Primo Levi Ist das ein Mensch?

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Inhaltsangabe zu „Ist das ein Mensch?“ von Primo Levi

Ein Jahr Hölle in AuschwitzDieser Band beschreibt das Jahr, das Primo Levi in Auschwitz verbracht hat: vom Februar 1944 bis zum Januar 1945. »Nicht um neue Anschuldigungen vorzubringen, habe ich dieses Buch geschrieben«, sagt Levi, »sondern als Dokument für das Studium einiger zentraler Aspekte des menschlichen Seelenlebens.« Die zentrale Frage freilich, die Titelfrage, wird von Levi auf zweifach Weise beantwortet: Mensch ist, wer tötet, wer Unrecht zufügt oder erleidet. Kein Mensch higegen ist, wer darauf wartet, daß sein Nachbar endlich stirbt, damit er ihm ein Viertel Brot abnehmen kann, kein Mensch ist jener, der noch im Todeskampf beständig sein Jawohl murmelt. Und unauslöschlicher als die Tätowierungen auf dem Unterarm ist den Überlebenden die Erinnerung an die Zeit, in der sie keine Menschen waren, ins Gedächtnis eingebrannt.

Ein wichtiges Buch über Menschlichkeit, Freundschaften und Lehrstunden, vom Vergessen, Verdrängen, aber auch vom Überlebenskampf!

— ErleseneBuecher
ErleseneBuecher

Ein Überlebender berichtet von Auschwitz.

— Liebes_Buch
Liebes_Buch

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    Ist das ein Mensch?
    ErleseneBuecher

    ErleseneBuecher

    29. May 2017 um 00:50

    Viele Bücher habe ich schon über die Konzentrationslager während des 2. Weltkriegs gelesen. Jedes Buch ist anders, aber der Schrecken, die Fassungslosigkeit, der Schmerz, der Abscheu, aber auch die Faszination und Hilflosigkeit sind oft gleich. Es ist wichtig, dass es solche Bücher gibt, aber noch viel wichtiger ist, dass sie gelesen werden, heute und zu jeder Zeit. Die Zeitzeugen werden weniger, sind bald gar nicht mehr da. Aber wir haben Zeugnisse über dieses schwarze Kapitel der Menschheit, z.B. in Form von diesem Buch. Primo Levi, ein italienischer Jude, verbrachte ein Jahr im Konzentrationslager Auschwitz und berichtet eindringlich von dieser Zeit. Besonders ist, dass er diese Erlebnisse relativ schnell nach dem Ende des Krieges aufgeschrieben hat, einiges sogar schon während der Zeit in Auschwitz. Umso detaillierter, nachvollziehbar und schrecklicher ist der Bericht. Man wird als Leser hineingezogen in ein Leben, welches den Verstand übersteigt. Die Erlebnisse lassen einen nicht unberührt, aber sie sind so weit weg vom eigenen Leben. Wann habe ich jemals wirklichen Hunger oder echte Mühsal erlebt? Nie. Das sind Situationen, die Levi aber so beschreibt, dass man eventuell ein kleines bisschen versteht… Levi schreibt aber auch von Menschlichkeit, die es bei einigen Häftlingen immer noch gab, von Freundschaften und Lehrstunden, vom Vergessen, Verdrängen, aber auch vom Überlebenskampf durch Handel, Einfallsreichtum und Talent. Eine Kollegin hat mir zwei Bücher empfohlen, dieses und Roman eines Schicksallosen. Nun habe ich beide gelesen und kann sagen, diese Bücher verändern einen, da sie einen nicht unberührt zurücklassen…. Bewertung: 5 von 5 Punkten

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  • Ist das ein Mensch? Der Bericht eines Überlebenden.

    Ist das ein Mensch?
    Fabula

    Fabula

    18. June 2015 um 11:47

    Ist das ein Mensch? Der Bericht eines Überlebenden. Der Autor Primo Levi, ein italienischer Staatsbürger jüdischer Rasse wurde mit 24 Jahren als fertig diplomierter Chemiker 1944 ins Konzentrationslager Monowitz (Auschwitz III) deportiert. Als einige der wenigen überlebte Levi den Holocaust und verfasste das Buch 'Ist das ein Mensch?' als autobiographischer Bericht. Was wir vor uns haben ist keine fiktive Geschichte, sondern die von Levi selbst durchlebte schreckliche Wahrheit. Das Buch Seine Schreibarbeiten zum Buch begannen bereits in der Zeit des Lagers selbst. Die Veröffentlichung erfolgte 1947, also unmittelbar nach dem Krieg. Dies ist als Ausnahme zu betrachten, denn unmittelbar nach dem Geschehen trat erstmal ein grosses Schweigen ein. Die Menschen wollten die Schrecken vergessen und nicht daran erinnert werden. Er aber wollte berichten: "Das Bedürfnis, den 'anderen' zu erzählen, die 'anderen' teilhaben zu lassen, hatte bei uns vor und nach der Befreiung den Charakter eines so unmittelbaren und heftigen Drangs angenommen, dass es mit den übrigen elementaren Bedürfnissen wetteiferte; das Buch wurde geschrieben, um diesem einen Bedürfnis Genüge zu tun, in erster Linie also zum Zweck der inneren Befreiung." Das Buch repräsentiert ein psychischer Versuch zu bewältigen, was Levi in Auschwitz erlebt hat. Perspektive & Sprache Trotz einer sehr analytischen Perspektive, ist der Bericht sehr persönlich geprägt. Da das Werk zum grössten Teil im Präsens geschreiben ist, gibt es die spezielle Wirkung des Textes: Eine Art von Unmittelbarkeit des Miterlebens. Der Leser ist mittendrin. Es gibt keine Schonung aufgrund einer historischen Erzählung. Trotzdem bleibt der Leser durch den analytischen Blick auf Distanz. Levi schildert das KZ, wie ein Experiment von Menschen unter Extrembedingungen. Oftmals sind Formulierungen wie 'man nehme' oder 'nun denke man sich' zu finden. Levi wird als Häftling in Auschwitz zum teilnehmenden Beobachter der Ermordung der europäischen Juden. Wir begleiten ihn als Leser durch diese Zeit persönlichen Leidens. Ist das ein Mensch? Zentral für den Bericht ist die Frage nach der Menschlichkeit. Kann der KZ-Häftling überhaupt noch als Mensch angesehen werden? „Nun denke man sich einen Menschen, dem man, zusammen mit seinen Lieben, auch sein Heim, seine Gewohnheiten, seine Kleidung und schliesslich alles, buchstäblich alles nimmt, was er besitzt: Er wird leer sein, beschränkt auf Leid und Not und verlustig seiner Würde und seines Urteilvermögens; denn wer alles verloren hat, verliert auch leicht sich selbst; so sehr, dass man leichthin und ohne jede Regung verbindenden Menschentums, bestenfalls aufgrund reiner Zweckmässigkeit, über sein Leben und seinen Tod entscheiden können. So wird man denn die zweifache Bedeutung des Wortes ‚Vernichtungslager’ verstehen und ebenso, was ich mit der Definition ‚in der Tiefe liegen’ zum Ausdruck bringen möchte.“ "Die hier beschriebenen Personen sind keine Menschen. Ihr Menschtum ist verschüttet, oder sie selbst haben es unter der erlittenen oder den anderen zugefügten Unbill begraben. Die bösartigen, dummen SS-Leute, die Kapos, die Politischen, die Kriminellen, die grossen und kleinen Prominenten, bis hinunter zu den unterschiedslosen, versklavten Häftlingen, alle Abstufungen dieser ungesunden, von den Deutschen gewollten Hierarchie: sie sind durch ihre einheitliche innere Verödung auf paradoxe Art miteinander vereint. Lorenzo aber war ein Mensch. Seine Menschlichkeit war rein und makellos, er stand ausserhalb dieser Welt der Verneinung. Dank Lorenzo war es mir vergönnt, dass auch ich nicht vergass, selbst noch Mensch zu sein.“ Meine Meinung: Bücher, wie 'Ist das ein Mensch?' sollten eigentlich Pflichtlektüre sein! Sie sind Zeugen einer Geschichte, die sich so nie mehr ereignen darf. Wir alle sind dafür verantwortlich! Obwohl der Bericht keineswegs einfach zu lesen ist, ist es wichtig, dass wir uns unserer Geschichte bewusst sind. Das ist kein fiktiver Roman. Nein, das war die Wahrheit! Mit diesem Hintergrundwissen geht man ganz anders an ein Buch heran. Was man liest ist einfach unvorstellbar schrecklich. Wir leben in einer heilen Welt, niemals können wir das Gelesene richtig nachvollziehen. Trotzdem ist es wichtig, dass wir die Augen nicht davor verschliessen. Die Überlebenden schrieben, um zu verarbeiten, aber auch um uns etwas mitzuteilen. Sie sollten gehört werden!

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  • Unheimlich poetisch

    Ist das ein Mensch?
    Liebes_Buch

    Liebes_Buch

    19. February 2015 um 21:06

    Von Primo Levi hatte ich noch nie gehört, dabei scheint er sehr berühmt zu sein. Mir fiel das Buch wegen des intelligenten Titels auf: "Ist das ein Mensch?" Ob einem Menschen der Status "Mensch" zugesprochen wird, das hat mich interessiert. Es stellte sich heraus, dass Primo Levi über sein Jahr in Auschwitz schreibt. Er schreibt intelligent, abgeklärt und teilweise mit verstörender Poesie. Ich habe letztes Jahr "Freiwillig nach Auschwitz" gelesen, war also nicht mehr ganz ahnungslos, was Konzentrationslager angeht. Diese Schilderung empfand ich jedoch direkt literarisch und von unheimlicher Schönheit. Levi schildert auch den Zusammenbruch des Lagers bevor die Russen kommen. Das ist lesenswert.  Man muss jedem Zeugen dankbar sein, der seine Erinnerungen für die Nachwelt aufschreibt. Unfassbar, wenn es dann in solch einer Qualität geschieht. Primo Levi beging Selbstmord.

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  • dicht dran und doch weit weg

    Ist das ein Mensch?
    dominona

    dominona

    16. December 2014 um 13:26

    Primo Levi ist ein Überlebender des zweiten Weltkriegs, noch genauer: er hat Auschwitz überlebt und man kann nicht anders, als sich ehrfürchtig und demütig diesen Zeilen zu widmen, die selbst innere Gemütszustände spartanisch und karg schildern und dennoch beginnt man zu verstehen und auch wieder nicht, weil einem die Umstände doch zu unmenschlich erscheinen, um überleben zu können - Vielleicht gerade durch die Erzählweise erstaunlich berührend.

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  • Ist das ein Mensch?

    Ist das ein Mensch?
    Schnutsche

    Schnutsche

    09. January 2014 um 16:32

    Nach den ersten paar Seiten, die sich für mich etwas mühsam lesen ließen, begann der eigentliche Bericht von Primo Levi, begonnen bei seiner Festnahme 1943 bis hin zur Befreiung 1945. Er erzählt sehr nüchtern von seinen furchtbaren Erlebnissen. Ich kann mir vorstellen, dass man in solch einer schrecklichen Lage und bei solcher Behandlung und Demütigung tatsächlich irgendwann einfach emotionslos wird und nur noch funktioniert. Die Entmenschlichung der Lagerinsassen ist für mich einfach nicht zu begreifen. Wütend und mit Entsetzen habe ich dieses Buch beendet und ich schäme mich dafür, dass dieser Wahnsinn tatsächlich stattgefunden hat.

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  • Rezension zu "Ist das ein Mensch?" von Primo Levi

    Ist das ein Mensch?
    Shopgirl

    Shopgirl

    14. October 2009 um 14:50

    Der italienische Schriftsteller und Chemiker schildert die Erlebnisse der elf Monate, die er von März 1944 bis Januar 1945 im Vernichtungslager Auschwitz verbrachte. Der Autor versucht darin, die leidvollen Ereignisse zu verarbeiten und als Augenzeuge und Überlebender den Ermordeten ein bleibendes Andenken zu errichten. Weder Anklage der Täter noch der Wunsch nach Vergeltung stehen im Vordergrund des Berichts. Levi konzentriert sich vielmehr darauf, die Ursachen und Folgen des Holocaust aufzudecken. Der Titel seines Berichts bezieht sich dabei nicht – wie man vermuten könnte - auf die Täter, sondern die Opfer, die durch ihr uniformes kahl geschorenes, ausgemergeltes Äußeres und ihr aufgedrücktes Schicksal, in der Todesmaschinerie der Lager um zukommen, „entmenschlicht“ wurden. Ihr Wille wurde durch Hunger, Schwerstarbeit und Grausamkeiten gebrochen. Sie waren unfähig, einen eigen Entschluss - selbst den über ihren Tod - zu fassen. Ist das ein Mensch? Wie soll „so jemand“ wieder Mensch werden? Was macht die menschliche Natur aus? All diese Fragen stehen im Mittelpunkt des Buches. Danke Herr Levi, dass sie dem Unaussprechlichem Sprache gaben!

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  • Rezension zu "Ist das ein Mensch?" von Primo Levi

    Ist das ein Mensch?
    ZwergPinguin

    ZwergPinguin

    07. March 2009 um 15:42

    Primo Levi berichtet hier über seine Erlebnisse im KZ Auschwitz und zwar von seiner Fahrt nach Auschwitz bis zur Befreiung duch die Russen. Sein zweites Buch über seine Kriegserlebnisse Die Atempause schließt sich zeitlich ganz genau daran an. Er schildert relativ nüchtern seinen KZ-Alltag, berichtet von den Problemen mit Hunger und Kälte, wie man "Privilegien" erhält und was für Raffinessen sich der ein oder andere einfallen lässt, um das Leben in irgendeiner Weise erträglicher zu machen. Natürlich sind Demütigung, Qual und Tod an der Tagesordnung - Levi hält sich aber nicht mit detaillierten Beschreibungen auf, sondern erzählt vielmehr vom eigen Seelenleben, von der Abstumpfung und der Gefühlstaubheit, die so nach und nach um sich greift, je länger man im Lager ist. Das Buch ist untergliedert in verschieden Kapitel, in denen episodenhaft Begebenheiten geschildert und Einzelschicksale dargestellt werden - es wird in groben Zügen skizziert, was er (Levi selbst) in der kurzen Zeit der Bekanntschaften über diese anderen Menschen erfährt, was er mit ihnen erlebt. Nachdem ich die beiden Bücher in verkehrter Reihenfolge gelesen habe, ist mir aufgefallen, dass es eigentlich auch keine Rolle spielt. Es gibt zwar den ein oder anderen Verbindungspunkt, aber es können beide auch eigenständig behandelt werden. Mir persönlich hat "Die Atempause" besser gefallen, aber ich kann schlecht sagen, woran das liegt. Vielleicht habe ich einfach genug von dem Thema... Auf jeden Fall ist es ein lohnenswertes Buch über die Zustände im KZ, über die verschiedenen Häftlinge dort und wie ein jeder dort den Kampf ums nackte Überleben kämpft. Dass Levi so wenig emotional schreibt, gerade das gefällt mir an seinen Büchern, denn es wirkt damit alles so deutlich und klar, irgendwie bewegender. Auf jeden Fall ein großartiges Buch und auch heute noch irgendwie spannend, obwohl ja jeder schon Bilder dazu in seinem Kopf hat und man auch von vorneherein weiß, wie es "ausgeht".

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  • Rezension zu "Ist das ein Mensch?" von Primo Levi

    Ist das ein Mensch?
    Beagle

    Beagle

    16. August 2008 um 10:58

    Obwohl ich die Geschichten und Bücher über das NS-Regime schon nicht mehr lesen kann, da sie sich wie Sand am Meer ausbreiten und doch immer das Gleiche Leid erzählen, so war dieser Tatsachenbericht gut zu lesen.