Pieter Webeling

 4.7 Sterne bei 104 Bewertungen

Alle Bücher von Pieter Webeling

Das Lachen und der Tod

Das Lachen und der Tod

 (93)
Erschienen am 19.08.2013
Die Stunde des Schmetterlings

Die Stunde des Schmetterlings

 (11)
Erschienen am 26.09.2016

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rokats avatar

Rezension zu "Das Lachen und der Tod" von Pieter Webeling

Jeden Tag einen Lacher...
rokatvor einem Jahr

Man schreibt das Jahr 1944, und das Buch beginnt in einem der Sonderzüge, mit denen Juden in ein Konzentrationslager transportiert werden. Im Mittelpunkt steht Ernst Hofman, Halbjude aus Amsterdam, Komiker von Beruf. Bereits im Zug bekommt er die Brutalität der Deutschen zu spüren, trifft aber auch Helena, in die er sich verliebt. Im Lager werden sie getrennt, doch der Gedanke an sie ist es, der ihn all die grausamen Wochen und Monate überstehen lässt. Während so viele im Lager resignieren, beginnt Ernst, Witze zu erzählen, um den Mithäftlingen ein wenig Lebensfreude zurückzubringen, und sie für ein paar Minuten vom Grauen abzulenken. Durch Zufall erfährt der deutsche Lagerkommandant davon und will, dass Ernst vor seinen SS-Leuten auftritt. Dies stürzt Ernst in ein grosses Dilemma: Überleben, oder gegen sein Gewissen handeln? Dann setzt der Kommandant Helena als Druckmittel ein. Und plötzlich überschlagen sich die Ereignisse. Werden Ernst und Helena überleben?

Mich faszinieren Bücher aus dem zweiten Weltkrieg und Berichte, bzw. Bücher über die  Konzentrationslager. Diese Grausamkeit, die sich dort abgespielt hat, lässt mich nicht los, und macht mich fassungslos. Die meisten dieser Bücher sind sehr speziell, und unglaublich fesselnd geschrieben. Auch dieses Buch hier macht keinen Unterschied.

Von der ersten Seite an ist man im Geschehen drin, fühlt mit, leidet mit – und lacht mit, so unglaublich sich das anhört. Denn Ernst ist Komiker mit Leib und Seele, er kann nicht anders als dem Leben mit Ironie und einem Witz begegnen. Dass er damit gegen das Grauen ankämpft, und Leuten ein Lächeln aufs Gesicht zaubert, welche eigentlich keine Kraft zum Leben mehr haben, das ist unglaublich. Diese Diskrepanz zwischen den Witzen, welche unglaublicherweise auch hauptsächlich über Juden und die SS sind, und dem realen Leben, wo der Tod willkürlich an jeder Ecke des Lagers lauert, man kann sie kaum in Worte fassen. Doch dies schafft der Autor auf eine Art und Weise, die den Leser so mitfühlen lässt, ich hatte unglaublich oft Tränen in den Augen.

Allerdings ist der Auto auch völlig schonungslos, er stellt die Abläufe im Lager dar, wie sie waren, ohne auch nur etwas zu beschönigen. Dies ist harte Kost, und garantiert nicht jedermanns Sache. Ansonsten kann ich das Buch nur empfehlen – es zeigt, dass für ein Lächeln immer irgendwie irgendwo Platz sein soll…

5 Sterne von mir!

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buchjunkies avatar

Rezension zu "Das Lachen und der Tod" von Pieter Webeling

Das Lachen und der Tod
buchjunkievor einem Jahr

1944 wird der niederländische Komiker Ernst Hofmann in einem Viehwaggon in ein Konzentrationslager in Polen gebracht. Ausgerechnet in diesem Waggon lernt er Helena kennen, die inmitten des Elends bezaubernd schön ein Lied der Hoffnung singt. Um Helena zu beeindrucken und um ein Handgemenge unter den Deportierten zu beenden, klettert Ernst auf einen Koffer und improvisiert eine Vorstellung. Doch das Gelächter seines verzweifelten Publikums ruft  die SS-Männer auf den Plan, die von außen auf den Waggon schiessen.
Am Vernichtungslager angekommen, wird Ernst von Helena getrennt. Doch vergessen kann er sie nicht.
Das Leben im Lager ist unwürdig und grausam. Um seine Mitgefangenen vor der endgültigen Verzweiflung zu bewahren und ihnen ein bisschen Hoffnung zu schenken,  unterhält Ernst sie abends mit Witzen und führt die Aktion “Jeden Tag ein Lacher“
ein.Kann Humor in einer so verzweifelten Lage überhaupt funktionieren? Er kann!
Als der deutsche Lagerkommandant davon erfährt, will er Hofmann dazu bringen, vor den SS-Leuten als Kabarettist aufzutreten  Zuerst weigert sich Ernst, doch dann verspricht ihm der Lagerkommandant, Helena zu helfen und sie am Leben zu lassen.


Dieser Roman ist keine Liebesgeschichte. Dieser Roman schildert das  menschenunwürdige Lagerleben der jüdischen Gefangenen. Er erzählt ungeschönt von der brutalen Willkür der SS-Leute. Er lässt auch das „Duschen“ in der Gaskammer nicht aus.
Es kommen Szenen vor, die härter sind als in einem Thriller und das Schlimme ist, so oder so ähnlich sind diese Grausamkeiten wirklich passiert. Der Autor liess sich von Autobiogaphien von Lagerüberlebenden inspirieren, so dass er den Lageralltag und die Atmosphäre sehr detailliert beschreiben konnte. 


Düster, beklemmend und berührend ist diese Geschichte, die so hätte wirklich passieren können.


Doch auch Freundschaft und Liebe kommen vor.


Ernst erzählt diese Geschichte aus seiner Sicht, was das Ganze sehr authentisch wirken lässt. Er schildert das Dilemma, in dem er steckt, als er vor SS-Leuten auftreten muss und von seinen Witzen auch sein und Helenas Leben abhängt. 


Zudem ist der Schreibstil auch wirklich großartig. Feiner Humor ist zu finden und die direkte Rede ist sehr realistisch !


Es ist ein überaus empfehlenswerter, ganz großartiger Roman über eine düstere Zeit der Geschichte! 
Wenn ich könnte, würde ich sechs Sterne geben!


Eine absolute Leseempfehlung!



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cybergirlls avatar

Rezension zu "Die Stunde des Schmetterlings" von Pieter Webeling

Für was sind Kriege da?
cybergirllvor einem Jahr

Im Juni 1915 kommt Julius Reinhardt in einem Dorf in Frankreich in eine zerstörte Kirche.
Er ist den Krieg leid und fühlt sich schuldig am Tod 2 seiner Freunde.
Als er sich die Pistole an die Kehle setzt hält ihn eine Stimme davon ab abzudrücken.
Ein alter Man steht vor ihm, der Pfarrer der Kirche. Der Pfarrer fordert Julius auf ihm seine Geschichte zu erzählen und Julius erzählt von einem Ort in Deutschland, von vier Freunden
die ein Abenteuer erleben wollten und zusammen in den Krieg zogen
Die Stunde des Schmetterlings von dem niederländischen Schriftsteller Pieter Webling erzählt die Geschichte von Julius, Theo, Klaus und Erich aus der Sicht von Julius Reinhardt:
Vier Freunde aus einem kleinen Ort in Deutschland, sie unternehmen alles zusammen, haben
gerade ihre erste Freundin und denken zum Teil ans Heiraten. Trotzdem wird ihnen das Leben in dem Ort zu eng.
Als 1914 der erste Weltkrieg ausbricht, melden die vier sich freiwillig in der Erwartung eines Abenteuers.
Der Leser begleitet Julius in den Krieg gegen Frankreich.
Man liest wie Julius die Erfahrung macht, dass die Franzosen die gleichen Gefühle haben wie die Deutschen. Sie haben auch Eltern, Schwestern und Brüder, Ehefrauen und Kinder.
Ja sie feiern sogar genauso Weihnachten.
Und spätestens hier fragt sich der Leser genau wie Julius „Für was sind Kriege da?“
Einen großen Dank an den Autor Pieter Webling für dieses fast schon philosophisches Buch, dass wir alle immer in Erinnerung behalten sollten.

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