Pim van Vliet

 4.5 Sterne bei 2 Bewertungen

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High Returns from Low Risk

High Returns from Low Risk

 (2)
Erschienen am 23.01.2017

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Rezension zu "High Returns from Low Risk" von Pim van Vliet

Ideal für Aktien-Einsteiger
h3nn1ngvor 2 Jahren

Pim van Vliet und Jan de Koning zeigen uns in Ihrem Buch „High Returns from Low Risk“ wie ein von Anfang erfolgreicher Einstieg in die Welt der Aktien funktionieren kann. Ein unterhaltsames und wertvolles Werk.

http://wirtschaftsbuch.net/in-aktien-investieren-langfristig-erfolgreich/

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R_Mantheys avatar

Rezension zu "High Returns from Low Risk" von Pim van Vliet

Über ein Paradox, das keines ist
R_Mantheyvor 2 Jahren

Pim van Vliet befasst sich schon lange mit der scheinbar allgemein anerkannten Aussage, dass hohe Renditen bei der Kapitalanlage nur unter hohem Risiko zu erreichen sind. Ob diese Aussage wahr oder falsch ist, kann man nicht beweisen, so lange man die dabei benutzten Begriffe nicht präzise formuliert. Was also bedeuten Risiko und was Kapitalanlage? Insbesondere in dem Wort Kapitalanlage steckt das größte Problem. Denn so lange nicht alle mit exakt derselben Methode vorgehen, kann man die Allgemeingültigkeit der obigen Aussage weder beweisen noch widerlegen. Dieses prinzipielle Problem wird in diesem Buch noch nicht einmal erwähnt. Und überhaupt: Mit den Grundlagen der Logik steht der Autor etwas auf Kriegsfuß. Das ändert jedoch nichts daran, dass er unter gewissen Voraussetzungen nachweist, dass eine risikoarme Anlagestrategie langfristig eine um ein Vielfaches höhere Rendite erwirtschaftet. Und das ist eine sehr nützliche Aussage.

Das heißt allerdings auch, dass unter seinen Voraussetzungen die obige Aussage nicht allgemein gültig ist. Warum das nun "Anlageparadox" genannt wird, kann nur jemand gedankenlos hinnehmen, der nicht genau weiß, was (zumindest in der Logik) ein Paradox ist. Die Widerlegung einer Hypothese ist es gewiss nicht. Denn dann wären ganze Wissenschaften ein einziges Paradoxon.

Was sind nun die speziellen Voraussetzungen des Autors? Er betrachtet zunächst die 1000 am besten kapitalisierten Aktien der US-Börsen und ordnet sie dann aufsteigend nach ihrer historischen Volatilität. Den ersten Platz in dieser Liste nimmt also die Aktie ein, die die geringste historische Volatilität zum gewählten Zeitpunkt besitzt. Vierteljährlich wählt er danach für zwei Portfolios die ersten (geringes Risiko) und die letzten (hohes Risiko) 100 Werte aus dieser Liste. Diese exakt definierte Handelsstrategie ergibt über viele Jahrzehnte eine eindeutige Aussage: Das Portfolio mit den weniger volatilen Aktien hat eine deutliche bessere Performance als das andere.

Paradox ist das überhaupt nicht, denn jeder, der schon einmal einen deutlichen Verlust miterlebt hat, weiß, dass man dann extreme Renditen braucht, um ihn wieder wettzumachen. Und hoch volatile Aktien besitzen nun mal die Eigenschaft, sich auch bei Verlusten entsprechend heftig zu verhalten. Deshalb ist das Resultat dieser Untersuchung überhaupt nicht verwunderlich. Was also hat der Autor nun tatsächlich bewiesen? In einem speziellen und eindeutig definierten Fall bringt eine Anlagestrategie mit weniger volatilen Aktien eine deutlich höhere Rendite als dieselbe Strategie mit höher volatilen Aktien. Das bedeutet: Allein das Wort “nur” in der obigen Aussage ist falsch. Man könnte nämlich zum Beispiel fragen, ob man höher volatile Aktien nicht einfach anders handeln muss als solche mit einer geringen Volatilität. Dann aber wären beide Strategien jedoch nicht mehr direkt vergleichbar und eine generelle Aussage unmöglich. Doch wozu braucht man überhaupt eine solche generelle Aussage? Mit dieser Frage kommt man zum Kern des Ganzen.

Der Autor ist Fondsmanager. Mit der von ihm beschriebenen Methode hat er ein geschäftliches Problem, das er auch in seinem Buch zu recht klagend erklärt. Fonds messen sich gewöhnlich an einer Benchmark. Sie wollen einen Markt (eben diese Benchmark) schlagen, etwa den Dax mit ausgewählten deutschen Aktien. Dass sie daran meist scheitern, ist nicht das Problem des Autors. Vielmehr laufen seine wenig volatilen Aktien bei einer stark steigenden Benchmark viel schlechter als diese. Damit auch sein Fond. Und das obwohl er langfristig vielleicht wesentlich besser abschneidet. Merkwürdigerweise interessieren sich Käufer von Fondsanteilen jedoch nicht für die absolute Rendite ihrer vermeintlichen Altersvorsorge, sondern fallen auch auf die kurzfristig orientierte Benchmark-Propaganda herein. Und das ist genau das Problem, mit dem der Autor kämpft. Im Jahresvergleich wird sein Fond fast immer hinterherhinken, nicht jedoch langfristig. Das scheint offenbar eine gedankliche Hürde zu sein, über die nur wenige langfristige Anleger springen können oder wollen.

Die Lektüre dieses Buches lohnt sich also deshalb insbesondere für solche Menschen. Leider zieht der Autor seine wirklich interessanten Ausführungen zu sehr in Länge und Breite. Tatsächlich könnte man den Inhalt des Buches ohne Abstriche auch auf 20 Seiten darstellen. Im weiteren Verlauf des Textes ändert der Autor seine ursprüngliche Handelsstrategie dann etwas ab. Anstelle der historischen Volatilität wählt er die Schwankungsfreude im Verhältnis zum übergeordneten Index (sollte kleiner als Eins, also weniger volatil als der Index sein) und nimmt zwei neue Kriterien hinzu: die Dividendenrendite (oder Aktienrückkäufe) und das Momentum (Kursentwicklung im letzten Jahr). Mit diesen zusätzlichen Kriterien wird seine Performance noch besser. Das ist zwar banal aber wichtig, weil gewisse Fallen damit mehr oder weniger ausgeschlossen werden.

Von den restlichen Abschnitten ist einzig noch der interessant, der dem Leser vermittelt, wie er weniger riskante Aktien findet. Was der Autor dann noch im Weiteren erzählt, besitzt keine große Substanz und zeigt erneut, dass Logik nicht zu seinen Stärken zählt. So erwähnt er das allseits in der Branche beliebte Capital Asset Pricing Model (CAMP), das auf Annahmen über eine Welt basiert, die es niemals geben wird. Folglich versagt es kläglich, wenn es die tatsächliche Beziehung zwischen Risiko und Rendite beschreibt, wie der Autor richtig bemerkt. Ein paar Zeilen später empfiehlt dann doch die Benutzung dieses Modells (was übrigens beim den Privatanleger wahrscheinlich zu gewissen Überforderungen führt), weil es verrät, “welche Anlageentscheidung richtig ist und welche falsch” ist.

Leider agieren Leute aus der Finanzbranche ständig mit irgendwelchen Begriffen und Zusammenhängen, die sich nicht richtig fassen lassen. Die abschließenden Kapitel dieses Buches sind dafür geradezu ein markantes Beispiel. Man kann das aber auch am zentralen Thema des Buches festmachen: Zwar sind seine Kernaussagen richtig, doch der Autor verallgemeinert sie unzulässig. Mit risikoarmen Aktien verdient man mehr, wenn man sie ebenso wie risikoreiche einfach nach einem bestimmten Kriterium kauft und hält. Das beweist aber nicht, dass man mit risikoarmen Aktien immer mehr verdient als mit risikoreichen.

Dessen ungeachtet findet der an risikoarmen Anlagemöglichkeiten interessierte Leser in diesem Text eine sehr gute Anregung für die Konstruktion eines eigenen Portfolios oder einer passiveren Form der Kapitalanlage.

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