Pieter Webeling Die Stunde des Schmetterlings

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Inhaltsangabe zu „Die Stunde des Schmetterlings“ von Pieter Webeling

Freundschaft und Verrat im Schatten des Ersten Weltkrieges. Im Juli 1915 steht Julius Reinhardt in den Trümmern einer Kirche und setzt sich die Pistole an die Kehle. Ein alter Mann tritt von hinten an ihn heran und sagt, dass der Tod nie eine Lösung sei. Es ist der Pfarrer, einer der wenigen Überlebenden des fast vollständig zerstörten Dorfes. Er führt Julius ins Pfarrhaus und zeigt ihm seine Schmetterlingssammlung. Diese Tiere, die ihre Schönheit in einem sehr kurzen Leben und vergeblichen Überlebenskampf verschwenden, und nicht die Menschen, die Kriege anzetteln, sind für ihn die Krone der Schöpfung. Julius fasst Vertrauen und erzählt dem Pfarrer von seiner Seelennot. Sein Kamerad, sein bester Freund, ist ausgerechnet in einer Feuerpause, als Franzosen und Deutsche Fußball spielten statt aufeinander zu schießen, mit einem Bajonett im Rücken tot aufgefunden worden. Julius fühlt sich dafür verantwortlich. Nach und nach gibt er sich seinen Erinnerungen hin: an vier unzertrennliche Freunde, die arglos in einem Dorf aufwuchsen, an eine große Liebe und an eine Enttäuschung, die übermächtig war ...

Einmal ein anderes Buch - aber sehr gut geschrieben

— leserin
leserin

Ein ergreifender, poetischer und lebensbejahender Roman.

— NiWa
NiWa

Ein ganz besonderes Buch, eine Geschichtsstunde, die unter die Haut geht und stark berührt, poetisch, philosophisch - toll! Volle Punktzahl!

— SigiLovesBooks
SigiLovesBooks

Wie die Euphorie schnell der Wirklichkeit weicht.....4 Freunde, der 1. Weltkrieg und die erste Liebe. Beeindruckend, hat mich gefesselt.

— vielleser18
vielleser18

Leider konnten Protagonist und Geschichte bis zum Schluss nicht wirklich zu mir durchdringen.

— Svenjas_BookChallenges
Svenjas_BookChallenges

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  • Für was sind Kriege da?

    Die Stunde des Schmetterlings
    cybergirll

    cybergirll

    22. June 2017 um 13:03

    Im Juni 1915 kommt Julius Reinhardt in einem Dorf in Frankreich in eine zerstörte Kirche.Er ist den Krieg leid und fühlt sich schuldig am Tod 2 seiner Freunde.Als er sich die Pistole an die Kehle setzt hält ihn eine Stimme davon ab abzudrücken.Ein alter Man steht vor ihm, der Pfarrer der Kirche. Der Pfarrer fordert Julius auf ihm seine Geschichte zu erzählen und Julius erzählt von einem Ort in Deutschland, von vier Freunden die ein Abenteuer erleben wollten und zusammen in den Krieg zogenDie Stunde des Schmetterlings von dem niederländischen Schriftsteller Pieter Webling erzählt die Geschichte von Julius, Theo, Klaus und Erich aus der Sicht von Julius Reinhardt:Vier Freunde aus einem kleinen Ort in Deutschland, sie unternehmen alles zusammen, haben gerade ihre erste Freundin und denken zum Teil ans Heiraten. Trotzdem wird ihnen das Leben in dem Ort zu eng.Als 1914 der erste Weltkrieg ausbricht, melden die vier sich freiwillig in der Erwartung eines Abenteuers.Der Leser begleitet Julius in den Krieg gegen Frankreich.Man liest wie Julius die Erfahrung macht, dass die Franzosen die gleichen Gefühle haben wie die Deutschen. Sie haben auch Eltern, Schwestern und Brüder, Ehefrauen und Kinder.Ja sie feiern sogar genauso Weihnachten.Und spätestens hier fragt sich der Leser genau wie Julius „Für was sind Kriege da?“ Einen großen Dank an den Autor Pieter Webling für dieses fast schon philosophisches Buch, dass wir alle immer in Erinnerung behalten sollten.

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  • Ein ergreifender, poetischer und lebensbejahender Roman

    Die Stunde des Schmetterlings
    NiWa

    NiWa

    15. January 2017 um 09:18

    Deutschland/Frankreich 1915. Julius steht mitten in den Trümmern einer Kirche und setzt sich die Pistole an. Überraschend bringt ihn der hiesige Pfarrer von seinem Vorhaben ab und fordert ihn auf, ihm seine Geschichte zu erzählen - eine Geschichte, die von Freundschaft, dem Krieg und Vergebung handeln wird. So findet sich Julius, anstatt als Leiche in der Kirche, in der guten Stube des Pfarrers wieder - der fast als Einziger seiner Gemeinde die Stellung während der Kriegswirren hält. Julius fasst sich ein Herz und beichtet ihm, dass ihn nicht nur der Krieg in die Trümmer der Kirche trieb. Pieter Webeling hat einen wunderschönen, sehr literarischen Roman, über Freundschaft und den 1. Weltkrieg geschrieben. Gerade diese Zeitspanne trifft man meiner Meinung nach viel zu selten an, daher musste ich einfach zu diesem Buch greifen. Es geht aber auch um den Sinn des Lebens, den man wahrscheinlich in Kriegszeiten besonders rasch aus den Augen verliert. Im Vordergrund steht das Kriegsgeschehen und was es aus den jungen Männern macht. Sie ziehen voller Pathos und Freude an die Front, können es kaum erwarten, den Franzosen das Fürchten zu lehren und wollen beweisen, dass sie richtige Männer sind. Diesem Getaumel aus ansteckendem Jubel und unausweichlicher Abenteuerlust, können sich Julius und seine Freunde nicht entziehen. Julius, Erich, Claus und Theo ahnen allerdings nicht, dass es nicht das Abenteuer sondern das Ende ihres bisherigen Lebens ist. Denn auch falls man überleben wird, aus dem Krieg kommt niemand unverändert zurück. Zuerst führt der Autor die Figuren ein. Er lässt sich relativ lange Zeit, Erich, Claus und Theo vorzustellen. Dabei nimmt er Julius’ Perspektive ein. Schnell merkt man, dass Claus der Schlawiner unter den Freunden ist, Theo ein genaues Ziel vor Augen und seiner Kamera hat, Julius ein Poet werden will und Erich der Ruhige des Vierergespanns ist. Die Freundschaft dieser jungen Männer nimmt großen Raum in der Handlung ein. Sie zeigt, wie sie sich gegenseitig unterstützen, Mut zusprechen und in ihrer jugendlichen Ausgelassenheit aus manchen Schalk bitteren Ernst werden lässt. Angelehnt an Remarque verbildlicht Webeling das Geschehen im Schützengraben. Er greift dabei auf historische Begebenheiten zurück, gibt ihnen Namen und ein Gesicht, und man bekommt vor Augen geführt, dass es ganz normale junge Männer waren, die dort ihre Jugend gelassen haben. Die Schützengräben sind dreckig, das Brot ist verschimmelt, die Namen der Kameraden merkt man sich nicht, weil es sich ohnehin kaum auszuzahlen scheint. Mittendrin sind diese vier Freunde - voneinander getrennt - und jeder hat mit sich selbst und dem Krieg zutun. Webeling geht neben dem Grauen aber den schönen Seiten des Lebens auf den Grund. Er arbeitet durch die Figur des Pfarrers und mithilfe von Poesie den Sinn des Lebens in seinen Roman ein. Denn der Priester schafft es, die Blicke von Julius und des Lesers auf die Herrlichkeit der Welt zu lenken, auch wenn rundherum alles in Schutt und Asche liegt. Mich hat das Schicksal von Julius und seiner ganzen Generation sehr berührt und ich danke Pieter Webeling dafür, dass er sich des 1. Weltkriegs und all der namenlosen Soldaten der Vergangenheit angenommen hat. Meinem Geschmack nach war etwas zu viel Poesie vorhanden. An Rilkes „Der Panther“ kommt man bei diesem Thema nicht vorbei, bei Rimbaud habe ich Tränen gelacht, doch dann hätte er es meinem Empfinden nach gut sein lassen können. Dennoch ist „Die Stunde des Schmetterlings“ ein ergreifender, poetischer und lebensbejahender Roman, der neben den Schrecken des Krieges Platz für die wirklich guten Augenblicke lässt und damit ein literarisches Perlchen ist.

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    • 8
  • Die Stunde des Schmetterlings

    Die Stunde des Schmetterlings
    SigiLovesBooks

    SigiLovesBooks

    14. December 2016 um 16:16

    "Die Stunde des Schmetterlings" von Pieter Webeling erschien als gebundenes Buch bei Blessing, 2016; den Schutzumschlag ziert eine nebelverhangene Landschaft mit kahlen Bäumen und einer gewundenen Straße, die man in dieser Form der Romanzeit (1. Weltkrieg, 1914) und dem Ort (Frankreich) sehr gut zuordnen kann und die ich sehr gelungen finde. Übersetzt wurde dieser Roman, der einer Geschichtsstunde, aber auch einem tiefen Eintauchen in die Charaktere von vier unterschiedlichen Freunden sowie einem Priester, der gut zuhören kann, gleicht und diese Thematik sehr sensibel und wundervoll umsetzt, vom Niederländischen ins Deutsche von Christiane Burkhardt. An dieser Stelle bereits vielen Dank an den Verlag, dem Autor und der Übersetzerin für dieses wirkliche sehr berührende und lesenswerte Buch!"Vier Freunde, die arglos in einem sächsischen Dorf aufwachsen, geraten in den Mahlstrom der Geschichte. Ein großer Roman über Freundschaft, Liebe und Verrat. Und über den Trost, den die Schönheit der Schöpfung gewähren kann." (Quelle: Buchrückentext)Durch die atmosphärische Dichte, die von Beginn an ein Kennungszeichen des Autors ist, gelingt es dem Leser, sich in das sächsische Dorf zu versetzen, in dem vor mehr als 100 Jahren die Freunde Julius (Erzähler), Claus, Theo und Erich gemeinsam aufwachsen. Nach der Mobilmachung schließen sie sich freiwillig den jungen Männern an, die für Freiheit und Vaterland gegen Franzosen und Engländer zu kämpfen bereit sind. Einzig Erich tut sich sehr schwer mit der Entscheidung; von Natur aus sehr sensibel, würde er lieber bei seiner Geliebten bleiben und mit ihr eine Familie gründen, andererseits möchte er aber vor seinen Freunden nicht als Feigling gelten, daher schließt er sich den anderen an. Die Euphorie sowie die Vermutung, "bis Weihnachten wieder zu Hause zu sein", das alles als ein großes (noch unbekanntes) Spiel zu betrachten, kommt gut zur Geltung: Ebenso die Standes- und Klassenunterschiede der Arbeiterschaft und Fabrikbesitzer, die erste Rebellion gegen unmenschliche Arbeitsbedingungen der Fabrikarbeiter und der Angst um drohende Arbeitslosigkeit. Julius, der Hauptprotagonist des Romans, will seinem Leben eigentlich ein Ende setzen, als ein Priester in sein Leben tritt, der sich als guter Zuhörer entpuppt und dem schuldgeplagten Korporal nach und nach helfen kann, sich das auf den Schlachtfeldern des 1. Weltkrieges Erlebte sprichwörtlich von der Seele zu reden. Gleichzeitig erinnert der Priester, der eine große Schwäche für die Schönheit der Schmetterlinge hat und diese sammelt, ihre Namen kennt sowie ihre Lebensweise, ihn daran, dass überall, wo Häßlichkeit und Gräuel ist, auch Schönes zu finden ist."Noch habe ich die Hoffnung an das Gute im Menschen nicht verloren, aber was mich wirklich tröstet, ist die Schönheit der Schmetterlinge" .(Zitat, Priester S. 13)Diese Gegenüberstellung von beidem, das besonders in Kriegszeiten, auf der Erde überall zu finden ist, hat mich an diesem Roman sehr beeindruckt. Obgleich keine 'leichte Lektüre', vergisst man auch als Leser niemals, dass es auch Schönes gibt.  Es sind sehr eindrucksvolle, philosophische Sätze und viele Textpassagen zu finden, die den Beschreibungen des Grauens wie z.B. einem Chlorgasangriff, gegenüberstehen: Es gibt aber auch sehr eindringliche und gut recherchierte, präzise Beschreibungen aus den Schützengräben des 1. Weltkrieges, in denen sowohl Julius wie auch seine Freunde in verschiedenen Regimentern liegen. Der Zufall will es, dass die Divisionen von Julius und Claus zusammengelegt werden und beide beschließen, gegenseitig aufeinander 'aufzupassen'....Die historisch belegte Waffenruhe am Heiligen Abend wird auf beiden Seiten mit großer Nervosität, aber auch Erleichterung eingehalten. Julius überlebt die Grauen des Krieges auch durch die Hoffnung der  ersten großen Liebe, die er unbedingt nach dem Kriege heiraten will und deren Bild er immer vor Augen hat. Durch seine Liebe zur Dichtung und Lyrik lernte er die schöne Wirtshaustochter Elfriede kennen, die alle anderen Bewerber stets abwies: Seine Liebe zu Prosa und Lyrik hilft ihm, die Schrecken jeden Tages zu ertragen. Er sollte, während er dem Priester sein Leben und seine Schuldgefühle beichtet, erkennen, dass er etwas hatte, das Erich nicht gegeben war: Die Dichtung, die Poesie - die zuweilen Hässliches in Schönes zu verwandeln vermag... auch hier taucht der Schmetterling, den der Priester als den "Liebling Gottes" ehrt, in Form eines Gleichnisses wieder auf; in wundervollen Sätzen und Gedanken zum Leben, die tief berühren, liest sich der Roman wie ein Ausflug in das Dorf der kriegszerstörten Champagne, wo an der Marne und der Somme Millionen von Soldaten sinnlos ihr Leben ließen. Er entführt jedoch auch in die wie ein Wunder erhaltene Dorfkirche und anschließendem Pfarrhaus, wo der Priester wohnt und sich mit unerschütterlicher Ruhe und Kraft dem Ende des Krieges entgegen sehnt. Auch er legt die Beichte seines Lebens dem jungen Deutschen gegenüber ab und erzählt ihm seine Geschichte, warum er sein Leben in Gottes Hand legte... Eine der für mich schönsten Metaphern zitiere ich hier:"Ein Nachtpfauenauge lebt nur wenige Tage. Aber im Leben geht es nicht um Tage oder Wochen. Sondern um Momente". (S. 242)Ich las bereits einige Romane, die den 1. Weltkrieg oder "Le Grand Guerre", wie ihn die Franzosen nennen, zum Inhalt hatten, aber die einfühlsame und sensible Sprache von Pieter Webeling sowie die tragische Geschichte von Julius, die stellvertretend für Millionen anderer Soldaten aus dieser Zeit stehen könnte, hat mich sehr berührt; besonders die Ausgewogenheit in der Gegenüberstellung von Häßlichem und auch Schönem, Menschlichen,  das es trotz aller Grausamkeiten auch immer gab.Fazit:Ein sehr beeindruckender, mit großer Sensibilität und Intensität geschriebener Roman über das Schicksal von vier Freunden auf den französischen Schlachtfeldern des 1. Weltkriegs und der Tatsache, das trotz dem Leid, der Unsinnigkeit und Häßlichkeit des Krieges auch Schönheit existiert, die hier vom Schmetterling symbolisiert wird. Im übertragenen Sinne eine Aufforderung, seinem Leben Sinn zu geben, in dem man für sich Schönes entdeckt, sei es in einer Schmetterlingssammlung, in Dichtung, Lyrik, Kunst oder anderen Dingen, die den Menschen auch immer wieder "Gutes" entdecken lassen, auch in sich selbst!Eine absolute Leseempfehlung bei voller Punktezahl, 5 * von mir verbunden mit einem großen Dank an den Autor, an die Übersetzerin und an den Blessing-Verlag!

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2016: Die Challenge mit Niveau

    aba

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2016 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2016 bis 31.12.2016 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2016 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.Nimmst du die Herausforderung an?Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2016 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.Ich freue mich auf viele Anmeldungen!Teilnehmer:19angelika63AgnesMAmayaRoseanushkaArizonaaspecialkateban-aislingeachBarbara62BlaetterwindblauerklausbonniereadsbooksBookfantasyXYbookgirlBuchgespenstBuchinaBuchraettinCara_EleaCaroasCorsicanacrimarestricyranaczytelniczka73Deengladia78DieBertadigraEeyoreleerinrosewellFarbwirbel FederfeeFornikaFrauGonzoFrauJottfreiegedankenfrlfrohsinngefluegeltermondGela_HKGetReadyGinevraGirl56GruenenteGwendolinahannelore259hannipalanniHeldentenorIgelaInsider2199JoBerlinK2kkatrin297krimielselenikslesebiene27LesefantasieleselealesenbirgitleseratteneuLibriHollylisibooksLiteraturmaria1Marika_RomaniaMaritzelmarpijeMartina28MauelaMercadoMiamoumiss_mesmerizednaddoochNadja_KloosnaninkaNepomurksNightflowerNilNisnispardenPetrisPocciPrinzessinAuroraschokoloko29serendipity3012SikalsofiesolveigsommerleseStefanieFreigerichtsternchennagelSumsi1990suppenfeesursulapitschiTanyBeeTintenfantasieTochterAliceumbrellavielleser18wandabluewiloberwortjongleurzeki35

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    • 2951
  • Wie die Euphorie der Wirklichkeit weicht

    Die Stunde des Schmetterlings
    vielleser18

    vielleser18

    06. December 2016 um 16:56

    1915, mitten im 1. Weltkrieg. Julius steht in einer französischen Kirche, der Rest des Dorfes liegt in Schutt und Asche. Seine Pistole hat er sich schon an den Kopf gehalten, als ihn im letzten Moment ein Priester vom Schuß abhält. Die beiden kommen ins Gespräch und Julius fängt an seine Lebensgeschichte zu erzählen. Pieter Webeling erzählt in zwei Erzählsträngen. Einerseits die Unterhaltung zwischen dem Priester und Julius, bei dem es unter anderem auch um Schmetterlinge geht, lt. dem Priester, die schönsten Geschöpfe auf Gottes Erden. Dennoch haben diese mit nur wenigen Tagen nur eine sehr kurze Lebenszeit, die sie aber intensiv nutzen. Es geht in den Unterhaltungen der ungleichen Menschen um die Intensität des Lebens, um das Glück, aber auch die Schuld. Im zweiten Erzählstrang berichtet Julius über sein Leben. Wie er als einziges lebend geborenes Kind in einem Krämerhaushalt augewachsen ist. Von seinen Freunden Erich, Claus und Theo. Von seiner großen Liebe Elfriede, dem schönsten Mädchen im Dorf. Von all den Problemen und großen Wünschen und Zukunftsplänen der Freunde. Dann kommt 1914. Krieg. Euphorie. Die Freunde lassen sich mitziehen von dieser Euphorie, wollen sich beweisen. Sie melden sich freiwillig und ziehen in den Krieg, nichts ahnend, was das wirklich für sie bedeuten wird. Sie werden auseinander gerissen, an verschiedenen Fronten eingesetzt. Wir erleben durch Julius Augen seine Erfahrungen, steigen mit ihm in den Schützengraben, in dem es nur noch um Tod oder Überleben geht. Es ist blutig und grausam. Doch es gibt auch einen Lichtpunkt. Heiligabend 1914, als es zu einem spontanen Waffenstillstand zwischen Franzosen udn Deutschen kommt, die zusammen einem Gottesdienst lauschen und sogar gemeinsam Fußball spielen bevor sie wieder in ihre Schützengräben zurück kehren. Julius erzählt von Schuld und Schuldgefühlen, von Tod und Trauer. von Leid, aber auch von Hoffnung. Pieter Webeling erzählt mit großer Authentizität vom Kriegsgeschehen. Er hat einen sehr flüssigen Schreibstil und die Geschichte, die er ersonnen hat, hat mich gefesselt und berührt, zum Nachdenken und Mitfühlen gebracht und mich auch am Ende nicht sofort losgelassen. Fazit: Vier Freunde und der Krieg. Eine Geschichte voller Hoffnung und Liebe, aber auch Schuld und Verrat. Berührend erzählt, beklemmend und doch so authentisch.

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    • 6
  • Leider etwas enttäuschend...

    Die Stunde des Schmetterlings
    Svenjas_BookChallenges

    Svenjas_BookChallenges

    08. November 2016 um 19:19

    Pieter Webelings Das Lachen und der Tod ist ein Roman, den man nicht so schnell vergisst. Es ist eine erschütternde, grausame Geschichte, die so grandios erzählt ist, dass ich gespannt auf ein weiteres Buch aus der Feder des niederländischen Schriftstellers wartete. Vor Kurzem erschien dann Die Stunde des Schmetterlings und obwohl das Thema (der erste Weltkrieg) mich grundsätzlich nicht besonders anspricht, wollte ich es sofort lesen. Einfach, weil ich darauf vertraute, dass Pieter Webeling mich auch mit dieser Geschichte tief beeindrucken würde. Doch leider hat er es diesmal nicht ganz geschafft, mich zu überzeugen.Die Ausgangssituation des Romans, in welcher der Protagonist Julius sich umbringen will, führt einem direkt und schonungslos die Schrecken und die Grausamkeit des ersten Weltkriegs vor Augen. Diesen Stil ist man von Pieter Webeling gewohnt: Er ist schmerzlich, aber auch so pur und echt, dass man sich der Geschichte eigentlich nicht entziehen kann. Eigentlich. Denn Julius' Geschichte ist es trotz ihrer Intensität und der vielen erschütternden Geschehnisse bis zum Ende leider nicht gelungen, mich in ihren Bann zu ziehen. Ich kann gar nicht so genau sagen, woran das liegt. An Webelings Schreibstil auf jeden Fall nicht, denn den finde ich nach wie vor grandios. War man als Leser in Das Lachen und der Tod beinahe schon zu nahe an der Hauptperson und ihren Erzählungen dran, betrachtet man Julius' Schicksal wie aus weiter Ferne. Mir jedenfalls fiel es schwer, mich in ihn hineinzuversetzen und mit ihm zu fühlen.Zwar gelingt es Webeling wieder einmal grauenerregend gut, die Schrecken eines Krieges abzubilden und der unmenschliche Alltag an der Front in Frankreich lässt einen garantiert nicht kalt, sondern bedrückt, bewegt und macht unglaublich traurig. Aber alles, was darum herum geschieht, ist wie in einem Nebel, durch den man nicht klar sieht. Julius' Vorgeschichte, seine Kindheit in diesem kleinen sächsischen Dorf, die Liebeleien mit Elfriede, die Kabbeleien mit seinen Freunden - all das reißt einen irgendwie nicht ganz vom Hocker und so ziehen sich die Seiten wie Kaugummi. Merkwürdigerweise hatte ich außerdem ein Problem damit, die Freunde zu unterscheiden, weil sie in ihrer Darstellung miteinander verschwimmen und sich teilweise so stark ähneln, dass man einfach nicht mehr durchsieht. Auch mit den Soldaten, die Julius an der Front kennenlernt, ging es mir so.Auch Julius als Hauptfigur blieb mir bis zum Schluss irgendwie fremd. Zwar wird aus der Ich-Perspektive erzählt, sodass man theoretisch nah am Protagonisten dran sein müsste, aber trotzdem konnten seine Emotionen und Gedanken irgendwie nicht richtig zu mir durchdringen. Gut möglich, dass das daran liegt, dass er nach den ersten 8 Monaten an der Front abgestumpft und innerlich fast schon tot ist und das macht es wiederum unheimlich authentisch. Und dennoch: Weder seine Liebe zur Poesie noch seine Gefühle für Elfriede konnte man ihm abnehmen - so zumindest mein Gefühl. Für mich blieb er eine relativ oberflächliche Figur, zu der man als Leser keinen Draht hatte.Die Situation, in die Julius während seines Heimaturlaubs hineinstolpert, und die Unterredung mit dem Priester wiederum haben mir sehr gut gefallen. Das Ganze hat etwas Unwirkliches, aber auch Trost spendendes und mir hat es gefallen, dass Julius seine Geschichte nicht einfach nur erzählt, sondern beichtet. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass die Abschnitte, in denen er von seiner Vergangenheit erzählt, und die Abschnitte in der Gegenwart, in denen er praktisch dem Priester gegenübersitzt, klarer gekennzeichnet worden wären. So hat man es als Leser manchmal nicht leicht, der Geschichte zu folgen. Andererseits hat es wiederum auch etwas Poetisches, dass Julius' Gegenwart und Vergangenheit miteinander verschwimmen. Mit dem Ende war ich dann allerdings wieder nicht ganz zufrieden, irgendwie lässt es einen ein wenig ratlos und unbefriedigt zurück. Insgesamt fand ich diesen Roman von Webeling eher durchwachsen und leider nicht so spannend und mitreißend wie den Vorgänger.Mein Fazit:Die Stunde des Schmetterlings ist auf jeden Fall ein authentisch erzählter und gut recherchierter historischer Roman, der ein dunkles Kapitel der Geschichte (den ersten Weltkrieg) zum Thema hat. Irgendwie ist es Webeling aber diesmal nicht gelungen, mich wirklich mitzureißen. Sein Protagonist war mir zu oberflächlich, die Geschichte stellenweise zu langatmig und irgendwie zu blass. Insgesamt ein eher durchwachsener Roman, der mich ein wenig enttäuscht hat.

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    • 3
  • Die Stunde des Schmetterlings

    Die Stunde des Schmetterlings
    -sabine-

    -sabine-

    07. November 2016 um 19:46

    Man sollte natürlich gerne Bücher lesen, die zur Zeit des ersten Weltkrieges spielen und in denen nichts beschönigt wird, dann aber kann ich dieses in Abschnitten an Remarques Klassiker „Im Westen nichts Neues“ erinnerndes Buch sehr empfehlen: eine eindringliche und berührende Geschichte über Schuld, Verrat und Illusion, aber auch über die Kraft der Liebe und der Freundschaft.Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen, die aber sehr nah beieinander liegen. Julius Reinhardt ist im Jahr 1915 auf Heimaturlaub und möchte seinem Leben ein Ende setzen – zu groß ist das Gefühl der Schuld und des Verlustes – doch ein Priester hält ihn davon ab und lässt ihn seine Geschichte erzählen. Diese beginnt ein paar Jahre vor Kriegsbeginn mit einer innigen Freundschaft vierer ganz unterschiedlicher Jungen.Pieter Webeling lässt sich Zeit, die Geschichte zu erzählen – zunächst wir man rein geschmissen in die bedrückende Szenerie in den Ruinen einer Kirche, in der Julius sich das Leben nehmen will, einmal „gerettet“ jedoch, begleitet man Julius zurück in seine Kindheit und Jugend, als alles noch ganz normal erschien, bis der Ausbruch des Krieges dann alles veränderte.Langsam werden die vier unterschiedlichen Freunde vorgestellt, so dass man sich jeden sehr gut vorstellen kann und auch das interessante Geflecht, das die vier miteinander verbindet. Alle vier melden sich als Soldaten, denken, damit dem Einerlei des Alltags entfliehen zu können – und werden bald desillusioniert. Jeder geht in dieser schweren Zeit einen eigenen Weg und doch sind sie untrennbar miteinander verknüpft. Julius erzählt dabei seine Geschichte und man erlebt dabei als Leser hautnah, was ihn in der Zeit des Krieges berührt und geängstigt hat, was er verloren, aber auch gefunden hat – und nicht immer sind seine Erlebnisse leicht zu ertragen.Der geduldige und sehr inspirierende Zuhörer Julius‘ Geschichte ist ein alter Mann, der Priester eines nahezu völlig zerstörten französischen Dorfes – er hat eine ganz eigene Philosophie des Lebens, die den Titel des Romans erklärt, und die er wunderbar mit seinem Glauben verknüpft, das aber ganz unaufdringlich, so dass ich mich nicht genötigt oder in eine Ecke gedrängt fühlte. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, mal sehr schlicht mit einfachen, aber sehr treffenden Worten, dann aber wieder auch poetisch und an manchen Stellen auch etwas blumig – immer aber schafft er eine melancholische und bedrückende Stimmung, die mich völlig eingenommen hat, und die einfach anschaulich die Atmosphäre der jeweiligen Szenerien widerspiegelt.An manchen Stellen lässt der Autor sich vielleicht etwas viel Zeit, die Geschichte zu erzählen, zumindest habe ich es beim Lesen so empfunden – nach Zuschlagen des Buches aber scheint kein Satz mehr überflüssig und alles wirkt in sich rund und schlüssig.Mich hat das Buch sehr beeindruckt und wer sich für das Thema interessiert, dem kann ich es sehr ans Herz legen. Ich gebe ihm gute 4 von 5 Sternen.

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  • "Im Krieg musst du ein Arschloch sein"

    Die Stunde des Schmetterlings
    BettinaR87

    BettinaR87

    24. October 2016 um 19:18

    Julius ist eigentlich ein ganz normaler junger Kerl - bis der Erste Weltkrieg heranrollt und sein ganzes Leben auf den Kopf stellt. Und zwei seiner Freunde innerhalb weniger Momente ins frühe Grab bringt...Sie sind vier ganz normale Jungs, die in einem kleinen, sächsischen Dorf aufwachsen; Julius, Claus, Erich und Theo. In ihren Familien gibt es häusliche Gewalt, die Geschlechterrollen sind fest definiert und die erste Liebe lässt alle Hormone wild durch die Körper hüpfen. Dann wird der Erste Weltkrieg ausgerufen und alle jungen Männer melden sich freudestrahlend zum Krieg – bis auf Erich, der mehr oder weniger von Julius überzeugt wird. Nicht nur für Julius werden die nächsten 10 Monate zur Hölle. Denn wo die Menschheit sich bekriegt, passieren die schlimmsten Dinge – und stellen sich unfassbar viele Schuldfragen. Würden wirklich zwei der drei Freunde von Julius noch leben, wenn er nicht gewesen wäre? Dieser Meinung ist er jedenfalls, als er nach diesen zehn Monaten in einer kleinen französischen Kirche sitzt und sich selbst umbringen möchte. Der Pfarrer unterbricht sein Vorhaben auf höchst unpathetische Weise – und lässt Julius nicht einfach wieder gehen. Das ungleiche Gespann erlebt die nächsten Tage zusammen in dem vollkommen ausgebombten Dorf. Offiziell sind sie eigentlich Feinde, doch Julius fasst Vertrauen und hebt zu einer ungewöhnlichen Kriegsbeichte an…Die KritikDie Positionierung der Charaktere finde ich ungewöhnlich und gut gelungen. Denn in der Gegenwart hat Julius bereits das erste Kriegsjahr hinter sich gebracht. Doch für seine Beichte taucht er in die Vergangenheit und erklärt Priester und Leser gleichzeitig, wie er auf die Bank in der kleinen Kirche kam - Liebe, die Wirren des Krieges, Mut, Angst, Verrat, Trauer und Verlust sind seine Begleiter. Genauso auch Wut und Scham, die das Monster des Ersten Weltkriegs so auf einer sehr individuellen, persönlichen Ebene darstellt.Richtig gut gefallen hat mir das Ende: Denn es ist klar, dass der Krieg noch einige Jahre weitergehen wird und Julius gerade mal 10 Monate hinter sich gebracht hat. Wohin es ihn verschlagen wird? Das weiß man oder halt auch nicht ^^ Damit wird das Ende ein deutliches Statement gegen zwei Fronten: Einmal diejenigen, bei denen jedes Buch gut ausgehen muss - ja klar, weil das Leben so auch spielt. Andererseits gegen diejenigen, die alles immer so brutal wie möglich beenden wollen, um einen Schockmoment zu schaffen.Fazit: So richtig viel lässt sich gar nicht kritisieren oder besprechen, ohne zuviel vorweg zu nehmen. Der Text ist sehr gut geschrieben, liest sich flüssig und auch inhaltlich ist einiges geboten - inklusive eine kleine Überraschung am Ende der "Auflösung". Das Buch gibt auf jeden Fall zu denken: Wir ärgern uns heute über Entscheidungen, die so gut wie keine Auswirkungen haben werden. Damals haben die 18-Jährigen sich entscheiden müssen, in welche Richtung sie tödliche Schüsse abgeben müssen. Oder sie waren sich im Klaren darüber, dass der nächste Moment der ist, in dem eine Kugel sie findet. Klare Lesempfehlung!

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  • Der Verlust der Unschuld

    Die Stunde des Schmetterlings
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    21. October 2016 um 15:55

    Der Verlust der Unschuld„Ein Atlasspinner. Aber glaub mir, das Tier hat ein Riesenproblem, das größer ist als all unsere Probleme zusammen. Dieser Schmetterling hat keinen Saugrüssel. Deshalb lebt er nur 10 Tage…er selbst bekommt von der Schönheit der Natur nur wenig mit…Gott hat es so gewollt“.Weise Worte des alten Priesters im fast zerstörten, fast völlig verlassenen französischem Dorf. In dessen Kirche Julius bereit ist, seinem Leben ein Ende zu setzen. Denn all die Vorfreude, die Mannhaftigkeit, die Worte von Ehre und Stoltz, die Begeisterung, das „wahre Leben“ kennenzulernen (statt nur der Eintönigkeit im eigenen Herkunftsdorf), das „sich bewähren im Eisenhagel des ehrenvollen Krieges“, all das liegt desillusioniert hinter ihm.Und nicht nur das.Gut, dass der Priester und auch der ein oder andere restliche Bewohner des Dorfes nicht auf Rache aus sind. Ihn, den Deutschen nicht einfach bei lebendigem Leib zerreißen.Denn so kann Julius dem Priester, letztlich aber sich selbst seine Geschichte erzählen. In der Webeling diese ganze Welt und Weltordnung des alten Kaiserreiches ebenso zur Sprache kommen lässt, wie die grundlegenden Themen des Menschen, Liebe und Freundschaft, Sinn und Ziel des eigenen Lebensweges.Zeit lässt sich Webeling dabei, die einzelnen Personen in Ruhe vorzustellen. Den „mannhaften“ Claus, Draufgänger und Filou. Den ruhigen, zurückhaltenden Erich, der froh ist, der häuslichen Enge und Gewalt durch seine Verlobte entkommen zu können. Und dies doch hinter sich lässt, um nicht hinter den Freunden zurückzustehen. Theodor, dessen Vater sich auflehnt gegen unwürdige Arbeitsbedingungen und nun Hunger und Armut erst so richtig kennenlernen wird.Das Bild einer patriarchalischen Gesellschaft, in der der Gürtel als Erziehungsinstrument und die Ohrfeige beziehungsklärend eingesetzt wird. In der sich die „Macher“ und Vermögenden alles erlauben können, selbst das eigene Mündel zu befingern.Zeiten auch, in denen die Liebe kompliziert ist, Sexualität überstark im Raume steht und wenig Ventile findet und wenn nur heimlich. Da wundert es nicht, das mit Begeisterung das Abenteuer gesucht wird, blumengeschmückt die Regimenter in den Krieg ziehen.Und unvorbereitet die brachiale Gewalt und Grausamkeit, die Entfremdung voneinander und persönliche Schuld innerhalb kurzer Zeit tiefe Spuren (und Tode) hinterlassen werden.„Der Mensch, mein Junge, hätte eigentlich die Krone der Schöpfung sein sollen. Aber wir haben es vermasselt – schon lange vor diesem Krieg. Der Mensch verpuppt sich vom Schmetterling zur Raupe“.Und doch wird der eine dem anderen zum Teufel. Mit tödlichen Folgen. Und einer offenen Frage zum Ende hin, ob Vergebung einander und sich selbst gegenüber möglich sein könnte.Sprachlich in ganz einfachen Worten und hier und da auch mit Längen und zu breiter Erzählweise gelangt Webeling doch am Ende an die Substanz menschlichen Seins, an die Fragen nach Liebe, Freundschaft, Gefühlsaufwallungen und wo die Grenze ist, an der Vernunft und Zivilisation tieferen Trieben weichen. Zu aller Unglück.

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