Que Du Luu

 3.7 Sterne bei 80 Bewertungen
Autor von Vielleicht will ich alles, Im Jahr des Affen und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Que Du Luu

Que Du LuuVielleicht will ich alles
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Vielleicht will ich alles
Vielleicht will ich alles
 (33)
Erschienen am 15.02.2011
Que Du LuuIm Jahr des Affen
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Im Jahr des Affen
Im Jahr des Affen
 (29)
Erschienen am 18.03.2016
Que Du LuuTotalschaden
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Totalschaden
Totalschaden
 (18)
Erschienen am 18.09.2008

Neue Rezensionen zu Que Du Luu

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CorniHolmess avatar

Rezension zu "Im Jahr des Affen" von Que Du Luu

Hast du schon Reis gegessen?
CorniHolmesvor 9 Monaten

Dieses Buch aus dem Königskinder Verlag hatte mich auf den ersten Blick nicht so angesprochen. Da ich nun aber schon so viele schöne Bücher aus diesem wundervollen Verlag gelesen habe, wollte ich „Im Jahr des Affen“ sehr gerne eine Chance geben. Es sollte dann auch mein erstes Königskind sein, welches in Deutschland spielt, daher war ich, als ich das Buch in den Händen hielt, doch schon sehr gespannt auf Minis Geschichte.


Die sechzehnjährige Mini lebt mit ihrem Vater in Herford und das von klein auf. Obwohl sie ursprünglich aus dem Vietnam stammt, fühlt sie sich mehr Deutsch als Chinesisch. Daher bezeichnet ihr Onkel sie auch als eine Banane: außen gelb, innen weiß. Minis Vater betreibt ein Chinarestaurant, welches ihm ziemlich viel Kraft kostet. Schließlich kommt es sogar zu einem Herzinfarkt und Minis Vater muss ins Krankenhaus eingeliefert werden. Nun muss sich Mini mehr um das Restaurant kümmern, was sie nicht unbedingt freut. Mit dem Koch Bao versteht sie sich nicht allzu gut und sich mit den Angestellten zu verständigen ist für Mini auch nicht immer einfach, da sie die chinesische Sprache nicht perfekt beherrscht. Als hätte Mini nicht schon Grund genug zum Ärgern, reist auch noch ihr Onkel Wu aus Australien an. Dieser ist sehr traditionsbewusst und sagt stets, was er denkt. Mit ihm stolpert dann auch noch etwas anderes in Minis Leben: Ihre Vergangenheit und die Flucht aus dem Vietnam, an welche sie selbst keine Erinnerung mehr hat. Diese Sommerferien werden so einige Veränderungen mit sich bringen. Ob es Mini mit diesen wohl gelingen wird, endlich zu sich selbst zu finden?


Bei diesem Buch habe ich etwas gebraucht, um reinzukommen. Das lag zum einen an den etwas gewöhnungsbedürftigen Schreibstil, als auch an der Protagonistin, mit welcher ich nicht sofort warm geworden bin.


Sobald ich aber in Minis Welt angekommen war, ließ sich das Buch wirklich gut lesen und es hat mir sehr schöne Lesestunden beschert.

Schauplatz ist die deutsche Stadt Herford im Jahr 1989. Dass das Buch zu dieser Zeit spielt, wird erst recht spät im Buch erwähnt, aber man kann sich schon ziemlich am Anfang denken, dass die Geschichte nicht in der heutigen Zeit spielen kann. Zum einen, weil noch mit Mark bezahlt wird, und zum anderen - dies ist mir ja sofort aufgefallen - weil in der Disco, die Mini mit ihren Freundinnen zu Beginn des Buches besucht, nur alte Hits gespielt werden.


Mir hat das Setting richtig gut gefallen. Nicht nur die Beschreibungen von Herford, auch das Chinarestaurant und Minis Zuhause werden sehr anschaulich und detailreich beschrieben, sodass ich mir von allem ein sehr genaues Bild machen konnte.


Auch die Themen, die in dem Buch aufgegriffen werden, fand ich sehr gut. Mini klärt uns über viele chinesische Bräuche auf und da ich mich in diesem Bereich so gut wie gar nicht auskenne, habe ich diese Stellen als richtig interessant empfunden. Eine Sache ist ja sofort in meinem Kopf hängengeblieben, zum einen, weil es öfter im Buch vorkam und zum anderen, weil ich mich sehr darüber amüsiert habe: Minis Vater begrüßt seine Tochter nicht, wie es für uns Deutsche normal ist, mit einem „Guten Morgen“ oder einem „Wie geht`s dir?“ sondern mit der Frage: „Hast du schon Reis gegessen?“ Dies ist für Chinesen wohl eine übliche Begrüßung, was ich vorher gar nicht wusste. Ich habe darüber ja immer wieder sehr schmunzeln müssen.


Ein wichtiges Thema in dem Buch sind Minis Gedanken über ihre Herkunft und ihr Gefühl, nicht so recht zu wissen, wer sie denn nun ist. Sie sieht aus wie eine Chinesin, fühlt sich aber, da sie von klein auf in Deutschland aufgewachsen ist, wie eine Deutsche. Ihr innerer Konflikt wird in diesem Sommer dann auch noch verstärkt, als ihr Onkel Wu zu Besuch kommt. Dieser ist ein sehr traditionsbewusster Chinese und urteilt meist recht negativ über die Deutschen. Seine Äußerungen tragen nicht wirklich dazu bei, dass Mini zu sich selbst findet. Allerdings ist Mini sehr selbstbewusst, hinterfragt vieles und nimmt nicht einfach alles als gegeben hin. Das Auftauchen ihres Onkels bewirkt, dass sie sehr viel über sich selbst, ihre Vergangenheit und Herkunft nachdenkt. Ihr innerer Konflikt wird wirklich sehr gut von der Autorin beschrieben. Im Nachwort wird dann auch deutlich, dass Que Du Luu selbst ähnliches wie Mini durchgemacht hat, sodass viele ihrer Erlebnisse sicherlich in dieses Buch mit eingeflossen sind.


„Im Jahr des Affen“ ist ein sehr tiefgründiges und gefühlvolles Buch. Die Autorin hat lauter wichtige Themen in eine wirklich schöne Geschichte eingebaut und sehr liebenswerte Charaktere erschaffen. Dieses Buch verdient es, ein Königskind genannt zu werden, da es auf jeden Fall ein besonders Buch ist. Allerdings ist es in meinen Augen nicht ganz so perfekt wie so viele andere Werke aus diesem Verlag.

Ein paar Dinge haben mich leider ein wenig beim Lesen gestört. Ich empfand Mini zwar als sehr sympathisch, nur war sie für mich kein Charakter, den ich in mein Herz geschlossen habe, wie es eigentlich meistens bei den Protagonisten der Königskinder Bücher der Fall ist. Ich kann noch nicht einmal genau sagen, was mich denn nun an Mini gestört hat.

Auch nicht ganz so gelungen fand die Liebesgeschichte, die nebenbei mit eingebaut wurde. Mini verliebt sich in der Disco in den Jungen Bela und muss seitdem immer wieder an ihn denken. Für ihr Alter ist es natürlich normal, dass sie sich verliebt, nur hat dies einfach für mich nicht so richtig zum Rest der Geschichte gepasst.


Trotz dieser kleinen Kritikpunkte hatte ich aber sehr viel Spaß beim Lesen und bin auch richtig begeistert von dem Buch. Empfehlen kann ich es definitiv, „Im Jahr des Affen“ ist ein besonderes Buch und obwohl die Handlung eher ruhig ist, fesselt sie einen dennoch und stimmt einen auch sehr nachdenklich.


Fazit: Tiefgründig, liebenswert und richtig interessant. „Im Jahr des Affen“ ist ein ganz besonderes Buch, bei welchem ich zwar ein wenig gebraucht habe, um reinzukommen, welches mir dann aber sehr schöne Lesestunden bereitet hat. Das Buch behandelt wichtige Themen wie Flucht, das Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen, Vorurteile und das Finden zu sich selbst. Für mich zählt das Buch nicht zu den besten Königskindern, es ist aber dennoch mehr als lesenswert und sehr zu empfehlen! Von mit gibt es 4 von 5 Sternen!

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LiveReadLoves avatar

Rezension zu "Im Jahr des Affen" von Que Du Luu

ICh habe mir etwas anderes vorgestellt und war deshalb leider enttäuscht von der Geschichte..
LiveReadLovevor einem Jahr

Inhalt

Mini ist ein junges Mädchen, das nicht so recht weiß wohin sie gehört. Sie sieht aus wie eine Chinesin, fühlt sich jedoch durch und durch Deutsch. Ihr Vater hingegen ist ganz anders. Er spricht nur gebrochen Deutsch und betreibt ein Chinarestaurant. Als er ins Krankenhaus kommt muss Mini im Restaurant schuften, sich mit dem trotzigen Koch herumschlagen und sich auch noch um den angereisten Onkel Wu kümmern. Und dieser bringt auch die Vergangenheit mit: das frühere Leben und die Flucht als Boatpeople aus Vietnam.


Ich habe mir etwas anderes vorgestellt und war deshalb etwas enttäuscht von der Geschichte. 

Wie so viele Menschen flüchten Minh Thi, genannt Mini, und ihr Vater mit dem Boot aus Vietnam. 13 Jahre später leben die beiden in Deutschland. Mini lebt wie ein ganz normaler Teenager: sie geht auf ihre ersten Partys, verliebt sich und freut sich auf den bevorstehenden Sommer. Ihr Vater hingegen hat sich von seinen Wurzeln noch nicht gelöst, spricht nur schlecht Deutsch und hat außer seinem Restaurant weder Freunde noch sonstige Kontakte. Die beiden könnten nicht unterschiedlicher sein.

Gerade dieser Unterschied arbeitet die Autorin sehr ruhig und distanziert heraus. Mini erzählt die Geschichte sehr langsam und beinahe schon unterkühlt. Es war für mich sehr schwer einen Zugang zu ihr zu finden. Sie hat völlig nüchtern von ihrem Leben erzählt, sich sehr egoistisch und auch unfair gegenüber ihren Freundinnen verhalten und vor allem die Beziehung zu ihrem Vater hat mir überhaupt nicht gefallen. Sie behandeln sich zwar respektvoll und sind freundlich zueinander. Mehr aber auch nicht. Die Herzlichkeit und Liebe, überhaupt jegliche Gefühle, haben mir komplett gefehlt. Alles wirkt sachlich und weit entfernt, als hätte Mini selbst überhaupt nichts damit zu tun.
Gleichzeitig hat mich die Liebesgeschichte, die völlig unvermittelt begonnen hat, genervt. Es war unnötig, diese mit in die Geschichte einzubauen, weil sie nichts für die Handlung getan hat. Weder für die Probleme, die Mini mit ihrer eigenen Identität hat, noch für die Aufarbeitung ihrer Vergangenheit. Für mich war sie auch völlig an den Haaren herbei gezogen, weil sie Bela kennen gelernt hat indem er ihre beste Freundin beleidigte. Das wäre für mich spätestens ein Grund gewesen, diesem Kerl keine weitere Aufmerksamkeit zu schenken. Mini jedoch verliebt sich und irgendwie scheint er sie auch ganz toll zu finden. Da Mini aber nie über ihre Gefühle spricht, habe ich als Leser keine Ahnung wie sie wirklich zu ihm steht und ich habe daher nicht dieses Gefühl gehabt, dass sie wirklich verliebt ist. Mal davon abgesehen, dass sie ihn ja gar nicht kennt.

„Meinem Vater nach sollte ich auf alles Chinesische stolz sein, aber ich wusste nicht, was er damit meinte.“ (S. 209)

Onkel Wu bringt langsam aber sicher Licht in das Dunkel. Er schweigt nicht über die gefährliche Flucht aus Vietnam, sondern spricht darüber. Man hat das Gefühl, dass er sich wirklich damit auseinander gesetzt und seinen Frieden gemacht hat. Minis Vater hingegen hat nie mit ihr darüber gesprochen. Sie hat keine Ahnung wie beinahe alles, das ihr Leben betrifft, miteinander verstrickt ist. Mich als Leser hat es sehr interessiert, wie die Familie nach Deutschland gekommen ist und was für Strapazen sie erleiden mussten. Onkel Wu liefert diese Informationen und man merkt, wie sich in Mini etwas verändert. Sie denkt viel mehr über ihre Herkunft nach, über das, was ihrer Familie zugestoßen ist und versucht das, was ihr Vater versäumt hat, nachzuholen.

Das, was dieses Buch wohl zu etwas ganz Besonderem macht, ist die Beziehung zur Sprache. Auch wenn Mini und ihr Vater enorme Sprachprobleme haben, schließlich spricht er nur gebrochen Deutsch und Mini kaum Chinesisch, so bekommt man ein wenig Gefühl für die Sprache und ihre Eigenarten. Diese Stellen im Buch haben mir am meisten Spaß gemacht und mir auch wieder dieses Königskinder Gefühl gegeben. Endlich das Besondere, endlich das, was ich gesucht habe. Auch wenn die Stellen eher rar waren, so haben sie für mich das Ruder leicht herumgerissen.

Fazit

Que Du Luu erzählt eine sehr ruhige Geschichte, die von Ungleichheit, Zugehörigkeit und Identität handelt. Leider habe ich mir etwas anderes unter dem Buch vorgestellt und bin dementsprechend etwas enttäuscht gewesen. Die Geschichte wurde mir einfach zu distanziert und unterkühlt erzählt. Mir haben die Gefühle gefehlt. Wer jedoch ruhigere Geschichten mag, kann gerne zu diesem Buch greifen.

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InaVainohullus avatar

Rezension zu "Im Jahr des Affen" von Que Du Luu

Interessant, amüsant und empfehlenswert, aber auch ein bisschen gewöhnungsbedürftig.
InaVainohulluvor einem Jahr

 "Im Jahr des Affen" war der für mich letzte, noch ungelesene Titel aus dem AUGENBLICKE Programm der Königskinder, weshalb ich mir diesen nun einfach kurzentschlossen schnappte und mich mit Mini auf eine spannende Reise in ihre eigene Geschichte und die Geschichte ihrer Vorfahren und Verwandten begab.

Minis Vater betreibt in Herford ein Chinarestaurant, in dem er sich heilos übernimmt, was ihm seine Gesundheit irgendwann mit einem Herzinfarkt quittiert. Mini steht nun vor einem Berg an Problemen, denn sie muss nicht nur die Zügel im Restaurant in die Hand nehmen, sie muss sich auch um ihren aus Australien angereisten, bestimmenden Onkel Wu kümmern, sich mit dem Koch rumschlagen und ihre erste Liebe erleben.

Klingt amüsant, ist aber, wie von einem Königskind nicht anders zu erwarten, überraschend tiefgründig. Denn zwischen all dem Theater, das plötzlich über Mini hereinbricht, schwingen wirklich viele ernste Töne mit. Eine Frage die Mini vorrangig beschäftigt, ist die, wer sie eigentlich ist und wer sie sein will. Sie kam im Alter von knapp 5 Jahren mit ihrem Vater nach Deutschland, als chinesischer Flüchtling, bzw. sogenannter Boatpeople, geflohen aus dem Vietnamkrieg. Doch sie fühlt sich weder richtig chinesisch, noch fühlt sie sich deutsch.

Ihr Onkel macht diesen inneren Zwiespalt nicht besser, der gießt nämlich permanent Öl ins Feuer, weil er ihr unter die Nase reibt, wie wenig chinesisch sie sich verhält und wie schlecht sie die Sprache spricht.

Es geht also um Selbstfindung, aber es geht auch um Flucht, um Krieg, um Stolz und um Vorurteile.

Die Handlung ist hier wirklich sehr vielschichtig und ich fand es toll, wie die Autorin die einzelnen Themen verarbeitet, indem sie jedem Charakter den Teil eines großen Ganzen auf den Leib schneidert.

Ein bisschen weniger gut fand ich die Umsetzung, wobei es weniger gut gar nicht mal so trifft, es ist eher speziell. Ich empfand den Schreibstil als sehr nüchtern und Mini als unglaublich distanziert. Viele Themen werden aufgegriffen und dann aber nicht zu Ende geführt, was wohl die Sprachbarrieren verdeutlichen soll. Es war gewöhnungsbedürftig. Que du Luu wirft mir als Leser viele lose Fäden hin, die erst am Ende komplett zusammenlaufen und Sinn ergeben. Allerdings hat mich das Buch, trotz dieser Punkte aber auch sehr fasziniert und ich hatte es binnen eines Nachmittages zu Ende gelesen.

Fazit:

IM JAHR DES AFFEN ist ein absolut empfehlenswerter und interessanter, wenngleich auch, aufgrund des Schreib- und Erzählstils, etwas gewöhnungsbedürftiger Titel, der mich trotzdem sehr amüsiert und auch berührt hat.

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