Pieter Webeling Das Lachen und der Tod

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Inhaltsangabe zu „Das Lachen und der Tod“ von Pieter Webeling

Der Held und Ich-Erzähler dieses Romans, Ernst Hofman aus Amsterdam, ist von Beruf Komiker. Er lebt für den Applaus und von dem Gelächter seiner Zuhörer. Da seine verstorbene Mutter Jüdin war und er mit politischen Witzen auffällig geworden ist, wird er 1944 in einem Viehwaggon mit anderen Verfolgten in ein Konzentrationslager gebracht. Doch Ernst Hofman kann nicht anders, er bleibt selbst im Lager Komiker und erzählt, mit Billigung des Barackenältesten, abends den Mitgefangenen Witze, um sie vor der endgültigen Verzweiflung zu bewahren und von dem Grauen abzulenken.

Als der deutsche Lagerkommandant das erfährt, will er Hofman dazu bringen, abends vor den SS-Leuten als Kabarettist aufzutreten. Erst weigert sich der Komiker, doch dann verspricht ihm der Lagerkommandant, die Frau, in die sich Hofman auf dem Transport verliebt hat, am Leben zu lassen. Es ist ein diabolischer Vorschlag, der den Häftling an die Grenzen seines Gewissens und seines Überlebenswillens führt.

Was Menschen aushalten können!!!!!!! Und zu was Menschen fähig sind!!!!!!!!!!!!!

— klex

Dieses Buch wirkt lange nach und macht die Schrecken der Konzentrationslager sehr deutlich.

— Buchling82

Beklemmend, sehr gut recherchiert und großartig geschrieben!

— buchjunkie

Ich kann es wirklich nur empfehlen, es ist so wunderbar geschrieben, sympathisch und mit viel Zynismus und Melancholie aber ebenso viel Witz

— EisAmazone

Authentisch, gefühlvoll und doch ein Lächeln. TItel ist Programm.

— Filzblume

Berührend, erschütternd, ein Buch das nachhallt!

— YvetteH

Einfach beeindruckend und fesselnd geschrieben. An einigen Stellen blieb mir der Atem weg. Es ist unfassbar zu was Menschen fähig sind...

— Phini

Sehr lesenswert. Beeindruckend.sehr grausam in der Schilderung des Lagerlebens... Dabei erschreckend authentisch.

— AnMich_09

Absolut mitreißend und gefühlvoll. Der Titel lügt nicht: Beim Lesen lieferten sich Weinen und Lachen einen Schlagabtausch.

— Mimbleton

Erschütternd in seinen Details. Wenn einem das Lachen im Halse stecken bleibt. Ein wertvolles Buch!

— Kerstin_KeJasBlog

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  • Jeden Tag einen Lacher...

    Das Lachen und der Tod

    rokat

    23. August 2017 um 15:29

    Man schreibt das Jahr 1944, und das Buch beginnt in einem der Sonderzüge, mit denen Juden in ein Konzentrationslager transportiert werden. Im Mittelpunkt steht Ernst Hofman, Halbjude aus Amsterdam, Komiker von Beruf. Bereits im Zug bekommt er die Brutalität der Deutschen zu spüren, trifft aber auch Helena, in die er sich verliebt. Im Lager werden sie getrennt, doch der Gedanke an sie ist es, der ihn all die grausamen Wochen und Monate überstehen lässt. Während so viele im Lager resignieren, beginnt Ernst, Witze zu erzählen, um den Mithäftlingen ein wenig Lebensfreude zurückzubringen, und sie für ein paar Minuten vom Grauen abzulenken. Durch Zufall erfährt der deutsche Lagerkommandant davon und will, dass Ernst vor seinen SS-Leuten auftritt. Dies stürzt Ernst in ein grosses Dilemma: Überleben, oder gegen sein Gewissen handeln? Dann setzt der Kommandant Helena als Druckmittel ein. Und plötzlich überschlagen sich die Ereignisse. Werden Ernst und Helena überleben? Mich faszinieren Bücher aus dem zweiten Weltkrieg und Berichte, bzw. Bücher über die  Konzentrationslager. Diese Grausamkeit, die sich dort abgespielt hat, lässt mich nicht los, und macht mich fassungslos. Die meisten dieser Bücher sind sehr speziell, und unglaublich fesselnd geschrieben. Auch dieses Buch hier macht keinen Unterschied. Von der ersten Seite an ist man im Geschehen drin, fühlt mit, leidet mit – und lacht mit, so unglaublich sich das anhört. Denn Ernst ist Komiker mit Leib und Seele, er kann nicht anders als dem Leben mit Ironie und einem Witz begegnen. Dass er damit gegen das Grauen ankämpft, und Leuten ein Lächeln aufs Gesicht zaubert, welche eigentlich keine Kraft zum Leben mehr haben, das ist unglaublich. Diese Diskrepanz zwischen den Witzen, welche unglaublicherweise auch hauptsächlich über Juden und die SS sind, und dem realen Leben, wo der Tod willkürlich an jeder Ecke des Lagers lauert, man kann sie kaum in Worte fassen. Doch dies schafft der Autor auf eine Art und Weise, die den Leser so mitfühlen lässt, ich hatte unglaublich oft Tränen in den Augen. Allerdings ist der Auto auch völlig schonungslos, er stellt die Abläufe im Lager dar, wie sie waren, ohne auch nur etwas zu beschönigen. Dies ist harte Kost, und garantiert nicht jedermanns Sache. Ansonsten kann ich das Buch nur empfehlen – es zeigt, dass für ein Lächeln immer irgendwie irgendwo Platz sein soll… 5 Sterne von mir!

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    • 7
  • Das Lachen und der Tod

    Das Lachen und der Tod

    buchjunkie

    1944 wird der niederländische Komiker Ernst Hofmann in einem Viehwaggon in ein Konzentrationslager in Polen gebracht. Ausgerechnet in diesem Waggon lernt er Helena kennen, die inmitten des Elends bezaubernd schön ein Lied der Hoffnung singt. Um Helena zu beeindrucken und um ein Handgemenge unter den Deportierten zu beenden, klettert Ernst auf einen Koffer und improvisiert eine Vorstellung. Doch das Gelächter seines verzweifelten Publikums ruft  die SS-Männer auf den Plan, die von außen auf den Waggon schiessen.Am Vernichtungslager angekommen, wird Ernst von Helena getrennt. Doch vergessen kann er sie nicht.Das Leben im Lager ist unwürdig und grausam. Um seine Mitgefangenen vor der endgültigen Verzweiflung zu bewahren und ihnen ein bisschen Hoffnung zu schenken,  unterhält Ernst sie abends mit Witzen und führt die Aktion “Jeden Tag ein Lacher“ein.Kann Humor in einer so verzweifelten Lage überhaupt funktionieren? Er kann!Als der deutsche Lagerkommandant davon erfährt, will er Hofmann dazu bringen, vor den SS-Leuten als Kabarettist aufzutreten  Zuerst weigert sich Ernst, doch dann verspricht ihm der Lagerkommandant, Helena zu helfen und sie am Leben zu lassen.Dieser Roman ist keine Liebesgeschichte. Dieser Roman schildert das  menschenunwürdige Lagerleben der jüdischen Gefangenen. Er erzählt ungeschönt von der brutalen Willkür der SS-Leute. Er lässt auch das „Duschen“ in der Gaskammer nicht aus.Es kommen Szenen vor, die härter sind als in einem Thriller und das Schlimme ist, so oder so ähnlich sind diese Grausamkeiten wirklich passiert. Der Autor liess sich von Autobiogaphien von Lagerüberlebenden inspirieren, so dass er den Lageralltag und die Atmosphäre sehr detailliert beschreiben konnte. Düster, beklemmend und berührend ist diese Geschichte, die so hätte wirklich passieren können.Doch auch Freundschaft und Liebe kommen vor.Ernst erzählt diese Geschichte aus seiner Sicht, was das Ganze sehr authentisch wirken lässt. Er schildert das Dilemma, in dem er steckt, als er vor SS-Leuten auftreten muss und von seinen Witzen auch sein und Helenas Leben abhängt. Zudem ist der Schreibstil auch wirklich großartig. Feiner Humor ist zu finden und die direkte Rede ist sehr realistisch !Es ist ein überaus empfehlenswerter, ganz großartiger Roman über eine düstere Zeit der Geschichte! Wenn ich könnte, würde ich sechs Sterne geben!Eine absolute Leseempfehlung!

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    • 12
  • Ohne Mut keine Hoffnung. Ohne Hoffnung kein Mut

    Das Lachen und der Tod

    Filzblume

    Verlag Karl Blessig 2013"Wie verhinderst du, dass zwanzig Gefangene auf einen SS-Mann losgehen?« »Dadurch, dass ich Angst und Terror säe.«»Das reicht nicht.« »Dadurch, dass ich die Leute schwäche.« »Genau. Indem du die Menschen dermaßen aushungerst, dass sie nur noch eines im Kopf haben: zu überleben." Ernst Hofmann, ein bekannter Komiker wird mit anderen Menschen in einem Viehwaggon nach Auschwitz deportiert. Was sie nicht wissen, das dort die Vernichtungsmaschinerie der Nazis auf sie wartet. Mitten im überfüllten Wagon trifft er auf Helena, sie haben nur einen kurzen Moment zum kennenlernen, unter diesen Bedingungen. Helena bitte Ernst darum das er überlebt! Allen Widrigkeiten zum Trotz versucht Ernst dieser Bitte nachzukommen. Wie kann das möglich sein? In einem Vernichtungslager zu überleben? Als Ernst über einem Kapo namens Schlomo, Helena einen Brief schmuggeln kann, ist er entschlossen auch sie zu retten. "Jeden Tag ein Lacher "– wieder musste ich an meinen Vater denken. Konnte ich wirklich so viel ausrichten, wie Schlomo hoffte? Aber dies war auch nicht die entscheidende Frage. Es ging um einen Brief an Helena. Von Helena. Ich schlug auf den Tisch." Ernst versucht über seinen Beruf als Komiker das Lager zu überleben. Aber ist es möglich mit " jeden Tag ein Lacher"sich den grausamen SS- Aufsehern entgegenzusetzen? »Heute Abend«, sagte er laut, »haben drei Gefangene einen Fluchtversuch unternommen. Ihr kennt die Regeln. Auf Flucht steht die Todesstrafe. Einer von ihnen wurde sofort geschnappt. Die anderen beiden werden bald folgen.« Er machte eine Pause und brüllte dann: »Doch auf die beiden Flüchtigen warten wir nicht! Zwei andere Häftlinge werden noch heute ihre Stelle einnehmen! Damit im Namen des Führers auf jeden Fall drei Gefangene hingerichtet werden können.« »Warum erzählst du keine Witze?« Er schüttelte den Kopf. »Ich bin der Blockälteste. Ich kann nicht morgens den Grausamen mimen und die Menschen abends zum Lachen bringen. Aber ich kann zulassen, dass du es tust.« Dieser Roman, vom Ich- Erzähler Ernst Hoffmann ist nicht zum Lachen, nein, er ist schonungslos und erzählt vom Überleben in diesem Lager bis zur Befreiung durch die Rote Armee. Und trotz all dieser furchtbaren Berichte ist da auch noch Hoffnung, Hoffnung dem Tod zu entrinnen, Hoffnung den nächsten Tag zu überleben. "Ohne Mut keine Hoffnung. Ohne Hoffnung kein Mut". Auf eine mutige und dennoch authentische Weise gelingt es dem Autor den Leser zu fesseln, zu Tränen zu rühren, nachzudenken, und auch zu lächeln. Humor ist nichts weiter als die strikte Weigerung, der Tragödie das letzte Wort zu überlassen." "Ein guter SS-Mann war für mich so etwas wie ein vegetarischer Metzger." So Ernst Hofman. Eine klare Leseempfehlung, 5 Sterne.

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    • 4

    Filzblume

    24. June 2017 um 13:27
    lievke14 schreibt Ein unglaublich intensives und erschütterndes Buch. Es zählt definitiv zu meinen Jahreshighlights 2017.

    Das stimmt, ich hatte das Buch bei dir entdeckt und wußte sofort- Ich muss es lesen!

  • Solange wir lachen, sind wir nicht Tod

    Das Lachen und der Tod

    EisAmazone

    26. May 2017 um 10:18

    Pieter Webeling - Das Lachen und der Tod----------------Klapptext:Der Held und Ich-Erzähler dieses Romans, Ernst Hofman aus Amsterdam, ist von Beruf Komiker. Er lebt für den Applaus und von dem Gelächter seiner Zuhörer. Da seine verstorbene Mutter Jüdin war und er mit politischen Witzen auffällig geworden ist, wird er 1944 in einem Viehwaggon mit anderen Verfolgten in ein Konzentrationslager gebracht. Doch Ernst Hofman kann nicht anders, er bleibt selbst im Lager Komiker und erzählt, mit Billigung des Barackenältesten, abends den Mitgefangenen Witze, um sie vor der endgültigen Verzweiflung zu bewahren und von dem Grauen abzulenken.Als der deutsche Lagerkommandant das erfährt, will er Hofman dazu bringen, abends vor den SS-Leuten als Kabarettist aufzutreten. Erst weigert sich der Komiker, doch dann verspricht ihm der Lagerkommandant, die Frau, in die sich Hofman auf dem Transport verliebt hat, am Leben zu lassen. Es ist ein diabolischer Vorschlag, der den Häftling an die Grenzen seines Gewissens und seines Überlebenswillens führt.----------------Ich habe mir das Buch gekauft, da mich das Cover ansprach und der Klapptext mich sofort bewog, es lesen zu wollen. Ich war sehr gespannt und wurde nicht enttäuscht. Ich kann es unumwunden jedem empfehlen. Pieter Webelings Erzähler ist der Niederländer Ernst Hoffmann. Ihn begleiten wir durch die Zeit des Nationalsozialismus, genauer gesagt ab kurz vor bis ein Jahr nach seiner Deportation und dadurch vor Allem durch die Zeit seines Lageraufenthalts. Ernst Hoffmann ist Komiker und einziges Kind seiner Eltern. Er ist Jude, halb. Sein Vater war deutscher. Er beging Suizid, nachdem er es irgendwann nach dem ersten Weltkrieg, in dem er diente, nicht mehr mit sich selbst und der Welt aushielt. Wegen ihm wurde Ernst Komiker: Er hatte seinen Vater, der kaum mehr sprach und nicht mehr er selbst war, nach dem Krieg, zum Lachen bringen, irgendwie. Was bei der Hausdienerschaft klappte, wollte bei seinem Vater nicht gelingen: Er lachte nie. Nicht ein einziges Mal. Er ging dennoch auf die Bühne, schon seine Mutter stand damals auf den Brettern, die die Welt bedeuteten: Sie war Schauspielerin gewesen. Jüdin.So kam es, dass auch er deportiert wurde in eines der Konzentrationslager der Deutschen. Auf dem Transport ins Lager lernt er Helena kennen. Sie ist es, derentwegen er am Leben bleibt und stets aus allem einen Ausweg sucht, warum er genug Mut und Willen aufbringt, weiter zu machen, egal wie Ausweglos seine Situation scheint und keine Sorge: Auch, wenn es manchmal Bergauf zu gehen scheint, so wird doch der Fall nur umso tiefer. Ernst Hoffmann ist jemand, über den man gerne mehr erfährt, den man gerne begleitet. Er erzählt seine Geschichte mit einer passenden, einem Komiker gut zu Gesicht stehenden, spur von Zynismus, einer Prise Komik, inklusive reichlich Galgenhumor und stets genug Ernsthaftigkeit um dieses heikle Thema nicht ins Lächerliche zu ziehen. Ob er Helena wieder sehen wird, nach dieses Zeit im Lager, in der Männer und Frauen getrennt werden, in der Menschen wie Vieh, wie Dreck, ja wie Abfall behandelt werden, weil sie im falschen Land oder mit der falschen Religion aufgewachsen sind?----------------Das Buch ist so wunderbar geschrieben, trotz des im Lager alltäglichen Grauens, das wirklich gut rüber gebracht wird, bleibt es sympathisch und nimmt einen mit durch diese Zeit mit viel Zynismus und Melancholie und zugleich ebenso viel Witz. Lest es, kann ich nur sagen!

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  • Jeden Tag einen Lacher....

    Das Lachen und der Tod

    lievke14

    Der niederländische Komiker Ernst Hoffmann wird 1944 in einem Viehwaggon mit anderen Verfolgten in ein Konzentrationslager in Polen gebracht. Um seine Mitgefangenen vor der endgültigen Verzweiflung zu bewahren, unterhält er sie abends mit Witzen. Als der deutsche Lagerkommandant davon erfährt, will er Hoffmann dazu bringen, vor den SS-Leuten als Kabarettist aufzutreten. Erst weigert sich der Komiker, doch dann verspricht ihm der Lagerkommandant, die Frau, in die sich Hofmann auf dem Transport verliebt hat, am Leben zu lassen … Ernst Hoffmann, der aufgrund seiner Herkunft (deutscher Vater, jüdische Mutter) eh zur Risikogruppe gehört, wird wegen einiger regimekritischer bzw. –bedenklicher Witze nach Ausschwitz deportiert. Bereits auf der Fahrt dorthin wird sehr schnell deutlich, dass die Gerüchte um Abtransporte von Juden doch nicht so weithergeholt sind. Hier geht es um Leben und Tod. Im Viehwagon lernt Ernst die Jüdin Helena kennen und verliebt sich in sie. Im Lager angekommen, werden sie allerdings getrennt. Von nun an ist der Komiker nur noch damit beschäftigt, sich dem grausamen Lageralltag anzupassen, nicht aufzufallen und zu überleben. Pieter Webeling findet in seinem Roman deutliche Worte. Hier wird nichts beschönigt. Er führt den Leser unmittelbar an das Grauen heran und zeigt mit dem Finger darauf….mehr als es dem Leser lieb ist. Dabei setzt er jedoch nicht auf Effekthascherei, sondern bleibt bei all dem Schrecken beängstigend nüchtern. Der Protagonist durchlebt seine Zeit als Häftling in ständiger Angst. Dennoch versucht er seine Leidensgenossen mit kleinen Aufheiterungsversuchen von all dem Schrecken abzulenken. In seiner Baracke gibt er Witze und Sketche zum Besten und ermutigt die anderen, sich ebenfalls zu beteiligen und kleine lustige Anekdoten zu erzählen, um der Tristheit des Lagerlebens zu entfliehen. Ganz nach dem Motto: „Jeden Tag ein Lacher….“ Als die Lagerleitung auf den bekannten Komiker aufmerksam wird und er die SS-Leute ebenfalls unterhalten soll, gerät Ernst Hoffmann in einen argen Interessen- und Seelenkonflikt. Dieses Buch ist ein Meisterstück! Es beschreibt einen Menschen, der sich in der schlimmsten Not versucht, ein Stück Menschlichkeit zu bewahren. Dabei nutzt er seine komödiantischen Fähigkeiten, sich für die SS (wenn auch mit Unbehagen) unentbehrlich zu machen, denn auch diese lechzen nach Abwechslung und Entertainment. Der Spagat, den er dabei vollführt, ist bemerkenswert und anrührend zugleich. Seine einzige Hoffnung dabei ist eine mögliche Zukunft mit Helena....nur das gibt ihm die Kraft, durchzuhalten. Selten wurde das Thema „Konzentrations- / Vernichtungslager“ im dritten Reich so eindringlich, grauenhaft und makaber dargestellt. Einen Komiker als Hauptcharakter zu besetzen scheint ein wenig bedenklich zu sein….funktioniert hier aber auf ganzer Länge. Dazu trägt vor allem der grandiose Schreibstil des Autors bei, der es versteht, das besondere Talent seines Helden gekonnt in Szene zu setzen. Diese Kombination gelang ja schon herausragend in dem unvergesslichen Film „Das Leben ist schön“ von und mit Roberto Benigni. Dieses Buch bekommt von mir eine volle Leseempfehlung. Allerdings ist anzumerken, dass verschiedene Situationen sehr abscheulich dargestellt werden und arg an die Nieren gehen. Damit meine ich nicht unbedingt besonders blutrünstige Szenen, sondern eher die Darstellung der Verrohung und Erbarmungslosigkeit der SS-Leute gegen die Häftlinge mit dem Ziel der vollständigen Ausrottung eines Volksstammes und dem Hintergrund, dass dies alles wirklich geschehen ist. Hier bekommt die Redewendung: „…das Lamm zur Schlachtbank führen“ eine völlig nachhaltige und erschreckende Bedeutung.      

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    • 5
  • Humor ist, wenn man trotzdem lacht!

    Das Lachen und der Tod

    YvetteH

    19. February 2017 um 19:46

    Klappentext: Der Held und Ich-Erzähler dieses Romans, Ernst Hofman aus Amsterdam, ist von Beruf Komiker. Er lebt für den Applaus und von dem Gelächter seiner Zuhörer. Da seine verstorbene Mutter Jüdin war und er mit politischen Witzen auffällig geworden ist, wird er 1944 in einem Viehwaggon mit anderen Verfolgten in ein Konzentrationslager gebracht. Doch Ernst Hofman kann nicht anders, er bleibt selbst im Lager Komiker und erzählt, mit Billigung des Barackenältesten, abends den Mitgefangenen Witze, um sie vor der endgültigen Verzweiflung zu bewahren und von dem Grauen abzulenken. Als der deutsche Lagerkommandant das erfährt, will er Hofman dazu bringen, abends vor den SS-Leuten als Kabarettist aufzutreten. Erst weigert sich der Komiker, doch dann verspricht ihm der Lagerkommandant, die Frau, in die sich Hofman auf dem Transport verliebt hat, am Leben zu lassen. Es ist ein diabolischer Vorschlag, der den Häftling an die Grenzen seines Gewissens und seines Überlebenswillens führt. Meine Meinung: Ich war sehr skeptisch, ob ich dieses Buch lesen soll, habe es aber nicht bereut. Ein sehr schwieriges Thema, das sehr gut umgesetzt wurde. Der Schreibstil ist trotz des Thema´s flüssig und leicht zu lesen und der Autor lässt den Leser in das Geschehen eintauchen und man nimmt den Schrecken der damaligen Zeit auf, aber auch die schönen Momente und ein gewisses Maß an Humor. Die Protagonisten sind gut beschrieben und ich konnte sie mir gut vorstellen. Man konnte, durch die Ich-Erzählweise, viele Situationen nachvollziehen und mit Ernst, dem Hauptprotagonisten, fühlen, leiden und hoffen. Die Handlung ist gut nachvollziehbar und teilweise sehr bedrückend. Trotzdem habe ich das Buch in nur zwei Tagen gelesen, weil man als Leser einfach wissen will, was als nächstes passiert und wer überlebt. Mein Fazit: Ein Buch, das mich noch eine ganze Weile beschäftigen wird und das ich gern weiterempfehle! 4 Sterne.

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  • Gefangener 173545

    Das Lachen und der Tod

    Kerstin_KeJasBlog

    "Entweder man gewinnt oder man verliert. Entweder man überlebt oder man stirbt. So wie in der Natur. Nur das es in der Natur keinen Wahnsinn gibt wie bei den Nazis. Und keinen Humor." (S. 176) Dieses Buch habe ich mit Ehrfurcht gelesen denn ich war mit sicher das mich hier kein humorvolles Buch erwartet. "Das Lachen und der Tod" ist dennoch ein wunderbares Buch, eine Geschichte die unter die Haut geht, berührt, schockiert, Entsetzten auslöst und doch hier und da einen Schmunzler auslöst. Der Autor Pieter Webeling erzählt die Geschichte eines Komikers, Ernst Hoffmann, gewohnt auf großen Bühnen zu stehen und sein Publikum mit Liebe zum Detail zu unterhalten und zum lachen zu bringen.Nun ist er einer der Deportierten und in einem Viehwaggon mit Hunderten anderer Männer, Frauen und Kinder unterwegs in die Hölle von Ausschwitz. Ernst lernt schnell, wer überleben will muss sich anpassen und improvisieren.Seine Chance dieser Todesfabrik zu entkommen ist sein Talent, doch wie hoch ist der Preis dafür? Was ist stärker, sein Stolz, sein Überlebenswille oder der Wunsch wenigstens einem dieser Menschen dort zu helfen? "Schlomo lief durch die Reihen und zählte. Zählen, immer nur zählen, dort wo ein Menschenleben nichts zählte." (S.63) Der Autor erzählt fast schon nüchtern aber trotzdem mit unglaublich viel Gefühl. Seinem Protagonisten Ernst Hoffmann gibt er die Stimme. Leise und doch schmerzte es mich, mehr im Herzen als in den Ohren. Er schildert die Zustände, beginnend von dem Transport mit den Zug, der Ankunft im Lager und den Alltag dort, soweit man das überhaupt Alltag nennen kann.Die Krankheiten, die Arbeitseinsätze, das Sonderkommando, diese Unmenschlichkeiten.Alles sehr grausam in den Details, eben so wie es war, da musste man nicht dick auftragen oder übertreiben, sondern nur schildern und das hat er sehr authentisch getan. Für dieses Buch hat der Autor lange und gut recherchiert. Gespräche mit Überlebenden geführt und all deren Erinnerungen in diese Person des Ernst Hoffmann gelegt. Ein einzelner im Roman, der all diese Menschen vertritt die nicht mehr erzählen können. "Humor ist nichts weiter als die strikte Weigerung, der Tragödie das letzte Wort zu überlassen." (S.96) Es ist keine Schande zu lachen um zu überleben, denn vielleicht hat gerade dies so manchen durchhalten lassen. Dieser Hoffmann hat sehr deutlich spüren lassen wie wichtig es ihm war diesen ausgemergelten und erschöpften, dem Tode näher als dem Leben stehenden Menschen wenigstens ein klitzekleines Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Ein Buch dessen Geschichte nachhält.Traurig und wütend gleichzeitig macht angesichts all dieser Gräueltaten.Ein sehr, sehr wertvolles Buch! Es mit Sternen zu bewerten erübrige ich mir, dafür kann es gar nicht genügend geben.c)K.B. 05/2016

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    • 2
  • Ein absolutes Meisterwerk!

    Das Lachen und der Tod

    Mimbleton

    21. May 2016 um 00:21

    Ich kann mein Gefühl zu diesem Werk eigentlich kaum in Worte fassen. Sein Titel ist absolut zutreffend, was mich immer noch am meisten fasziniert, denn Webeling schafft es auf eine großartige Art und Weise im einen Moment Vergnügen und im nächsten Moment wiederum Nachdenklichkeit beim Leser auszulösen. Ich habe das gesamte Buch in einem Zug verschlungen, ich war gefesselt von der Handlung und nichts konnte mich davon abhalten. Als ich dann schließlich beim letzten Satz des Buches angelangt war, da war es, als würde sich ein Bann lösen und ich konnte nicht anders, als hemmungslos zu weinen. Aber nicht mal aus Trauer. Ich war berührt von der Geschichte dieses Komikers, die zwar geprägt war von Trauer, Angst und Schmerz, aber gleichzeitig durch einen Schimmer von Hoffnung, Aufrichtigkeit und Freude erhellt wurde. Man muss es gelesen haben um wirklich zu verstehen, was ich meine.Es ist einfach kein typisches Buch über die Zeiten des Nationalsozialismus. Webeling beschreibt mit seinen Worten immer den schmalen Grad zwischen Grausamkeit und Zuversicht. Er zeigt auch eine andere Seite des Lebens im KZ; ohne diese zu verherrlichen oder dauerhaft auf die Tränendrüse drücken zu müssen. Mitreißend geschrieben und einfach ein muss - seit Jahren mein absolutes Lieblingsbuch, das selbst nach dem dritten Mal durchlesen nach einem vierten Mal schreit. 

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  • Ein Wunder von einem Buch

    Das Lachen und der Tod

    Florentinejo

    16. April 2016 um 14:52

    Dies ist das erste Buch, was ich zu der Thematik gelesen habe. Und es hat mich tief beeindruckt. Es behandelt Aspekte des Nationalsozialismus, die sonst in der Literatur unerwähnt bleiben. Mich hat überrascht, dass Musiker und Schauspieler derart "geschätzt" wurden. Ich dachte immer, ein Jude sei damals ungeachtet seiner Fähigkeiten in ein Schema gezwängt worden. Außerdem fallen die Offiziere durch relativ humane Handlungen im einen, Grausamkeiten und nicht nachvollziehbare Misshandlungen im anderen Moment auf. Die Liebesgeschichte ist geschickt eingeflochten und obwohl man manchmal wirklich nicht an ein Happy End glauben kann oder soll, spürt man die Hoffnung, die doch wieder alles gut werden lässt.Fazit:Für mich eine sehr gut gelungene Symbiose zwischen den Schrecken eines Konzentrationslagers und dem Humor von Ernst. Es liest sich gut, ist spannend und auch teils romantisch. Doch möchte ich auch eine Warnung aussprechen: An manchen Stellen ist es absolut Nichts für Menschen mit schwachen Nerven.

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  • Eines der besten Bücher der letzten Zeit

    Das Lachen und der Tod

    Alathaya

    19. January 2016 um 18:40

    Dieses Buch ist wirklich äußerst bewegend. Ich habe zwar schon viel über den zweiten Weltkrieg gelesen, sowohl Romane als auch Sachbücher, aber dieses Buch hat mich trotzdem durch die beschriebenen Schrecken und Grausamkeiten zutiefst erschüttert. Ich glaube, ich habe selten so lange an einem Buch gelesen – und das nicht, weil es mir nicht gefallen hätte, sondern weil ich es zwischendurch immer wieder aus der Hand legen musste, weil es mich so traurig und betroffen machte... Es ist so bildgewaltig, detailreich und realistisch geschrieben, ja, so erschreckend muss es damals in den Lagern wirklich gewesen sein. Die Geschichte und Liebe von Ernst und Helena ist grausam und hoffnungsvoll zugleich und dieses Buch zeigt uns, wie Humor den Menschen unter solch schockierenden Bedingungen helfen konnte, zu überleben aber dennoch nicht dieselben zu bleiben. Obwohl es mir sichtlich schwer fiel das Buch zu Ende zu lesen, kann ich es jedem nur wärmstens ans Herz legen. Für mich ist es eines der besten Bücher der letzten Zeit und vielleicht aktueller denn je.

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  • Absolute Leseempfehlung: Das Lachen und der Tod

    Das Lachen und der Tod

    FabAusten

    Der erfolgreiche Komiker Ernst Hoffmann lebt und arbeitet in Amsterdam. Als die Deutschen das Land besetzen, muss er sich verstecken, da seine Mutter Jüdin war. Schließlich wird er doch bei einer Razzia festgenommen und nach Auschwitz deportiert. Im Zug lernt er Helena kennen und verliebt sich trotz der widrigen Umstände in sie. Doch schon auf der Reise beginnt er zu ahnen, dass ihm und den Mitreisenden eine schwere Zeit bevorsteht. In Auschwitz begegnet er dem Unfassbaren. Die Häftlinge werden allem beraubt, sogar ihres Lebens. Doch seinen Humor kann dem Komiker niemand nehmen und er hilft ihm, ein kleines Licht der Hoffnung für sich und andere zu entzünden. „Ein Kapo und ein Blockältester rauchten eine Zigarette am offenen Fenster und unterhielten sich über die Unverzichtbarkeit von strengen Regeln im Lager. „Alle Juden sind von Grund auf schlecht und verdorben“, sagte der Kapo barsch. „Dasselbe gilt für sämtliche Eskimos“, sagte ich von meiner Pritsche aus. Er sah mich überrascht an. „Wieso denn Eskimos?“ „Wieso Juden?““ (S. 134). Das Lachen und der Tod ist ein großartiges Werk über das Wesen der Menschen an einem unmenschlichen Ort. Auschwitz wirkt wie aus der Zeit und Welt gefallen und selbst vor Gott scheint es sich verborgen zu haben. Aber die Verbrechen fanden nicht heimlich statt. Jeder Häftling wusste bald, was seinen Angehörigen geschehen war und welche Dinge ihm drohten. Das Grauen war real. Pieter Webeling hat sich nicht nur der schwierigen Aufgabe gestellt, diese Monstrosität in Worte zu kleiden. Darüber hinaus hat er einen Komiker zu seiner Hauptfigur gemacht. Und Ernst Hoffmann ist ein ganz besonderer Protagonist. Er stellt sich der unfassbaren Unmenschlichkeit und dem Zynismus der SS-Leute mit den einzigen Waffen entgegen, die ihm zur Verfügung stehen. Sein Humor und sein Feinfühligkeit helfen ihm, zu überleben, seine Menschlichkeit zu bewahren und seine Mitgefangenen für wenige Augenblicke von ihrer hoffnungslosen Lage abzulenken. Es ist schlicht beeindruckend, dass Pieter Webeling solch einen authentisch wirkenden Roman verfassen konnte, ohne die Schrecken selbst erlebt zu haben. Er hat mit Zeitzeugen gesprochen und Literatur zu Rate gezogen. Und schließlich hat er Fiktion und Realität überaus gekonnt und sensibel verwoben und verdichtet. Die Geschichte und ihre Figuren sind in all ihren Bestandteilen glaubwürdig, tiefgründig und ihr Kern ist derart wahrhaftig, dass es den Leser nur in Erstaunen versetzen kann. Der Autor meistert die schwierige Herausforderung, Humor und Auschwitz in einen Zusammenhang zu stellen. Auf wenigen Seiten lässt er den Lageralltag mit all seinen großen Scheußlichkeiten und winzigen Menschlichkeiten aufleben. Die Geschichte entwickelt einen derart starken Sog, dass es schwerfällt, nicht Seite um Seite bis zum Ende zu lesen. Die Sprache beschreibt in kurzen Sätzen Gegebenheiten, Situationen, Menschen, Gefühle so präzise, dass es sprachlos macht. Die Worte werden zu Nadeln, die ins Bewusstsein des Lesers stechen. Sie werden bis zum Anschlag versenkt. Die Brutalität und Grausamkeit des Lagers werden injiziert und produzieren Fassungslosigkeit und Traurigkeit, die sich ausbreiten und noch lange wirken. Das Lachen und der Tod ist ein absolut empfehlenswerter Roman. Trotz der fast unüberschaubaren Fülle an Literatur zum komplexen Themenfeld des Holocaust, stellt er einen wichtigen, er-/ kenntnisreichen, empfindsamen und unglaublich berührenden Beitrag dar. Ein Meisterwerk!

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    • 7
  • Jeden Tag ein Lachen

    Das Lachen und der Tod

    SitataTirulala

    11. August 2015 um 07:03

    Wie viele Häftlinge hier wohl schon empfangen worden waren? War ich der erste? Ich nahm meine Mütze ab und sah zu Boden. Soweit ich das beurteilen konnte, hatte man als Jude immerhin das Privileg, einem Unmenschen nicht in die Augen sehen zu müssen. Der niederländische Komiker Ernst Hoffmann wird in ein KZ deportiert. Auf dem Weg lernt er Helena kennen. Nur flüchtig. Und trotzdem ist ihr Gesicht das, woran er sich klammert, wenn er erschöpft, halb verhungert, fast erfroren bei der sklaventreiberischen Arbeit zu der die Nazis ihn und die anderen Häftlinge zwingen, kaum noch einen Fuß vor den anderen setzen kann. Als der Lagerkommandant mitbekommt, dass Ernst in den Baracken auftritt, um anderen Häftlingen durch Lachen Mut zu schenken, will er, dass der Komiker vor den SS-Leuten auftritt. Er weigert sich zunächst, aber durch diese Auftritte hat er die Chance Helena wiederzusehen - und vor dem Tod zu bewahren. Ein Buch über jemanden, der Witze in einem Konzentrationslager reißt. Ich war nicht sicher, ob ich mir diese Kulisse wirklich vorstellen konnte. Das ist bestimmt schwere Kost, dachte ich, und habe lange gezögert, das Rezensionsexemplar anzufragen, obwohl ich immer wieder auf der Seite des Buches gelandet bin. Und dann hab ich mich doch endlich getraut und die Zusage bekommen. Und? War es schwere Kost? Ja und nein. Ja, weil es ein schwieriges Thema ist. Die NS-Zeit an sich, aber noch viel mehr die Atmosphäre, die Vorgänge und das Leben in einem Konzentrationslager. Und die erlebt man zusammen mit Ernst Hoffmann aus nächster Nähe. Angefangen beim Transport per Zug, eingepfercht mit dutzenden anderen Menschen in einem Viehwaggon, geht es weiter zur Aufnahme ins Lager. Die Registrierung, Entkleidung, Entlausung, das ganze Programm. All das lässt einen schon mit einem beklemmenden, bedrückten Gefühl zurück. Und dann beginnt erst der Lageralltag. Schwerstarbeit bis zum Umfallen bei minimalen Essensrationen. Wer schwächelt, wird von den Aufsehern zu Tode geprügelt. Manchmal tun sie das auch einfach, weil sie Lust dazu haben und behaupten hinterher der Häftling hätte fliehen wollen. Nein, weil Pieter Webeling es tatsächlich schafft einen schlucken zu lassen und die bedrückende Atmosphäre rüber zu bringen, ohne dass es einen ausschließlich deprimiert. Das hatte ich nämlich fast erwartet. Dass es eines dieser Bücher ist, die im Wesentlichen dafür sorgen, dass man sich schlecht fühlt. Durch das ganze Buch hinweg. Aber dem war überhaupt nicht so. Es hat mich nachdenklich gestimmt, an vielen Stellen auch traurig und fassungslos gemacht. Aber es war kein endlos deprimierender Sermon, sondern interessant, spannend, grauenhaft und gut zugleich. Webeling gelingt in seinem Buch diese faszinierende und wie ich mir vorstellen kann sehr schwierige Gratwanderung, die viele Autoren meiner Ansicht nach nicht schaffen. Ernst, sein Hauptcharakter, ist nicht nur der strahlende, selbstlose Held. Das Lager verändert und beeinflusst auch ihn und weiß Gott nicht alle Entscheidungen, die er trifft, sind moralisch einwandfrei. Aber man kann sie verstehen. Man kann ihn verstehen. Auch der Liebesaspekt, der über Helena eingebracht wird, dominiert nicht die ganze Geschichte und drängt die Handlung in den Hintergrund. Obwohl Helena sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch zieht, hatte ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl Webeling hätte dieses Setting bloß gewählt, um eine Liebesgeschichte zu erzählen, denn das wäre mir in irgendeiner Form verkehrt vorgekommen. Mit gemischten Gefühlen begonnen hat "Das Lachen und der Tod" mich vollends überzeugen können. Webeling verwebt das Grauen der Nazi-Verbrechen und das Elend der Konzentrationslager mit diesem Funken Hoffnung, der einen bei Verstand hält. Eine bewegende Geschichte, die zu lesen ich wärmstens ans Herz lege. Nicht oft kann ich ein Buch so vorbehaltlos mit fünf Blümchen bewerten, aber Webelings Roman hat sie ganz unstrittig verdient. ---------- Rezension hier: http://licentiapoeticae.blogspot.de/2015/06/br-pieter-webeling-das-lachen-und-der.html

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  • Das Lachen und der Tod

    Das Lachen und der Tod

    Seehase1977

    Klappentext: Der niederländische Komiker Ernst Hoffmann wird 1944 in einem Viehwaggon mit anderen Verfolgten in ein Konzentrationslager in Polen gebracht. Um seine Mitgefangenen vor der endgültigen Verzweiflung zu bewahren, unterhält er sie abends mit Witzen. Als der deutsche Lagerkommandant davon erfährt, will er Hoffmann dazu bringen, vor den SS-Leuten als Kabarettist aufzutreten. Erst weigert sich der Komiker, doch dann verspricht ihm der Lagerkommandant, eine bestimmte Frau am Leben zu lassen… Zum Inhalt: Ernst Hoffmann, ein niederländischer Komiker und Halbjude wird 1944 zusammen mit vielen anderen Juden in einem Viehwaggon in ein polnisches Konzentrationslager deportiert. Während der Fahrt voller Strapazen und Leid lernt er Helena kennen und – trotz der Kürze der Zeit – auch lieben. Gleich nach der Ankunft im KZ beginnt der Kampf ums Überleben. Ernst und Helena werden getrennt und wissen nicht, ob sie sich jemals wieder sehen werden. Um das Leid seiner Mithäftlinge zu lindern und um ihren Lebenswillen zu erhalten, tritt Ernst jeden Abend in seiner Baracke als Komiker auf. „Jeden Tag ein Lacher“, diese Aussage macht sich Hoffmann zum Leitspruch. Seine Auftritte, der Gedanke an Helena und die Hoffnung, sie wieder zu sehen, halten Ernst trotz schwerer Krankheit und den vielen Gefahren und Grausamkeiten im Lager am Leben. „Das Lachen und der Tod“ von Pieter Webeling ist, so könnte man meinen, eines von vielen Büchern über den Holocaust. Doch dieses ist anders, denn das grausame Stück deutscher Geschichte wird aus einem völlig neuen Blickwinkel, nämlich aus der Sicht des Komikers Ernst Hoffmann erzählt. Humor und Komik? Ist das im Zusammenhang mit dieser schrecklichen und menschenunwürdigen Thematik überhaupt möglich und angebracht? Dem Autor ist dies jedenfalls hervorragend gelungen ohne die Grausamkeit und das unvorstellbare Leid der Menschen damals in Frage zu stellen. Webeling schreibt mit viel Ironie und bringt den Leser stellenweise tatsächlich zum Lachen, schafft es fasst im nächsten Satz, dass eben jenes dem Leser aufgrund schonungsloser und detaillierter Schilderungen des Grauens und der menschenunwürdigen Zustände, sofort im Halse stecken bleibt. „Das Leben und der Tod“ ist ein großartiges Buch über das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte. Ein Buch voller Brutalität, Fassungslosigkeit und Leid, aber auch eines voller Hoffnung und Liebe das zeigt, dass Lachen Leben retten kann. Ein Buch das mal wieder deutlich macht, wie wichtig es ist, gegen Rassismus und Antisemitismus zu kämpfen, damit so etwas nie wieder, egal wo auf der Welt, passieren wird. Keine leichte Lektüre, aber eine Leseempfehlung von mir.

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    • 3

    awogfli

    24. July 2015 um 11:08
  • Jeden Tag ein Lacher

    Das Lachen und der Tod

    NiWa

    1944. Ernst Hoffmann ist Niederländer, Komiker und Halbjude. Der letzteren Eigenschaft hat er es zu verschulden, dass er sich mit zig anderen Verfolgten in einem Viehwaggon auf dem Weg in ein Konzentrationslager befindet. Dem Ernst der Lage durchaus bewusst, setzt er sich das Überleben zum Ziel, nicht nur sein eigenes, sondern auch das seiner Mitmenschen, indem er ihnen jeden Tag einen Lacher schenkt: „Wir sitzen in einem Viehwaggon. Ist das ein Grund zum Lachen? Nein, im Gegenteil. Aber es erinnert mich an ein Foto, auf dem Hitler neben einer Kuh steht. Wissen Sie, was mir sofort aufgefallen ist? Der intelligente Blick der Kuh.“ (S. 33) Noch im Viehwaggon wird er allerdings mit der unglaublichen Realität konfrontiert, dass es gar nicht so einfach ist, seinen Mitmenschen mehr als ein Schmunzeln abzuringen. Und erst recht nicht, wenn sich die Menschen nach der Ankunft in zwei Reihen aufteilen, wobei zwar beide den Tod garantieren, doch zumindest eine davon statistisch gesehen noch etwa 4 Monate Leben verspricht. „Das Lachen und der Tod“ ist bestimmt keine einfache Lektüre und trotzdem lässt es sich mit Leichtigkeit lesen. Der Komiker Ernst Hoffmann erzählt persönlich von seinen Erlebnissen, er erzählt seine Geschichte und all die Grausamkeiten, die er und tausend andere erdulden mussten. Nach der Reise im Viehwaggon wird der Leser gemeinsam mit Ernst Hoffmann mit dem KZ-Alltag vertraut gemacht. Grauenvolle Baracken, bereits tote aber noch lebende Muselmänner, die auf’s Sterben warten, Kapos, die sich ihrer Vormachtstellung zum Guten oder zum Schlechten bedienen und schwerste Arbeiten, die früher oder später den Tod garantieren. Es gibt viel Literatur, die von den Schrecken der Konzentrationslager berichtet, dem Unrecht, das all diesen Menschen widerfahren ist, und dabei zeichnet sich dieses Buch durch eine einzigartige Besonderheit aus: denn der KZ-Insasse Nummer 173545 schafft es durch Humor einen letzten Funken Menschlichkeit zu bewahren. Wie unvorstellbar es bei dieser ernsten Thematik auch sein mag, so habe ich selten derart gelacht und gleichzeitig geweint. Während des Lesens gaben sich lautes Auflachen und atemloses Entsetzen die Klinke in die Hand, wechselten sich Tränen der Erheiterung mit einschneidender Erschütterung ab und aus banger Hoffnungslosigkeit wurde blanke Verzweiflung, die sogar dann noch durch einen Lacher Lebensmut versprochen hat. Außerdem hat es mir gut gefallen, dass hier nicht nur die SS ins rechte Licht gerückt wird, sondern sogar die Stellung der Kapos näher beleuchtet wird. Diese Menschen, die sich aus der Zusammenarbeit mit den Deutschen Vorteile für sich versprachen oder dadurch einfach nur den anderen Insassen auf ihre eigene Weise helfen wollten. Weiters ist es ein guter Ansatz, dass die Handlung nicht nach der Lagerbefreiung ihr Ende findet, sondern auch von der unmittelbaren Zeit danach berichtet. Wer hat sich nicht schon einmal gefragt, wie es für die Menschen war, ein KZ zu überleben und als ob nichts gewesen wäre einfach in ihr „altes“ Leben zurückzukehren? Obwohl es sich bei dem Komiker Ernst Hoffmann um eine fiktive Figur handelt, basieren die Erlebnisse auf realen Hintergründen, die wir niemals vergessen oder verdrängen dürfen und diese Geschichte zeigt uns, wie wichtig es ist, sich sogar unter den widrigsten Umständen seiner Menschlichkeit bewusst zu sein, und sei es nur, indem wir jeden Tag einen Lacher schenken.

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    • 15
  • menschlich im Unmenschlichen

    Das Lachen und der Tod

    dominona

    09. July 2015 um 13:54

    Humor im Konzentrationslager? Das geht, aber es hat auch seinen Preis und das lässt einen mitfiebern. Es ist eine Wanderung auf dünnem Eis zwischen Mitgefühl und Horror, aber auch nicht zu überladen. Ich habe das Buch quasi am Stück gelesen, weil es mich fasziniert hat und das wohl, weil es mutig ist, mutig und rührend menschlich.

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