Qarnita Loxton

 4 Sterne bei 12 Bewertungen

Lebenslauf von Qarnita Loxton

Qarnita Loxton, geboren 1974, studierte Jura und arbeitet als Anwältin in Kapstadt. Ihr Herz schlägt für das Schreiben. »Mit Burka und Bikini« ist ihr erster Roman.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Qarnita Loxton

Cover des Buches Mit Burka und Bikini (ISBN: 9783442717170)

Mit Burka und Bikini

 (12)
Erschienen am 10.02.2020

Neue Rezensionen zu Qarnita Loxton

Cover des Buches Mit Burka und Bikini (ISBN: 9783442717170)vanessaliests avatar

Rezension zu "Mit Burka und Bikini" von Qarnita Loxton

Spannender Einblick
vanessaliestvor 6 Monaten

Ich muss ganz ehrlich sagen, ich hab das Buch teils wegen seines Titels lesen wollen. Burka und Bikini… Das klingt schon sehr reißerisch und ich war interessiert. Nach der Lektüre muss ich allerdings sagen, dass ich den Titel nicht in Ordnung finde. Kein Mensch läuft in dem Buch vollverschleiert rum und Burka und Abaya sind sich zwar ähnlich, aber doch nicht gleich. Da muss ich die Übersetzerin schimpfen, der Originaltitel „Being Kari“ gefällt mir sehr viel besser.

Kari ist 30 Jahre alt und mit Dirk verheiratet, der am Valentinstag einen Seitensprung beichtet. Total verstört rettet sie sich erstmal zu ihrer Freundin um da die nächste Hiobsbotschaft zu erhalten – Ihre Oma ist tot, ihre Mutter hat sich am Bein verletzt und sie muss heim und mithelfen. Nun kommt Kari, oder Karima eigentlich, aus einer streng muslimischen Familie die sie eigentlich vor 10 Jahren verlassen hat und muss sich dort mit ihrer Mutter, ihrem Bruder und auch ihrem Ex-Verlobten Rafiq auseinandersetzen. Auseinandersetzungen, die nicht nur unangenehm sind.

Ich muss sagen, das Buch hat mich sehr gut gefallen. Man liest ja immer wieder von Menschen und wie sie aus ihren streng gläubigen Gemeinschaften ausbrechen, aber ich hab noch nie von jemandem gelesen, der nach seinem Ausbruch zurück geht. Ich fand das sehr spannend. Und das Buch hat mich absolut nicht enttäuscht. Eine sehr spannende Leseerfahrung, trotz minimaler Startschwierigkeiten.

Ich hatte anfangs ein paar Probleme mit Karima, weil ich sie doch sehr duckmäuserisch empfand, ein bisschen naiv und doch auch ein bisschen als ein ja-Sager, aber je weiter das Buch voranschritt, desto mehr konnte ich mit ihr fühlen und desto mehr hab ich auch ihre Situation verstanden, auch weil mehr über die Umstände ihres Ausbruchs zu Tage kamen. Die Autorin hat den inneren Konflikt den Karima mit sich ausfechten musste und auch immer noch ausficht für mich absolut nachvollziehbar gemacht und irgendwann war ich dann gänzlich „Team Kari“.
Was ich außerdem spannend fand, war der Einblick in die muslimische Gemeinschaft. Die Autorin kritisiert vieles, das muss man sagen, aber sie stellt genauso auch die schönen Seiten heraus. Den familiären Zusammenhalt, das Miteinander und auch die bekannten Abläufe, die Karima nach der Sache mit ihrem Mann und auch nach dem Tod der geliebten Ouma Struktur und Halt geben. Sie zeigt auf, dass auch muslimische Frauen, die ein Kopftuch tragen auf ihre Weise emanzipiert und stark sein können. Ouma fällt mir hier ein, auch Karimas Mutter und definitiv auch Shireen, die Frau von Karimas Bruder.

„Mit Burka und Bikini“ ist außerdem ein Buch, das sich leicht weglesen lässt und dich an seine Seiten fesselt. Ich wollte eigentlich nur 100 Seiten lesen und schwupps, war das ganze Buch weggeatmet. Dafür, dass es ein Debütroman ist, finde ich ihn unglaublich stark und es hat mir sehr viel Spaß gemacht Karima auf ihrer Identitätssuche zu begleiten. 

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Cover des Buches Mit Burka und Bikini (ISBN: 9783442717170)B

Rezension zu "Mit Burka und Bikini" von Qarnita Loxton

Islam, Liebe, Kultur - und eine Frau, die sich entscheiden muss
bookloversmedicinevor 7 Monaten

Zu Beginn des Buches lernen wir Kari kennen, die gerade erfahren hat, dass ihr Mann sie betrogen hat und auch, dass ihre Oma gestorben ist. Verletzt und Traurig fährt sie zu ihrer Familie, den Leuten, die sie seit vielen Jahren nicht gesehen hat und damit auch zurück in ein anderes Leben.

Mit ihrem Mann hat sie ein lockeres Leben geführt und sich kaum an die muslimischen Regeln gehalten – nun steht sie wieder vor ihrer Familie, mit einer Burka, den Traditionen und Gebeten.

Und vor ihrem Exfreund.

 

Im Laufe der Geschichte geht es nicht nur darum, ob sie ihrem Mann verzeihen kann. Es werden viele muslimische Traditionen gezeigt, man sollte aber bedenken, dass sie für Südafrika typisch scheinen und zum Teil auch kulturell geprägt sind (mein Partner ist auch Moslem und kannte einen Teil der Traditionen so eher nicht).

Außerdem erfahren wir viel über Karis Vergangenheit und was zum Bruch mit ihrer Familie geführt hatte. Vor allem diese Stellen sind unglaublich emotional und toll geschrieben.

Man kann ihren Zwiespalt richtig fühlen.

 

Was mir aber besonders gefallen hat, ist der realistische Blick auf den Islam und die Kultur. Ich hatte zunächst Angst, dass alles nur beschönigt wird, aber es wurden sowohl positive als auch negative Seiten gezeigt, von dem schönen Familiären bis zur ungleichen Behandlung von Mann und Frau – jedoch hat die Autorin nie gewertet. Sie hat schlechte Dinge nicht verteidigt, sondern alles nur beschrieben, damit man sich selbst eine Meinung bilden kann.

Einige der Dinge wie Polygamie sind für unseren Kulturkreis ja sehr ungewöhnlich bzw verboten, daher war es sehr interessant es mal aus der Sicht einer Person zu lesen, für die es erlaubt bzw normal ist.

 

Auch das teilweise offene Ende hat mir gut gefallen, weil es nicht zur großen Auflösung und Happy End kam, sondern zu einem realistischen Ende, dass sie bestimmte Dinge klären konnte, aber andere noch offen bleiben und sich im weiteren Verlauf von Karis Leben entscheiden werden.

 

Ich fand es sehr interessant zu lesen, wie sich Kari entscheidet – für Burka oder Bikini.

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Cover des Buches Mit Burka und Bikini (ISBN: 9783442717170)Bücherstreuners avatar

Rezension zu "Mit Burka und Bikini" von Qarnita Loxton

Das erste Buch bei dem ich KEINE eine Leseempfehlung ausspreche
Bücherstreunervor 8 Monaten

Ich hatte mich auf einen schönen Roman mit starken Protagonisten und einer tiefgreifenden Geschichte gefreut ... leider bekam ich nur eine unselbstständige Hauptcharakterin und jede Menge schlechte Einblicke in eine andere Kultur. Zuallerst möchte ich sagen, das der Roman aus Südafrika kommt, daher denke ich durchaus, das er dort als ein Bestseller gehandelt wird. Aber um in unserer Kultur und Lebensweise ein Highlight zu werden, braucht es einfach mehr ... mehr Tiefe, mehr Selbstbewusstsein, mehr starke Frau. Eine starke Frau war Karima oder Kari, die Proragonistin in diesem Buch, auf jeden Fall nicht. Sie hat zwar gerne so getan, aber im Endeffekt war sie für mich einfach nur so unglaublich Naiv. Sie hat in ihrem ganzen Leben noch nie etwas alleine hinbekommen, es war immer jemand an ihrer Seite, der ihr den Weg gezeigt hat. Das merkte man alleine schon an der Tatsache, das sie zwar seit mehr als 10 Jahren keinen Kontakt mehr zu ihrer Familie hatte, aber sich gleich wieder alles Vorschreiben lässt und dabei auch noch brav nickt. Ich mochte diese Person überhaupt nicht! Hätte man sie alleine in einer fremden Stadt abgesetzt, wäre sie wahrscheinlich vom nächsten Zuhälter geschnappt worden oder vom Bus überrollt ... noch schlimmer als “Käärii“, fand ich hier allerdings den Umgang bzw. die Beschreibung von einer uns relativ unbekannten Religion. Ich hatte irgendwie das Gefühl, das die Autorin mit aller Macht versucht hat, nur das schlechte an Sitte und Tradition des Islams hervorzubringen. Was sie Beschrieben hat war an und für sich richtig, aber die Erklärungen wie und warum das so gemacht wurde, wurden nur kurz und herzlos daneben geschrieben. Dann ist es natürlich klar, das es für Andersgläubige oder Nichtgläubige sehr suspekt wirkt. Durch meinen Stiefvater und eigene Recherche kenne ich mich mit dem Islam besser aus, als die meisten anderen und ich konnte zum Teil wirklich nur mit dem Kopfschütteln. Die zwei Sterne sind einfach nur für das doch recht schöne Cover und dafür das sich das Buch doch relativ gut lesen lässt.

“Mit Burka und Bikini“ ist tatsächlich das erste Buch, bei dem ich sparsam mit meiner Leseempfehlung bin. Ich bin der Meinung, das gerade die Menschen, die etwas sehr empfänglich für “Fremdenfeindlichkeit“ sind, diese Geschichte als sehr negative Bestätigung ihrer Meinung nutzen könnten.

Bewertung: 2 von 5

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