Pola Kinski Kindermund

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Inhaltsangabe zu „Kindermund“ von Pola Kinski

Pola Kinski ist drei Jahre alt, als sich ihre Eltern scheiden lassen. Sie ist das erste Kind von Klaus Kinski, einem aufstrebenden Schauspieler, damals, Mitte der fünfziger Jahre. Nach der Scheidung lebt das Kind bei Mutter und Großvater in München; seinen Vater sieht es nur selten. Alles ändert sich, als Kinski in Fernsehen und Kino der Durchbruch gelingt. Er holt seine Tochter bei jeder Gelegenheit zu sich nach Berlin und später nach Rom, lässt sie zu den wechselnden Drehorten nachreisen. Pola erlebt die Tobsuchtsanfälle und die Verschwendungssucht ihres Vaters: Er brüllt auf sie ein und überhäuft sie mit Geschenken und Geld. Was sie sich sehnlichst wünscht, die Liebe und Geborgenheit der Eltern, versagen ihr Mutter wie Vater. Die Zuwendung der einen gilt bald nur mehr dem neuen Mann und zweiten Kind. Der andere macht die eigene Tochter über Jahre zu seiner Kindfrau. »Kindermund« ist Pola Kinskis Autobiografie ihrer Kindheit und Jugend. Sie erzählt, wie es war, die Tochter des Enfant terrible des deutschen Films zu sein, und sie rechnet ab, so unsentimental wie schonungslos: mit einem, für den es als selbstverständlich galt, sich über alle Grenzen hinwegzusetzen und der es skrupellos in Kauf nahm, das Leben des eigenen Kindes zu zerstören.

unfassbar......

— Tina K.

Ein wahnsinnig fesselndes und emotionales Buch!

— steffi5437

Harter Tobak

— brauneye29

Ein Albtraum-Vater, eine unterkühlte Mutter und ein Mädchen, das wie jedes Kind nur geliebt werden möchte. Hat mich sehr berührt!

— AngelikaHesse

Die Schauspielerin Pola Kinski schildert ihre Kindheit mit dem berühmten Vater; ein Alptraum...

— Liebes_Buch

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  • Fesselnd und erschütternde Autobiografie

    Kindermund

    steffi5437

    20. May 2017 um 09:26

    Handlung: Das Buch handelt von Pola Kinski, die Tochter von Klaus Kinski! In ihrer Autobiografie schildert sie wie sehr sie unter ihrem Vater gelitten hat! Er missbraucht sie und ihre Mutter straft sie mit eisiger Gefühlskälte! Liebe erfährt sie nicht! Ausserdem leidet sie unter den ständigen Wutausbrüchen ihres Vaters!Cover : Das Cover gefällt mir, trotz seiner Schlichtheit sehr gut!Schreibstil: Pola Kinski schreibt sehr ergreifend und fesselnd! Ich konnte sehr intensiv mit ihr mitfühlen und sie tat mir so leid! Wie kann ein Mensch nur so sehr leiden! Einfach schockierend!Meinung zum Buch: Ich fand das Buch sehr berührend und erschütternd! Was ich nicht nachvollziehen konnte war, dass Pola immer wieder die Nähe ihres Vaters suchte, obwohl er sie ständig anfasste und missbrauchte!  Aber die Angst vor ihm war so gross, dass sie ihm absolut hörig war! Diese Buch geht einem sehr unter die Haut!Ich gebe dem Buch 5/5 Sternen!

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  • Harter Tobak

    Kindermund

    brauneye29

    29. January 2017 um 20:46

    Zum Inhalt:Kindermund ist Pola Kinskis Autobiografie ihrer Kindheit und Jugend. Sie erzählt, wie es war, die Tochter des Enfant terrible des deutschen Films zu sein, und sie rechnet ab, so unsentimental wie schonungslos: mit einem, für den es als selbstverständlich galt, sich über alle Grenzen hinwegzusetzen und der es skrupellos in Kauf nahm, das Leben des eigenen Kindes zu zerstören.Meine Meinung:Ganz ehrlich, man möchte nicht glauben, was man hier zu lesen bekomnt. Doch leider kann man sich auch gut vorstellen, dass Pola genau das mit ihrem sehr exzentrischen Vater Klaus erlebt hat. Besonders traurig ist, dass sie scheinbar auch keinen Rückhalt bei der Mutter erhielt. Dass sie am Erlebten nicht zerbrochen ist, grenzt an ein Wunder. Fazit: Berührt und macht wütend.

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  • Entmythisierung

    Kindermund

    palegreeneyes

    13. January 2016 um 12:53

    Oh mein Gott.
    Zu allererst: gut geschrieben.
    Dann: man kann nur B. Hans zitieren - vom wahnsinnigen Genie bleibt nur der Wahnsinn.

  • Traurige Kindheitserinnerungen

    Kindermund

    Liebes_Buch

    18. February 2015 um 20:42

    Im Grunde hat jeder gewusst, dass Klaus Kinski verrückt ist, aber niemand hat sich gefragt, was das für seine Kinder bedeutet. Erstaunlicherweise schafft Pola Kinski es in ihrem Buch, sich nicht vom Vater vereinnahmen zu lassen. Das Buch schildert die Erlebnisse und Gefühle eines Kindes, das von den Erwachsenen vernachlässigt und missbraucht wird. Pola Kinski gelingt es, den Fokus tatsächlich auf das Kind zu richten und nicht allein um den berühmten Vater zu kreisen. Anfangs musste ich mich an den nüchternen Schreibstil gewöhnen, später gefiel mir das Buch immer besser, weil sie immer mehr Einblick in ihre Seelenwelt erlaubt. Ihre bissigen Schilderungen von der Nonnenschule waren herrlich! Mich beeindruckt, dass Pola Kinski überlebt hat. Hoffentlich wird das Buch helfen, dass Erwachsene die Not von Kindern eines Tages ernster nehmen werden und dass Kinder schneller Hilfe finden können. Ein mutiges Buch- besonders da der Vater ein Star war.  Warum bekommen Kinder in Not keine Hilfe? Eine Frage, die wir uns endlich stellen müssen.

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  • Was treibt einen Vater zu so einem Verbrechen?

    Kindermund

    monja1995

    24. August 2013 um 09:44

    Mein Umriss: Pola Kinski erzählt ihr Leben als Tochter eines von der Öffentlichkeit als Genie gesehenen Vaters. Sie wächst wohlbehütet bei ihrer Mutter und deren Vater in München auf, nachdem sich Mutter Gislind und Vater Klaus getrennt hatten. Sie fühlte sich mit ihrer Mutter wohl, nur hatte sie etwas Angst vor ihrem Großvater, dem Arzt, der dem Alkohol verfallen war. Zu ihrem Vater Klaus Kinski hatte sie lange Zeit fast nur telefonischen und brieflichen Kontakt. Stand er dann doch mal überraschend vor der Tür, so mußte die Mutter ihm ihre Tochter überlassen. Was ihr zu diesem Zeitpunkt nicht ungelegen kam, hatte sie doch gerade ihren zweiten Mann geheiratet und einen Sohn geboren. Somit war ihr die Tochter aus erster Ehe im Weg. Pola wurde jedes Mal von ihrem Vater neu eingekleidet und mit Spielsachen überhäuft. Bis sie fünf wurde und er sich das erste Mal sexuell an ihr verging. Aufgrund seiner Aussage, dass das niemand wissen dürfe, weil er sonst ins Gefängnis käme, fühlte sich die Fünfjährige so unter Druck gesetzt, dass sie niemandem gegenüber ein Wort über den Vorfall erwähnte. Von diesem Zeitpunkt an war Kinskis Hemmschwelle seinem Kind gegenüber überschritten und er nahm sich immer öfter, wonach ihm gerade war. Dass Pola weiterhin niemanden davon erzählte, ließ er sich einiges an Geschenken und großen Geldbeträgen kosten. Immer öfter holte er das Kind zu sich. Obwohl er inzwischen zum zweiten mal verheiratet war und eine weitere Tochter hatte, ließ er nicht von Pola ab. Auch seine dritte Frau konnte den Missbrauch an der Erstgeborenen nicht verhindern. Pola litt psychisch wie körperlich, bis der unweigerliche Zusammenbruch nach 14 Jahren folgte. Erst da öffnete sie sich dem zweiten Mann ihrer Mutter gegenüber…. Mein Eindruck: Pola Kinski schreibt ungeschönt über ihre Kindheit, die von Ablehnung seitens der Mutter und Missbrauch durch den Vater geprägt war. Auch zeigt sie, dass sie die sexuelle Abhängigkeit und Gier ihres Vaters sehr schnell für ihre Zwecke zu nutzen wusste. Dass sie sich damit auf Dauer schadete, sah sie in so jungen Jahren noch nicht. Sie wollte ihr Leben geniessen und das konnte sie mit Hilfe des Geldes ihres Vaters. Sie zeigt die Ablehnung ihrer Mutter an traurigen Beispielen. Dass sie zum Beispiel nicht am Esstisch mitessen durfte, sondern an einem über dem Abfalleimer befestigten Brett ihre Mahlzeiten einnehmen mußte. Dass der kleine Bruder bei Mutter und Stiefvater an erster Stelle stand und dass sie nie ein offenes Ohr für ihre Sorgen bekam. Sie zeigt auch, wie leicht sie ihren Vater um den Finger wickeln konnte, wenn sie wieder Geld brauchte. Sie wusste, was er als Gegenleistung von ihr erwartete, dies jedoch verdrängte sie dann in den Hintergrund. Es war ihr Weg des geringsten Widerstandes. Zu Anfang des Buches hat man den Eindruck einen unbeholfenen Schulaufsatz zu lesen. Pola Kinski schreibt in kurzen, teilweise abgehackten Sätzen. Je weiter sie jedoch in der Erzählung über ihr Leben voran kommt, umso feiner arbeitete sie ihre Schreibweise aus. Da sich die Ereignisse ihres Lebens teilweise überschlugen, sind ab dem zweiten Drittel die kurzen Seiten eher angenehm zu lesen. Sie bedient sich einer eher einfachen Art über ihr Schicksal zu erzählen. Trotz des schlimmen an ihr begangenen Verbrechens zeigt sie erst zum Ende des Buches hin, dass sie ihren Vater für das was er ihr antat, hasst. Wie alle Missbrauchsopfer ist sie immer auf der Suche nach der Schuld bei sich. Mein Fazit: Auch wenn es nicht um Klaus und Pola Kinski ginge, wäre dieses Buch unbedingt empfehlenswert.

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  • Kindermund

    Kindermund

    Sany

    22. July 2013 um 22:04

    In Pola Kinskis Buch "Kindermund", geht es um ihre Kindheit als Tochter von Klaus Kinski, um den Missbrauch an ihr durch ihren Vater, den Psychoterror, und der glitzernden Scheinwelt in die er sie drängt. Einfach geschrieben, und doch bewegend.

  • Verletzte Kinderseele

    Kindermund

    nicigirl85

    26. June 2013 um 12:06

    Ehrlich gesagt hatte ich keine genaue Vorstellung, was mich bei diesem Buch erwarten würde. Aufgrund der Berichte in den Medien war mir klar, dass es sich um die Lebensgeschichte von Pola Kinski handelt, die vom Vater missbraucht wurde, aber was man in diesem Buch geschildert bekommt ist kaum auszuhalten. Paula schildert in Episoden ihr Alltagsleben als Kind des großen Schauspielers Kinski. Dabei kommt die 14jährig andauernde Qual durch den Vater, die ab ihrem 5. Lebensjahr begann, nicht zu kurz. Die Autorin schildert offen und schonungslos ihre Leidensgeschichte. Die Taten werden offen benannt und aufgezeigt. Man spürt ganz genau die Zerrissenheit Paulas, denn jedes Kind liebt seine Eltern, egal was sie einem antun. Da ist die Mutter, die lieber ihr eigenes Leben lebt, ihr neues Kind viel mehr liebt und Paula mehr oder weniger abschiebt. Da ist der Vater, der sein Kind als Prinzessin verwöhnt, aber dennoch missbraucht. Das Kind dazwischen kann sich gar nicht wehren, will es doch nur die Liebe der Eltern bekommen. Ganz ehrlich, so etwas kann man nicht erfinden und das was sie beschreibt kommt äußerst ehrlich und glaubwürdig daher. In ihrem gesamten Leben schien sie immer ein Händchen dafür zu haben in die Fänge von Männern zu kommen, die Frauen für sich benutzen... Schon der Großvater mütterlicherseits war ein Säufer und Wüterich... Beim Lesen war ich doch oft sehr entsetzt und konnte einfach nicht fassen, wie sehr dieses Kind leiden musste. Umso unbegreiflicher ist es mir, wie Paula es geschafft hat, dennoch den Mann fürs Leben zu finden sowie 3 Kinder zu bekommen. Ich kann Pola nur danken für ihren sehr offenen Bericht, der vielleicht auch andere Frauen dazu bewegen wird, dass sie über ihr Leiden sprechen können. Das Buch ist auf sehr hohem Niveau geschrieben, man fühlt und leidet mit und auch die eine oder andere Träne musste zumindest bei mir vergossen werden. Fazit: Eine Biografie, die seinesgleichen sucht. Daumen hoch für die Autorin und ihren Mut sich zu öffnen. Jede Frau sollte meines Erachtens in dieses Buch mal einen Blick geworfen haben. Empfehlenswert!

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  • Rezension zu "Kindermund" von Pola Kinski

    Kindermund

    Danny

    08. March 2013 um 08:31

    Ich brauche ihn: Er ist stark und wichtig, denn alle tun, was er will. Wir fahren in Autos, aus denen Männer springen, die ihm die Türen öffnen. Er kauft mir wunderschöne Kleider, wir werden in feinen Restaurants bedient. Und er besitzt die Macht, mich einfach mitzunehmen. Bei ihm bin ich Prinzessin. Aber er ist mir auch ein bisschen unheimlich. Immer reißt er seine eisblauen Augen so weit auf, dass ganz viel Weiß zu sehen ist und fuchtelt wild mit den Armen. Aus seinem rießigen Mund kommen zuckersüße Liebkosungen und laute schmerzende Töne. Eigentlich freue ich mich garnicht auf ihn. (Seite 9) Pola Kinski ist ist drei Jahre, als ihre Eltern sich scheiden lassen. Ihren Vater sieht sie nur sporadisch. Erst als Klaus Kinski als Schauspieler immer erfolgreicher wqird, holt er sie öfter zu sich. Pola wächst bei ihrer Mutter und deren neuen Ehemann auf - in einer lieblosen Umgebung mit einer Mutter, die ihre Tochter mit Verachtung und Kälte bestraft und ein neues Leben mit Mann und gemeinsamen Sohn führt, in dem Pola keinen Platz mehr zu haben scheint. Und dann ist da ihr Vater - der gefeierte Schauspieler Klaus Kinski, der ihr die Aufmerksamkeit scheenkt, die sie von ihrer Mutter nicht bekommt und der sie an schöne Orte führt und ihr alles kauft, was sie sich nur wünschen kann. Der aber auch durch seine cholerischen Ausbrüche ein Leben mit ihm unerträglich macht. Doch dann, als sie fünf Jahre alt ist, fängt er an, Dinge mit ihr zu tun, die kein Vater mit seiner Tochter tun sollte... *** Eigentlich bin ich kein Fan von Autobiographien, aber als es dann doch irgendwie seinen Weg zu mir fand, habe ich es schließlich doch gelesen. Es ist ein gutes Buch - vor allem deshalb, weil es ein gegenbild zum glorifizierten Klaus Kinski bietet. Ich bewundere Pola Kinski für ihren Mut, mit diesen schrecklichen Erinnerungen endlich an die Öffentlichkeit zu treten. Kritiken hinsichtlich des Wahrheitsgehalts von Pola Kinskis Aussagen und einer Schändung des Rufs von Klaus Kinski kann ich schlecht nachvollziehen. Was sie laut eigener Aussage erlebt hat ist grausam. 14 Jahre vom eigenen Vater missbraucht zu werden, ist sicher etwas, was man nicht leicht verarbeiten kann. Manche Opfer von sexueller Gewalt schaffen es nie sich zu öffenen und über den Missbrauch zu reden. Und manchmal braucht es eben viel Zeit. Ob nun wirklich alles so geschehen ist, wie Pola Kinski es beschreibt, wissen wir als Leser nicht. aber ich finde es wirklich inakzeptabel, dass es Kritiker gibt, die ihre Autobiographie als Lüge beschreiben und ihr die Schändnung des Rufs ihres Vaters vorwerfen. Welchen Ruf hat Kinski denn bitteschön gehabt? Weder war er ein großartiger Schauspieler (obwohl dies ja sicher vollkommen subjektiv ist), noch war er ein angenehmer Mensch. Und dies hat er oft genug zum Beweis der Öffentlichkeit zelebriert. Ihr Leben ist gezeichnet von Gewalt (sowohl sexuall, als auch physisch und psychisch), die sowohl durch ihre Mutter und ihren Vater aus sie ausgeübt wurde. Dabei stehen sich ihre Mutter und ihr Vater in nichts nach. Doch wie Pola Kinski ihren vater beschreibt, bestätigt dies ja nur das psychologische Gutachten von Klaus Kinski, welches durch das Berliner Landesarchiv 2008 veröffentlicht wurde und in dem die ihn 1950 behandelnden Ärzte ihm eine "Schizophrenie" und endgültig dann eine "Psychopathie" bescheinigten. Kinski wirkte auf mich durch Pola Kinskis Beschreibungen wie der bemittleidenswerte lächerliche , narzistische, egoistische und exzentrische Spinner, der er war. Meine Hochachtung für dieses Buch und für den Mut, den Pola Kinski sicherlich dafür aufgebracht hat, um mit ihren Erinnerungen an die Öffentlichkeit zu gehen.

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  • Rezension zu "Kindermund" von Pola Kinski

    Kindermund

    Sarlascht

    23. January 2013 um 14:25

    Inhalt: Pola Kinski, die älteste Tochter des berühmten deutschen Schauspielers Klaus Kinski, ist gerade mal drei Jahre alt, als sich ihre Eltern scheiden lassen. Sie bleibt bei ihrer Mutter und dem Großvater im München, während ihr Vater quer durch die Welt reist. Nur selten treffen Vater und Tochter aufeinander. Erst als Klaus Kinski ruhmreiche Erfolge verbuchen kann, werden die Treffen zahlreicher, da er Pola so oft wie möglich einfliegen lässt, dorthin, wo er eben gerade wohnt. Klaus Kinski überhäuft seine Tochter mit Geschenken und Geld, doch das Mädchen leidet schwer unter den ständigen Tobsuchtsanfällen ihres Vaters. Als Pola fünf Jahre alt ist, beginnt ihr Vater sie zu missbrauchen und bringt sie so in eine teuflische Spirale. Von ihrer Mutter erfährt sie keine Liebe, ihr neuer Mann erscheint ihr wichtiger, doch Pola sehnt sich nach Geborgenheit und so schmerzhaft die Aufmerksamkeit ihres Vaters sein mag, so ist es auch die einzige Art der Liebe, die sie in ihrem Leben hat. . Meine Meinung: Wie viele, wurde ich durch die Medien auf das Buch aufmerksam. Ich stelle es mir in erster Linie spannend vor, zu erfahren, wie Klaus Kinski wohl als Vater war. In Filmen brillierte er, Interviews ließen bei einem die Gänsehaut erwachen und alles in allem war für mich der Mann immer schon eine Mischung aus Genie und Wahnsinn. Seine Auftritte beängstigten mich, faszinierten allerdings sogleich. Gedachte hatte ich mir schon, dass er vermutlich nicht viel anders in seinem Privatleben sein könnte, aber was ich las, schockierte doch sehr. Es ist beklemmend zu lesen, wie er seine Kinder schikaniert und immer wieder, wegen Kleinigkeiten, Wutanfällen erliegt. Einige Kinski Anhänger unterstellten Pola Grabschändung und betitelten sie gar als Lügnerin. Ich bin sicherlich der letzte, der die Wahrheit über die Vater Tochter Beziehung gepachtet hat, aber was ich las, war für sich sehr authentisch und absolut glaubwürdig. . Bevor ich das Buch las, überlegte ich mir oft, wie Polas Mutter ist, ob sie den Mädchen wohl Halt geben könnte, aber neben den sexuellen Missbrauch durch den Vater, erlebte sie dort einen seelischen. Diese Gleichgültigkeit, die diese Dame ihrer Tochter entgegenbringt, war scheußlich und hat irgendwie auch die aussichtslose Lage von Pola aufgezeigt. Sie sehnte sich nach Geborgenheit, wie es eben jedes Kind tut, findet sie allerdings nicht bei der Mutter und hängt sich so an den Vater, der ihr zumindest Liebe entgegenzubringen scheint, wenn auch auf die falsche Weise. Diese Zerrissenheit, die ständig vorherrscht, nimmt das ganze Buch ein und macht es dermaßen beklemmend, dass ich manchmal einfach eine Pause vom Gelesenen brauchte. . Ich sah vor kurzem ein Interview mit Pola Kinski und mir fiel diese Kälte auf, die irgendwie in ihrer Stimme und den Gesten liegt und eben genau diese Kälte ist auch im Buch spürbar. Man liest diese furchtbaren Sachen, aber so wirklich emotional hat es mich nicht erreicht, da war eine Trennlinie zwischen den Worten und den Gefühlen, die für mich niemals verschwamm. Eine Eindringlichkeit bleibt vorhanden, aber nur weil einen eben der Verstand sagt, dass es schrecklich ist, aber nicht wirklich das Herz. . „Kindermund“ ist jetzt kein literarisches Meisterwerk, die Sprache ist einfach, tagebuchähnlich – so ist auch der Aufbau des Buches. Es gibt keinen direkten roten Faden, sondern es werden immer wieder einzelne Situationen herausgepickt, die zeitlich mal weit, mal enger beieinander liegen. . Fazit: Pola Kinskis Leben war geprägt von ihrem cholerischen Vater, der sich stets nahm, was er wollte, aber nebenher geht es auch um den seelischen Missbrauch seitens der Mutter. Eine Kindheit in Extremen, die eine Seele zerstört hat.

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