Pontus Ljunghill Der Mann im Park

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Inhaltsangabe zu „Der Mann im Park“ von Pontus Ljunghill

Ein herausragendes Debüt – fesselnd, originell und stilistisch brillant

Die achtjährige Ingrid wird ermordet aufgefunden. Kommissar John Stierna verspricht der verzweifelten Mutter, den Mörder zu finden. Jahre später hat Stierna dem Kriminaldienst den Rücken gekehrt. Doch der Mord an der kleinen Ingrid hat sich in sein Gedächtnis gefräst. Als ihn ein Journalist kontaktiert, der über den Fall schreiben will, entflammt Stiernas Spürsinn erneut. Was ist damals wirklich passiert?

Stockholm 1928: Auf einer verlassenen Werft wird die achtjährige Ingrid Bengtsson grausam zugerichtet aufgefunden. Der Fall sorgt für Aufsehen, und der junge Kommissar John Stierna wird mit den Ermittlungen betraut. Es beginnt die Jagd nach einem Mörder, der so gut wie keine Spuren hinterlassen hat. Doch Stierna ist sich seiner Sache sicher, und er verspricht der verzweifelten Mutter des Mädchens, den Mörder ihrer Tochter zu finden.

Gotland 1953: John Stierna hat dem Kriminaldienst den Rücken gekehrt. Den Mord an der kleinen Ingrid hat er jedoch niemals vergessen, und als er von einem Journalisten kontaktiert wird, der an einem Artikel über spektakuläre Mordfälle arbeitet, beginnt Stierna sich erneut mit dem Fall zu beschäftigen. Doch die Zeit drängt, in wenigen Tagen verjährt der Mord an dem Mädchen, und der Täter könnte für immer entkommen.

Packender Thriller

— Hollysmum

Teilweise etwas lang, aber packend und mit überraschendem Ende!

— Hazel93

Pure Langeweile :-(

— guybrush

Ein spannender und gleichzeitig leiser Thriller, der Leser kann sich dem Sog schwer entziehen, obwohl der Autor auf reisserische Actionszenen verzichtet. Der Ermittler wirkte auf mich wie eine skandinavische Version von Inspector Columbo. Der Fall ist tragisch und das Ende bestimmt diskussionswürdig.

— RobinBook

Kein schneller Actionthriller, sondern ein typisch melancholischer, detailliert geschriebener Schwedenkrimi mit historischem Flair.

— Barbara62

Historischer Kontext, unzureichende Ermittlungsmethoden, Psychogramm eines Polizisten. Vielversprechendes Debüt, das auf mehr hoffen lässt.

— anushka

Das Psychogramm eines Kommissars ist etwas für Detailverliebte ...

— gst

Ingrid wurde vor 25 Jahren ermordet, ihr Mörder läuft noch immer frei rum. Die Straftat verjährt in ein paar Tagen. Wer ist der Mörder?

— Katzenpersonal_Kleeblatt

Ein historischer Krimi aus Schweden - ungewöhnlich, gut geschrieben... und etwas langatmig!

— TochterAlice

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brauneye29

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  • Themen
  • Packender Thriller mit charismatischem Ermittler

    Der Mann im Park

    Hollysmum

    24. September 2017 um 18:50

    1953: John Stiernas letzter Arbeitstag vor der Pension. Er blickt zurück auf ein langes Arbeitsleben als Kommissar der Stockholmer Polizei die ihn letztendlich ins Kriminalmuseum geführt hat. Doch es gibt einen Fall der ihn auch nach fast 25 Jahren nicht loslässt: der Mord an der 8jährigen Ingrid Bengtsson 1928. Den Mörder konnte er nie fassen. So oft war er dicht davor. Um endgültig mit dem Fall und seinem Arbeitsleben abzuschließen zieht sich Stierna auf die Insel Visby zurück. Dort arbeitet er den Fall mit einem Journalisten auf.Dieser Thriller ist in verschiedene Jahre unterteilt. Man lernt den Pensionär John Stierna kennen der immernoch diesen einen Fall nicht los wird. Durch seine Aufarbeitung Mithilfe des Journalisten begleiten wir den jungen Stierna bei seinen Ermittlungen,seiner verzweifelten Suche nach dem Mörder der kleinen Ingrid und wie dadurch langsam aber sicher seine Ehe in die Brüche geht.Sehr gefallen hat mir dieser gesamte Blick über die jahrelangen Ermittlungen,wie sehr sich Stierna jahrzehntelang mit diesem Fall beschäftigt und wie sehr es ihn selbst und auch sein Privatleben beeinflusst.Spannend ist der Thriller dazu und das Ende völlig überraschend!

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  • Der Mann im Park

    Der Mann im Park

    RobinBook

    02. September 2015 um 22:22

    Ein nachhaltiges Buch, eines, das man trotz vieler anderer gelesener Bücher in Erinnerung behält. Warum? Weil der ganze Fall sehr gut durchdacht war, man als Leser mit der Mutter mitfühlt, mit dem Ermittler Stierna mitgrübelt, Ingrids Schicksal betroffen mitverfolgt. Ein leises und trotzdem unwahrscheinlich spannendes Buch, obwohl auf kreischende Sirenen, Kugelhagel und Blutströme verzichtet werden konnte. Das Ende hat mich eine Weile beschäftigt.

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  • Kinderzeichnung

    Der Mann im Park

    Arun

    Der Mann im Park von Pontus Ljunghill Ein Kriminalroman aus Schweden, dessen Handlung in der Zeitspanne von 1928 bis 1953 liegt. Nach dem Mord an der achtjährigen Ingrid Bengtsson setzt die Suche nach dem Mörder ein. Der junge Kommissar John Stierna leitet die Ermittlungen. Eine wichtige Spur ist eine Zeichnung des Opfers, welche einen fremden Mann abbildet. Rückblickend aus dem Jahr 1953 kurz vor der Verjährung des Mordes an dem Kind Ingrid Bengtsson erzählt Kommissar John Stierna einem Journalisten, was sich im Jahr 1928 und danach abgespielt hat. Meine Meinung. Ein Kriminalroman, der sich eher im ruhigen Fahrwasser bewegt. Ein Hauptaugenmerk wird auf die Ermittlungsarbeit der Polizei gelegt. Auch auf das Privatleben der Ermittler wird näher eingegangen, ebenso werden das Gesellschaftsleben und die Politik in Schweden in die Handlung eingebracht. Gut gefallen hat mir die Idee des Autors die Sichtweisen und Überlegungen des Kommissars sowie die des Mörders abwechselnd zu präsentieren. Im Laufe der Handlung kommt ein Puzzlestück zum anderen, doch das Bild will einfach nicht fertig werden. Fazit. Ein Kriminalroman, der uns auch über das Sozialgefüge Schwedens unterrichtet. Die akribische Polizeiarbeit, das obsessive Verhalten des Kommissars zu dem Fall sowie die Gedankengänge des Täters geben der Story eine gewisse Tiefe. Das Ende der Geschichte fand ich überraschend und gelungen. Noch eine Anmerkung zur Verjährungsfrist. In Schweden galt für Mord eine Verjährungsfrist von 25 Jahren, diese wurde im Jahre 2010 aufgrund der Ermittlungen im Mordfall Olof Palme geändert. Nun gilt in Schweden genauso wie in Deutschland die Regelung:                       Mord verjährt nicht.

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    • 13
  • Ein historischer Schwedenkrimi aus der Feder eines Kriminologen

    Der Mann im Park

    Barbara62

    Stockholm 1928: Trotz intensiver Ermittlungsarbeit gelingt es dem Team um den aufstrebenden Kommissar John Stierna nicht, den Mörder der achtjährigen Ingrid zu fassen, obwohl man ihm angesichts der primitiven Methoden der Zeit erstaunlich nahe kommt. Visby 1953: Kurz vor Ende der Verjährungsfrist geht Stierna in Pension. Der Misserfolg hat seine gesamte Berufslaufbahn und sein Privatleben überschattet und den ehrgeizigen Ermittler gebrochen. Als ein Journalist ihn zu dem Fall befragen will, holt er die alten Akten noch einmal hervor… Pontus Ljunghill, Kriminologe und Journalist, führt die Reihe schwedischer Krimiautoren nach Sjöwall/Wahlöö nahtlos fort und verbindet Krimihandlung mit Sozialkritik. Sein grandioses Debüt ist kein schneller Actionthriller, sondern ein typisch melancholischer, detailliert geschriebener Schwedenkrimi und eine Charakterstudie mit viel historischem Flair, bei der man trotz verschiedener Zeitebenen und Perspektiven leicht den Durchblick behält.

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    • 3
  • Genialer Erstlingskrimi

    Der Mann im Park

    mama2009

    24. July 2014 um 17:35

    Inhalt Stockholm - September 1928. Auf der Werft wird die achtjährige Ingrid Bengtsson erschlagen aufgefunden. Dieser Mordfall sorgt für Schlagzeilen, ist doch ein Kind brutal aus dem Leben gerissen worden. John Stierna, ein aufstrebender Jungkommissar, wird mit den Ermittlungen beauftragt. Es wird in alle Richtungen ermittelt, die Spuren werden aufgenommen und die Zeugenbefragung beginnt rasch. Maria Bengtsson, die Mutter, fragt Stierna „Kriegt ihr ihn?“ worauf Stierna mit „Ich verspreche Ihnen, wir werden ihn fassen“ antwortet. John Stierna hat sich dem Fall verschrieben, er möchte ihn lösen. Kurz vor der Verjährung des Mordes befasst sich John nochmals mit allen Fakten, was hat er übersehen? Fazit Es wird oft gesagt, dass jeder Kriminalpolizist einen Fall hat, der ihn nicht mehr loslässt bzw. der nicht geklärt werden kann. So ist es auch bei John Stierna, er möchte sein Versprechen einlösen und dem Mörder von Ingrid seiner gerechten Strafe zuführen. Stierna riskiert viel dafür, er ist nur noch für den Fall da. Pontus Ljunghill gelingt es gekonnt, Szenenwechsel einzubauen, schließlich spielt der Roman in der Zeit der Ermordung 1928 und dann knapp 25 Jahre später – 1953 – als Stierna bereits nicht mehr bei der Polizei ist. Neben diesen Wechseln und verschieden Blickwinkel auf die Ermittlungen baut Pontus Ljunghill genial die Gedanken des Mörders ein. So hat man als Leser immer einen Vorsprung zumindest dahingehend, was den Mörder angetrieben hat. Der Mörder hatte es nie gut in seinem Leben und dann trifft er im Park auf die lebensfrohe Ingrid. Irgendwann reift in ihm der Tötungsgedanke und nach und nach erfährt man als Leser sein Vorgehen. Parallel hat man immer die Ermittlungen. Gelungen finde ich auch die Lebensbeschreibung der schwedischen Bevölkerung nach dem 1. Weltkrieg und dann im weiteren Verlauf. Auch die gesellschaftlichen Unterschiede werden sehr gut dargestellt. Als Leser bewegt man sich in einer Zeit, in welcher mit einsetzender Dunkelheit noch Laternenanzünder unterwegs waren. In heutigen Zeiten unvorstellbar, doch irgendwie auch nostalgisch, romantisch. Die Aufmachung des Buches ist sehr gelungen, denn dem Leser wird eine Stadtkarte von Stockholm geboten, zwar etwas klein, aber doch zur Orientierung nutzbar. Die Kapitel sind gut gekennzeichnet, vor allem auch zwischen den Jahren 1928 und 1953 von Vorteil. Mit diesem Erstlingswerk gelingt Pontus Ljunghill sofort ein facettenreicher Krimi, den ich fast verschlungen habe, es fiel mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Eine eindeutige Leseempfehlung. Herzlichen Dank dem Team von Kriminetz.de und dem Heyne-Verlag für das Leseexemplar.

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  • eher ein Krimi als ein Thriller

    Der Mann im Park

    ejtnaj

    Kommissar John Stierna bekommt wohl den schwersten Fall seiner Polizistenlaufbahn zu bearbeiten. Die achtjährige Ingrid wird ermordet in einer verlassenen Bootswerft aufgefunden. Es gibt so gut wie keine Spuren oder Hinweise, doch trotzdem hat Stierna der Mutter des Mädchens versprochen den Täter zu fassen damit er für das bestraft wird was er ihrer Tochter angetan hat. Nun ist ein Vierteljahrhundert vergangen und Stierna ist nun im Ruhestand, aber dieser eine Fall hat ihn nie in Ruhe gelassen und nun kontaktiert ihn auch noch ein Journalist der genau über diesen Fall eine Reportage schreiben will. Stierna willigt ein dem Reporter Frage und Antwort zu geben und lässt alles nochmal Revue passieren. Dies ist der Debütroman des Autoren Pontus Ljunghill aus Schweden. Eigentlich lese ich nur Regionalkrimis, aber der Klappentext dieses Thrillers hat mich angesprochen und so habe ich das Buch gelesen. Den Beginn fand ich etwas verwirrend und auch recht düster, deshalb habe ich auch etwas gebraucht bis ich mich in die Geschichte eingefunden hatte. Es gibt mehr oder weniger zwei Handlungsstränge, da man zwischen den Jahren 1928 und 1953 wechselt, da dies aber zu Beginn des Kapitels angezeigt war, waren diese Wechsel für mich als Leser gut einzuordnen. Wieso dieses Buch allerdings als Thriller ausgegeben ist weiß ich nicht, denn die Thriller die ich bisher gelesen habe waren immer blutrünstig was bei diesem Roman nicht wirklich der Fall war, für mich war es eher ein Krimi. Viellicht liegt es auch daran, dass ich bis jetzt noch keine Skandinavischen Kriminalromane gelesen habe. Nicht dass mir das Buch so nicht gefallen hat, im Gegenteil mir war es so sogar noch lieber. Es waren alle handelnden Personen in diesem Roman sehr gut beschrieben und man konnte sich so diese auch alle sehr gut beim Lesen vorstellen. Die Handlungsorte waren auch sehr gut beschrieben, zwar kenne ich Stockholm nicht, aber man konnte sich die Stadt doch recht gut vorstellen. Man hat aber auch sehr viel über die Lebensart der Schweden oder eher der Stockholmer gelernt, gut über die Alkoholläden weiß man einiges und auch das der Alkohol rationiert war, war bekannt nur eben nicht so im Detail. Von der Stockholmer Ehe hatte ich dagegen noch nie etwas gehört und ich war wirklich erstaunt wie locker das damals gesehen wurde wenn man da an Deutschland denkt wie lange dies hier gedauert hat bis dies als normal angesehen wurde. Auch wenn es dort nur unter den Arbeiten verbreitet war. Alles in allem hat mir der Krimi wirklich sehr gut gefallen und wer Krimis oder eben Thriller mag, der wird dieses Buch mögen. Ich jedenfalls kann es nur empfehlen.

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    • 2

    Arun

    22. March 2014 um 09:44
  • Der Kommissar und das Mädchen

    Der Mann im Park

    PaulTemple

    Da ich seither stark an den 1920er Jahren interessiert bin und schon so manchen historischen, deutschen Krimi dieser Epoche gelesen habe, nahm ich mir schließlich den "Mann im Park" vor, der zum großen Teil im Jahr 1928 spielt. Schauplatz ist diesmal jedoch nicht Deutschland, sondern - eine Premiere für mich - Stockholm. Hauptaspekt dieses Romans ist selbstverständlich die Krimihandlung, welche ich als gut konstruiert und durchweg spannend erlebt habe. Worum geht es? Ein bestialischer Mord an einem 8jährigen Mädchen schreckt Stockholm auf und die Polizei setzt ihren wohl fähigsten Kommissar auf die Suche nach dem Täter an: John Stierna, knapp über 30, verheiratet und erfolgreich. Doch je länger sich Jagd auf den Mörder hinzieht, desto unruhiger wird Stierna und zugleich auch seine Lebensumstände. Der Fall des kleinen Mädchens entwickelt sich immer mehr zum Fall seines Lebens, den der Kommissar über Jahrzehnte beschäftigt, und wie besessen verfolgt. Besonders inteerssant fand ich die Darstellung der damaligen Ermittlungsmethoden, in Zeiten ohne DNA-Analyse, Internet und Mobiltelefon. Der historische Aspekt wird immer mal wieder am Rande erwähnt, ist aber letztlich im Roman nicht sonderlich präsent. Dennoch ein sehr spannendes Lesevergnügen, was ich bedenkenlos empfehlen kann!

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    • 4
  • Düstere und melancholische Polizeiarbeit

    Der Mann im Park

    coala_books

    24. November 2013 um 07:45

    Kommissar John Stirna ermittelt im Mordfall Ingrid Bengtson, einem 8-jährigem Mädchen, welches in einer stillgelegten Werft entdeckt wird. Zunächst liegen keinerlei Hinweise auf den Mörder vor. Nur durch akribische Kleinstarbeit und Nachforschung ergibt sich nach und nach ein Bild des Täters. Da das Buch in zwei Zeitzonen spielt, ist dem Leser von Beginn an klar, dass der Mörder nicht geschnappt wird. Man kann über die nächsten 600 Seiten Kommissar Stirna bei der Polizeiarbeit beobachten und wie der ungelöste Fall den Kommissar und dessen Leben nach und nach beeinflusst und letztlich zerstört. Es war interessant zu lesen, wie Polizeiarbeit im Detail funktioniert, welche vielen Details zusammen spielen, um einem Mörder auf die Schliche zu kommen. Besonders interessant war zudem, dass sich das ganze 1928 abgespielt hat. Man muss jedoch ein Liebhaber von Details sein, da sich die Beschreibungen teilweise als recht langatmig herausstellen. Zudem legt der Autor viel Wert auf die Beschreibung der damaligen Lebensumstände: wie hat sich die Mode verändert, die Lebens- und Arbeitsumstände. Der Roman ist eher langsam gehalten, man hat das Gefühl, sich eher träge durch das Buch zu lesen, obwohl die Seitenzahlen schwinden und schwinden. Dies ist sicherlich dem doch eher quälend langsamen Fortschritt der Untersuchung des Falles geschuldet – die Kommissare haben sich ja auch gequält und haben den Mörder doch nicht stellen können. Stirna trifft der Fall besonders, verspricht er der Mutter doch eine Aufklärung des Falles. Am Ende ist der Kommissar ein gebrochener Mann, melancholisch und düster, vom Leben enttäuscht – Gleichgültigkeit scheint sein Leben fortan zu bestimmen. Weiß man als Leser gleich, dass der Mordfall nicht gelöst wird, so nimmt einen die detailverliebte melancholische Stimmung des Buches jedoch gefangen. Man scheint einzutauchen in das Stockholm der 20er Jahre. Durch den Einblick in die Gedanken des Mörders ist man jedoch nicht minder frustriert wie Stirna, wenn er der Polizei immer wieder entwischt. Man fiebert letzten Endes doch auf das Ende zu in der Hoffnung, dass Ingrid Bengston doch noch Gerechtigkeit erfährt.

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  • behäbig und teilweise sehr langatmig

    Der Mann im Park

    robbylesegern

    23. November 2013 um 20:02

    Der Text auf der Rückseite spricht von einem neuen Stern am Thrillerhimmel. Dem kann ich so nicht ganz zustimmen . Sicherlich ist die Zeit, in der dieser Thriller spielt, für schwedische Krimis ungewöhnlich, doch der Schreibstil des Autors und sein Hang zu sehr ausschmückenden Beschreibungen von Dingen, die eher nebensächlich sind, hat mir den Lesespaß doch etwas verdorben. Die Geschichte beginnt in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhundert , in der wir John Stirna an seinem letzten Arbeitstag im Kriminalmuseum, in dem er seinen 10 Jahren arbeitet, kennenlernen. Warum er dort arbeitet, dessen Kariere so vielversprechend begann und warum er ein Jahr vor seiner Berentung aufhört zu arbeiten, erfahren wir in einem anderen Zeitstrang, der 1928 beginnt. In dieser Zeit wird Stirna mit ein Mord an einem 8 jährigen Mädchen konfrontiert, um dessen Auflösung er sich nicht nur bemüht, sondern der Mutter verspricht, den Täter zu finden. Dieser Fall , der ungelöst bleibt, beeinflusst Stirnas Leben maßgeblich. Nachdem Stirna Abschied aus dem Polizeidienst, wird er von einem Journalisten aufgesucht, der eine Serie über spektakuläre Mordfälle schreiben will. Stirnas Ehrgeiz wird wieder geweckt und er macht sich erneut daran den Fall um das tote Mädchen aus dem Jahre 1928 zu lösen. Der Autor beginnt seine Geschichte sehr ruhig, indem er den letzten Arbeitstag von Stirna beschreibt. Die Grundstimmung der Geschichte ist eher düster. Etwas spannend wird es erst in der Rückblende, in der der Mord des kleinen Mädchens beschrieben wird. Doch das bleibt auch erst einmal der einzige Höhepunkt dieses Buches. Es folgen die Beschreibung der damaligen Polizeiarbeit, die sicherlich wesentlich mühsamer und wenig erfolgreicher war als heute und die Beschreibung der einzelnen Personen , die an der Aufklärung beteiligt sind und wie sie teilweise zueinander stehen. An diesen Stellen habe ich mich ganz häufig dabei ertappt, dass ich Passagen doppelt lesen musste und ich den Drang hatte quer zu lesen. Zu behäbig und langatmig habe ich das Geschriebene gefunden und ich hatte auch nicht das Gefühl ,einem Spannungshöhepunkt entgegen zu lesen. Das sich die Geschichte letztendlich doch lohnt, erfährt man, wenn man weiterliest, aber man braucht schon etwas Durchhaltervermögen. Als Thriller würde ich dieses Buch nicht unbedingt beschreiben, wohl eher als Krimi. Das Buch war nicht schlecht, aber man verpasst auch nichts, wenn man es nicht liest. 3,5 Sterne

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  • 'Aber warum gerade der Mann im Park? Warum ist der so interessant?'

    Der Mann im Park

    sabatayn76

    08. October 2013 um 21:36

    Inhalt: Stockholm im Jahre 1928: die Leiche der 8-jährigen Ingrid Bengtsson wird auf einer verlassenen Werft gefunden. Anscheinend hatte Ingrid schon seit Wochen Kontakt zu einem Mann, den sie in einem Stockholmer Park getroffen hat, der ihr Geld für Glanzbilder gegeben und Erdbeeren gekauft hat. Der junge Kommissar John Stierna übernimmt die Ermittlungen und verspricht Ingrids Mutter, dass er den Täter finden wird. Doch fast 25 Jahre später ist der Fall noch immer nicht gelöst, und John Stierna ist mittlerweile aus dem Polizeidienst ausgetreten. Doch der Mord an der kleinen Ingrid beschäftigt ihn nach wie vor. Mein Eindruck: Mir hat 'Der Mann im Park' sehr gut gefallen. Von Anfang an ist der Thriller extrem spannend, sehr gut erzählt und stimmig. Zwar ist es dem Autor meiner Meinung nach nicht gelungen, den Leser in eine andere Zeit zu versetzen, aber er hat es geschafft, mich über 560 Seiten hinweg durchgehend zu fesseln. Der Fall um die ermordete Ingrid ist sehr interessant, die Polizeiarbeit und die verzweifelte Suche nach dem Täter wurden überzeugend geschildert und waren wirklich keine Sekunde langweilig. Mein Resümee: Diesen Autor werde ich mir merken, weil mir sowohl der Inhalt als auch der Schreibstil sehr gut gefallen haben. Einen Stern ziehe ich ab, da ich zu keiner Zeit das Gefühl hatte, dass sich die Geschichte in den 1920ern bzw. 1950ern zugetragen hat; diese virtuelle Reise in die Vergangenheit ist dem Autor meiner Meinung nach leider überhaupt nicht gelungen.

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  • Lesemarathon vom 3. bis 6. Oktober 2013 - wer macht mit?

    Daniliesing

    Hallo ihr Lieben! das LovelyBooks-Team ist derzeit in begeisterter Lesestimmung und da dachten wir uns, dass der Feiertag in der kommenden Woche (3.10., Tag der deutschen Einheit) doch die perfekte Gelegenheit für einen großen Lesemarathon bietet. Vom 03.10. bis zum 06.10.2013 wollen wir so viele Bücher verschlingen, wie wir nur können. Seid ihr dabei? Natürlich wird es auch wieder Fragen und kleine Aufgaben geben, die zwischendurch für eine zusätzliche Auflockerung sorgen. Ansonsten darf hier fleißig über gerade Gelesenes und Bücher generell geplaudert werden. Ich übernehme dabei natürlich keine Verantwortung für eventuell wachsende Wunschzettel und platzende Bücherregale ;-) Also, stellt schon mal das passende Buchfutter und natürlich den Naschkram bereit, denn in der nächsten Woche wird hier "Buchsport" gemacht! Was ist ein Lesemarathon? Beim Lesemarathon versuchen wir eine bestimmte Zeit lang so viel wie möglich zu lesen, ohne dabei den Spaß zu verlieren. Jeder kann in seinem eigenen Tempo und mit dem Buch/den Büchern seiner Wahl teilnehmen. Dazwischen treffen wir uns hier und tauschen uns über Bücher aus, quatschen einfach ein bisschen und, weil wir neugierig sind, was ihr so lest, wird es auch einige Aufgaben geben, die ihr lösen könnt. Wir starten am Donnerstag, dem 03.10. um 0 Uhr und lesen bis zum Sonntag ebenfalls 0 Uhr. Dabei sind Pausen natürlich strengstens erlaubt ;) Es muss also keinesfalls durchgelesen werden. Auch wer nur an einem bestimmten Tag mitmachen kann oder nur ein paar Stunden, der ist hier herzlich willkommen. Denn vor allem geht es doch um den Spaß am gemeinsamen Lesen! Natürlich könnt ihr auch über Twitter (Hashtag #lblm) oder auf euren Blogs eure Lesefortschritte und Aufgaben posten. Und damit uns das Warten auf den Startschuss nicht so lang wird, können wir die Zeit gleich nutzen und schon ein wenig planen. Also: Wisst ihr schon, was ihr lesen werdet? Habt ihr euch ein Leseziel für den aktuellen Marathon gesetzt, z.B. eine Seitenzahl oder eine bestimmte Anzahl von Büchern, die ihr schaffen möchtet? Warum nehmt ihr teil und wart ihr früher schon mal dabei? :) Wer Lust hast, kann ja auch mal seine Bücherregale fotografieren und hier in einem Beitrag anhängen. Ich gucke mir immer sehr gern Bücherregale von anderen an! Dann können wir einen Blick auf die Auswahl werfen. PS: Unter allen Teilnehmern werden wir auch wieder eine kleine Überraschung verlosen :-) **************************************************** 1. Phase: Vorbereitung / Aufwärmung Zur Vorbereitung auf den großen Lesemarathon müssen wir uns natürlich erstmal aufwärmen. Hierfür werde ich vorab ca. alle 2 Tage bereits kleine Fragen oder Aufgaben stellen, die ich hier liste. Wer Lust hat, kann sie einfach beantworten. Welches Buch liest du gerade und wie gefällt es dir? Würdest du noch mehr von diesem Autor lesen? Auf welches Buch seid ihr schon länger neugierig - vielleicht steht es sogar schon im Regal - aber ihr habt es noch immer nicht gelesen? Wieso eigentlich nicht? Welches Buch hat euch so sehr berührt oder begeistert, dass ihr es am liebsten ganz vielen Menschen schenken oder weiterempfehlen möchtet? Was macht dieses Buch für euch besonders? Gibt es einen Autor, von dem ihr euch unbedingt mal wieder ein neues Buch wünschen würdet? Wenn ja, welcher Autor ist es und in welchem Genre sollte er schreiben? 2. Phase: Lesemarathon Es geht los, die heiße Phase beginnt. Seid ihr auch alle gut vorbereitet? Einige haben ja ganz fleißig beim Warm-Up mitgemacht, sodass Ermüdungserscheinungen nicht so schnell auftreten sollten! Auch jetzt wollen wir natürlich nicht nur lesen, sondern auch die ein oder andere Aufgabe erfüllen und Fragen beantworten: Mit welchem Buch startet ihr in den Lesemarathon und wie lange wollt ihr jetzt erstmal lesen? Was braucht ihr - neben dem Lesestoff - noch unbedingt für einen gelungenen Lesemarathon? Gebt einem Teilnehmer hier beim Lesemarathon einen Buchtipp aus seinem SuB (Stapel ungelesener Bücher). Dazu am besten einfach in der Bibliothek nach den ungelesenen Büchern schauen. Natürlich dürft ihr auch mehreren Teilnehmern Tipps geben und es dürfen auch Bücher sein, die ihr selbst noch gern lesen möchtet. Mit welchem Satz beginnt euer aktuelles Buch? Ändert sich eure Lesestimmung eigentlich mit den unterschiedlichen Jahreszeiten oder könnt ihr immer alles lesen? Welche sind eure persönlichen Top-Empfehlungen für Frühling, Sommer, Herbst und / oder Winter? Wie sehr achtet ihr auf Buchcover? Verleitet euch ein schönes Cover dazu, ein Buch eher zur Hand zu nehmen und näher anzuschauen? Welche Cover findet ihr aktuell besonders gelungen? Wie merkt ihr euch, auf welcher Seite ihr in eurem Buch gerade wart? Nehmt ihr ein Lesezeichen oder irgendetwas, was ihr gerade zur Hand habt? Macht ihr Eselsohren oder legt das Buch umgekehrt offen hin? Habt ihr hier schon bei einer oder mehreren Leserunden mitgemacht? Wenn ja, welche hat euch davon am besten gefallen und wieso? Wenn nicht, wieso? :-) Schreibt ihr euch Lieblingszitate aus Büchern raus oder markiert ihr sie? Verratet doch ein Zitat, das euch besonders gut gefällt! Welches Buch, an das ihr hohe Erwartungen hattet, hat euch dann enttäuscht und wieso? Wenn ihr euch für 3 Bücher entscheiden müsstet, die die einzigen wären, die ihr für den Rest eures Lebens besitzen dürftet, welche wären das? Wie oder durch wen seid ihr zum Lesen gekommen? Was fasziniert euch an Büchern? Was können nur sie im Vergleich zu zum Beispiel zu Musik, Filmen, etc.? In welchem Land könntet ihr ideale Leseferien verbringen? Lest ihr gern anderen Menschen vor oder lasst ihr euch gern vorlesen?

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    • 1362
  • Der Mann im Park

    Der Mann im Park

    vormi

    01. October 2013 um 19:10

    Der Kommissar John Stierna erzählt einem Journalisten 1953 die Fakten und die lange Suche nach dem Mörder der 8jährigen Ingrid. Sie wurde in der Nacht vom 3. auf den 4. September 1928 ermordet und es gibt keinerlei Hinweise auf den Mörder.  Ein Aspekt dieses vielschichtigen, eher leisen und unaufgeregten Buches war, wie überraschend, wie weit die Kriminaltechnik 1928 schon war, da hatte ich etwas anderes erwartet. Dies Buch hat mich mit seinen leisen Klängen manchmal eher an eine Erzählung erinnert. Ein weiterer Aspekt - Mord verjährt nach 25 Jahren!? So jedenfalls 1953 in Schweden. (Für Interessierte - bis 1969 verjährte Mord bei uns nach 20 Jahren. Dann 30 Jahre. Erst seit 1979 gibt es keine Verjährungsfrist mehr) Was geschieht im Kopf des Kommissars, der den Mord an dem kleinen Mädchen nicht aufklären konnte? Der weiß, nach dem 4. September 1953 kommt der Mörder ungeschoren davon. Eine eindringliche Studie. Ein interessantes Psychogramm. Zusammengefasst -ein spannendes Buch, flüssig erzählt, sehr gut zu verschlingen. Durch die kurzen Kapitel ist es sehr angenehm zu lesen. Man denkt immer, eins schaff ich noch und dann findet man kein Ende.  Interessante neue Ideen, viel und tolles Flair, überraschend viele kriminaltechnischen Möglichkeiten 1928, eine Verjährungsfrist für Mord nach 25 Jahren und ein absolut unerwartetes Ende.  Großartig!

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  • Kein Thriller...

    Der Mann im Park

    Jetztkochtsie

    25. September 2013 um 18:19

    Ich wurde nicht enttäuscht. Der Mann im Park ist ein sehr ruhiger und langsamer Krimi (als Thriller würde ich ihn nicht bezeichnen), die Spannung baut sich weniger über die Suche nach dem Täter oder drohender Gefahr auf, als mehr über den Wunsch des Lesers, zu erfahren, wie aus dem Ermittler wurde, was er nun ist. Die Sprache und der Erzählstil sind dabei durchaus anspruchsvoll, ich würde das Buch nicht als Urlaubslektür zum schnellen Weglesen bezeichnen. Es geht hier auch eigentlich weniger darum, was passiert ist und wer es war, als mehr darum, wie die Beamten mit den Dingen umgehen, die passieren, wie sie sie verarbeiten oder eben nicht. Ich fand das hoch interessant und der Autor trifft hier genau den richtigen Ton und die richtige Art zu erzählen. Er schildert ser einfühlsam und empathisch die Gedanken des Ermittlers zur Zeit des Mordes und 25 Jahre später. Ich habe mich da durchaus in dem ein oder anderen Gedanken und der ein oder anderen Überlegung wieder gefunden. Auch fand ich die Polizeiarbeit für die damalige Zeit als sehr realistisch geschildert. Hier und da war mir die Sprache etwas zu mordern und wie häufig bei den Schwedenkrimis kam der Übersetzer mit DU und SIE ein wenig ins Schleudern. Überhaupt fand ich die Übersetzung nicht immer ganz gut gelungen. Das Ende habe ich mir hier recht früh bereits zusammenreimen können, wirklich sicher war aber auch ich erst auf den letzten Seiten, das hat hier der Geschichte jedoch in keiner Weise geschadet. Trotzdem war das eins der besseren Bücher, die ich in den letzten Wochen gelesen habe.

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  • Kein Thriller, ansonsten überzeugend

    Der Mann im Park

    anushka

    24. September 2013 um 21:58

    Stockholm, 1928: Die 8-jährige Ingrid wird brutal ermordet auf einem verlassenen Hafengelände gefunden. Vom Täter fehlt jegliche Spur. Der junge aufstrebende Kommissar John Stierna verspricht der trauernden Mutter, den Täter zu finden. Doch 25 Jahre später steht der Fall kurz vor der Verjährung und Stierna hat den Polizeidienst quittiert.   In Vor- und Rückblenden erfährt der Leser von den verschiedenen Ermittlungsschritten und Erkenntnissen während sich die Geschichte Stück für Stück entfaltet. Dabei kommen jedoch mehr kriminalistische Elemente zum Tragen als Elemente eines Thrillers. Insofern ist das Buch vom Verlag falsch ausgezeichnet und könnte zu einiger Enttäuschung führen. Denn auch wenn das Buch hin und wieder recht spannend ist, wenn sich Jäger und Gejagter recht nahe kommen, so ist es doch eher ein ruhiger (Kriminal-)Roman, der sowohl die kleinschrittige Polizeiarbeit der 1920er Jahre als auch die Geschichten und Motive der einzelnen Charaktere beleuchtet. Gleichzeitig macht aber genau das dieses Buch so sympathisch und lesenswert. Es gibt keine technischen Wunder á la CSI, ja nicht einmal genetische Analysen, sondern die Ermittler sind auf bodenständige Polizeiarbeit angewiesen. Und manchmal auch auf den Zufall. Man wird hineinversetzt in die frustrierende Situation, wenn besonders die kritischen Stunden eine nach der anderen verstreichen. Das macht dieses Buch besonders glaubwürdig. Dafür, dass dieses Buch in einer turbulenten Zeit spielt, fehlt mir allerdings ein wenig der historische Flair. Dieser blitzt immer nur hier und da durch, wenn man als Mensch unserer Zeit reflexhaft an das Handy denkt, die Ermittler jedoch erst eine Telefonzelle suchen müssen. Auch wäre es schön gewesen, noch deutlicher vor Augen zu haben, eben welche Ermittlungsmethoden noch nicht zur Verfügung standen, zumindest in einem Nachwort des Autors.   Trotz der vielen persönlichen Aspekte, die aus ganz verschiedenen Perspektiven geschildert werden und vielleicht gerade kurz vor der Langatmigkeit noch "die Kurve kriegten", bin ich nur so durch diese 560 Seiten geflogen. Denn vor allem die verschiedenen Lebensgeschichten vermitteln den historischen Kontext. Gleichzeitig ist das Buch ein Psychogramm des leitenden Ermittlungsbeamten und wie er unter den fehlenden Ermittlungserfolgen leidet. Auch überraschende Wendungen gibt es hin und wieder. Für mich ist dieses Buch empfehlenswert und eine angenehme Abwechslung in der aktuellen Krimi-Landschaft. Ein vielversprechendes Debüt, das auf mehr hoffen lässt.

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  • Kriminalroman ja, Thriller nein!

    Der Mann im Park

    antjemue

    21. September 2013 um 10:18

    Krimis und Thriller gehören seit langem zu meiner Lieblingslektüre. Besonders schwedische Autoren konnten mich da in den letzten Jahren, bis auf Ausnahmen die die Regel bestätigen, begeistern. So erregte das als Thriller bezeichnete Debüt „Der Mann im Park“ schnell meine Aufmerksamkeit. Der Autor Pontus Ljunghill lebt nach Verlagsinformationen in Stockholm, ist Kriminologe und arbeitet als Journalist für verschiedene Zeitungen. Sein Erstlingswerk soll in Schweden für Furore gesorgt haben. Der Mann im Park Im September 1928 wird auf einer stillgelegten Werft die 8-jährige Ingrid Bengtsson ermordet aufgefunden. Kommissar John Stierna bekommt die Leitung der Ermittlungen übertragen und verspricht der verzweifelten Mutter den Mörder ihrer Tochter dingfest zu machen. 1953 hat Kommissar Stierna dem aktiven Polizeidienst schon lange den Rücken gekehrt. Die letzten Dienstjahre arbeitete er im Kriminalmuseum und nun, ein Jahr vor der Pensionierung, hält er es dort auch nicht mehr aus. In einem Urlaubsort sucht er nach Ruhe und Ausgeglichenheit, als ihn ein Journalist kontaktiert, der gerade über den Fall der kleinen Ingrid etwas schreiben möchte. Den Fall, der sich Stierna unauslöschlich eingeprägt hat. Wird es ihm 25 Jahre später gelingen, herauszufinden, was damals tatsächlich passierte? Historischer Krimi Obwohl ich sehr schnell in die in zwei Zeitebenen handelnde Geschichte eintauchen konnte und einen angenehmen Lesefluss fand, wurde mir sehr schnell klar, dass die Bezeichnung Thriller dafür irreführend ist. Es handelt sich um einen gemächlichen, wenn auch soliden, in der 3. Person erzählten historischen Kriminalroman. Anfangs fiel mir der historische Bezug am ehesten wegen der fehlenden Kommunikationstechnik und den veralteten Ermittlungsmethoden auf. Ansonsten hätte die Handlung auch gut im Hier und Jetzt stattfinden können. Erst später, als auch diverse Fahrzeugmodelle beschrieben wurden, erschienen vor meinem geistigen Auge Bilder, die der Zeit angepasster waren. Diese kamen dann aber durchgängig, bis zum Schluss. Die meiste Zeit begleitete ich als Leserin die akribischen Ermittlungen der Kriminalpolizei im Fall des ermordeten Mädchens. Aber auch das Privatleben der Ermittler, besonders Stiernas, kam zur Sprache sowie der schleichende Zusammenbruch dessen, je mehr er sich in seine Arbeit vertieft. Zwischenrein kamen immer wieder in kursiv geschriebene Passagen, die Sichtweisen des anonymen Mörders zur Sprache. Dann wechselte der Plot wieder ins Jahr 1953, zu dem Stierna, der zwar nicht mehr der Polizei angehört, den aber dieser ungelöste Fall noch immer nicht los lässt. Dachte ich anfangs noch, dass der Journalist, den ehemaligen Kommissar wieder auf den Fall gebracht hat, wurde mir schnell immer klarer, dass der Fall und sein Versprechen an die Mutter Stierna nie losgelassen haben. Das weckte in mir auch Assoziationen zu Dürenmatts Roman „Das Versprechen“ und dessen mir bekannte Verfilmung „Es geschah am helllichten Tag“ mit Heinz Rühmann und Gert Fröbe. Trotz der Tatsache, dass die Geschichte an sich flüssig lesbar war, verspürte ich aufgrund der vielen Details irgendwann doch diverse Längen, die der Autor dann aber immer gerade noch rechtzeitig mit einem Schauplatzwechsel auffing und mich damit auch wieder an die Handlung band. Die letzten Kapitel nahmen dann sogar noch einmal an Fahrt auf. Die Auflösung gab es jedoch wirklich erst auf der vorletzten Seite. Obwohl eben eher gemächlich, hat mir dieser Kriminalroman doch ganz gut gefallen. Wer gern solide historische Kriminalromane liest, in denen sehr intensiv ermittelt wird, der macht mit diesem Buch definitiv nichts falsch. Für Freunde rasanter Thriller ist es meiner Meinung nach aber weniger geeignet.

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