Primo Levi

 4.1 Sterne bei 109 Bewertungen
Autor von Ist das ein Mensch?, Das periodische System und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Primo Levi

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Primo LeviIst das ein Mensch?
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Ist das ein Mensch?
Ist das ein Mensch?
 (50)
Erschienen am 01.07.2010
Primo LeviDas periodische System
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Das periodische System
Das periodische System
 (37)
Erschienen am 01.02.1991
Primo LeviDie Atempause
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Die Atempause
Die Atempause
 (6)
Erschienen am 01.01.1994
Primo LeviDie Untergegangenen und die Geretteten
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Die Untergegangenen und die Geretteten
Die Untergegangenen und die Geretteten
 (3)
Erschienen am 01.01.1993
Primo LeviIst das ein Mensch? - Die Atempause
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Ist das ein Mensch? - Die Atempause
Ist das ein Mensch? - Die Atempause
 (2)
Erschienen am 26.09.2011
Primo LeviDas Maß der Schönheit
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Das Maß der Schönheit
Das Maß der Schönheit
 (1)
Erschienen am 01.07.2009
Primo LeviSo war Auschwitz
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So war Auschwitz
So war Auschwitz
 (1)
Erschienen am 13.03.2017
Primo LeviDer Freund des Menschen
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Der Freund des Menschen
Der Freund des Menschen
 (1)
Erschienen am 01.03.2008

Neue Rezensionen zu Primo Levi

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ErleseneBuechers avatar

Rezension zu "Ist das ein Mensch?" von Primo Levi

Suppe, KB & der Gesang des Odysseus
ErleseneBuechervor einem Jahr

Viele Bücher habe ich schon über die Konzentrationslager während des 2. Weltkriegs gelesen. Jedes Buch ist anders, aber der Schrecken, die Fassungslosigkeit, der Schmerz, der Abscheu, aber auch die Faszination und Hilflosigkeit sind oft gleich. Es ist wichtig, dass es solche Bücher gibt, aber noch viel wichtiger ist, dass sie gelesen werden, heute und zu jeder Zeit. Die Zeitzeugen werden weniger, sind bald gar nicht mehr da. Aber wir haben Zeugnisse über dieses schwarze Kapitel der Menschheit, z.B. in Form von diesem Buch.

Primo Levi, ein italienischer Jude, verbrachte ein Jahr im Konzentrationslager Auschwitz und berichtet eindringlich von dieser Zeit. Besonders ist, dass er diese Erlebnisse relativ schnell nach dem Ende des Krieges aufgeschrieben hat, einiges sogar schon während der Zeit in Auschwitz. Umso detaillierter, nachvollziehbar und schrecklicher ist der Bericht.

Man wird als Leser hineingezogen in ein Leben, welches den Verstand übersteigt. Die Erlebnisse lassen einen nicht unberührt, aber sie sind so weit weg vom eigenen Leben. Wann habe ich jemals wirklichen Hunger oder echte Mühsal erlebt? Nie. Das sind Situationen, die Levi aber so beschreibt, dass man eventuell ein kleines bisschen versteht…

Levi schreibt aber auch von Menschlichkeit, die es bei einigen Häftlingen immer noch gab, von Freundschaften und Lehrstunden, vom Vergessen, Verdrängen, aber auch vom Überlebenskampf durch Handel, Einfallsreichtum und Talent.

Eine Kollegin hat mir zwei Bücher empfohlen, dieses und Roman eines Schicksallosen. Nun habe ich beide gelesen und kann sagen, diese Bücher verändern einen, da sie einen nicht unberührt zurücklassen….

Bewertung: 5 von 5 Punkten

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JulesBarroiss avatar

Rezension zu "So war Auschwitz" von Primo Levi

Ein Ort, wohin man nur ging, um zu verschwinden.
JulesBarroisvor 2 Jahren

So war Auschwitz: Zeugnisse 1945-1986. - Fabio Levi (Herausgeber), Domenico Scarpa (Herausgeber), Primo Levi (Autor), & 1 mehr, 304 Seiten, Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG (13. März 2017), 24 €, ISBN-13: 978-3446254497

 

Die letzten Zeitzeugen des Holocausts sterben so langsam weg. Umso wichtiger scheint es mir die Originalberichte zu lesen, die kurz nach dem Grauen verfasst wurden.

Zu dieser Gruppe gehört Primo Levi, geboren 1919 und gestorben 1987 in Turin durch einen Sturz in den Treppenschacht seines Wohnhauses.  Obwohl ein definitiver Beweis fehlt, wird heute allgemein angenommen, dass es ein Freitod war. Vielleicht hat ihn die eigene Scham, überlebt zu haben, doch noch eingeholt.

Er wuchs in einer liberalen jüdischen Familie auf. Er war Chemiker und Schriftsteller. Levi verbrachte als Zwangsarbeiter elf Monate in Auschwitz-Monowitz bis zur Befreiung durch die Rote Armee. Da er als Chemiker in den Buna-Werken eingesetzt war, konnte er den schlimmsten Arbeitsbedingungen im Winter 1944/45 entgehen.

Jetzt haben Fabio Levi und Domenico Scarpa zum Teil unveröffentlichte, erst jetzt entdeckte oder wiedergefundene Zeugnisse von Primo Levi und Leonardo De Benedetti von 1945 bis 1986 herausgegeben: Berichte über die hygienisch-medizinische Organisation in Monowitz, Erklärungen und Aussagen für den Prozess Höß, Aussagen für die Anklage gegen Dr. Josef Mengele, Aussagen für den Prozess Eichmann, Erklärungen und Aussagen für den Prozess Boßhammer, direkter Mitarbeiter von Eichmann: insgesamt Aussagen, Erklärungen, Fragebögen, Briefe, Zeitungsartikel, in chronologischer Reihenfolge zwischen 1945 und 1986.

„So war Auschwitz“ ist eine Sammlung von Schriften, meist nicht veröffentlicht: Es ist nicht als einfacher Hintergrund eines endgültigen Buchs zu sehen, sondern als ein neues Werk in der Tat innovativ und unabhängig. Levi ist als einer der Wenigen in der Lage, die Fakten zu Auschwitz über vierzig Jahre lang zu untersuchen.

Levi neigt dazu, das Phänomen des Vernichtungslagers im Wesentlichen als einzigartig zu betrachten, zumindest so weit wie es sich durch die Art der Organisation der Fabriken des Todes, von anderen Lagern und anderen allgemeinen Monstern des Totalitarismus unterscheidet.

Levi ist nicht nur ein Analyst von Auschwitz, war nicht nur ein Zeuge, sondern übernahm auch die Rolle des Forschers. Das zeigt sich für mich vor allem auch in seiner neutralen, leidenschaftslosen Sprache, die das Grauen noch deutlicher macht.

Es ist nicht nur ein Buch von Historikern für Historiker, sondern darüber hinaus ein Wegweiser für ein vertiefendes Nachdenken über diese Zeit.

Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Hanser Verlages

https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/so-war-auschwitz/978-3-446-25449-7/

Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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Fabulas avatar

Rezension zu "Ist das ein Mensch?" von Primo Levi

Ist das ein Mensch? Der Bericht eines Überlebenden.
Fabulavor 3 Jahren

Ist das ein Mensch? Der Bericht eines Überlebenden.


Der Autor


Primo Levi, ein italienischer Staatsbürger jüdischer Rasse wurde mit 24 Jahren als fertig diplomierter Chemiker 1944 ins Konzentrationslager Monowitz (Auschwitz III) deportiert. Als einige der wenigen überlebte Levi den Holocaust und verfasste das Buch 'Ist das ein Mensch?' als autobiographischer Bericht. Was wir vor uns haben ist keine fiktive Geschichte, sondern die von Levi selbst durchlebte schreckliche Wahrheit. 

Das Buch


Seine Schreibarbeiten zum Buch begannen bereits in der Zeit des Lagers selbst. Die Veröffentlichung erfolgte 1947, also unmittelbar nach dem Krieg. Dies ist als Ausnahme zu betrachten, denn unmittelbar nach dem Geschehen trat erstmal ein grosses Schweigen ein. Die Menschen wollten die Schrecken vergessen und nicht daran erinnert werden. Er aber wollte berichten: " Das Bedürfnis, den 'anderen' zu erzählen, die 'anderen' teilhaben zu lassen, hatte bei uns vor und nach der Befreiung den Charakter eines so unmittelbaren und heftigen Drangs angenommen, dass es mit den übrigen elementaren Bedürfnissen wetteiferte; das Buch wurde geschrieben, um diesem einen Bedürfnis Genüge zu tun, in erster Linie also zum Zweck der inneren Befreiung." Das Buch repräsentiert ein psychischer Versuch zu bewältigen, was Levi in Auschwitz erlebt hat.

Perspektive & Sprache


Trotz einer sehr analytischen Perspektive, ist der Bericht sehr persönlich geprägt. Da das Werk zum grössten Teil im Präsens geschreiben ist, gibt es die spezielle Wirkung des Textes: Eine Art von Unmittelbarkeit des Miterlebens. Der Leser ist mittendrin. Es gibt keine Schonung aufgrund einer historischen Erzählung. Trotzdem bleibt der Leser durch den analytischen Blick auf Distanz. Levi schildert das KZ, wie ein Experiment von Menschen unter Extrembedingungen. Oftmals sind Formulierungen wie 'man nehme' oder 'nun denke man sich' zu finden. Levi wird als Häftling in Auschwitz zum teilnehmenden Beobachter der Ermordung der europäischen Juden. Wir begleiten ihn als Leser durch diese Zeit persönlichen Leidens.

Ist das ein Mensch?


Zentral für den Bericht ist die Frage nach der Menschlichkeit. Kann der KZ-Häftling überhaupt noch als Mensch angesehen werden? 


„Nun denke man sich einen Menschen, dem man, zusammen mit seinen Lieben, auch sein Heim, seine Gewohnheiten, seine Kleidung und schliesslich alles, buchstäblich alles nimmt, was er besitzt: Er wird leer sein, beschränkt auf Leid und Not und verlustig seiner Würde und seines Urteilvermögens; denn wer alles verloren hat, verliert auch leicht sich selbst; so sehr, dass man leichthin und ohne jede Regung verbindenden Menschentums, bestenfalls aufgrund reiner Zweckmässigkeit, über sein Leben und seinen Tod entscheiden können. So wird man denn die zweifache Bedeutung des Wortes ‚Vernichtungslager’ verstehen und ebenso, was ich mit der Definition ‚in der Tiefe liegen’ zum Ausdruck bringen möchte.“

 
"Die hier beschriebenen Personen sind keine Menschen. Ihr Menschtum ist verschüttet, oder sie selbst haben es unter der erlittenen oder den anderen zugefügten Unbill begraben. Die bösartigen, dummen SS-Leute, die Kapos, die Politischen, die Kriminellen, die grossen und kleinen Prominenten, bis hinunter zu den unterschiedslosen, versklavten Häftlingen, alle Abstufungen dieser ungesunden, von den Deutschen gewollten Hierarchie: sie sind durch ihre einheitliche innere Verödung auf paradoxe Art miteinander vereint. Lorenzo aber war ein Mensch. Seine Menschlichkeit war rein und makellos, er stand ausserhalb dieser Welt der Verneinung. Dank Lorenzo war es mir vergönnt, dass auch ich nicht vergass, selbst noch Mensch zu sein.“ 


Meine Meinung:

Bücher, wie 'Ist das ein Mensch?' sollten eigentlich Pflichtlektüre sein! Sie sind Zeugen einer Geschichte, die sich so nie mehr ereignen darf. Wir alle sind dafür verantwortlich! Obwohl der Bericht keineswegs einfach zu lesen ist, ist es wichtig, dass wir uns unserer Geschichte bewusst sind. Das ist kein fiktiver Roman. Nein, das war die Wahrheit! Mit diesem Hintergrundwissen geht man ganz anders an ein Buch heran. Was man liest ist einfach unvorstellbar schrecklich. Wir leben in einer heilen Welt, niemals können wir das Gelesene richtig nachvollziehen. Trotzdem ist es wichtig, dass wir die Augen nicht davor verschliessen. Die Überlebenden schrieben, um zu verarbeiten, aber auch um uns etwas mitzuteilen. Sie sollten gehört werden!


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