Quim Monzó Tausend Trottel

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Inhaltsangabe zu „Tausend Trottel“ von Quim Monzó

Ein Verführer mit Biss ist er, Quim Monzó, der große katalanische Autor: In seinen 19 Kurz- und Kürzestgeschichten erzählt er von einem Prinzen, der sich redlich abmüht, sein Dornröschen wachzuküssen, bis er schließlich erschöpft neben ihm einschläft. Von einem Mann, der seine Carolina erst das Jawort gibt, als er erfährt, dass sie nur noch wenige Monate zu leben hat. Von einem alten Ehepaar, das in der Altersresidenz Pläne schmiedet, wie das Ableben am saubersten zu gestalten sein könnte. Von einem renommierten Schriftsteller, der einem jungen Autor durch ein unbedachtes Lob zu Ruhm verhilft, um später von diesem vernichtet zu werden.

In »Tausend Trottel« stolpern große Gesten über die Tücken des Alltags und zeigen so die Unausweichlichkeit des Menschseins. Dabei schaffte es Quim Monzó mit zarter Melancholie, unerschrockener Klarheit und raffiniertem Witz, seinen Lesern kleinste Trauertränen übers Gesicht kullern zu lassen, während sie im gleichen Moment schon vor Lachen auf dem Boden liegen.

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  • Rezension zu "Tausend Trottel" von Quim Monzó

    Tausend Trottel

    Stadtbuecherei_Wuerzburg

    23. October 2009 um 10:30

    Manche dieser genialen Geschichten sind nur wenige Seiten lang, einige sogar kürzer als eine Buchseite und dennoch wird man als Leser sofort in ihren Bann gezogen, kann sich in diesen Geschichten regelrecht verirren. Quim Monzo, eine Art katalanischer Kafka, muss nun auch in Deutschland bekannter werden, was längst überfällig ist. Seine Geschichten sind dynamisch, strotzen vor Einfallsreichtum, sind sprachlich versiert und nehmen stets unvorhergesehene Wendungen. In „Tausend Trottel“ zeigt sich Monzo erneut auf der Höhe seiner Erzählkunst und wird seinem Ruf als der bedeutendste auf Katalanisch schreibende Autor und eine der provozierendsten Stimmen der europäischen Gegenwartsliteratur gerecht. Er ist ein Meister des schrägen Humors, aber auch der dunklen Schönheit, ein Chronist der menschlichen Unzulänglichkeiten, der unbarmherzigen Gemeinheiten des Lebens und der Vergänglichkeit. Auch wenn er in diesen Geschichten seine Erfahrungen mit Krankheit, dem Tod seiner Eltern, dem Schmerz und dem Alter verarbeitet, lässt er dabei nie die Ironie außen vor und setzt stets humorvolle Pointen ein, die befreiend wirken. Monzo erzählt Alltagsgeschichten, die stets überraschen oder die Merkwürdigkeiten des menschlichen Zusammenlebens offenbaren und dadurch das Vertraute mit einem Schlag fremd erscheinen lassen: In einer Geschichte wird ein Mann, der Anzeigen an Häuserwände klebt, von einer Frau verfolgt, die diese sofort wieder abreißt. In einer anderen erinnert sich eine frustrierte Ehefrau wehmütig an eine Zeit, als die Familie abends beim Essen zusammensaß und trotz des laufenden Fernsehers doch noch miteinander sprach, während heute jeder in seinem Zimmer vor dem Computer vereinsamt - im Glauben an der Welt teilzuhaben. Oder legendäre Prinz schafft es nicht, Dornröschen wach zu küssen und schläft erschöpft neben ihr ein. Oder eine Frau geht mit der Schere auf ihre Erinnerungen los. In den neunzehn Geschichten lässt Monzo nur allzu gerne die Handlung ins Absurde kippen und der Leser spürt das Todtraurige, aber zugleich Witzige darin, denn sind wir Menschen mit all unseren Sehnsüchten und Bedürfnissen, denen wir hinterjagen, nicht manchmal einfach nur geniale Trottel?

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