Régis Loisel

 4 Sterne bei 45 Bewertungen
Autor*in von Das Nest, Band 2: Serge, Das Nest, Band 1: Marie und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Régis Loisel war bereits seit zehn Jahren Comiczeichner, als er 1982 die erste Episode seines Fantasy-Vierteilers "Auf der Suche nach dem Vogel der Zeit" veröffentlichte, der ihn zu internationalem Starruhm verhalf. Der 1951 in Saint-Maixent im Westen Frankreichs geborene Loisel war in den frühen 70er-Jahren von Jean-Claude Mézières mit dem Szenaristen Serge Le Tendre bekannt gemacht worden. Die Idee zu "Auf der Suche nach dem Vogel der Zeit" wurde von den beiden schon 1975 für ein kurzlebiges Fantasy-Magazin entwickelt, doch erst die für "Charlie" neu gezeichnete Fassung von 1982 überzeugte Publikum wie Kritik gleichermaßen. Nachdem der vorerst letzte Band der Serie, "Das Ei der Finsternis", 1987 vorlag, wuchs die Spannung, ob Loisel sein hohes graphisches Niveau in einer neuen Arbeit würde halten können. Die einem eigenen Szenario nach Motiven von Matthew Barries folgende Serie "Peter Pan" (ab 1990), von der bislang vier Alben vorliegen, bestätigte Loisels Ruf als einer der besten zeitgenössischen Zeichner.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Der Schweinehund 4: Das Ritual (ISBN: 9783551809148)

Der Schweinehund 4: Das Ritual

Erscheint am 30.06.2026 als Gebundenes Buch bei Carlsen.

Alle Bücher von Régis Loisel

Cover des Buches Der Tempel des Vergessens (ISBN: 9783551022127)

Der Tempel des Vergessens

(5)
Erschienen am 15.02.2001
Cover des Buches Das Nest, Band 2: Serge (ISBN: 9783551760524)

Das Nest, Band 2: Serge

(4)
Erschienen am 01.08.2007
Cover des Buches Das Nest, Band 1: Marie (ISBN: 9783551760517)

Das Nest, Band 1: Marie

(4)
Erschienen am 01.02.2007
Cover des Buches Das Nest 4: Bekenntnisse (ISBN: 9783551760548)

Das Nest 4: Bekenntnisse

(3)
Erschienen am 24.12.2009
Cover des Buches Der große Tote 01 (ISBN: 9783770400836)

Der große Tote 01

(3)
Erschienen am 01.04.2021
Cover des Buches Peter Pan 01 London (ISBN: 9783770408405)

Peter Pan 01 London

(3)
Erschienen am 15.04.1991
Cover des Buches Das Nest 3: Die Männer (ISBN: 9783551760531)

Das Nest 3: Die Männer

(2)
Erschienen am 22.08.2008
Cover des Buches Peter Pan 02 Die Insel (ISBN: 9783770408412)

Peter Pan 02 Die Insel

(3)
Erschienen am 15.02.1993

Neue Rezensionen zu Régis Loisel

Auftaktband des zweiten Vogel-der-Zeit-Zyklus

Der Vierteiler „Auf der Suche nach dem Vogel der Zeit“ von Serge Le Tendre und Régis Loisel aus den 80er-Jahren ist ein Klassiker der Comic-Literatur. Vermutlich nicht nur für mich war die High-Fantasy-Reihe mit ihren exotischen Schauplätzen, Kreaturen und zeichnerisch wie metaphorisch ausgefransten Held*innen oder Anti-Held*innen der Einstieg in die französische Comickunst.

Früher war es ja noch so, dass man mit einer Handvoll Bücher oder Filme, die originell ein Thema und einen Stil auf den Punkt brachten, ein unsterbliches Denkmal setzen und ein Fandom begründen konnte. Heute leben wir in einer der Zeit der Endlos-Franchises, die dieselbe Idee immer wieder neu variieren und in neuen Episoden auf den Markt bringen.

Das haben Le Tendre und Loisel (hier mit dem leider kürzlich verstorbenen Zeichner Lidwine) schon Ende der 90er erkannt und eine Prequel-Reihe zum Vogel der Zeit gestartet, die bis heute erscheint. Ich hatte schon vor ein paar Jahren mal Band 10 gelesen, aber das war ziemlich aus dem Kontext gegriffen. Zeit, die Prequel-Reihe endlich mal von Anfang an zu beginnen: mit Band 5, „Javin“.

Zu Beginn ist Bragon, der spätere Ritter, noch ein Bauersjunge, den es aber nach Abenteuern dürstet. Inspiriert von dem vorbeiziehenden Kämpfer Javin verlässt er mit diesem das Elternhaus und geht hinaus in die Welt.

Das klingt jetzt wie ein klischeebeladenes Märchen. Bei Loisel und Le Tendre läuft sowas aber nie ganz glatt. Erst verweigert sich Bragon dem Abenteuer, dann rennt er aber Javin hinterher und gemeinsam stolpern sie eher tolpatschig durch die Fantasywelt. Die erste Hälfte, in der sie in die Gefangenschaft einer bunten Koboldhorde geraten, erinnert tatsächlich auch mehr an „Troll von Troy“ als an High Fantasy.

Spannender wird es dann in der zweiten Häfte des 64-Seiten-Comics. Die beiden Helden retten eher zufällig das Leben der Prinzessin Mara – der späteren Zauberin – und werden von dieser auf eine Queste geschickt, ein Ungeheur zu erschlagen.

Das klingt auch schon wieder wie Siegfried und der Drache, ist aber überhaupt nicht heroisch. Bragon und Javin sind eher hormongesteuert als aufrechte Recken und verfolgen eigentlich auch weder Plan noch Strategie. Und dann ist da noch Maras Cousin, der schon mal gegen einen Borak (so heißt das Tier mit der brennenden Zunge) gekämpf hat und dabei – Spoiler!

Bei sexuellen Themen und Gewalt nimmt die Reiher seit jeher kein Blatt vor den Mund und so endet alles in einem Blutrausch Brogars, der gefallene Freunde rächt. In der letzten Szene ist er daran gereift und Mara, deren Herz er tatsächlich gewonnen hat, vermag ihn eher schlecht als recht zu trösten.

Für diese letzte Seite liebe ich den Band. Davor war er über weite Strecken bodenständiger und weniger verträumt als die Bände 1–4. Lidwines Kunst schließt nahtlos an den eigentlich einzigartigen Stil der Vorgänger an. Ich kann ihn gar nicht richtig beschreiben, da sagt ein Blick mehr als tausend Worte.

Aber letztlich sind auch die gezeichneten Szenen bodenständiger und weniger opulent als im Original. Ich mag es, aber es haut mich nicht sofort um – daher vier Sterne für „Javin“.

Als Neuauflage für neue und alte Fans epischer Fantasy eine Empfehlung!

Meine Meinung

Die Fantasy-Comic-Serie »Auf der Suche nach dem Vogel der Zeit« von Serge Le Tendre und Régis Loisel zählt bereits zu den Klassikern seines Genres und erschien erstmals in den 1980er Jahren. Der erste Zyklus, welcher die vier Bände »Schatten über Akbar«, »Der Tempel des Vergessens«, »Grauwolfs letzter Kampf« und »Das Ei der Finsternis« umfasst, wurde vom Carlsen Verlag dieses Jahr in einer Hardcover-Gesamtausgabe herausgebracht und wird damit einem neuen Comicpublikum (wie mir) zugänglich gemacht.

Die Szenerie ist in typischer Manier eines Fantasy-Abenteuers gestrickt, kann in seiner Gesamtheit aus archetypischem Personal (welches zu überraschen weiß) und dem eindrucksvoll ausgestalteten Setting bestechen. Das französische Künstlerduo Serge Le Tendre und Régis Loisel entführt seine Leserschaft in das wilde Reich Akbar, wo die Zauberprinzessin Mara ihre Tochter Pelissa aussendet, um den Vogel der Zeit zu finden und damit genügend Zeit für die Erneuerung der Bannung des mächtigen und zerstörerischen Gottes Ramor zu erhalten. Außerdem gibt es reichlich beschreibenden Text, der für ein nostalgisches Leseerlebnis sorgt.

Pelissa benötigt für dieses Vorhaben Unterstützung, sodass sie in den Hochebenen von Medir den sagenumwobenen Ritter Bragon aufsucht, um ihn aus seinem Ruhestand zu holen, auf dass er noch einmal seinen Mut beweisen möge. Immer an Pelissas Seite ein kleines magisches Wesen namens Pelzchen (zu dem sie eine mysteriöse Verbindung zu haben scheint) und zusammen mit einem Unbekannten (ziemlich ängstlichen Hasenfuß) und Bulrog (einem alten Schüler Bragons) sind die Gefährten für das Abenteuer komplettiert.

Zunächst muss ich sagen, dass ich aufgrund der aufreizend zur Schau gestellten Weiblichkeit Pelissas und der aufdringliche Klischeehaftigkeit so mancher Charaktere meine Bedenken hatte, doch diese zerstreuten sich im Verlauf der Geschichte, denn diese Fantasy-Mär hält eine wundervolle Dynamik und Unerwartetes bereit. Besonders gut gefallen hat mir die ideenreiche und kreative Ausgestaltung der verschiedenen Reiche, die unsere lieb gewonnenen Gefährten durchreisen, denn hier lauern kuriose Kreaturen. Einer davon ist Toll vom Dol, ein echsenartiger Wicht mit Greifvogelfüßen, rotem Umhang und spitzen Zähnen, der in Rätseln spricht oder Grauwolf, ein recht ungemütlicher Zeitgenosse, der einst Bragon lehrte.

Die Illustrationen von Régis Loisel haben den unverkennbaren frankobelgischen Stil, was in meinen Augen perfekt zu dem actionreichen Fantasy-Abenteuer mit seiner humorvollen Note passt. Klar merkt man Geschichte und Zeichnungen an, dass sie nicht aus dem 21. Jahrhundert stammen, dennoch ist »Auf der Suche nach dem Vogel der Zeit« eine unterhaltsame Lektüre, perfekt für die kalte Jahreszeit, die ich wärmstens weiterempfehle!

Als kleines Extra ist in dieser Gesamtausgabe die ursprüngliche Schwarz-Weiß-Fassung aus dem Jahr 1975 enthalten, die in einem französischen SciFi-Magazin veröffentlicht wurde und für die ersten Kapitel der epischen Fantasy-Saga wieder aufgegriffen wurde.

Fazit

Ein äußerst unterhaltsames Fantasyabenteuer aus den 80er Jahren, das besonders durch die fantasievolle Kreativität der Illustrationen punkten kann. Als Neuauflage für neue und alte Fans epischer Fantasy eine Empfehlung!

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 14.12.2021

Cover des Buches Das Nest Gesamtausgabe 1 (ISBN: 9783551760951)
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Rezension zu "Das Nest Gesamtausgabe 1" von Jean-Louis Tripp

sabatayn76
‚Geht nicht gibt‘s nicht‘

‚Geht nicht gibt‘s nicht‘ (Seite 29)

Die 1920er Jahre in der kanadischen Provinz Québec: Den Eltern von Felix Ducharme gehört der Dorfladen in Notre-Dame am See, den Felix schließlich übernimmt. Zwanzig Jahre lang ist Felix mit der fünf Jahre jüngeren Marie verheiratet, und als er stirbt, überlegt Marie, ob sie nicht in ihre Heimat Chicoutimi zurückkehren soll, denn in Notre-Dame am See ist sie immer noch die Zugezogene, keine Heimische.

Doch Marie bleibt und behält den Dorfladen, arbeitet hart, ist Stütze und Hilfe für viele im Dorf.

Ich mag Graphic Novels, aber ‚Das Nest‘ ist ganz besonders schön gezeichnet. Tatsächlich war es so, dass ich nicht nur gebannt der Geschichte um Marie und das Dorf gefolgt bin, sondern beim Lesen immer wieder innehalten musste, weil die Zeichnungen einfach so wundervoll sind.

Régis Loisel und Jean-Louis Tripp zeichnen sehr detailreich und ausdrucksstark, und ich würde behaupten, dass ihre Technik absoluten Wiedererkennungswert hat.

‚Das Nest‘ erzählt von Verlust und vom Kämpfen, von einer starken Frau, von schweren Bürden und von glücklichen Momenten, vom Dorfleben und vom Alltag in einem kanadischen Dorf vor 100 Jahren. Dabei ist die Graphic Novel oft märchenhaft, aber nie verklärt, sondern weist auch viele tragische Momente auf.

Ich freue mich schon auf den zweiten Band.

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