Rüdiger Frank Nordkorea

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Inhaltsangabe zu „Nordkorea“ von Rüdiger Frank

Tiefe Einblicke in ein verstörendes Land
Nordkorea ist das isolierteste Land der Erde. Wenige Nachrichten dringen aus dem vom Kim-Clan diktatorisch regierten Staat nach außen, und wenn, dann sind es meist Negativschlagzeilen.
Der Nordkorea-Experte Rüdiger Frank bereist seit vielen Jahren regelmäßig das Land. Er beschreibt die Machtstrukturen und die wirtschaftlichen Verhältnisse, das Geschichtsverständnis und den Alltag. Aus seiner langen Erfahrung berichtet er aber auch von den Veränderungen, die er in den letzten Jahren beobachten konnte, und versucht eine für uns unbegreifliche Gesellschaft ein wenig begreiflicher zu machen.
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    Nordkorea

    BluevanMeer

    11. December 2017 um 16:52

    Rüdiger Frank ist Professor für Wirtschaft und Gesellschaft Ostasiens an der Universität Wien und Vorstand des dortigen Instituts für Ostasienwissenschaften. Geht es um Nordkorea, ist er einer der prominentesten deutschsprachigen Experten. Der gebürtige Leipziger studierte bis kurz nach dem Mauerfall in Ostberlin Koreanistik bei Helga Picht, einer ausgewiesenen Nordkoreakennerin, die unter anderem bei Treffen zwischen Honecker und Kim Il-Sung als Übersetzerin dabei war. Durch die guten Kontakte von Picht, durfte Frank 1991/1992 für ein Auslandssemester nach Pjöngjang an die Kim-Il-Sung-Universität reisen, weil es Absprachen zwischen der DDR und Nordkorea zum Austausch von Studierenden gab, die auch nach dem Mauerfall noch gültig waren. Seitdem war Frank mehrfach in Nordkorea und seine Beobachtungen fließen auch immer wieder in das Buch mit ein. Er schreibt selbst, dass er als ehemaliger DDR-Bürger vom Mauerfall überrascht war – deshalb versucht er sich mit Vorhersagen zur Entwicklung des Landes zurückzuhalten. Man braucht schon ein dickes Fell, wenn man sich über Nordkorea äußert, denn unabhängig vom politischen Lager und dem tatsächlichen Wissen scheint so gut wie jeder eine feste Meinung dazu zu haben. Eine differenzierte Haltung wird oft heftig abgelehnt. Das Land hat gefälligst schwarz und weiß zu sein. (S.12) Das diese Schwarz-Weiß-Schablone auf ein so komplexes Land nicht immer ohne Weiteres passt, versucht Frank in seinem Sachbuch darzustellen. Er nähert sich dem Phänomen Nordkorea auf etwas über 400 Seiten ziemlich anschaulich und versucht in neun differenzierten Kapiteln auch die (zum Teil auch paradoxen) Entwicklungen des Landes zu analysieren. Zum einen beschreibt Frank die spezielle nordkoreanische Ideologie die dem politischen System zugrunde liegt, er beschreibt die Wirtschaft des Landes und welches Reformpotenzial er unter Kim Jong-un tatsächlich sieht. Dieses Kapitel hat mich besonders überrascht, denn anders als ich anfänglich gedacht habe, deuteten sich zumindest seit den 2000 Jahren vorsichtige Änderungen innerhalb des Systems an, gerade wenn man sich die wirtschaftliche Entwicklung ansieht. Nun ist Frank Experte für wirtschaftliche Fragen und wahrscheinlich beschreibt er deswegen auch in einem ganzen Kapitel den Aufbau und das vorläufige Scheitern einer Sonderwirtschaftszone zwischen Nord- und Südkorea, das war mir etwas zu lang. Zudem ist das Sachbuch im Januar 2017 in der aktualisierten Auflage erschienen, die seit dem andauernden Raketentests oder das angespannte Verhältnis zu den USA wird nur am Rande gestreift. Zum anderen, ergänzt Frank immer wieder Erlebnisse und eigene Beobachtungen von seinen Reisen nach Pjöngjang, die mir besonders gut gefallen haben. Ein Kapitel widmet sich zum Beispiel ganz dem Arirang, eine Art jährlichen ideologischem Massenspektakel zur Feier des Landes, das Frank besuchen konnte. Weiterführende Literaturhinweise (die man nicht vernachlässigen sollte) sind auf 30 Seiten Anmerkungen enthalten. Allein im Jahr 1987 gab es 1,3 Millionen Besuche von DDR-Bürgern in der BRD und Westberlin. Die Zahl der Nordkoreaner, die legal Südkorea bereist haben, kann man an wenigen Händen abzählen. (S. 353) Frank hat da einen deutlich differenzierteren Blick und mehr Möglichkeiten, das Land zu betrachten. Besonders gefallen haben mir die ersten Kapitel, in denen der Wissenschaftler auf typische koreanische Traditionen und geschichtliche Entwicklungen des Landes (die Erfahrungen der japanischen Kolonialisierung und die damit einhergehende Unterdrückung der eigenen Sprache und der erzwungenen Verehrung des japanischen Kaisers als Gott; der Koreakrieg), sowie die Verbindungen zum totalitären Regime eingeht. Der Personenkult um Kim Il-sung und seinen Sohn Kim Jong-il geht sogar so weit, den beiden übernatürliche Fähigkeiten zuzusprechen; von Wunderheilungen und hellen Sternen bei der Geburt des Sohnes, sowie aufsteigenden Kranichen (wichtige Symbole im Konfuzianismus) sind da die Rede. Die in Schulzeugnissen an oberster Stelle gelisteten fünf Schulfächer sind „Revolutionäre Aktivitäten des Großen Führers Generalissimo Kim Il-Sung“, „Revolutionäre Geschichte des Großen Führers Generalissimo Kim Il-Sung“, „Revolutionäre Aktivitäten des Großen Führers General Kim Jong-il“, „Revolutionäre Geschichte des Großen Führers General Kim Jong-il“ und „Revolutionäre Geschichte der antijapanischen Heldin Mutter Kim Jong-suk.“ (S.62) In Nordkorea verbindet sich eine Vielzahl ideologischer Strömungen, die sich mit dem Begriff „Kimilsungismus-Kimjongilismus“ zusammenfassen lassen. Was erst einmal total absurd klingt, erklärt Frank mit dem Verweis auf Konfuzianismus und dem Glaube an das Kollektiv und der Notwendigkeit eines Führers, der das Kollektiv leitet, wodurch der Mensch „Herr über alles“. Es ist sehr interessant zu lesen, wie Frank diese spezielle nordkoreanische Haltung als „frontale[n] Angriff auf Marx“ (S.98) deutet, der immerhin an eine Art „Naturgesetz“ der menschlichen Gesellschaft und ihrer Entwicklung glaubte. Auch wenn ich für einige Kapitel ein bisschen länger gebraucht habe, waren diese grundlegenden Erklärungen der Organisation der nordkoreanischen Gesellschaft sehr spannend zu lesen. Gut finde ich auch, dass Frank keinesfalls zu wissenschaftlich schreibt, sondern durchaus für die interessierten Leser*innen. Ihm gelingt es, immer wieder eigene Anekdoten und Erlebnisse seiner Reisen einfließen zu lassen. Zudem macht er sehr klar deutlich, welche Gerüchte über Nordkorea ins Reich der Mythen gehören, scheut sich aber auch nicht, zuzugeben, dass viele Insiderinformationen über das Land auch von ihm nicht überprüfbar sind. Insgesamt hätte ich mir ein paar konkretere Einblicke in das Leben der „normalen“ Menschen gewünscht, allerdings bekommt man diesen Einblick gut durch Barbara Demicks Buch und Frank ist eben Professor für Gesellschaft und Wirtschaft und hat deswegen auch einen klaren Fokus auf wirtschaftliche Entwicklungen, die ich aber dennoch sehr spannend fand. Außerdem gefällt mir gut, dass Frank versucht eine für uns  so unbegreifliche Gesellschaft, die so häufig parodiert wird, weil man sich die Absurditäten des Alltags einfach nicht vorstellen kann, ein wenig begreiflicher zu machen. Ich lese selten Sachbücher, aber wenn ihr euch für Nordkorea interessiert, bekommt ihr mit diesem Buch einen wirklich gelungenen und gut zu lesenden Einblick in dieses abgeschottete Land.

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  • Hier ist ein Standardwerk

    Nordkorea

    Duffy

    21. March 2017 um 08:46

    Was wir von Nordkorea wissen, ist eigentlich nichts weiter als eine Aneinanderreihung von Klischees. Letzte Bastion des Kommunismus, Zustände wie in der Steinzeit, Diktatur, Hunger, "Achse des Bösen" sind die Schlagwörter, die uns einfallen und dann sieht man auch immer die Satellitenbilder, auf denen Nordkorea eine schwarze Fläche ist. Gruselig die Geschichten, die man sich erzählt über Hungersnöte, unterdrückte Menschen, Straflager, abenteuerliche Fluchten und grausames  Dahinsiechen eines ganzen Volkes. In den letzten Jahren gab es zwar Bücher, die etwas weitergingen. Da kamen Zeitzeugen zu Wort oder Menschen, denen die Flucht gelang und die  Insiderwissen verbreiteten. Doch was steckt hinter all dem wirklich? Und wie tickt dieser Staat, der über die Atombombe verfügt und dessen Führung regelmäßig alle Abkommen bricht, bzw. furchtlos der Weltgemenschafft gegenübersteht und immer auch einen Weltkrieg auslösen könnte. Wie funktioniert Nordkorea, dass es immer noch besteht, aller Logik zum Trotz. Wie ist dieser Staat überhaupt auf der Landkarte geblieben, wie hat er sich entwickelt und was passiert wirklich nördlich des 38. Breitengrades? Alles Fragen, die man nicht hundertprozentig beantworten kann, denn Nordkoreas Abschottung funktioniert immer noch, allerdings werden die Löcher im Zaun größer, aber man ist noch weit davon entfernt, Teil dieser Welt zu werden, mit all seinen Bündnissen, Verträgen und Abkommen, die das Zusammenleben halbwegs regeln oder regeln sollten.Rüdiger Frank ist einer der besten Kenner des Landes, hat selbst an der Uni Pjöngjang Anfang der Neunziger ein Jahr Koreanistik studiert und das Land immer wieder bereist. Seine Expertisen sind international gefragt und er hat in seinem Buch einen umfassenden Überblick über die Geschichte des Landes und der Familie Kim gegeben, hat die Ideologie erklärt, den Fortschritt und kleine Reformen dokumentiert, hat auch Vermutungen angestellt, Theorien entwickelt und Prognosen gewagt. Kurz, er hat das beste und umfassendste Buch über Nordkorea verfasst, das bisher erschienen ist. Dass er dabei nicht alles belegen konnte, liegt in der Natur der Sache, denn vieles, was Nordkorea angeht, kann einfach solange nicht transparent werden, solange das System mit dieser Abschottung nach außen arbeitet. Dennoch, was an Fakten und haltbaren Prognosen zusammenzustellen war, hat Frank hier getan. Das liest sich teilweise wie ein großes Abenteuer, denn Frank verzichtet auf allzu wissenschaftstheoretisches Geschwurbel, sondern reiht Fakten und Erkenntisse mit seinen persönlichen Erfahrungen aneinander.Man kann guten Gewissens sagen, dass er ein Standardwerk geschaffen hat, das sich so detailiert mit Nordkorea beschäftigt, wie kein anderes Buch davor. Und viele neue Kenntnisse vermittelt, damit dieses Land nicht ein weißer (bzw. schwarzer) Fleck auf der Landkarte bleibt. Die Geschichte und die Entwicklung des Landes ist spannend und interessant. Wenn man genug Geduld mit Nordkorea aufbringt, dann dürften sich dort die Dinge zum Besseren wenden. Das jedoch ist eine politische Frage und vielleicht täten einige der Entscheidungsträger gut daran, die Erkenntnisse des Rüdiger Frank zu verinnerlichen, denn im Umgang mit diesem Land gibt es nur eine Tugend, die den Fortschritt bringt: Fingerspitzengefühl.Für alle, die sich ernsthaft mit diesem Land beschäftigen wollen und sich von den Slogans, die in den Medien herumgeistern, lösen können, ist Franks Buch die beste Alternative, die man sich wünschen kann.

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  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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    • 1703
  • Blick hinter die Vorurteile

    Nordkorea

    ban-aislingeach

    12. May 2016 um 20:31

    Das Sachbuch „Nordkorea“ wurde von dem deutschen Ökonom und Ostasienwissenschaftlicher Rüdiger Frank geschrieben. Es ist 2014 im DVA Verlag erschienen und umfasst 320 Seiten. Rüdiger Frank hat bei seiner Arbeit als Ostasienwissenschaftlicher seinen Schwerpunkt auf Nordkorea gelegt. Er gehört zu den wenigen Experten, welche in der DDR, Sowjetunion und in Nordkorea gelebt haben und somit die drei teilweise unterschiedlichen sozialistischen Systemen erlebt hat. Seinen beruflichen Hintergrund nutzt er um Nordkorea von verschiedenen Perspektiven zu analysieren zu zu kommentieren. Was auch in diesem Buch ein wunderbarer Vorteil ist. Noch heute besucht er beide koreanischen Staaten regelmäßig und war Mitglied von EU-Delegationen. Das Buch gibt einem einen wunderbaren Überblick über Nordkorea. Das Buch erzählt die Geschichte von Nordkorea und die Ideologie. Außerdem geht Herr Frank auf Reformen und Refömchen ein und versucht zu erklären wieso aus manchen keine richtige Reform wurde bzw. wieso man manchmal das Rad zurück gedreht hat. Er geht auf die drei verschiedenen Führer ein und besonders interessant fand ich was Kim Jong-un bisher geändert hat. Im Buch wird so bildhaft eine Propagashow beschrieben, dass ich das Gefühl hatte selbst dabei gewesen zu sein. Klasse fand ich, dass er oftmals in der Ich-Person über seine Reisen nach Nordkorea berichtet. Das erste Mal hat er das Land als Student besucht, als er dort ein Semester gelebt hat. Sehr interessant fand ich auch wie eine Wiedervereinigung von Nord- und Südkorea aussehen könnte. Sehr gut fand ich dazu den Vergleich zur Vereinigung von Deutschland. Die Fotos am Ende des Buches haben mir auch sehr gefallen. Insgesamt ein tolles Buch, wobei er mir manches Mal nicht objektiv genung gewesen ist. Dennoch kann ich das Buch jedem empfehlen der mehr über das Land wissen möchte und ein mehr oder weniger objektives Buch darüber lesen möchte, dass in einem wunderbaren Schreibstil geschrieben ist.

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  • Fakten über ein geheimnisvolles Reich ...

    Nordkorea

    Noir-Crime

    14. February 2015 um 14:01

    Rüdiger Franks bei der DVA erschienenes Sachbuch "Nordkorea" ist eines der kurzweiligsten und unterhaltsamsten populärwissenschaftlichen Bücher, die ich je gelesen habe. Frank erzählt - und das ist meines Wissens ein Novum - in einem wissenschaftlichen Buch aus der Ich-Perspektive. Deshalb wirkt der Stil erfrischend und belebend.  Nordkorea ist nach wie vor eines der großen Fragezeichen im Westen. Frank hat eine umfassende Arbeit zum Ist-Zustand und zur Geschichte Nordkoreas vorgelegt. Insbesondere wenn es um die Ökonomie geht, beweist Frank, dass er ein brillanter Wissenschaftler ist. Ohne ideologische Färbe schildert er objektiv und wohl auch realistisch, wie es um die nord-koreanische Gesellschaft bestellt ist. Damit führt er dem westlichen Leser eine unbekannte Welt vor Augen und trägt gleichzeitig zu deren Entmythifizierung bei. Außerdem entblößt er in den westlichen Medien immer wieder breitgetretene Klischees, die einer Überprüfung nicht standhalten können. Lediglich die ausufernde Schilderung des Arirang-Festivals stört und wirkt deplatziert - zumindest in diesem Umfang. Ansonsten ist Franks Buch zur uneingeschränkten Lektüre empfohlen. Auch Menschen die sich sonst nicht mit politischen und Wirtschaftssystemen beschäftigen können hier viele interessante Dinge über den Alltag einer uns fremden und faszinierenden Kultur erfahren.    

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  • Hintergründe über einen „merkwürdigen“ Staat

    Nordkorea

    michael_lehmann-pape

    21. October 2014 um 11:42

    Hintergründe über einen „merkwürdigen“ Staat Ist Nordkorea so etwas wie ein Operettenstaat, nur „in Ernst“? Eine Form der alten DDR, nur in „noch ärmer“. Säbelrasselnd oder eine echte, atomare Gefahr für die Welt? Dicht abgeschottet wird das Land, wenig verlässliche Informationen, wenig Bildmaterial, wenig unabhängige Nachrichten dringen nach draußen. Seit der Schließung der gemeinsamen Industriezone mit dem (westlich orientierten) Nachbarn Südkorea scheinen alle verlässlichen (Informations-) Verbindungen gekappt zu sein. Seit Jahrzehnten wird Nordkorea wie in einer Monarchie durch die Familie Kim regiert, seit Gründung des Staates greifen die Kims eisern durch, auch gegeneinander, um die Verhältnisse zu zementieren. Rüdiger Frank bietet in seinem Werk nun eine sehr sachliche und spürbar fundierte Sicht auf diesen abgeschotteten Staates und führt so den Leser (so gut es geht, manches Mal auch auf der Basis nicht unbedingt fest gesicherten Informationen) über die tagesaktuellen Nachrichten hinaus in die grundlegende Verfassung Nordkoreas hinein. Wobei echte, gar konspirative Informationen durch Bürger des Landes, durch politische Kräfte, einfach nicht der Verfassung dieses Staates entsprechen und daher auch Frank nicht wirklich vorliegen. Neben den Nachrichten aber über irgendeine merkwürdig anmutende Aktion der Führung des Landes oder Waffentests mit drohenden Atomwaffen findet sich eine (unendlich arme), teils verängstigte, teils fest zu den Strukturen stehende Gesellschaft im Land, die in ganz besonderer Form geographisch lebt mit besonderem Augenmerk gerade auf die Beziehung zum „Schwesterland“ Südkorea. Nach einem fundierten Einblick in die Tradition und den Ursprung Nordkoreas geht Frank sodann umgehend in medias res und zeigt auf, „was das Land im Innersten zusammenhält“. In seiner fast völligen Isolierung vom Rest der Welt, die natürlich (und vor allem) auch die Informationen über diese Welt angeht, die Nordkoreanern zur Verfügung stehen (so gut wie keine). Eine Isolation, ein massiv unterdrückter Pluralismus, dessen Wurzeln überzeugend durch Frank in der persönlichen Situation des Kim Il-sung verortet, dessen „Politik der harten Hand“ gegen jeden Anhauch von Opposition auch unter seinem Nachfolger bis heute das Land prägt. Eine profunde Erklärung auch dafür, warum bis heute keine Reformgruppen vorhanden sind. Es ist diese Ideologie, die Frank „ohne zu zögern“ als Grundlage der Existenz Nordkoreas trotz Hungersnot, Tot des Staatsgründer und Kollaps all der anderen sozialistischen Systeme benennt. Und dies sehr gründlich und umfassend im Buch dann weiterhin ausführt und erläutert, bis in den Alltag der Menschen dort hinein. Eine ideologische Verankerung, die weit über Massenkundgebungen, antiquiert wirkende Standbilder des „großen Führers“ oder Militärparaden hinaus geht. Denn „nur der Führer kann entscheiden, was allgemein und im nordkoreanischen Kontext „gut“ und „richtig“ ist“.“. „Ohne Kopf kann die Gesellschaft nicht überleben“, ein Glaubenssatz, der im nordkoreanischen Volk fest verankert ist (und weiter durch die Führung verankert wird). Nüchtern und sachlich im Ton arbeitet Frank alle relevanten Themenbereiche zur nähren Beschreibung des aktuellen Status Quo in Nordkorea ab Wirtschaft, Reformen, Sonderwirtschaftszonen, Kim Jong-un) , erläutert die Entwicklung, die zu diesem geführt hat und wagt ebenso einen Ausblick auf die mittelfristige Zukunft in der Region in der Frage einer möglichen Wiedervereinigung mit Südkorea. Eine hoch interessante Lektüre, die vieles an Wissen und Hintergrund über das Nordkorea der Gegenwart bietet.

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