So war Auschwitz

von Primo Levi 
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So war Auschwitz
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Nicht nur ein Buch von Historikern für Historiker, sondern darüber hinaus ein Wegweiser für ein vertiefendes Nachdenken über diese Zeit

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Inhaltsangabe zu "So war Auschwitz"

Kurz nach der Befreiung von Auschwitz am 27. Januar 1945 verfasste der Chemiker Primo Levi zusammen mit dem Arzt Leonardo De Benedetti im Auftrag der russischen Kommandantur einen Bericht über die hygienisch-medizinische Organisation von Auschwitz III. Dieser erschütternde, wenig bekannte Text ist der Beginn von Levis weltbedeutendem Werk, das für ein Schreiben gegen das Vergessen und eine kritische Hinterfragung der Gegenwart steht. Neben dem „Bericht“ versammelt „So war Auschwitz“ zum Großteil unveröffentlichte Artikel, Reden, Briefe und Zeugenaussagen aus über vierzig Jahren. Ein in seiner dokumentarischen Dichte und chronologischen Breite einzigartiger Band, der eine neue Dimension von Levis Werk erschließt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783446254497
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:304 Seiten
Verlag:Hanser, Carl
Erscheinungsdatum:13.03.2017

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    JulesBarroiss avatar
    JulesBarroisvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Nicht nur ein Buch von Historikern für Historiker, sondern darüber hinaus ein Wegweiser für ein vertiefendes Nachdenken über diese Zeit
    Ein Ort, wohin man nur ging, um zu verschwinden.

    So war Auschwitz: Zeugnisse 1945-1986. - Fabio Levi (Herausgeber), Domenico Scarpa (Herausgeber), Primo Levi (Autor), & 1 mehr, 304 Seiten, Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG (13. März 2017), 24 €, ISBN-13: 978-3446254497

     

    Die letzten Zeitzeugen des Holocausts sterben so langsam weg. Umso wichtiger scheint es mir die Originalberichte zu lesen, die kurz nach dem Grauen verfasst wurden.

    Zu dieser Gruppe gehört Primo Levi, geboren 1919 und gestorben 1987 in Turin durch einen Sturz in den Treppenschacht seines Wohnhauses.  Obwohl ein definitiver Beweis fehlt, wird heute allgemein angenommen, dass es ein Freitod war. Vielleicht hat ihn die eigene Scham, überlebt zu haben, doch noch eingeholt.

    Er wuchs in einer liberalen jüdischen Familie auf. Er war Chemiker und Schriftsteller. Levi verbrachte als Zwangsarbeiter elf Monate in Auschwitz-Monowitz bis zur Befreiung durch die Rote Armee. Da er als Chemiker in den Buna-Werken eingesetzt war, konnte er den schlimmsten Arbeitsbedingungen im Winter 1944/45 entgehen.

    Jetzt haben Fabio Levi und Domenico Scarpa zum Teil unveröffentlichte, erst jetzt entdeckte oder wiedergefundene Zeugnisse von Primo Levi und Leonardo De Benedetti von 1945 bis 1986 herausgegeben: Berichte über die hygienisch-medizinische Organisation in Monowitz, Erklärungen und Aussagen für den Prozess Höß, Aussagen für die Anklage gegen Dr. Josef Mengele, Aussagen für den Prozess Eichmann, Erklärungen und Aussagen für den Prozess Boßhammer, direkter Mitarbeiter von Eichmann: insgesamt Aussagen, Erklärungen, Fragebögen, Briefe, Zeitungsartikel, in chronologischer Reihenfolge zwischen 1945 und 1986.

    „So war Auschwitz“ ist eine Sammlung von Schriften, meist nicht veröffentlicht: Es ist nicht als einfacher Hintergrund eines endgültigen Buchs zu sehen, sondern als ein neues Werk in der Tat innovativ und unabhängig. Levi ist als einer der Wenigen in der Lage, die Fakten zu Auschwitz über vierzig Jahre lang zu untersuchen.

    Levi neigt dazu, das Phänomen des Vernichtungslagers im Wesentlichen als einzigartig zu betrachten, zumindest so weit wie es sich durch die Art der Organisation der Fabriken des Todes, von anderen Lagern und anderen allgemeinen Monstern des Totalitarismus unterscheidet.

    Levi ist nicht nur ein Analyst von Auschwitz, war nicht nur ein Zeuge, sondern übernahm auch die Rolle des Forschers. Das zeigt sich für mich vor allem auch in seiner neutralen, leidenschaftslosen Sprache, die das Grauen noch deutlicher macht.

    Es ist nicht nur ein Buch von Historikern für Historiker, sondern darüber hinaus ein Wegweiser für ein vertiefendes Nachdenken über diese Zeit.

    Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Hanser Verlages

    https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/so-war-auschwitz/978-3-446-25449-7/

    Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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    "Es ist nicht zulässig zu schweigen." – Erstmals übersetzte Zeugnisse von Primo Levi aus den Jahren 1945 bis 1986.

    "Die unzynische, ruhig klagende Wärme seines Erzählens, die ihm eigene Verbindung von Mitleid und Nüchternheit verdankt sich einem schriftstellerischen Talent, das erst allmählich aus dem wilden Drang zu reden herauswuchs, der ihn nach seiner Heimkehr befiel." Gustav Seibt, Süddeutsche Zeitung, 16.05.17
    "Die Lektüre ist ebenso bewegend wie lohnenswert." Tobias Eisermann, WDR 3 Mosaik, 11.04.17
    "Und wieder besticht Levis geradezu wissenschaftliche Präzision, die dennoch voller Empathie für die Opfer ist und gerade deshalb in jeder Zeile die weihevolle Phrase meidet." Marko Martin, Jüdische Allgemeine, 21.04.17
    "Der vorliegende Band enthält wichtige wiederentdeckte sowie erstmalig publizierte Zeugnisse eines nie zur Ruhe kommenden Geistes. Die Herausgeber Domenico Scarpa und Fabio Levi bereichern ihre sorgfältig editierte und von Barbara Kleiner transparent übersetzte Textsammlung mit wertvollen Anmerkungen." Susanne Fritz, Badische Zeitung, 24.04.17
    "Levi erzählte auf eine Weise vom Leben und Sterben im Konzentrationslager, das jeder emotionalen Beteiligung entbehrte: mit der Sachlichkeit des Naturwissenschaftlers, der er war. Gerade diese Kühle macht seine Schilderungen nahezu unerträglich – und zugleich unbezweifelbar." Andreas Platthaus, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.04.17
    "Er hat die Erinnerung gerettet, das Leben im Lager hyperrealistisch und trotzdem empathisch beschrieben und bis zuletzt die Schönheit der verständlichen Sprache verteidigt.“ Marko Martin, Die Welt, 11.04.17
    "Es gibt nur wenige Autoren, die aus eigener Erfahrung beschreibend das System der Konzentrationslager so durchdrungen haben wir Primo Levi (.)" Klaus Bittermann, taz, 08./09.04.17
    "Besonders denjenigen, die Levis Bücher bereits kennen, vermittelt der jetzt erschienene Band ‚So war Auschwitz‘ noch einmal en détail, in welch kristalliner, transparenter Sprache sich dieser Schriftsteller (und Chemiker) immer weiter vorgearbeitet hat, damit das Sprechen über Auschwitz niemals zu routinierter Rhetorik verkommt." Marko Martin, Deutschlandradio Kultur "Buchkritik", 22.03.17

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