Quentin Zuttion

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Autor von En Garde!.

Alle Bücher von Quentin Zuttion

Cover des Buches En Garde! (ISBN: 9783962192839)

En Garde!

 (2)
Erschienen am 31.07.2020

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Rezension zu "En Garde!" von Quentin Zuttion

Ein Blick in die Psyche und Gefühlswelt der Menschen
Flaventusvor 10 Tagen

Drei Frauen, drei Schicksale sexueller Übergriffe. Diese Graphic Novel erzählt sehr emotional, wie die Frauen das Geschehene verarbeiten und wie sie zurück ins Leben finden. Der Leser wird den Illustrator Quentin Zuttion eventuell von der Graphic Novel “Nennt mich Nathan” kennen, das er schon sehr markant mit seinem Zeichenstil geprägt hat. In dieser Graphic Novel übernimmt er gleichzeitig die Rolle des Autors.

Es ist gar nicht so einfach, von sexuellen Übergriffen zu erzählen, ohne gleich explizit zu werden. Zuttion hat es geschafft, nicht nur Einblicke in die Übergriffe, sondern vor allem auch auf die Folgen davon zu geben. Wie lösen sich die Frauen aus dieser Situation und wie schaffen sie es, ihre Ängste abzuschütteln?

Selbstredend hilft der titelgebende therapeutische Fechtkurs den Frauen, sich ihren Ängsten zu stellen. Ob es derartige Kurse tatsächlich gibt, vermag ich nicht zu sagen. Wundern würde es mich nicht, denn die geschilderte Art der Gefühlsverarbeitung ist absolut authentisch. Und genau davon lebt das Buch.

Es erzählt keine Schauergeschichten, sondern gibt einen intensiven Einblick in die Gefühlswelt der Frauen. Natürlich greift Zuttion dabei auch auf diverse Kunstgriffe zurück, die allesamt sehr gelungen sind. Markant dabei der aquarelle Zeichenstil, der das gesamte Buch zu einem Kunstwerk erhebt, das sehr oft ohne Worte auskommt und allein von der Kraft der Bilder lebt.

Fazit

Es ist das zweite Buch des Künstlers Zuttion, das in Deutschland erscheint. In beiden konnte er einen Blick auf eine Welt zeigen, die den meisten Lesern sicherlich verborgen ist. Dabei nutzt er die Kraft der Bilder und untermalt die gezeigten Schicksale sehr ausdrucksstark. Eine Graphic Novel, die ich jedem empfehlen kann, der gerne einen Blick in die Psyche und Gefühlswelt der Menschen wirft.

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Rezension zu "En Garde!" von Quentin Zuttion

Therapeutisches Fechten
Nico-aus-dem-Buchwinkelvor einem Monat

Identitätskonflikte sind Quentin Zuttion nicht fremd. In seinem ersten in Deutschland erschienenen Comic „Nennt mich Nathan“ (gemeinsam mit Catherina Castro) geht es um die Transition von Lila zu dem trans Mann Nathan. In „En Garde!“ widmet Zuttion sich nun sexueller Gewalt und wie diese die Leben betroffener Frauen verändert.


Schwere Kost

Im Mittelpunkt des Comics stehen Lucie, Tamara und Nicole. Alle drei gehen mit ihren Erfahrungen unterschiedlich um. Während Lucie immer ein Messer mit ins Bett nimmt, proviziert Tamara, wo sie kann. Und Nicole hat ihr ursprüngliches Leben beinahe aufgegeben. Die drei treffen sich in einem einjährigen Kurs „Therapeutisches Fechten“, der ihnen bei der Verarbeitung ihrer Erfahrungen helfen soll.

Die Vergewaltigungserfahrungen der Frauen werden im Buch offen thematisiert. Der Bruder zwingt seine minderjährige Tochter zum Sex. Der (mittlerweile) Ex-Mann vergewaltigt seine Frau. Trotzdem hat er noch das Umgangsrecht für den gemeinsamen Sohn. Auch die Reaktionen aus dem Umfeld der Frauen werden gezeigt und auch diese sind teilweise nur schwer zu ertragen. Umso wichtiger, dass sich ein Comic diesem Thema widmet und es so klischee- und vorurteilsfrei wie möglich behandelt. Sehr feministisch!


Therapeutisches Fechten

Beim therapeutischen Fechten geht es laut Internetrecherche darum, durch Selbstwirksamkeitserfahrungen zu einer besseren Körperbewusstheit zu gelangen. Das soll der Überwindung von Angst und Selbstzweifeln dienen und kann als Ergänzung zu anderen psychotherapeutischen Maßnahmen dienen.

In „En Garde!“ begleiten wir Lucie, Tamara und Nicole während dieser einjährigen Maßnahme. Wir sehen die Veränderungen, die die Therapie bei ihnen auslöst. Dabei endet der Comic offen. Auch wenn Veränderungen angestoßen werden, gibt es kein Happy End, und warum auch? Es wäre ja zu schön, wenn alle traumatisierenden Erfahrungen innerhalb eines Jahres wegtherapiert werden könnten.


Viel Bewegung, viel Gefühl

Die Illustrationen sehen aus wie mit Markern gezeichnet und sind eher grob, mit dicken Linien. Auch wenn der Stil nicht zu hundert Prozent mein Fall ist, passt er besonders gut zu den Fechtsequenzen, die sehr dynamisch und bewegt wirken.

„En Garde!“ ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie groß die Bandbreite an verschiedenen Comics mittlerweile ist und dass Comics mitnichten ein Medium für Kinder sind. Vielmehr ermöglichen sie eine visuelle Auseinandersetzung auch mit schwierigen Themen, wie etwa sexueller Gewalt. „En Garde!“ erhält auf jeden Fall eine dicke Leseempfehlung von mir. Ich bin froh, dass solche Geschichten auch den Weg hierher nach Deutschland schaffen, zum Beispiel durch den Splitter Verlag. Fünf von fünf Sternen von mir.


Diese Rezension ist ebenfalls auf meinem Blog im Buchwinkel erschienen.

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