Nur das Geistige zählt

von Ré Soupault 
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Nur das Geistige zählt
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Inhaltsangabe zu "Nur das Geistige zählt"

Bublitz, Kolberg, Bauhaus Weimar, Berlin, Paris, Tunesien, Algerien, Nord-Mittel-Südamerika, New York, Basel, Paris, das sind nur einige Stationen in Ré Soupaults Leben als Bauhaus-Schülerin, Avantgarde-Filmerin, Modejournalistin, Modemacherin, Fotografin, Übersetzerin, Studentin bei Karl Jaspers, Radio-Essayistin, Schrifstellerin.
Einen Teil ihrer Erinnerungen verfasste sie schon in den 1970er Jahren als Briefe. Sie verarbeitete darin u.a. ihre Tagebucher. Dieser erste Teil der Erinnerungen reicht von den 1910er Jahren bis 1949. Mit ihrem unbestechlichen, klaren Blick beschreibt sie eine durch zwei Weltkriege geprägte Welt im Umbruch. Gleichzeitig ist ihr Text ein einmaliger Blick auf das kulturelle Leben der europäischen Avantgarde. Bis kurz vor ihrem Tod arbeitete sie an der Fortschreibung ihrer Biographie.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783884235881
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:236 Seiten
Verlag:Das Wunderhorn
Erscheinungsdatum:31.03.2018

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    YukBookvor 2 Monaten
    Vom Bauhaus in die Welt

    Bei der Lektüre dieser Biografie wurde mir regelrecht schwindlig. Wenn es im Titel heißt "Vom Bauhaus in die Welt“, dann ist das wörtlich zu verstehen. Ré Soupault, um die es hier geht, hat ihren Wohnort so oft gewechselt, dass ihr Leben einer Weltreise gleicht – allerdings keiner freiwilligen.

    Geboren als Erna Niemeyer in Pommern ging sie 1921 nach Weimar, um am Bauhaus zu studieren. Diese Lebensphase war für mich die interessanteste. Sie berichtet von Johannes Ittens prägenden Einflüssen, von Paul Klees befremdlichen Lehrmethoden, von lebhaften Diskussionen zwischen Studenten aus Polen, Ungarn, Russland oder Österreich, die aus ganz unterschiedlichen Gründen ans Bauhaus kamen, und der großen Aufbruchstimmung.

    Ré Soupault selbst kann sich noch auf keinen Kunstzweig festlegen. So geht sie nach Berlin, um mit Viking Eggeling an einem Avantgarde-Film zu arbeiten, fertigt Modezeichnungen für den Berliner Scherl Verlag an, erfindet später ein Transformationskleid für arbeitende Frauen und schafft ihre eigene Modelinie. Ich hatte den Eindruck, dass sie weniger aus innerem Antrieb als vielmehr durch äußere Umstände und aus existenzieller Not zu diesen vielfältigen Beschäftigungen kommt. Ihr Wunsch bleibt stets der gleiche: ein finanziell sorgloses und freies Leben führen zu können.

    Als sie 1933 den Journalisten und Surrealisten Philippe Soupault kennenlernt und heiratet, beginnt eine neue Lebensphase für sie. Sie begleitet ihn auf Reportagereisen und entdeckt eine neue Leidenschaft: die Fotografie. Die Zeit in Tunis scheint eine der glücklichsten für sie zu sein. Doch als ihr Mann verhaftet wird, wendet sich wieder das Blatt. Es beginnt eine mühsame Odyssee, von Algier über New York nach Mexico, Guatemala, Buenos Aires, Basel, Paris …

    Man hat das Gefühl, dass sie nur noch von Ort zu Ort hastet, in ihren Tagebüchern flüchtig die Lebensbedingungen und Klimaverhältnisse festhält, aber weite Teile ihrer Gedanken ausspart. Mich hätte interessiert, wie es ihr bei der künstlerischen Arbeit erging, doch zu groß waren die existenziellen Nöte als idealistischen Vorstellungen nachzuhängen. So wirft diese Sammlung ihrer biografischen Texte, Briefe und Tagebücher Schlaglichter auf das kulturelle Leben der europäischen Avantgarde im 20. Jahrhundert sowie auf ein entbehrungsreiches und zugleich produktives Leben.

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