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Rezension zu "Das schwere Los der Leichtigkeit" von Portia de Rossi

"Wenn du angegriffen wirst, verteidige dich mit einer Lüge."
Janine2610vor 5 Jahren

Die Buchrückseite:

Mit außergewöhnlicher Intensität und Offenheit beschreibt Hollywoodstar Portia de Rossi ihren Zwang zur Perfektion und wie sie glaubte, nur durch das Abnehmen Macht und Kontrolle über ihr Leben haben zu können. Bis sie eine Essstörung entwickelte, die sie beinahe das Leben gekostet hätte.
Nur mithilfe ihrer Familie und Freunden gelang es ihr schließlich, sich selbst zu akzeptieren und ihre Magersucht zu überwinden.
Eine zugleich erschreckende und hoffnungsvolle Geschichte von Angst, Obsession und Selbsthass, aber auch von Mut und Liebe.

Meine Meinung:

Portia de Rossi bzw. Amanda Rogers schreibt in ihrer Biografie hier über ihren langen Kampf mit sich und ihrem Körper und über die Angst, was es für sie bedeuten könnte, wenn sie ihre Homosexualität öffentlich macht.
Seitdem Portia zwölf Jahre alt ist, modelt sie. Körperform und Gewicht beginnen seitdem eine immer wichtigere Rolle in ihrem Leben zu spielen. Und auch ihre Mutter trägt stark dazu bei, denn sie wird von ihr sehr unterstützt, was das Abnehmen betrifft.
Nach starken bulimischen Phasen entschließt sich die junge Autorin dazu, dass sie sich ab jetzt im Griff hat und keine Essanfälle mehr "braucht". Diese "Wende" in ihrem Kopf hat sie dazu gebracht, innerhalb 8 Monate gut 20 kg abzunehmen. Mit ihrem Tiefstgewicht von etwa 37 kg ist die erfolgreiche Hollywoodschauspielerin eines Tages an einem Filmset quasi zusammengebrochen. Von Schmerzen und Schwäche geplagt hat sie dann für sich einen Entschluss gefasst. Sie will nicht sterben, sie will keine Schmerzen mehr haben. Sie will wieder zunehmen. Und anfangen zu leben.

Da ich keine Ally McBeal - Schauerin bin/war, kannte ich Portia de Rossi und somit auch die Figur Nelle Porter nicht. Da ich aber sehr gerne auch einmal eine Biografie lesen wollte und diese mich sehr angesprochen hat, wollte ich das Buch unbedingt lesen. Körper und Essstörungen bzw. psychische Erkrankungen sind ernste Themen, und ich finde, dass es darüber viel mehr Information und/oder Aufklärung in der Gesellschaft geben sollte. Denn Essstörungen sind psychische Erkrankungen, die die höchste Mortalitätsrate aufweisen. Etwa 20% der an Magersucht Erkrankten sterben. Und ich finde, das ist eine Zahl, die schon enorm ist. Und gerade deshalb sind Bücher wie dieses hier eine gute Informationsquelle, was das Denken, die Gefühlswelt und die Handlungen von Essgestörten betrifft.

In meinen Augen hat die Autorin ein wirklich gutes Buch geschrieben. Die Länge der Kapitel sind perfekt. Die Absätze waren mir aber manchmal ein bisschen zu viel des Guten. Und am Ende eines Kapitels war der letzte Satz meist so unglaublich nachklingend. - Diese Sprachgewalt hat mich umgehauen.
Der lange Kampf mit sich und mit ihrem Körper hat sich aber ausgezahlt, wenn man das so sagen kann. Der Vorteil dabei ist, dass man, wenn man vollständig gesund ist, weiß, wer man ist, und Glück und Zufriedenheit wirklich leben kann. Portia hat es geschafft. Und die letzten Seiten des Buches verraten dann auch, wie und was ihr dabei geholfen hat. Sie ist nun mit sich im Reinen, hat sogar eine Abneigung gegen das Kalorienzählen und gegen Waagen entwickelt. Man kann sagen, sie ist gesund und mit ihrer Ehefrau Ellen DeGeneres glücklich. Dieser Umstand kann vielen Mädchen und jungen Frauen bestimmt auch Mut machen. Gesund zu werden IST möglich. Wille und der Glaube daran, dass es schaffbar ist, ist dabei das wichtigste.

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literats avatar

Rezension zu "Das schwere Los der Leichtigkeit" von Portia de Rossi

Sehr offene und ehrliche Geschichte
literatvor 5 Jahren

Das Buch habe ich sehr schnell gelesen. Einmal angefangen konnte ich kaum aufhören. Man kann's kaum glauben, dass eine offensichtlich so schöne, erfolgreiche und vor allem intelligente junge Frau in die Magersucht abrutschen kann! Sie erzählt ihre Geschichte ganz unaufgeregt und offen und absolut ehrlich, beschönigt Nichtstuns entschuldigt auch nichts. Ich kannte die Autorin als Schauspielerin nicht, eigentlich dachte ich, daß das Buch von der Hauptdarstellerin ist, die mir als extrem dünn in Erinnerung war. Ich hoffe, daß diese Denken, daß Magersüchtige, die ja die absolute Kontrolle über ihr Gewicht und das Essen haben, daß diese kranken Menschen bewundernswert seien, daß dieses Denken endlich verschwindet. Und die Magersucht als das gesehen wird, das sie ist, nämlich eine Essstörung, die einen psychischen Hintergrund hat und behandelt werden muss.

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bücherelfes avatar

Rezension zu "Das schwere Los der Leichtigkeit" von Portia de Rossi

Rezension zu "Das schwere Los der Leichtigkeit" von Portia De Rossi
bücherelfevor 7 Jahren

Vorab: Die TV-Serie Ally McBeal hatte ich mir nie angeschaut, die Schauspielerin Portia de Rossi war mir deshalb kein Begriff. Warum habe ich also überhaupt zu diesem Buch gegriffen? Auf diese Frage gibt es eine ganz einfache Antwort. Auf dem Cover-Rückseite wird Jonathan Safran Foer zitiert mit: „Atemberaubend ehrlich, brutal und wunderschön“. Klare Worte also. Nun muss man wissen, dass Safran Foer‘s Buch „Tiere essen“ mich nachhaltig beeindruckt hat. Wenn er das Buch von Portia Rossi also derart anpreist, kann es nicht verkehrt sein, sich das mal näher anzuschauen. Und was soll ich sagen: Er hat recht mit dieser Aussage.

In „Das schwere Los der Leichtigkeit“ berichtet Portia de Rossi von ihrem Leben mit Magersucht und Bulimie. Der Erfolg mit ihrer Rolle in der Kult-Serie „Ally McBeal“ gibt ihrer schon vorher vorhandenen Essstörung weiteren Schub und sie versucht mit immer skurrileren Ernährungsplänen und exzessiver Bewegung ihrer Panik Herr zu werden. Dass sie versucht, ihre Homosexualität vor der Öffentlichkeit zu verbergen, sorgt für noch mehr Druck. Bis zum völligen Zusammenbruch. Portia de Rossi wiegt noch 38 Kilogramm, als sie sich endlich ernsthaft professionelle Hilfe holt.

Portia de Rossi lässt ihre Leser sehr nahe an sich heran. Ihr Buch ist keines, das sich so leicht weglesen lässt. Und gerade deshalb hat es eine grosse Leserschaft verdient.

Fazit: Absolute Leseempfehlung.

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