, Eisregen und Gefühlsduselei...
Callsovor 6 Jahren

Ein plötzlicher Eisregen in Kanada verändert für eine kleine Nachbarschaft das halbe Leben. Es geht um Trennung, Outing, der Beginn einer Liebe und das Ausleben von Gefühlen.

Und es geht nebenbei um das genaue Beobachten der Bahnen der kleinen Fische.

Der Autor hat eine nette kleine Geschichte fabriziert. Fast ein modernes Märchen, weil sich plötzlich alles dreht und verändert.

Das Buch lässt sich sicherlich ganz gut lesen, manchmal mach die kurze, angerissene Art der Darstellung jedoch etwas Mühe. Insgesamt hat das Buch ein wenig Luft nach oben.

Schön jedoch, dass man etwas über die Schwimmbahnen der Fische erfährt...

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Rezension zu "Irgendwo ist immer jemand, der dich liebt" von Pierre Szalowski

Irgendwo ist immer jemand, der dich liebt von Pierre Szalowski.
Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Jahren

Martin Ladouceur, der berühmt berüchtigte Eishockeyprofi, verbringt den Weihnachtsabend in einem Hotel in Montréal. Es ist nicht sein erster Besuch in der Stadt, noch seine erste Nacht in diesem Hotel. Sieben Jahre zuvor gerieten die Dinge hier etwas außer Kontrolle und führten zu seinem Rauswurf bei den Canadiens. Nun sitzt Ladouce, wie er sich selbst nennt, auf glühenden Kohlen, versucht alte Zeiten wieder aufleben zu lassen und steht bei Freunden auf der Schwelle, die sich schon lange vom wilden Leben verabschiedet haben. Enttäuscht trifft er wieder im Hotel ein und stößt dort auf einen Jungen, der eigentlich gar nicht dort sein sollte. Ein Junge, der ihm, wenn er es genau bedenkt auffallend ähnlich sieht. Oder bildet Ladouce sich das alles etwa nur ein?

Klingt erst einmal ziemlich kitschig, der Titel zumindest. Klingt nach Frauenroman, vielleicht sogar nach einem Heftchen mit Einhorn und muskulösem Highlander auf dem Cover. Davon ließ ich mich aber nicht beirren, denn mit C. Bertelsmann habe ich literarisch bisher nur ansprechende Erfahrungen gemacht. Also griff ich zum Buch und las und las und tat zur Abwechslung mal etwas weihnachtliches, das nichts mit Essen zu tun hatte. Und nach 280 Seiten, die mal herzerwärmend, mal äußerst ruppig und ab und zu sogar unfreiwillig komisch waren, kam ich zum Ende und dem Schluss, dass ich eine gute Entscheidung getroffen hatte, auch wenn ich sonst eher einen Bogen um Bücher mache, die allzu saisonal daher kommen.

Denn dieser Roman ist nicht nur weihnachtlich in seinem Schauplatz und der Handlung sondern greift dabei auch viele der Themen auf, die wir mit dem Festtag in Verbindung bringen, und dabei rede ich nicht nur von der zweifelhaften Vaterschaft des kleinen Jungen. Dies ist ein Roman über die großen und kleinen Gefühle, die Liebe und Hoffnung darauf, die uns umtreibt. Es ist ein Roman über Familie und die Selbstlosigkeit mit der sich ein Eishockeystar für eine Nacht eines kleinen Jungen annimmt und alles tut um diesen für kurze Zeit glücklich zu machen, auch wenn es ihn am Ende eine Augenbraue kostet. Es ist ein Roman über eine Reise an einen Ort an dem man nicht willkommen ist, oder nicht willkommen zu sein glaubt, und darüber wie man sich trotz ungewöhnlicher Umstände seines Lebens freuen kann, indem man sich auf die bescheidenen Momente besinnt, die doch gleichzeitig so viel Geborgenheit geben können.

Wem kalt und trist zu Mute ist, und sich nach Wärme, bzw. Herzenswärme sehnt, wer jetzt schon die Weihnachtszeit vermisst, dem lege ich dieses Buch ans Herz. Man muss nicht zwingend Eishockey Fan sein, auch wenn man so die Begeisterung der Figuren für diesen Sport besser begreifen könnte. Man muss nicht zwingend einsam sein, um den Wunsch nach einer Familie zu verstehen, der die Hauptfigur umtreibt. Aber man muss ein Happy End mögen, mit Wermutstropfen, zugegeben, aber doch so süß, dass sich mir kurz Nase kräuselt, wenn ich daran zurück denke. Doch das war es was ich erwartete, einen Wohlfühlroman, und den bekam ich, also werde ich mich nicht beklagen. Ein großes Meisterwerk ist dieser Roman nicht, aber vielleicht ein kleines, denn er schaffte es ein Lächeln auf das Gesicht dieser Leserin zu zaubern.

Ein Weihnachtsbuch, ein Wohlfühlroman, eine literarische Umarmung für das Herz, nicht nur für Eishockey Fans.

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