Que Du Luu Im Jahr des Affen

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Inhaltsangabe zu „Im Jahr des Affen“ von Que Du Luu

Mini ist eine Banane: außen gelb und innen weiß. Ihr Vater hingegen bleibt durch und durch gelb: Er spricht nur gebrochen Deutsch und betreibt ein Chinarestaurant. Als ihr Vater ins Krankenhaus kommt, muss Mini im Restaurant schuften, sich mit dem trotzigen Koch streiten – und sie kann Bela nicht wiedertreffen, bei dem sie so viel Ruhe gefunden hat. Dann reist auch noch Onkel Wu an. Der traditionsbewusste Chinese holt die Vergangenheit wieder hoch: das frühere Leben, die gefährliche Flucht als Boatpeople aus Vietnam. Poetisch, klug, unterhaltsam: Der ungewöhnliche Roman erzählt von der Tragik des Andersseins, der Suche nach Heimat – und der Suche nach Glück. Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2017!

Ein schönes Buch, doch mir war das Ende zu abrupt und das gewisse Etwas hat gefehlt.

— Mondprinzessin
Mondprinzessin

Ziemlich gut, aber das gewisse Etwas fehlte mir noch...

— Mareia
Mareia

Eindringliche Themen werden hier feinfühlig miteinander verbunden

— Skyline-Of-Books
Skyline-Of-Books

Ein wunderschöner und besonderer Roman über die Suche nach sich selbst, seiner Heimat und dem Erwachsenwerden!

— Lienne
Lienne

Ein Buch zwischen den Welten, nachdenklich und schön, anders und wirklich besonders. Hat mir sehr gefallen!

— Aniday
Aniday

Leider etwas schwergängig zu lesen...

— nicigirl85
nicigirl85

Von einem Mädchen zwischen zwei Kulturen und dem Weg, beide zu vereinen. Eine berührende Coming Of Age Geschichte.

— LillianMcCarthy
LillianMcCarthy

Ein stilles Buch, das zum Denken anregt. Über das Anderssein und ein Leben zwischen chinesischer Tradition und deutschem Lebensalltag.

— buchstabentraeumerin
buchstabentraeumerin

Was es wohl mit der "Banane" auf sich hat? Kurzweilig und liebenswert! Poesie mit Humor! :-)

— SABO
SABO

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    Im Jahr des Affen
    Mareia

    Mareia

    17. July 2017 um 22:00

    Im Jahr des Affen wartet schon seit Januar darauf endlich rezensiert zu werden... es lebe der Reziday!Nein im Ernst, ich hatte von Anfang an vor, dieses Buch zu bewerten, weil ich es ziemlich ungewöhnlich fand. Ich muss gestehen, dass ich vorher praktisch nichts über die Boatpeople wusste und so war es wirklich spannend ein historisches Ereignis (wenn man es so betiteln möchte) in einem Buch wiederzufinden, zu dem man nicht einmal ansatzweise vorher etwas sagen hätte können.Die damit verbundene Frage danach, was Heimat bedeutet, war für mich wirklich gut umgesetzt. Wie kann das Heimat sein, an das du dich gar nicht mehr erinnerst? Wie aber kann auch das Heimat sein, wo du immer als Ausländer betrachtet wirst?Vorurteile spielen dabei ebenso eine Rolle, wie eigene Identifikationsprobleme und das ohne dabei überladen zu wirken. Nicht schlecht!Mini war für mich so ein bisschen der Schwachpunkt an dem Buch. Irgendwie wurde ich einfach nicht warm mit ihr. Sie ist zwar keine unsympathische Protagonistin und größtenteils konnte ich ihre Beweggründe und Handlungen sehr gut nachvollziehen, wenn sie auch teilweise noch etwas kindlich/kindisch waren, dennoch war für mich immer eine gewisse Distanz zu ihr vorhanden, die ich gar nicht genauer beschreiben kann.Der Schreibstil der Autorin hat aber für mich einiges wieder herausgeholt. Er war teilweise geradezu malerisch und ließ mich komplett in die Geschichte abtauchen. Die Seiten verfolgen geradezu und es machte wirklich Spaß die Entwicklung mehrere Figuren zu verfolgen.FazitIm Jahr des Affen ist ganz nach alter Königskinder-Manier ein wirklich besonderes Buch. Auch wenn einige Probleme für jemanden der nie flüchten musste nicht immer einfach zu verstehen sind, setzt die Autorin sie wunderbar um und haucht mit ihrem besonderen Schreibstil dem ganzen Leben ein. Ein Buch, das ich gern gelesen habe.

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  • Wenn Sie gerne Chinesisch essen, sollten Sie das Buch unbedingt lesen!

    Im Jahr des Affen
    Ramgardia

    Ramgardia

    26. April 2017 um 14:55

    Zu Anfang kam ich etwas schlecht rein. Irgendwie war das nicht so richtig rund für mich. Eine junge Asiatin ging in Herford mit ihren Freundinnen in die Disco, ärgerte sich über ihren Pickel, trank zu viel Bier und machte sich an den Schwarm der Freundin ran. Aber dann bekam der Vater einen Herzinfarkt und nur mit Hilfe des aus Australien angereisten Onkel Wu war Mini in der Lage das Restaurant des Vaters weiterzuführen. Und dann erfährt der Lesende, dass die, als Dreijährige aus Vietnam als Bootpeople geflüchtete Chinesin, eine Banane ist: Außen gelb und innen weiß. Und so erleben wir sie auch. Sie hat nie wirklich mit dem Vater gesprochen, kann sich an die Flucht oder das Leben davor nicht erinnern. Sie kennt weder chinesische Bräuche noch die kann sie die Sprache richtig sprechen, lesen schon gar nicht. Das bringt uns ein wenig den Menschen näher, die sich in unserem Land zwar fast deutsch fühlen, aber durch ihr Aussehen als Fremde behandelt werden. Dabei sind Mini unsere Sitten näher, als die ihrer Ahnen. Der Vater hat keinen richtigen Glauben, ist aber für alles andere, wie Weihnachten, offen. Aber der Tochter fehlt der Halt ohne Geschichte und ohne Glauben. Dabei lebt in Australien die ganze restliche Familie und das sind viele Tanten und Onkels. Doch der Vater wollte dem Kind die Freunde nicht nehmen, die sie hier gefunden hat und betreibt deshalb mehr schlecht als recht sein Lokal. Ich habe viel gelernt über Chinesen, die wir ja alle aus dem Chinarestaurant kennen, die wir dort aber nur als "Diener" wahrnehmen. Die menschlichen Schicksale bleiben uns verborgen und wir haben auch nie danach gefragt. Wie auch, der Kellner kennt nur seine Karte und spricht sonst kein Deutsch. Ein wirklich interessantes und spannendes Buch, dass ich jedem nur empfehlen kann, gerade, weil wir uns über die "Nichtintegrierten" wundern.  

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  • Eindringliche Themen werden hier feinfühlig miteinander verbunden

    Im Jahr des Affen
    Skyline-Of-Books

    Skyline-Of-Books

    20. March 2017 um 19:53

    Klappentext „Mini ist eine Banane: außen gelb und innen weiß. Ihr Vater hingegen bleibt durch und durch gelb: Er spricht nur gebrochen Deutsch und betreibt ein Chinarestaurant. Als ihr Vater ins Krankenhaus kommt, muss Mini im Restaurant schuften, sich mit dem trotzigen Koch streiten – und sie kann Bela nicht wiedertreffen, bei dem sie so viel Ruhe gefunden hat. Dann reist auch noch Onkel Wu an. Der traditionsbewusste Chinese holt die Vergangenheit wieder hoch: das frühere Leben, die gefährliche Flucht als Boatpeople aus Vietnam. Poetisch, klug, unterhaltsam: Der ungewöhnliche Roman erzählt von der Tragik des Andersseins, der Suche nach Heimat – und der Suche nach Glück.“   Gestaltung Passend zum Buchinhalt verzieren kleine orangefarbene, chinesische Drachen, die in roten Wolken schweben, das Cover. Diese Verzierung gefällt mir sehr gut, denn sie greift ein wichtiges Element der Geschichte auf. Zudem sieht es auch elegant aus und verleiht dem ansonsten schwarz-weißen Cover ein besonderes Flair. Der Stil des Covers passt zu den anderen vier Titeln des „Augenblicke“-Programms des Königskinder Verlages und der Blick des Mädchens wirkt bedrückt, was gut zur Hintergrundgeschichte der Protagonistin passt. Auch unter dem Schutzumschlag ist das Buch wunderschön gestaltet und mit einem Zitat aus dem Buch sowie Drachen versehen.   Meine Meinung Da das Buch in Herford, meiner Nachbarstadt, spielt und ich dort schon mehrmals durch die Innenstadt gestreift bin, wollte ich „Im Jahr des Affen“ unbedingt lesen. Ich habe bisher noch nie ein Buch gelesen, zu dem ich einen regionalen Bezug hatte. Dies war für mich eine neue und ziemlich coole Erfahrung, die mir sehr viel Spaß gemacht hat, denn ich konnte mir so das Setting sehr gut vorstellen. Beim Lesen hatte ich die Stadt immer bildlich vor Augen, wodurch ich einen ganz anderen Bezug zu den beschriebenen Orten hatte als bei den Büchern, die ich sonst lese. Ich hatte Freude daran, beim Lesen zu überlegen, ob ich selber vielleicht schon einmal an den Handlungsorten des Buches, die Autorin Que Du Luu auch genau beschreibt, war.   Die Handlung des Buches ist eher ruhig und seicht. Protagonistin Mini lebt mit ihrem alleinerziehenden Vater, dessen einzige Einnahmequelle ein nicht so gut laufendes Chinarestaurant ist, in einer sehr beengten Wohnung. Sie fühlt sich als Deutsche, wird aber von ihrer Umgebung oftmals nicht so behandelt. Nachdem Minis Vater ins Krankenhaus kommt, kümmert sie sich – statt zur Schule zu gehen oder anderen, ihres Alters entsprechenden Tätigkeiten nachzugehen – mit Hilfe der chinesischen Angestellten und ihres gerade angereisten Onkels Wu um das Restaurant. Kleine Liebesprobleme, kulturelle Unterschiede, Sprachprobleme und auch schwierige zwischenmenschliche Beziehungen stehen für sie an der Tagesordnung.   „Im Jahr des Affen“ thematisiert vorrangig Minis Gefühle und das Gefühl des Andersseins, denn die Protagonistin fühlt sich nicht anders, wird aber immer wieder mit abwertenden, ausländerfeindlichen Situationen konfrontiert. Auch auf der Seite von Minis Familie hat sie mit solchen Szenen zu kämpfen, denn ihr Onkel geht auch nicht gerade ohne Vorurteile an die ihm fremde, deutsche Kultur heran. So beleuchtet dieses Buch beide Seiten der Medaille, was ich richtig super fand, denn ich konnte in beide Welten eintauchen und Einblicke in die Gedanken erhalten. Mini habe ich dabei als eine Art Vermittlerin erlebt, denn sie ist eigentlich beiden Welten angehörig. Dieser Kulturkonflikt wird von der Protagonistin verständlich und anschaulich transportiert, sodass er auch für jemanden wie mich, der nie in einer solchen Situation steckte, nachvollziehbar ist.   Minis Identitätsprobleme bzw. generell ihre Gedanken, was ihre Herkunft und ihre Heimat angeht, wird mit dem Auftauchen von Onkel Wu auch immer wieder thematisiert. Sie hat asiatische Wurzeln, fühlt sich aber deutsch und ihr Onkel bezeichnet sie daher gerne als Banane (außen gelb, innen weiß). Mit gefiel, wie Mini sich im Verlauf der Handlung entwickelt hat, wie sie Antworten auf ihre Fragen und Unsicherheiten gewonnen hat und wie sie nach und nach herausfindet, wer sie eigentlich ist. Dabei erzählt Mini die Geschichte sehr angenehm, denn sie klärt auch immer wieder über chinesische Bräuche auf oder übersetzt das Chinesisch ihrer Verwandten.   Zudem ist Minis Vergangenheit – sie ist mit ihrem Vater als kleines Kind aus Vietnam über das Meer geflohen – ein Thema im Buch und dies ist gerade angesichts der momentanen Flüchtlingsdebatten aktueller denn je. Es geht aber auch sehr viel um das Ankommen im neuen Land und die damit verbundenen Hürden und Schwierigkeiten. Die Autorin hat diese Thematik sehr geschickt, einfühlsam und sensibel in Minis Geschichte eingebaut. Ich merkte dem Buch an, dass Que Du Luu sich intensiv damit befasst hat und dass sie selber eine enge Verbindung dazu hat. Das hat mir sehr gut gefallen, denn meiner Meinung nach spürte man die Arbeit und die Gefühle, die die Autorin in ihr Werk gesteckt hat. In diesem Zusammenhang wurde ich auch davon überrascht, dass das Buch gar nicht im Heute spielt, sondern Anfang der 90er Jahre. Als ich beim Lesen auf deutsche Mark und sehr alte, mir unbekannte Songs traf, habe ich zunächst gestaunt, später fiel es mir dann kaum noch auf, denn Mini ist ein junges Mädchen das sich mit ihren Alltagsproblemen befasst – wie viele andere auch.   Spannend fand ich vor allem Minis Verhältnis zu den Angestellten ihres Vaters, durch die sie auch viel über die Flucht erfährt. Dies hat mich sehr an die Handlung gefesselt, denn einer der Angestellten war sehr abweisend zu Mini, wodurch meine Neugier geweckt wurde, da ich unbedingt mehr darüber erfahren wollte. Ebenso fand ich die Beziehung zu Minis Onkel sehr interessant, da diese auch eher spannungsreich ist. Ich muss aber auch sagen, dass mir die Handlung ansonsten etwas eintönig und trocken war. Es gab zu wenig Abwechslung, sodass ich die Geschichte zwischenzeitlich auch als etwas langwierig empfunden habe. Zudem hatte ich auch kleine Schwierigkeiten mit Minis Beziehung zu Bela, da die Gefühle für mich hier nur angeschnitten und ansonsten kaum thematisiert wurden. Diese wurden eher nüchtern beschrieben und ich konnte diese Beziehung nicht ganz nachvollziehen. Die Freundinnen der Protagonistin kamen für meinen Geschmack auch etwas zu kurz, aber abgesehen davon konnte mich vor allem die Entwicklung Minis im Handlungsverlauf sehr überzeugen.   Fazit Themen wie kulturelle Unterschiede, Anderssein, Flucht und auch Identität spielen in Que Du Luus Buch eine große Rolle. „Im Jahr des Affen“ ist eine feinfühlige Geschichte, die einen Einblick in diese unterschiedlichen Bereiche ermöglicht, sie geschickt miteinander verbindet und sie dem Leser auf eindringliche Weise vermittelt. Ich fand es super, wie die Autorin es geschafft hat, die Gefühle und Gedanken der Protagonistin für mich nachvollziehbar darzustellen.  Vor allem die Entwicklung der Protagonistin auf dem Weg zur Selbstfindung hat mir richtig gut gefallen. Die Handlung war teilweise etwas eintönig, aber sie war auch mit Spannungsmomenten versehen, die meine Neugier geweckt haben. 4 von 5 Sternen!   Reihen-Infos Einzelband

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  • Ein wunderschöner und besonderer Roman über die Suche nach sich selbst, seiner Heimat und dem Erwac

    Im Jahr des Affen
    Lienne

    Lienne

    21. October 2016 um 19:46

    Inhalt: Mini ist eine Banane: außen gelb und innen weiß. Ihr Vater hingegen bleibt durch und durch gelb: Er spricht nur gebrochen Deutsch und betreibt ein Chinarestaurant. Als ihr Vater ins Krankenhaus kommt, muss Mini im Restaurant schuften, sich mit dem trotzigen Koch streiten – und sie kann Bela nicht wiedertreffen, bei dem sie so viel Ruhe gefunden hat. Dann reist auch noch Onkel Wu an. Der traditionsbewusste Chinese holt die Vergangenheit wieder hoch: das frühere Leben, die gefährliche Flucht als Boatpeople aus Vietnam. Poetisch, klug, unterhaltsam: Der ungewöhnliche Roman erzählt von der Tragik des Andersseins, der Suche nach Heimat – und der Suche nach Glück. Meine Meinung: Ich liebe die Königskinder-Bücher, einfach weil sie so besondere und sehr einfühlsame Geschichten erzählen. Von Außen (tolle Cover) und von Innen einfach wunderschöne Bücher! Der Schreibstil ist ungewöhnlich, dabei aber sehr angenehm und poetisch. Bereits beim Lesen bemerkt man die Zerissenheit und die Frage nach der Zugehörigkeit. Die Frage: Wo gehöre ich eigentlich hin? Der Vergleich mit der Banane (außen gelb und innen weiß) zum Beispiel ist sehr interessant und einfach passend, denn Mini sieht aus wie eine Chinesin, ist aber vom Verhalten her eine Deutsche. Es werden sehr häufig Sätze auf chinesisch eingestreut, was mir wirklich gut gefällt und auch die Lebensweise der Chinesen wird innerhalb der Geschichte ein wenig nähergebracht. Besonders spannend fand ich es gemeinsam mit Mini etwas über ihre Vergangenheit herauszufinden. Wie ihre Flucht aus Vietnam verlaufen ist, wie ihr Jahr im Flüchtlingslager in Thailand war und wie sie nach Deutschland gekommen sind. Dabei erfährt der Leser ebenfalls eine Menge über Bao, Onkel Wu und auch Minis Vater. Es muss furchtbar sein, so eine Flucht erleben zu müssen. Es erinnert mich immer wieder an die jetzige Situation und dass nicht alle Menschen so großes Glück haben und die Flucht überleben. Mini ist eine wunderbar realistische Protagonistin im typischen Teenager-Alter. Sie wird langsam erwachsen und merkt, dass nicht alles so positiv am Erwachsenwerden ist, wie sie es sich vorher gedacht hat. Sie hat eine Menge Dinge zu lernen und zu verarbeiten und nicht jede ihrer Reaktionen ist richtig...doch wer handelt immer und zu jeder Zeit auf die genau perfekte Art und Weise? Ich hab Mini in mein Herz geschlossen!Die Handlung besticht weder durch Action, noch durch Spannung, sondern vielmehr durch die leisen Töne. Die Geschichte sagt eine Menge aus und hat mich mit der besonderen Sprache und dem besonderen Thema - Kultur, Interessensunterschiede, Flucht - beeindruckt. Fazit: Ein wunderschöner und besonderer Roman über die Suche nach sich selbst, seiner Heimat und dem Erwachsenwerden! In diesem Buch steckt einiges mehr, als man zu Beginn denken mag! Absolut lesenswert und hochaktuell!

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  • China in Herford

    Im Jahr des Affen
    Pongokater

    Pongokater

    15. August 2016 um 11:46

    Die Geschichte spielt in Herford, aber irgendwie auch in China. Die Heldin der Geschichte ist eine Herforder Schülerin, die sich lange dagegen gewehrt hat, auch Tochter eines Chinesen zu sein. Erst die Gesundheitsprobleme ihres Vaters und der Besuch ihres Onkels aus Australien führen schrittweise dazu, dass sie ihr Auchchinesischsein akzeptiert. Einfühlsam, manchmal vielleicht etwas zu einfach konstruiert, gibt die Bielefelder Autorin Einblick in ein ganz besonderes Migrantenmilieu.

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  • Im Jahr des Affen

    Im Jahr des Affen
    Melody80

    Melody80

    27. May 2016 um 17:15

    Zum Buch "Im Jahr des Affen" kann ich nicht viel negatives sagen. Zuerst dachte ich, es dreht sich alles um die Liebelei zwischen Hauptprotagonistin Mini und ihrem Schulfreund und Schwarm Bela. Glücklicherweise war dies aber nicht die Hauptgeschichte, sondern handelte von Mini und ihrem Vater und ihrem Leben als Einwanderer in Deutschland.Vor allem geht es in diesem Buch um die Zugehörigkeit: Mini lebt seit sie 4 Jahre alt ist in Deutschland, kennt kaum noch etwas von der traditionellen chinesischen Kultur, fühlt sich aber dennoch nicht richtig angekommen. Sie weiß einfach nicht, wohin sie gehört.Jugendliche und auch Erwachsenen kann ich dieses Buch sehr empfehlen, denn es zeigt auf eine humorvolle, aber auch sehr ernste Weise, mit welchen Barrieren Einwanderer und Kriegsflüchtlinge in Deutschland zu kämpfen haben.Außerdem ist es ein Buch, dessen Handlung unmittelbar in meinem Heimatort spielt! Ich wohne im Kreis Herford und es war herrlich, im Buch Ecken und Orte wieder zuerkennen. Das hatte ich so bisher auch noch nicht erlebt.Mein FazitDas Leben als chinesische Einwandererfamilie in Deutschland. Oft nicht leicht, oft aber auch sehr erheiternd. Daumen hoch.

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  • Stolz und Vorurteile...

    Im Jahr des Affen
    Samy86

    Samy86

    02. May 2016 um 17:00

    Inhalt: Mini lebt mit ihrem Vater in Herford, der dort ein Chinarestaurant betreibt, nur unter Strom steht und urplötzlich durch einen Herzinfarkt aus dem Alltag gerissen wird. So kommt es, dass Mini das Kommando im Restaurant übernehmen muss, den ganzen Tag hart schuftet und alle Aufgaben meistern muss, die sich ihr in den Weg stellen. Dazu gehört es nun mal auch sich durchzusetzen, auch wenn es ständigen Ärger & Streit mit dem Koch bedeutet, der ihr wenig Respekt rüber bringt. Aber wäre dieses Elend nicht schon genug, so hat sich auch noch Onkel Wu zu einem Deutschland Besuch angekündigt. Der traditionsbewusste Chinese holt die Vergangenheit wieder hoch: das frühere Leben, die gefährliche Flucht als Boatpeople aus Vietnam. Mini muss einen klaren Kopf bewahren und befindet sich in einem ständigen Spakat zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, dabei will sie nur eins – Ihr eigenes Glück und weniger Stress für ihren ausgelasteten kranken Vater! Meine Meinung: Que Du Luu hat einen sehr poetischen, realistischen und unterhaltsamen Roman geschrieben, der den Leser auf eine Reise entführt, die sehr gefühlvoll und authentisch schildert, welche Qualen, Schmerzen und Ängste Migranten mit sich führen. Wie es ist anders zu sein, einen Platz zu finden an dem man sich heimisch und respektiert fühlt, und die Suche nach dem großen Glück! Sie offenbart auch einige Einblicke über die Kultur, Mythen und den Glauben chinesischer Mitbürger, weckt die Interesse an diesem Land und führt den Leser auf einer empathischen Gefühlsebene an die Geschichte von Mini und ihren Vater heran, so dass man Freud, Leid, Schmerz und Ängste auf eine Art selbst verspürt und verarbeitet. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und hat einen bildlichen Touch. Man kommt sehr flüssig voran, aber leider gab es einen kleinen Haken an der sonst so tollen Geschichte. Es ist sehr interessant viel über das Land und seine Einwohner zu erfahren, und auch der bunte Mix der Sprachen hat mir Spaß bereitet, dennoch ließ es oft den Lesefluss stocken, denn wird oft mit chinesischen Wörter oder Sätze gearbeitet, die einmal übersetzt werden und ein anderes Mal ohne Übersetzung hingenommen werden, vielleicht auch, weil es oft ähnliche oder gleiche Worte sind, die folgen, dennoch sagt selbst die Protagonistin selbst, dass manche Wörter übersetzt unterschiedliche Bedeutungen im Deutschen oder gar im chinesischen haben. So wird es schwer zu unterscheiden, was gerade gemeint ist und mit gut Glück kann man aus dem Kontext eine Vermutung erahnen. Da hätte ich mir vielleicht etwas weniger oder aufschlussreichere Schilderungen gewünscht. Mini ist eine taffe, schlagfertige und manchmal etwas egoistische Protagonistin, die mir dennoch sehr sympathisch war. Sie hat es nicht gerade einfach, denn in den Augen ihres Onkels ist sie nämlich eine Banane, d.h. außen Gelb und innen Weiß, und dies lässt er sie auch mehr als deutlich spüren. Es ist sehr schön gestaltet, wie sie sich gegen die Vorurteile durchsetzt und allen zeigt, welches Potential wirklich in ihr steckt. Wie schon viele Bücher aus dem Königskinder Verlag, ist auch dieses Mal viel Liebe zum Detail in die Covergestaltung gesteckt worden und man weiß nicht was man mehr bewundern soll: „ Das Cover oder das Buch ohne Schutzumschlag!?“  Beides ist wieder ein absoluter Hingucker! Fazit: Eine sehr authentische Geschichte über das Leben in einem fremden Land, der Umgang miteinander, wahre Freundschaft und Familienzusammenhalt, kulturelle Aspekte, aber auch das anders sein und dazu stehen!

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  • Wer bin ich eigentlich?

    Im Jahr des Affen
    nicigirl85

    nicigirl85

    22. April 2016 um 12:55

    Der Buchtitel klang so witzig und als ich dann das äußerst hübsche Cover sah, da war meine Neugierde geweckt und ich begann mit der Lektüre.Im Buch geht es um Mini, die chinesische Wurzeln hat, aber von klein auf in Deutschland lebt. Für die Deutschen ist sie eine Chinesin, für die Chinesen eine Deutsche. Gefangen zwischen den beiden Kulturen versucht sie ihr Leben zu meistern. Wird ihr dies trotz aller Umstände gelingen?Mini, die eigentlich Minh Thi heißt, agiert hier als Ich- Erzählerin. Dadurch ist man ganz nah am Geschehen und erhält Einblicke in ihre Gedankenwelt. Ihre Zerrissenheit zwischen den Kulturen war spürbar und erst dadurch wird einem erst bewusst wie groß eigentlich die Unterschiede sind, was ich anfänglich gar nicht gedacht habe.Der Schreibstil der Autorin ist sehr nüchtern und macht es einem daher nicht leicht Zugang zur Geschichte und zu den Figuren zu finden. Fast möchte man die Schreibe als emotionslos bezeichnen. Durch diese Erzählweise hatte ich eher das Gefühl als Beobachter zu fungieren, aber nicht wirklich in der Geschichte anzukommen bzw. abtauchen zu können.Die Einblicke in die chinesische Kultur durch das Traditionsbewusstsein von Minis Onkel waren interessant und sorgen für Wissenszuwachs. Allerdings wird der Roman dadurch nicht gerade zu leichter Kost.Ich schätze mal, dass die Autorin hier anhand eigener Erfahrungen die Handlung ausgedacht hat, was es nicht gerade einfacher macht das Buch zu rezensieren, da solch persönliche Erfahrungen immer subjektiv sind und vom Leser gar nicht so gewertet werden können wie von demjenigen, der selbst betroffen ist.Das Jugendbuch passt auf jeden Fall in unsere heutige Zeit und sorgt dafür sich besser in Flüchtlinge und Zuwanderer hineinversetzen zu können. Allerdings liest man hier keine beschwingte Unterhaltungslektüre, weshalb man für diese Geschichte in der richtigen Stimmung sein sollte, nicht dass sie einen emotional nach unten zieht, denn Minis Leben ist alles andere als leicht.Fazit: Eine durchaus lehrreiche Geschichte, die sich etwas schwergängig lesen ließ. Von mir daher nur eine bedingte Leseempfehlung.

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  • Im Jahr des Affen

    Im Jahr des Affen
    Si-Ne

    Si-Ne

    15. April 2016 um 21:26

    Fazit:Minis Leben als Chinesin in Deutschland hat mich nicht wirklich gefesselt. Ich verstehe, den Gedanken dahinter, den ich schwer in Worte fassen kann, aber es hat mich einfach nicht erreicht. Bewertung:Das war mein erstes Buch aus dem Unterverlag Königskinder. Ich erwartete etwas besonderes. Irgendwie war es auch was besonderes, aber mich hat es einfach nicht gefesselt. In diesem Buch geht es um Mini, sie ist Chinesin. Es geht an sich um ihr Leben als Jugendliche. Ihre ganz normalen Probleme: Liebe, Freunde, Pubertät halt.Sie wohnt mit ihrem Vater zusammen und der hat ein Restaurant, in dem hilft Mini auch mit. Als ihr Vater krank wird, arbeitet sie dort öfters.Es geht meistens um das Chinesen-Leben, wie sie manches nicht verstehen und dass sie laut Onkel Wu keine echte Chinesin mehr ist. Irgendwas mittendrin.Zu Mini habe ich auf Grund des Schreibstils keine wirkliche Beziehung aufbauen können. Auch finde ich sie manchmal etwas komisch, obwohl sie wohl aufs Gymnasium geht, fehlt ihr etwas Verständnis.Der Schreibstil ist ein bisschen komisch, die Sätze sind sehr kurz gehalten auch bestehen dieses aus vielen Hauptsätzen. Dadurch wirkt alles auch etwas unnahbarer.Beide reden chinesisch miteinander, die Worte sind auch im Buch abgedruckt und werden zum Teil erklärt oder erklären sich aus dem Kontext. 

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  • Ein sehr starkes Buch

    Im Jahr des Affen
    LillianMcCarthy

    LillianMcCarthy

    14. April 2016 um 18:20

    Klappentext: Mini ist eine Banane: außen gelb und innen weiß. Ihr Vater hingegen bleibt durch und durch gelb: Er spricht nur gebrochen Deutsch und betreibt ein Chinarestaurant. Als ihr Vater ins Krankenhaus kommt, muss Mini im Restaurant schuften, sich mit dem trotzigen Koch streiten – und sie kann Bela nicht wiedertreffen, bei dem sie so viel Ruhe gefunden hat. Dann reist auch noch Onkel Wu an. Der traditionsbewusste Chinese holt die Vergangenheit wieder hoch: das frühere Leben, die gefährliche Flucht als Boatpeople aus Vietnam. Poetisch, klug, unterhaltsam: Der ungewöhnliche Roman erzählt von der Tragik des Andersseins, der Suche nach Heimat – und der Suche nach Glück. Meine Meinung zum Buch: Zugegeben: Das Jahr der Affen war eines der fünf Bücher aus dem Augenblicke-Programm, dass mich zwar angesprochen hat, allerdings am wenigsten von allen fünf. Ich konnte mir nicht erklären, wie aus der Geschichte, die aus dem Klappentext ersichtlich war, etwas entstehen würde, dass mich ohne Unterbrechung ans Buch fesseln würde. Letztendlich hat das Buch meine Erwartungen getroffen, gehört aber meinem Erachten nach nicht zu den stärksten des Programms. Die Geschichte fängt sehr leise und langsam an. Wir erfahren viel aus Minis Leben, das nicht besonders rosig ist. Und dennoch ist sie auf eine bestimmte Art und Weise glücklich damit. Die Lage spitzt sich allerdings zu als Minis Vater ins Krankenhaus muss und Onkel Wuu zu Besuch kommt. Der wohnt normalerweise in Australien und ist nicht erfreut über die Richtung, in die sich Mini für ihn entwickelt hat. Er sieht sie nicht als chinesisch genug und findet permanent etwas, das er an ihr kritisieren kann. Noch dazu muss Mini den Job ihres Vaters im Familienrestaurant übernehmen und diese beiden Faktoren zwingen sie dazu, sich mit ihrer Identität und Vergangenheit auseinanderzusetzen. Minis Geschichte wurde von Que De Luu ganz feinfühlig geschrieben und wie man dem Nachwort  und dem Autorentext entnehmen kann, ist sie der Thematik hinter dem Buch nicht ganz fern. Im Jahr des Affen hat mir definitiv Lust auf weitere Bücher der Autorin gemacht und die werde ich auch demnächst genauer unter die Lupe nehmen. Die Protagonistin: Mini ist eine ganz tolle und sympathische Frau und ich musste so oft schmunzeln, wenn sie für uns das chinesische übersetzt, uns über chinesische Bräuche und Eigenarten aufklärt oder einfach nur ihren Gedanken freien Lauf lässt. Sie ist witzig und liebevoll und doch hatte ich so meine Probleme, mich mit ihr zu identifizieren. Liegt es daran, dass ihr Leben so anders ist als meins, dass sie doch sehr asiatisch denkt oder dass das Buch zu einer Zeit spielt, zu der ich nicht einmal gelebt habe? Hatten die Jugendlichen der 80er Jahre andere Probleme und Wünsche, als ich es noch vor wenigen Jahren hatte? Ich weiß es nicht und doch gab es etwas an Mini, das mir befremdlich war. In diesem Punkt hätte ich mich sehr gerne mehr in sie hineinversetzt, aber das war mir leider unmöglich. Die Thematik: Ich war sehr überrascht, als ich das Buch gelesen habe, denn neben Kulturenkonflikt und Identität – beide Themen habe ich nach dem Lesen des Klappentextes erwartet – schwang noch ein ganz anderes Thema im Buch mit. Flucht. Mini kann sich an ihre Zeit vor Deutschland nicht erinnern und identifiziert sich fast ausschließlich als Deutsche. Und das obwohl sie asiatische Wurzeln hat. Das gefällt ihrem Vater und besonders ihrem Onkel nicht, der sie im Buch auch als Banane - Außen gelb, Innen weiß – bezeichnet.  Das sind ganz zentrale Themen im Buch und die Antwort darauf, wer sie eigentlich ist und was sie glücklich macht, findet Mini in dessen Verlauf. Und dann kam da plötzlich das Thema Flucht auf, denn in ihrer kleinen Krise fragt sich Mini plötzlich nach der Zeit, die ihr in ihrer Erinnerung fehlt. Dem Leser wird bewusst, dass das Buch gar nicht im heute spielt sondern 1989 und dass Mini und ihr Vater nicht nur Einwanderer sind. Sie sind Flüchtlinge und aus dem Vietnam geflohen. Diese Erkenntnis schlug bei mir ein, wie eine Bombe und das Thema ist momentan aktueller denn je. Wieso dieses Buch ein Königskinder Buch ist: Hinter den Königskindern erwarte ich eigentlich immer ganz fesselnde und emotionale Geschichten und doch gibt es Bücher – wie Im Jahr des Affen – bei denen ich mir einfach nicht vorstellen kann, in was dieses emotionale überhaupt besteht. Und dann kommt es, mit aller Wucht und lässt den Leser ganz sprachlos zurück. Und genau das ist das königliche an diesem Buch. Wieso es nicht in eurem Regal fehlen sollte: Das Thema Flucht und Flüchtling ist heute aktueller denn je und so stellen wir uns die Frage, was ist in einigen Jahren. Können sich die Kinder von heute noch an ihre Heimat erinnern? Identifizieren sie sich als deutsch und wie gehen sie mit diesem Konflikt um? Wir dürfen nicht vergessen, dass dies nicht zum ersten Mal passiert und Que Du Luu liefert uns ein interessantes Beispiel darüber, wie es in ein paar Jahren sein könnte. Fazit: In Im Jahr des Affen steckt so viel mehr drin als man anfangs erwartet. Die Geschichte fängt ganz ruhig an und schlägt dann auf emotionaler Ebene voll ein. Obwohl ich mich mit der Protagonistin nicht immer zu 100% identifizieren konnte, ist sie herzallerliebst und man begleitet sie gerne auf ihrer Suche nach Identität und Glück. Über die Autorin: Que Du Luu, 1973 geboren in Saigon/Südvietnam, ist chinesischer Abstammung. Nach Ende des Vietnamkriegs flüchtete sie wie Millionen andere Boatpeople über das Meer. In Bielefeld betrieb die Familie ein China-Restaurant. Luu erhielt u. a. den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis und den Hohenemser Literaturpreis. Nach zwei Romanen bei Reclam und KiWi ist „Im Jahr des Affen“ ihr erstes Buch bei Königskinder.

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  • Eine Bereicherung für jedermann

    Im Jahr des Affen
    DasBuchmonster

    DasBuchmonster

    12. April 2016 um 15:12

    Mini und ihr Vater sind damals im Vietnamkrieg nach Deutschland geflüchtet, sie sind beide "vietenamesische Chinesen" und ihr Vater musste sich hart durchkämpfen. Mini (eigentlich Min Thi) hat sich sehr gut integriert, sie geht auf eine gute Schule und hat deutsche Freundinnen, eigentlich fühlt sie sich nicht richtig chinesisch, eigentlich sind ihre Wurzeln ihr eher peinlich. Als dann ihr Vater ins Krankenhaus muss und ihr Onkel aus Australien auftaucht, mischt dieser ziemlich viel auf, da er ein traditionsbewusster Mann ist und zeigt Mini, was es heißt, chinesische Wurzeln zu haben. Meinung: Zunächst einmal finde ich das Cover des Buches wunderschön, ich liebe die chinesischen Drachen, die sowohl Vorder- als auch Hintergrund zugleich sind, die gesamten Frühlingsneuerscheinungen des Königskinder Verlages haben diesen Stil, der wunderschön ist (und weswegen ich fast alle Bücher des neuen Programms auch habe). Dieses Buch lag mir jedoch ganz besonders am Herzen, da ich, mit italienischen Ursprüngen, mich in einer ähnlichen Situation wie Mini befinde. Das Thema der traditionellen Wurzeln hat in mir großes Interesse geweckt, Minis innerliche Zerrissenheit konnte ich sehr gut mit ihr teilen. Ich habe mich einerseits stark mit Mini verbunden gefühlt, dadurch dass ich auch eher gebrochen italienisch spreche und von meinen Verwandten dadurch verhöhnt werde und ich auch des öfteren aufgefordert wurde italienischer zu sein, andererseits war der "chinesische" Teil ein vollkommen neuer Input für mich, da ich bisher nichts wusste über Chinesen in Vientam, über die Kommunisten und auch über die Flüchtlinge, die aus Vietnam kamen. Ganz interessant fand ich dabei, dass Minis Onkel erst nach dem Krieg geflohen ist, wegen der Schreckensherrschaft und der Perspektivlosigkeit, ich meine, wie bitter ist das denn? Da harrt man einen ganzen Krieg aus und überlebt und danach? Ist das Leben nur noch schlechter für einen. Mir gefällt auch noch, dass das Buch nicht aufdringlich ist, die Probleme werden nur ganz dezent thematisiert und dem Leser wird der Freiraum gegeben, sich mehr oder weniger mit dem Thema zu beschäftigen, dennoch ist es spannend, dadurch dass die Probleme existenzieller Natur sind und echte Umbrüche geschehen. Für mich war es eine absolute Bereicherung dieses Buch zu lesen, ich kann es nur jedem weiter empfehlen ! Volle Punktzahl! Was denn sonst?

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  • Coming-of-Age zwischen zwei Kulturen

    Im Jahr des Affen
    buchstabentraeumerin

    buchstabentraeumerin

    10. April 2016 um 20:05

    Mir wurde ständig gesagt: “Sieh dich doch mal an, du bist keine Deutsche!”, und für Onkel Wu war ich keine richtige Chinesin. Ich ähnelte äußerlich keinem Deutschen und innerlich keinem Chinesen. (Seite 117) Da mir weder die Thematik noch die Historie vertraut waren, begann ich den Roman ganz ohne Erwartungen. Der Leser erlebt die Geschichte von Minh Thi, genannt Mini, einem Mädchen chinesischer Herkunft, die seit ihrer frühen Kindheit in Deutschland lebt. Ihr Vater flüchtete mit ihr auf einem Boot aus dem kommunistischen Vietnam – wie so viele andere Ende der 70er Jahre, die sogenannten Boatpeople. Nun, etwa 13 Jahre später, spart Mini’s Freundin auf einen neuen Walkman und Tom Cruise ist noch cool. Mini lebt das Leben eines ganz normalen deutschen Teenagers – sie hat Freundinnen, geht auf Partys und verliebt sich zum ersten Mal. Für sie ist ihre Herkunft unbekannte und unbedeutende Geschichte. Ihr Vater hingegen ist noch stark verwurzelt mit seiner alten Heimat, für ihn bleibt Deutschland nach wie vor ein fremdes Land. Von dieser Ungleichheit erzählt Que Lu Duu in ruhigen Tönen und sehr bedächtig. Es dauert, bis die Geschichte an Fahrt gewinnt. Dadurch war es für mich stellenweise etwas zu langatmig. Doch die Erzählweise passt zu den Charakteren – sie fühlen sich wie in einem Vakuum und weiß nicht so recht, wo sie hingehören und welcher der richtige Weg für sie ist. Es war spannend zu erleben, wie erstaunlich groß die Kluft zwischen den Kulturen ist. Besonders deutlich wird dies mit der Ankunft von Onkel Wu. Er spricht von der Vergangenheit und lebt sehr traditionell. Über ihn kommen immer mehr Zusammenhänge zwischen den Charakteren ans Licht, so dass sich für Mini neue Welten auftun. Sie ermöglichen es ihr, sich selbst und auch das Leben von ihrem Vater in einem ganz neuen Licht zu betrachten. Das galt auch für mich: Je mehr Informationen ich als Leser erhielt, desto besser gefiel mir das Buch. Es ist eine Reise in eine vergangene Zeit und gleichzeitig angesichts der heutigen Flüchtlingssituation höchst aktuell. Die Erlebnisse von Mini und ihrem Vater beruhen vermutlich zu großen Teilen auf wahren Begebenheiten. Es gibt viele Parallelen zum eigenen Leben der Autorin. Auch die Eltern von Que Lu Duu flohen aus Vietnam, lebten ein Jahr in einem Flüchtlingslager und betrieben – ebenso wie Mini’s Vater – ein Restaurant. Schreibstil“Damals” klang so weit entfernt. Damals, noch vor ein paar Tagen – ja, da war ich noch ein Kind. Damals war Schule, Freundinnen und Ausgehen. Jetzt war Restaurant und Krankenhaus. (Seite 137) Es ist kein bequemes Buch. Weder was die Geschichte angeht, noch den Schreibstil. Nüchtern und wenig emotional wird das Leben von Mini und ihrem Vater geschildert. Als Leser bleibt ständig das nagende Gefühl, es fehle etwas. Eine Empfindung, die durchaus den Gefühlen der Protagonisten entspricht und stets unausgesprochen im Raum hängt. So hat zum Beispiel der Vater außer seinem Restaurant nichts in Deutschland, keine Freunde und keine Familienmitglieder. Noch nicht einmal die deutsche Sprache beherrscht er gut. Überhaupt nimmt die Sprache einen hohen Stellenwert im Buch ein, das gefiel mir sehr gut. Da haben wir zum Beispiel Mini, die kaum Chinesisch spricht, sowie ihren Vater, der kaum Deutsch spricht. Man erlebt also eine Familie, die auf mehreren Ebenen nicht richtig miteinander kommunizieren kann. Häufig werden über den Vergleich zwischen deutschen und chinesischen Ausdrücken und Wörtern auch grundsätzliche Unterschiede zwischen den Kulturen aufgezeigt. Die Sprache wird also zum Mittel, dass das Anderssein enorm stark – im wahrsten Sinne – in Worte fasst. CharaktereMeine Beine waren schwer, ich fühlte mich wie eine alte Oma. Aber ich war froh, festen Boden unter den Füßen zu haben. Vielleicht erinnerte ich mich doch ein klein bisschen daran, wie es gewesen war, auf einem schaukelnden Schiff zu sein.” (Seite 127) Mit der Protagonisitin Mini hatte ich im ersten Teil des Buches so meine liebe Mühe. Sympathisch war sie mir nicht. Sie wirkte auf mich zu häufig naiv, egoistisch und teilweise regelrecht herzlos gegenüber ihren Freundinnen. Auch gegenüber ihrem Schwarm Bela ist sie unangenehm direkt. Im weiteren Verlauf des Buches konnte ich Mini jedoch besser verstehen, denn so wie sie ist, passt sie zur Geschichte. So und nicht anders darf ihr Charakter sein, um die Geschichte erzählen zu können. Was mir persönlich etwas fehlte, war die zwischenmenschliche Wärme. Jeder Kontakt ist von einer gewissen Distanz geprägt. Vor allem fällt das zwischen Mini und ihrem Vater auf. Sie gehen zwar freundlich miteinander um, sind sich aber ungeheuer fremd. Doch auch das dient am Ende der Erzählung und erfüllt seinen Zweck. Fazit “Im Jahr des Affen” ist ein stilles Buch, das zum Denken anregt. Der Leser erlebt, wie ein Mädchen sich mit seiner Herkunft auseinandersetzt und schlussendlich mit sich selbst ins Reine kommt. Der Schreibstil mag zwar für den einen oder anderen eine Herausforderung sein, doch lässt man sich darauf ein, erfährt man viel von einer äußerst interessanten und bedrückenden Vergangenheit.

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  • Im Jahr der Banane

    Im Jahr des Affen
    SABO

    SABO

    01. April 2016 um 20:41

    Que Du Luu - Im Jahr des Affen - Koenigskinder-Verlag Herford, NRW Mini ist eine Banane: Außen gelb und innen weiß. Mini weiß gar nicht was Bao damit sagen will, doch als Onkel Wu es ihr erklärt, kommt sie ins Grübeln.. Minis Familie, das ist ihr Vater Thien und sie..und das Chinarestaurant. Mini ist ein ganz normaler Teenager im discofähigem Alter, wo sie auch jeden Freitag mit ihren Freundinnen, Sarah und Micha abtanzt, die drei stehen füreinander ein und eigentlich kann nichts ihre gute Laune trüben..eigentlich.. Als Mini erfährt, dass Sarahs neuester Schwarm Bela, Sarah für zu pummelig hält, küsst sie ihn vor Sarahs Augen auf die Backe. Irgendwie geht der Schuss nach hinten los, denn Sarah merkt nicht, das sie nur vor erneutem Liebeskummer gerettet werden soll. Mini bleibt mit Bela allein zurück und findet ihn sogar ganz nett. Daheim hilft sie ihrem Vater im Restaurant. Wenn sie beide zusammen abwaschen, ist das wie eine stille Kommunikation, ein Einverständnis zwischen den Welten. Mini sieht aus, wie ihre Muttersprache, doch da sie in Deutschland aufgewachsen ist, spricht sie kein perfektes Chinesisch, doch ihr Vater versteht sie. Mini mag lieber einen verregneten Sommertag, wenn es zu warm ist, bleibt der Laden leer und ihr Vater ist dann ein wenig traurig, ist es voll, dann dreht er richtig auf und ist glücklich. Als ihr Vater nach Geschäftsschluss nicht nach Hause kommt, geht Mini ihn suchen und findet ihn zusammengebrochen auf dem Bürgersteig. In einer dramatischen Aktion hält Mini ein Auto an und fährt mit dem Vater direkt ins Krankenhaus, er überreicht ihr den Schlüssel zum Restaurant. Zufälligerweise reist gerade Onkel Wu aus Australien an. Ob es Segen oder Fluch ist, weiß Mini noch nicht, denn der störrische Wu möchte am liebsten gleich zwei riesige Wächterlöwen vor die Tür stellen und überprüft die Energie des vorbeifließenden Wassers. Für Mini ist es eine Mischung aus Esotherik und Aberglaube, für Onkel Wu bedeutet es Tradition. Ein ganz wunderbares Buch, aus dem man laufend zitieren könnte, das Innencover zieren chinesische Drachen, schlägt man es auf, weiß man, was mit "Banane" gemeint ist.. Spannende und fließende Poesie, nie war Energie so unterhaltsam, man schöpft Kraft, aus diesem Roman. Aber hauptsächlich ist es eine tolle Geschichte - Nebenwirkungen erwünscht! Ein kleines Feuerwerk, bitte mehr davon! "Als wir unser Restaurant betraten, war ich richtig froh, hier zu sein. Hier wunderte sich niemand über uns. Wir passten zu der Einrichtung." "Ich dachte an die Filme, in denen kleine asiatische Männer immer lispelten und die letzten Trottel waren. Wenn so ein Film lief, griff mein Vater nach der Fernbedienung, schaltete um und sagte: Bruce Lee, hätte diesen Regisseur verhauen."

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