Qiufan Chen

 4.3 Sterne bei 3 Bewertungen

Lebenslauf von Qiufan Chen

Qiufan Chen stammt aus Shantou in der chinesischen Provinz Guangdong. Er hat bereits über dreißig Kurzgeschichten auf Chinesisch und auf Englisch veröffentlicht. Sein Debütroman »Die Siliziuminsel« erschien 2013 auf Chinesisch und wurde von Ken Liu, dem Übersetzer Cixin Lius, ins Englische übertragen. Qiufan Chen wurde mit dem Taiwan Dragon Fantasy Award, dem Galaxy Award sowie dem chinesischen Nebula Award ausgezeichnet. Er lebt in Beijing.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Qiufan Chen

Cover des Buches Die Siliziuminsel (ISBN:9783453319226)

Die Siliziuminsel

 (3)
Erschienen am 09.09.2019

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Neu

Rezension zu "Die Siliziuminsel" von Qiufan Chen

Dystopie made in China
ichundelainevor 3 Tagen

Frisch und verstörend aus dem Reich der Mitte!


Die Siliziuminsel ist eine brandaktuelle Dystopie made in China und beängstigend real. Eine Insel mitten in der chinesischen See fungiert als Müllhalde für Elektroschrott aller Art. Die Inselbewohner, besser bekannt als die Müllmenschen, sorgen für das Recycling und leben unter gesundheitsschädigenden und menschenverachtenden Zuständen, doch als der Amerikaner Scott Brande im Auftrag einer Recyclingfirma auf die Insel kommt, gerät das Gleichgewicht der dort herrschenden Mafiaclans durcheinander.


Müllmenschen, Mafia, Mutanten - hier ist alles vertreten, garniert mit ein paar skrupellosen Umweltaktivisten und Körpertransformationen. Die Story hat mich eingesogen wie ein aggressiver Säure-Strudel- Spannung von der ersten bis zur letzten Seite und frische Charaktere fernab von allen Klischees (eine Sache, die ich bei Dystopie made in Europe/America öfters bemängele). Das Debüt von Quifan Chen hat mich ehrlich positiv überrascht - oft leiden chinesische Werke an einer schlechten Übersetzung und holperigem Lese-Flow, was aber hier absolut nicht der Fall ist. Das Buch wirft neben dem Plot viele Fragen zum Thema Umweltaktivismus und (menschliche) Ressourcen auf und hat mir die chinesische Perspektive hierzu ein wenig näher gebracht. Hier habe ich dann auch gemerkt, dass uns oft mehr vereint, als das uns trennt, also alleine schon unter dem Aspekt der Völkerverständigung: LESEN! 

Kommentare: 1
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B

Rezension zu "Die Siliziuminsel" von Qiufan Chen

DIESE Siliziuminsel ist Fiktion - viele vergleichbare Orte sind Realität
belanaherminevor 3 Monaten

Inhalt

Auf die chinesische Siliziuminsel wird schiffeweise Elektroschrott gebracht, der dort von Menschen, die unter ärmlichsten Bedingungen hausen, - Müllmenschen genannt - in gesundheitsgefährdender Handarbeit recycelt wird. Drei Clans haben das Geschäft unter sich aufgeteilt und ziehen gemeinsam mit der Inselverwaltung ihren Gewinn daraus, denn die entstehenden Materialien lassen sich auf dem Weltmarkt wieder teuer verkaufen. Angeblich um die Arbeits- und Lebensbedingungen der Müllmenschen zu verbessern und der Insel wirtschaftlichen Aufschwung zu verschaffen, reist der Amerikaner Scott Bradle auf die Siliziuminsel und will im Namen seiner Firma ein Angebot für den Aufbau einer ultramodernen Recyclinganlage machen.

Derweil gelangt infizierter Schrott auf die Insel und setzt eine Entwicklung in Gang, die durchdrungen ist vom Kampf um Menschenrechte, den Erhalt der Umwelt, dem Folgen von Traditionen und natürlich Liebe und Mitmenschlichkeit.

Wie kann Aussöhnung zwischen den Menschen, der Aufbau menschenwürdiger Arbeits- und Lebensbedingungen und der Schutz der Umwelt gelingen? Viele Fragen bleiben offen, aber die Entwicklungsfäden deuten in vielerlei Richtung.

Am Ende des Buches ist ein achtseitiges Nachwort des Autors zu finden sowie eine Liste von Anmerkungen, um verwendete Fachbegriffe oder chinesische Besonderheiten besser zu verstehen.

Subjektive Eindrücke

Das Buch beginnt mit dem ersten Treffen von Scott Bradle mit seinen chinesischen Kontaktpersonen. Schnell müssen viele Charaktere, die Umgebung und auch die aktuelle Situation eingeführt werden. Hier hatte ich ein wenig Schwierigkeiten, dem allen auf einmal zu folgen. Doch die Handlung entwickelt sich hier noch langsam, sodass man sich die entsprechende Zeit nehmen kann.

Etwa nach dem ersten Drittel wird klar, worum es im Buch eigentlich geht. Hier beginnt die Handlung auch deutlich Fahrt aufzunehmen und geht dann manchmal ziemlich rasant - allerdings immer noch in einem solchen Maße für mich, dass ich nicht hinten nachschauen musste, um in Ruhe weiterlesen zu können.

Was mir gut gefallen hat, ist die Einflechtung chinesischer Traditionen in die Handlung - sei es als Anspielung in Form von Versen, die Darstellung von Altären in den Häusern, der Religiosität/des Aberglaubens, der Verfolgung von Ritualen.

Die Thematik des Buches ist natürlich äußerst brisant. Und wir alle sollten uns Gedanken machen, inwieweit wir zu diesen Situationen beitragen. Denn klar ist: diese Siliziuminsel ist vielleicht Fiktion, aber es gibt unzählige vergleichbarer Orte auf der Welt. Auch den Fragen zu Menschenwürde, Aussöhnung zugefügter Schrecken, Erhalt der Umwelt etc. werden immer drängender.

Es gibt einige recht brutale Stellen, für die man nicht zu zart besaitet sein darf.

Fazit

Wichtige Thematik spannend und interessant umgesetzt. Mindestens für jeden ScienceFiction-Fan ein Muss.

Weitere Rezensionen von mir gibt es unter https://belanahermine.wordpress.com/category/rezension/

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