Pieter Webeling

 4.7 Sterne bei 115 Bewertungen
Autor von Das Lachen und der Tod, Die Stunde des Schmetterlings und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Pieter Webeling

Pieter Webeling, 1965 in Den Helder geboren, veröffentlichte 2008 seinen ersten Roman, Veertig dagen. Als Journalist führt Pieter Webeling für angesehene holländische Zeitungen viel beachtete Interviews. Sein Roman über einen Komiker in Auschwitz und über die ambivalente Rolle des Humors in einem totalitären System (Das Lachen und der Tod, 2013 bei Blessing) erregte internationales Aufsehen und wird verfilmt.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Pieter Webeling

Cover des Buches Das Lachen und der Tod9783896674647

Das Lachen und der Tod

 (103)
Erschienen am 19.08.2013
Cover des Buches Die Stunde des Schmetterlings9783896675682

Die Stunde des Schmetterlings

 (12)
Erschienen am 26.09.2016
Cover des Buches Die Stunde des Schmetterlings9783641183868

Die Stunde des Schmetterlings

 (0)
Erschienen am 26.09.2016

Neue Rezensionen zu Pieter Webeling

Neu

Rezension zu "Das Lachen und der Tod" von Pieter Webeling

Jeden Abend ein Lacher
nadine_imvor 25 Tagen

Inhalt: Der Held und Ich-Erzähler dieses Romans, Ernst Hofman aus Amsterdam, ist von Beruf Komiker. Er lebt für den Applaus und von dem Gelächter seiner Zuhörer. Da seine verstorbene Mutter Jüdin war und er mit politischen Witzen auffällig geworden ist, wird er 1944 in einem Viehwaggon mit anderen Verfolgten in ein Konzentrationslager gebracht. Doch Ernst Hofman kann nicht anders, er bleibt selbst im Lager Komiker und erzählt, mit Billigung des Barackenältesten, abends den Mitgefangenen Witze, um sie vor der endgültigen Verzweiflung zu bewahren und von dem Grauen abzulenken.

Als der deutsche Lagerkommandant das erfährt, will er Hofman dazu bringen, abends vor den SS-Leuten als Kabarettist aufzutreten. Erst weigert sich der Komiker, doch dann verspricht ihm der Lagerkommandant, die Frau, in die sich Hofman auf dem Transport verliebt hat, am Leben zu lassen. Es ist ein diabolischer Vorschlag, der den Häftling an die Grenzen seines Gewissens und seines Überlebenswillens führt. 



Ich kann nicht viel zum Schreibstil sagen, es hat einen einfach in einen Bann gezogen, sodass man das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Ich habe bisher nur originale Nacherzählungen aus den Lagern gelesen, also Geschichten von Zeitzeugen und deswegen stand ich dem Buch zunächst ein wenig kritisch gegenüber. Der Protagonist Ernst Hoffmann ist schließlich erfunden, aber dass er ein Komiker war, der es schaffte Leute trotz des Grauens noch ein Lachen zu entlocken.. die Idee ist genial!

Zudem merkt man, dass ausreichend Recherche betrieben wurde, bevor das Buch verfasst worden ist, man hat also trotzdem einen Tatsachenbericht!

Die Behandlung durch die SS wird hier womöglich schlimmer als in jedem Zeitzeugenbericht geschildert, es ist schrecklich es auch nur auszusprechen und nur schockierend dass es der Realität entsprochen hat. Es ist so gut beschrieben, dass man gar nicht anders kann als mitzufühlen und mitzuleiden, obwohl wir uns das tatsächliche Leid wohl kaum vorstellen können. Und der Protagonist hatte es die meiste Zeit ,noch gut‘. 

Ich habe nicht damit gerechnet, dass so hautnah von den Krematorien und den Gaskammern erzählt wird... in den beschrieben Szenen hatte ich Gänsehaut und konnte es einfach nicht fassen wie unverschämt alles abgelaufen ist. Man bekommt einen Einblick in die Lagerzeit, von denen viele Leute nichts gewusst haben... es wurde nunmal auch geheim gehalten.

In dem Buch geht es ebenfalls um eine Liebesgeschichte, die jedoch eher im Hintergrund steht.. sie ist quasi die einzige Hoffnung des Komikers für das Leben zu kämpfen und ich finde die Gefühle sind sehr schön beschrieben. Man kann die Sehnsucht und Angst die Liebe seines Lebens zu verlieren wirklich spüren.


Alles in einem ist es wohl eins der besten Werke aus der Lagerliteratur, weil wirklich alle Themen offengelegt werden. Ich empfehle es weiter, aber es ist nicht leicht due Geschichte zu lesen. Nicht wegen dem Schreibstil, sondern wegen der Abscheulichkeit der Arbeitslager.

Kommentieren0
3
Teilen

Rezension zu "Das Lachen und der Tod" von Pieter Webeling

Überleben in der Hölle
Lilli33vor 3 Monaten

Gebundene Ausgabe: 319 Seiten

Verlag: Karl Blessing Verlag (19. August 2013)

ISBN-13: 978-3896674647

Originaltitel: De lach en de dood

Übersetzung: Christiane Burkhardt

Preis: als Hardcover vergriffen

als Taschenbuch und als E-Book erhältlich


Überleben in der Hölle


Inhalt:

Der Komiker Ernst Hoffmann aus Amsterdam wird 1944 nach Auschwitz verschleppt. Schon bald tritt er auch im Konzentrationslager als Komiker auf, was ihm und anderen das Leben rettet. Die Hölle ist es trotzdem …


Meine Meinung:

Sehr anschaulich beschreibt Pieter Webeling diese schreckliche Zeit und vor allem das Leben im Konzentrationslager aus der Sicht des Ernst Hoffmann, der in der Ich-Form erzählt. Man ist dadurch als Leser*in an dieser Figur ganz nah dran, bekommt die Gedanken und Gefühle hautnah mit und kann sich einwandfrei in diese Person hineinversetzen. 


Humor ist nichts weiter als die strikte Weigerung, der Tragödie das letzte Wort zu überlassen. (S. 105)


In diesem Sinn versucht der Komiker, seinen Mitgefangenen das Leben zu erleichtern, sie dem tristen Lagerleben gedanklich entkommen zu lassen, ihnen ein wenig Lebensfreude zu schenken..


Und auch vor den SS-Offizieren soll er auftreten. Dabei steckt Hoffmann in einem Dilemma: Er hat die Möglichkeit, sich als Instrument der SS-Offiziere herzugeben und sie zu unterhalten und dafür im Gegenzug sein Leben und das einer ihm nahestehenden Person zu retten, oder sich zu weigern und dem sicheren Tod ins Auge zu sehen. So ist er oft von Zweifeln geplagt, ob er das Richtige tut, aber sein Lebenswille ist überwältigend. Und auch seine Liebe zu Helena, die er auf dem Transport nach Auschwitz kennengelernt hat. Mit viel Mut und Menschlichkeit laviert er sich durch die Hölle.


Fazit:

Ein sehr beeindruckender Roman, der einige der damaligen Gräuel beschreibt, aber auch Hoffnung sät. Absolut lesenswert!


★★★★★

Kommentieren0
2
Teilen

Rezension zu "Das Lachen und der Tod" von Pieter Webeling

Humor als Revolte gegen ein so abscheuliches System
B.tina_chaosqueenvor einem Jahr

Der Schreibstil des Autors ist sehr eindrucksvoll. Es war mir nicht möglich mich von dem Buch emotional zu distanzieren.
Unmenschliche Bedingungen,Todesangst,Hunger,Durst, Krankheiten,Gewalt,Verluste,Hoffnungslosigkeit,Angst,der ständige Druck, sich vermeintlich angemessen zu verhalten und nicht auf zufallen, dem allen waren die Häftlinge ausgesetzt und nie habe ich es so in aller Deutlichkespüren bekommen, wie hier.

Dem ganzen mit Humor entgegenzuwirken, ist eine so sonderbare, aber geniale Idee, dass es mich schier überwältigt hat. Und alles in allem ist dieses Buch genau das: Überwältigend.

Kommentieren0
5
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks