Precious Williams Farbenblind

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Inhaltsangabe zu „Farbenblind“ von Precious Williams

"'Wo kommst du her?' ist eine Frage, die ich immer ungern beantwortete. 1971 erschien eine Anzeige in der Nursery World: Pflegeeltern gesucht für ein drei Monate altes Baby - das war ich. Die glücklichen Bewerber waren eine ältere Engländerin und ihre erwachsene Tochter, beide liebten Babys, besonders schwarze. Meine Mutter hatte beschlossen, dass ich mit dem richtigen englischen Akzent aufwachsen sollte, damit etwas 'Besseres' aus mir würde. Die Enge meiner Pflegefamilie erstickte mich, meine leibliche Mutter, die ich herbeisehnte, glänzte durch lange Abwesenheiten, und außerdem schien ich ein Magnet für sexuelle Übergriffe zu sein. Und selbst als ich mit achtzehn schwanger wurde, glaubte ich immer noch daran, dass eine herrliche Zukunft irgendwo auf mich wartet." Farbenblind ist die authentische Geschichte eines schwarzen Kindes in einer weißen Umgebung, das verzweifelt um seine Identität ringt und dennoch von einem starken Lebenswillen getragen wird.

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  • Rezension zu "Farbenblind" von Precious Williams

    Farbenblind
    AennA

    AennA

    21. May 2011 um 15:29

    Anita Precious Williams kommt bereits mit drei Monaten als schwarzes Baby in eine weiße Pflegefamilie. Ihre leibliche Mutter will das so, sie hat ihr Kind sogar in einer Zeitung praktisch inseriert. Anita soll es schließlich einmal besser haben. Von ihrer Pflegemutter und deren Tochter sehr geliebt, wächst das kleine Mädchen behütet auf. Ihre leibliche Mutter lässt sich sporadisch sehen, lässt es ihrem Kind jedoch an Liebe und aufrichtigem Interesse mangeln. "Farbenblind" ist eine wahre Geschichte. Die Autorin Precious Williams verarbeitet in ihrem Buch ihr eigenes Leben, angefangen bei ihrer Kindheit, die trotz der Liebe ihrer Pflegefamilie nicht unbeschwert ist. Sie erzählt uns von ihrer Jugend, in der die Suche nach ihren Wurzeln und der eigenen Identität beginnt. Sie berichtet von der Sehnsucht nach der Liebe ihrer Mutter. Sie lässt uns teilhaben an ihren freien Fall nach ganz tief unten..... Trotzdem die Autorin in der "Ich-Form" schreibt, blieb mir beim Lesen die Figur "Anita" doch irgendwie fremd. Das mag an den zum Teil eher emotionslosen Schilderungen liegen, die mir als Leser aber wiederum zeigen, wie schwer der Autorin die Auseinandersetzung mit diversen Abschnitten und Erlebnissen ihres Lebens gefallen sein muss. Mit großer Ehrlichkeit berichtet Williams jedoch von den emotionalen Auswirkungen dieser Geschehnisse, den Defiziten und Entscheidungen, die sie nun vor ihrer eigenen Tochter rechtfertigen muss. Das Buch macht deutlich, dass ein Nachvollziehen unmöglich ist für Menschen, die nie in einer solchen Situation waren. Die nie zwischen zwei Müttern hin-und hergerissen wurden. Die nie zwischen zwei Kulturen festgesteckt haben. Und das ist der Grund, weshalb man "Farbenblind" lesen sollte...

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  • Rezension zu "Farbenblind" von Precious Williams

    Farbenblind
    bücherelfe

    bücherelfe

    EINE KINDHEIT ZWISCHEN SCHWARZ UND WEISS Farbenblind ist die bewegende Lebensgeschichte einer jungen Nigerianerin, die als schwarzes Pflegekind in einer weißen Familie in der englischen Provinz aufwächst. Das Buch erzählt von Müttern und Töchtern und von der verzweifelten Suche nach  Zugehörigkeit und Identität. Das Cover dieses Buchs ist  ausgesprochen reizend. Es springt einen im Bücherregal förmlich an. Und  das ist Teil dieser Geschichte; denn es geht hier auch um Äusserlichkeiten. Da ist die ältere Engländerin mit einer Affinität zu schwarzen Babys und da ist die Nigerianerin, die beschliesst, dass aus ihrer Tochter „etwas Besseres“ werden soll und meint, dieses Ziel erreichen zu können, indem sie ihre Tochter in einem weissen Umfeld aufwachsen lässt. Und so wird Precious im zarten Alter von zehn Wochen von ihrer nigerianischen Mutter an Mrs. Taylor zur Pflege übergegeben. Mrs. Tayler, fortan Nanny genannt, ihr kranker Ehemann und deren bereits erwachsene Tochter, Wendy, lieben Precious wie ein eigenes Kind. Sie umhegen sie, pflegen, sie, erdrücken sie. Precious leibliche Mutter taucht sporadisch auf, entreisst sie nach Lust und Laune ihrem Zuhause und stellt sie wieder dort ab wie ein Paket. Nanny mag die Mutter nicht, die Mutter mag Nanny nicht und beide machen aus ihrer Meinung keinen Hehl. Dass Nanny Prescious nigerianische Identität völlig auszublenden versucht, macht alles noch schwerer. In dieser Atmosphäre voller Unsicherheit wächst Precious auf. Ein emotionaler Dampfkessel, der eines Tages explodieren muss. Und so macht sich Precious auf die Suche; die Suche nach sich selbst. Die Geschichte, die damit endet, dass die Autorin ihr Studium beginnt, ist tragisch. Dass diese Art und Weise, schwarze Kinder in weisse Pflegefamilien zu geben, offenbar kein Einzelfall ist, macht sie umso tragischer. Wie so oft bei autobiographischen Schicksals-Geschichten wird ausschliesslich aus dem Blickwinkel der Autorin berichtet. Die Sichtweisen der anderen Akteure bleiben im Dunkeln. Das ist schade, gehört aber zum Charakter dieser Art Bücher. Der Schreibstil der Autorin wirkt distanziert, was durchaus verständlich ist. Fazit: Literarisch eher anspruchslose, aber durchaus interessante Geschichte einer ungewöhnlichen Kindheit.

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