Prince Harry The Duke of Sussex

 3 Sterne bei 13 Bewertungen

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Cover des Buches Spare: by Prince Harry, The Duke of Sussex (ISBN: 9780857504791)

Spare: by Prince Harry, The Duke of Sussex

(10)
Erschienen am 10.01.2023
Cover des Buches Spare (ISBN: B0BKQS74KY)

Spare

(3)
Erschienen am 10.01.2023

Neue Rezensionen zu Prince Harry The Duke of Sussex

Schonungsloser Einblick in ein (junges) bewegtes Leben

Autobiographien sind ja immer so eine Sache. Man bekommt von einer Person deren Standpunkt erklärt und es ist oftmals schwer, die Ansichten der anderen Involvierten nachzuvollziehen.

Harry gibt sehr viele persönliche Einblicke in sein Leben, viele sind davon wirklich fast schmerzhaft ehrlich und offen, was wohl auch der Grund ist, warum sich einige Leser und Beteiligte davon so irritiert fühlen. Manches hätte vielleicht auch nicht sein müssen, aber so ein "spezielles" Leben wie Harry es von Geburt an gezwungen ist zu leben, hat halt auch viele Schattenseiten. 

Ich persönlich habe einiges über das "Machtgefüge" der Royals gelernt und war teilweise richtig angewidert davon. Auf mich macht dieses Buch nicht den Eindruck, als wären Dinge konstruiert oder frei erfunden um Aufmerksamkeit zu erhaschen. Das Trauma das der Tod seiner Mutter und die sich durch sein Leben ziehende Belästigung durch die Presse hinterlassen hat, kommt an jeder Ecke des Buches zum Vorschein. Das war auch so ein Punkt, der mich wirklich mitgenommen hat.

Es gibt hier nach dem Lesen wohl wirklich nur Team Harry oder eben nicht. Für mich hat sich es jedenfalls mehr als gelohnt, dem Buch unvoreingenommen eine Chance zu geben.

Cover des Buches Spare (ISBN: B0BKQS74KY)
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Rezension zu "Spare" von Prince Harry The Duke of Sussex

Henri3tt3
Welche Rolle spielen die Windsors in unserem Leben?

Ich verfolge nicht den Klatsch und Tratsch über die europäischen Königshäuser, aber irgendwie sind sie uns allen doch präsent, vor allem die Familie Windsor. Ich kann mich noch erinnern, wie die Hochzeit von Charles und Diana im Fernsehen gezeigt wurde. Ein paar Jahre später hörte man von der Scheidung und ich erinnere mich an die Nachricht von Dianas Tod. Ich fand damals absurd, dass alle erschüttert waren, wie die Paparazzi diese Menschen gejagt und damit den tödlichen Unfall verursacht haben, aber gleichzeitig kauften sie alle die Zeitschriften, in denen Fotos von genau diesen aufdringlichen Reportern gezeigt wurden, die damit extrem viel Geld verdient haben. Ich selber habe noch nie auch nur ein solches Heft gekauft und finde die Titelseiten, wenn ich sie im Supermarkt sehe, einfach nur abstoßend und ekelhaft. Wie muss es sich anfühlen, wenn das eigene Privatleben durch Fremde so veröffentlicht und verurteilt wird?

Ja, ich habe die Hochzeiten von Kate und William und ebenso die von Harry und Megan wahrgenommen, genauso wie die Geburten der Kinder. Aber ob das nun Royals oder Schauspieler oder sonstwas für Promis sind, ist mir egal. Ich verstehe schon nicht das Konzept, dass Menschen allein durch ihre Geburt irgendwie besser sein sollen als andere und dass sie sofort eine festgelegte Rolle haben, zumal bis vor Kurzem sogar nur der erstgeborene Sohn (!) Thronfolger war, selbst wenn er eine ältere Schwester hatte. Was für ein Quatsch! Vielleicht ist die Schwester viel besser für den Job geeignet? Oder der jüngere Bruder? Vielleicht will der älteste Sohn gar nicht König werden? Von nicht-cis-Heteros will ich gar nicht anfangen. Das ganze Konzept ist so absurd und schon lange nicht mehr zeitgemäß. Okay, solange die Briten Spaß an der Sache haben und alle Mitglieder der Königsfamilie einverstanden sind, ist das ja deren Sache. Aber wenn man als Windsor lieber ein anderes Leben hätte, hat man verloren, weil man nicht einfach zum Untertan werden kann, den die Presse in Ruhe lässt. Ich habe mir dieses Hörbuch interessiert angehört und finde Harrys Geschichte ebenso tragisch wie die von Diana, Charles und Camilla. Dieser Junge wurde nicht gut auf seine Rolle vorbereitet, aber auch eine Alternative stand nie zur Verfügung. Kein Wunder, dass er so rebelliert und überall aneckt. Dazu kommt noch das Trauma, dass sich seine Eltern getrennt haben und seine Mutter so jung gestorben ist. Anscheinend gab es da für die Kinder keine psychologische Betreuung im Palast. Mich wundert nicht, dass er sich in Drogen und Alkohol geflüchtet und mit allen überworfen hat. Da muss man auch nicht verstehen, wie er einerseits über das Werk von Wilderern so erschüttert sein kann, aber andererseits selber ständig zum Spaß Tiere abknallt. 

Schade, dass das Königshaus die Chance verpasst hat, sich deutlich gegen Rassismus zu stellen, sondern stattdessen Megan die Schuld für alles in die Schuhe schiebt. Spätestens an dieser Stelle wäre es vielleicht doch besser, die Monarchie abzuschaffen.

Die Streitereien wegen Harrys Bart sind dagegen schon fast amüsant. Was wäre denn passiert, wenn seine Oma den Bart verboten, er ihn aber nicht abrasiert hätte? Wäre er dann auf seiner eigenen Hochzeit verhaftet worden? Hätte man ihn am Altar zwangsrasiert? Wäre die Ehe ungültig gewesen? Was für ein Zirkus! Da kann man wirklich froh sein, ein ganz normaler, einfacher, unbekannter Mensch zu sein...

Die royale Seifenoper

Endlich habe ich dieses Buch geschafft. Wie einige andere habe ich es mir direkt zum Erscheinungstermin besorgt, relativ zeitnah mit Lesen angefangen und nun doch mehrere Monate gebraucht, um es zu beenden. Und was musste ich mich anfeinden lassen dafür, dass ich dieses Buch gekauft habe! Sowohl in der eigenen Familie als auch in der Buch-Bubble. Ganz ehrlich, es gibt deutlich Wichtigeres, zu dem sich solche Konflikte lohnen. Die eigene moralische Erhabenheit aber an diesem Buch festzumachen und denjenigen, die sich ihre eigene Meinung bilden wollen, jegliche Intelligenz abzusprechen, hat mich zumindest in der Buch-Bubble doch deutlich überrascht.

Aber nun zum Buch. Abgesehen vom Hype um dieses Buch und möglicherweise der Erfüllung von Fangefühlen hat dieses Buch ziemlich wenig zu bieten. Zuerst einmal: es ist richtig schlecht geschrieben. Die Sätze sind kurz und einfach gehalten, Formulierungen wiederholen sich innerhalb weniger Sätze, die Vergleiche sind ziemlich plump. Zahlreiche Dinge wirken unplausibel. Und damit meine ich nicht einmal den Abgleich von Daten und Orten, sondern dass ein über 30jähriger Mann die Wohngebäude seiner Familie nicht zu kennen scheint. Formulierungen wie "und dann erinnerte ich mich, dass wir im Raum nebenan zu Weihnachten immer angestoßen haben" (das ist frei übersetzt, da ich das Buch auf Englisch gelesen habe). Das klingt, als sei sein letztes Weihnachten in Familie Jahrzehnte her. Solche Stellen finden sich immer wieder. Vielleicht ist es auch Ausdruck seiner Privilegiertheit, dass er nunmal nicht alle Gebäude auswendig kennen könne, die seine nahe Familie bewohnt. Das wäre ja dann aber auch ein Ausdruck dessen, dass sie offenbar zu viele davon haben. Was mich auch zunehmend genervt hat, war die Verklärung von Diana. Am Anfang nahmen mich die Schilderungen ihres Todes und wie Harry diesen erlebt hat, noch deutlich mit. Man kann herauslesen, dass hier ein Kind in seiner prägendsten Zeit und mit seinem größten Trauma völlig allein gelassen wurde. Aber zunehmend wird Diana zur Lichtgestalt und was auch immer Positives in Harrys Leben passiert, wird auf eine von ihm gespürte Präsenz zurückgeführt. Ähnliches wird hier mit Meghan versucht. Es kommt Mitgefühl auf dafür, wie die beiden von der Presse immer wieder verfolgt und bedrängt werden. Gleichzeitig wird Meghan zur Heiligen hochstilisiert. In einer Szene singen sie am Meer (das soll die Seehunde anlocken). Als Harry singt, erscheint einer. Als Meghan singt, ist das Meer plötzlich quasi voll davon ... Insgesamt findet in diesem Buch einfach keinerlei Selbstreflexion statt. Dass er das vielzitierte Töten von Taliban in Afghanistan nicht kritisch betrachtet, mag an der militärischen Ausbildung liegen. Ich denke schon, dass man hier sehr deutlich auf Feindbilder getrimmt wird. Aber Harry übernimmt keinerlei Verantwortung für den Bruch mit der Familie. Allen Familienmitgliedern unterstellt er Absicht, dass Geschichten an die Presse geraten. Er selbst ist aber immer nur Opfer der Umstände. Er kritisiert die Zusammenarbeit der verschiedenen Mitglieder der königlichen Familie mit der Presse, findet sein Interview mit Oprah aber völlig legitim.

Am Ende bleibt dieses Buch ein trauriger Einblick in eine völlig dysfunktionale Familie, in der alle von Geburt an funktionieren müssen und von Anfang an von fremden Menschen erzogen und betreut werden. Von Harry selbst wird eine Geschwisterrivalität kultiviert, die in früheren Zeitaltern wahrscheinlich noch zum Brudermord geführt hätte. Aber auch hier keinerlei Selbstreflexion. Er scheint aufgrund seiner Position als Zweitgeborener selbst viele Komplexe und Minderwertigkeitsgefühle zu haben. Immer wieder bezeichnet er sich selbst als "nur der Spare". Ich habe nicht herauslesen können, dass alle anderen ebenso denken. Wenn er die Streits mit seinem Bruder und dessen Frau wiedergibt, wirkt das alles nur banal und schwer nachvollziehbar, dass so etwas unüberwindbar sein soll. Letztlich ist es eine ziemliche Seifenoper mit royalen Figuren, die wenig neue Erkenntnisse, aber einige Einblicke in ein ziemlich dysfunktionales und unmenschliches System bringt.

Letzten Endes steht Harry natürlich seine Sicht der Dinge zu. Genauso wie den Lesenden. Ob man die Familienzwistigkeiten nun unbedingt vor der Welt ausbreiten muss, bleibt fraglich. Aber auch etwas Mitgefühl bleibt: für einen Mann, dem man als Kind zu wenig Zeit gewidmet hat und den man nach dem Verlust der Mutter in jungen Jahren nicht ausreichend aufgefangen hat. Ein Mann, der offensichtlich sensibler ist, als er selbst zugeben möchte. Die Ankündigung, der Taschenbuchausgabe noch ein Kapitel hinzuzufügen, und somit noch mehr Geld aus den Lesenden herausholen zu wollen (insbesondere denen, die bereits die teure Hardcover-Ausgabe gekauft haben), hinterlässt jedoch auch wieder einen faden Beigeschmack.

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