Pyun Hye-young

 4 Sterne bei 30 Bewertungen
Autorin von Der Riss.

Lebenslauf

Seouls literarischer Shootingstar: Die südkoreanische Schriftstellerin Pyun Hye-Young ist 1972 in Seoul geboren worden. Sie studierte Kreatives Schreiben und koreanische Sprache und Literatur und machte insgesamt drei universitäre Abschlüsse. Danach arbeitete sie einige Zeit im Büro, bevor sie im Jahr 2000 ihre erste Kurzgeschichte, „Tau abklopfen“, veröffentlichte, und damit beim Frühjahrsliteraturwettbewerb der Zeitung Seoul Shinmun gewann.

Hye-Youngs Werk erregt weltweit das Aufsehen von Kritikern und wird durch seinen subversiven und grotesken Stil häufig mit dem Murakamis oder Kafkas verglichen. Es wurde zudem mit mehreren renommierten Literaturpreisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Yi-sang Preis 2014.

In ihren Geschichten erscheinen immer wieder Bilder aus dem Leben der Autorin, beispielsweise spielen Büroarbeiter häufig eine Rolle. Mehrere ihrer Bücher wurden unter anderem ins Englische und Französische übersetzt. Die erste deutsche Übersetzung, „Der Riss“, erschien 2019.

Die Autorin lebt weiterhin in ihrer Heimatstadt, der südkoreanischen Hauptstadt Seoul.

Alle Bücher von Pyun Hye-young

Cover des Buches Der Riss (ISBN: 9783442757718)

Der Riss

(30)
Erschienen am 22.04.2019

Neue Rezensionen zu Pyun Hye-young

Cover des Buches Der Riss (ISBN: 9783442757718)
kitaizens avatar

Rezension zu "Der Riss" von Pyun Hye-young

kitaizen
Tiefgründig

Dieses Buch spiegelt die kalte Brutalität der Realität und des eigenen Schicksals wieder.


Wie hilflos und machtlos man sein kann und wie man von der vermeintlichen Familie verraten und im Stich gelassen wird.


Das Buch hat kein Happy End im kalssischen Sinne und verweilt noch lange nach dem Lesen im Kopf. 


Dennoch hat es mir gefallen und ist deshalb eine Leseempfehlung von mir. 

Cover des Buches Der Riss (ISBN: 9783442757718)
M

Rezension zu "Der Riss" von Pyun Hye-young

Martine_H
Ergreifend!

Wie fühlt es sich wohl an, in seinem Körper gefangen zu sein, sich nicht mitteilen zu können und seiner Außenwelt vollkommen ausgeliefert zu sein? 

Durch einen Unfall verliert Ogi jegliche Art der Bewegungs- und Kommunikationsmöglichkeiten. Wie ausgeliefert liegt er in seinem Bett und muss die Dinge über sich ergehen lassen. Aber in ihm selbst brodelt es. Denn langsam wird ihm klar, dass er bei einem Unfall seine geliebte Frau verloren hat. Oder war ihre Liebe weniger gefestigt als gedacht? Seine Schwiegermutter folgt scheinbar einem perfiden Plan, als sie die Pflege von Ogi übernimmt.

Unglaublich ergreifend verfolgte ich als Leser den Weg, den Ogi's Leben nahm. Erschauderte bei vielen Szenerien, die man sich bildlich gar nicht vorzustellen vermag. War emotional hin- und hergerissen von der Bürde, die Ogi auferlegt wurde.

Dem Autor gelingt es unglaublich gut, der Geschichte eine Tiefe und Spannung zu geben, die emotional sehr tief gehen. Es werden Szenerien mit einer Selbstverständlichkeit beschrieben, für die es mir schwerfallen würde, Worte zu finden. Die Grausamkeit des Lebens wird offengelegt und ungeschönt dargestellt. Das Buch besitzt eine atmosphärische Dichte, die mich als Leser gepackt und nicht mehr losgelassen hat.

Der Schreibstil ist passend und herausragend. Der Werdegang der Geschichte ist zu jedem Moment überraschend.

Gerne hätte ich noch ein wenig mehr gelesen, denn eine kleine finale Idee zu dem Ganzen fehlt mir irgendwie.

Eine Lektüre, die ich nicht so schnell vergessen werde!




Cover des Buches Der Riss (ISBN: 9783442757718)
GAIAs avatar

Rezension zu "Der Riss" von Pyun Hye-young

GAIA
Gefangen im eigenen Körper

In diesem beklemmenden Werk zieht uns die südkoreanische Autorin Hye-Young Pyun ins Innere ihres Protagonisten Ogi. Durch einen schweren Verkehrsunfall, bei welchem seine Ehefrau stirbt, wird der Geografie-Professor Ogi zum Gefangenen seines eigenen Körpers. Er kann sich nicht mehr bewegen und aufgrund schwerer Verletzungen des Kieferbereichs in keiner Weise mehr artikulieren. Allein durch den Lidschlag kann er Fragen mit Ja oder Nein beantworten. Nach Monaten des Krankenhausaufenthaltes holt ihn seine Schwiegermutter und einzige Verwandte nach Hause, welche selbst noch mit der Trauer um ihre verstorbene Tochter zu kämpfen hat. Auf sich selbst zurückgeworfen beginnt Ogi sein Leben und vor allem seine Ehe Revue passieren zu lassen und eigene Schuldgefühle zu durchleben. Gleichzeitig registriert er das immer merkwürdiger werdende Verhalten seiner Schwiegermutter und ist ihr letztlich vollständig ohnmächtig ausgeliefert.

Nach einer anfänglichen Anlaufphase entwickelt sich dieses dünne Büchlein von 224 Seiten schnell in einen echten Psychothriller. Gekonnt schafft es Hye-Young Pyun die unglaubliche Hilflosigkeit des Protagonisten zu schildern, von welcher die Lesenden angesteckt werden, und eine fast erdrückende Beklemmung beim Lesen aufkommen zu lassen. Einen meines Erachtens nennenswerten Anteil hat hieran sicherlich auch die hervorragende Übersetzung von Ki-Hyang Lee, welche schon Han Kang oder auch das in 2021 erschienene "Kim Jiyoung, geboren 1982" von Nam-Joo Cho übersetzte. 

Dass sich aus einem so dezent aber wunderschön gestaltetem Buch eine solche Alptraumgeschichte herausbilden könnte, habe ich nicht erwartet. Allein das Ende des Buches ist dann wenig nachvollziehbar geraten. Obwohl mich Hye-Young Pyun mit in diesen "Riss" hinunter ziehen konnte, hat sie mich ganz zum Schluss noch auf dem Weg nach unten etwas verloren. So verpuffte der mit tatsächlichem Herzrasen begleitete psychologische Effekt des Romans bei mir mit den letzten Sätzen. 

Trotzdem handelt es sich hierbei um ein definitiv lesenswertes Buch und damit einen Grund, die Autorin weiterhin bezüglich zukünftiger Veröffentlichungen im Blick zu behalten.

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