Rüdiger Safranski

 4.2 Sterne bei 271 Bewertungen
Autor von Romantik, Nietzsche und weiteren Büchern.
Autorenbild von Rüdiger Safranski (© Peter-Andreas Hassiepen )

Lebenslauf von Rüdiger Safranski

Rüdiger Safranski wurde 1945 im baden-württembergischen Rottweil geboren. Er studierte ab 1965 Philosophie, Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte in Frankfurt am Main und Berlin. Von 1972 bis 1977 arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent an der Freien Universität Berlin. Safranski promovierte 1976 mit einer Arbeit zu „Studien zur Entwicklung der Arbeiterliteratur in der Bundesrepublik“. Anschließend war er Mitherausgeber und Redakteur der „Berliner Hefte“. Von 1977 arbeite Safranski drei Jahre lang als Dozent in der Erwachsenenbildung, bevor er sich 1987 als freier Schriftsteller in Berlin niederließ. Safranski lebt in Berlin und München. Vor allem durch seine Monografien zu Schiller, E. T. A. Hoffmann, Schopenhauer, Nietzsche und Heidegger wurde der Autor bekannt. Im Jahr 2005 heiratete er seine langjährige Lebensgefährtin Gisela Nicklaus. Seit 1999 ist Safranski Mitglied des PEN-Zentrums und Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt. Gemeinsam mit Peter Sloterdijk moderiert er seit 2002 die Sendung das „Philosophische Quartett“ im ZDF. 2009 wurde er mit dem Literaturpreis CORINE für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Neue Bücher

Nietzsche

Neu erschienen am 20.07.2020 als E-Book bei Hanser, Carl.

Alle Bücher von Rüdiger Safranski

Sortieren:
Buchformat:
Cover des Buches Romantik (ISBN: 9783446209442)

Romantik

 (48)
Erschienen am 25.08.2007
Cover des Buches Schiller (ISBN: 9783596033607)

Schiller

 (30)
Erschienen am 10.12.2015
Cover des Buches Nietzsche (ISBN: 9783596151813)

Nietzsche

 (34)
Erschienen am 17.10.2002
Cover des Buches Goethe - Kunstwerk des Lebens (ISBN: 9783446235816)

Goethe - Kunstwerk des Lebens

 (21)
Erschienen am 26.08.2013
Cover des Buches Ein Meister aus Deutschland (ISBN: 9783446246591)

Ein Meister aus Deutschland

 (17)
Erschienen am 03.02.2014
Cover des Buches Das Böse oder Das Drama der Freiheit (ISBN: 9783596142989)

Das Böse oder Das Drama der Freiheit

 (14)
Erschienen am 01.02.1999

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Rüdiger Safranski

Neu

Rezension zu "Hölderlin" von Rüdiger Safranski

Brod und Wein
Aliknechtvor 8 Monaten

Friedrich Hölderlin gehört zu den bedeutendsten deutschen Dichtern. Er hat neben dem "Hyperion" vor allem große Hymnen und Elegien geschaffen und eine außerordentliche poetische Strahlkraft entwickelt. Er wurde 1870 im schwäbischen Lauffen geboren und gelangte über die Klosterschulen Denkendorf und Maulbronn zum Studium an der Tübinger Universität ins Tübinger Stift. Dort war er mit Schelling und Hegel auf der gleichen Stube. Gemeinsam pflegten sie die philosophische Diskussion und teilten ihre Begeisterung über die Ideale der Französischen Revolution. 

Eigentlich bestimmt zu einer theologischen Laufbahn, kämpfte er verzweifelt dagegen an und versuchte sich als Schriftsteller und in verschiedenen Anstellungen als Hauslehrer eine unabhängige berufliche Existenz zu schaffen. Der elf Jahre ältere Schiller hat Hölderlin gefördert.

Die Elegie "Brod und Wein" entstand etwa um 1800 und ist nach Rüdiger Safranski und nach meiner Meinung das vielleicht schönste Gedicht Hölderlins. 

Die erste von neun Strophen lautet:

Rings um ruhet die Stadt; still wird die erleuchtete Gasse,

Und, mit Fackeln geschmückt, rauschen die Wagen hinweg.

Satt gehn heim von Freuden des Tags zu ruhen die Menschen,

Und Gewinn und Verlust wäget ein sinniges Haupt

Wohlzufrieden zu Haus; leer steht von Trauben und Blumen,

Und von Werken der Hand ruht der geschäftige Markt.

Aber das Saitenspiel tönt fern aus Gärten; vielleicht, daß

Dort ein Liebendes spielt oder ein einsamer Mann

Ferner Freunde gedenkt und der Jugendzeit; und die Brunnen

Immerquillend und frisch rauschen an duftendem Beet.

Still in dämmriger Luft ertönen geläutete Glocken,

Und der Stunden gedenk rufet ein Wächter die Zahl.

Jetzt auch kommet ein Wehn und regt die Gipfel des Hains auf,

Sieh! und das Schattenbild unserer Erde, der Mond,

Kommet geheim nun auch; die Schwärmerische, die Nacht kommt,

Voll mit Sternen und wohl wenig bekümmert um uns,

Glänzt die Erstaunende dort, die Fremdlingin unter den Menschen,

Über Gebirgeshöhn traurig und prächtig herauf.

In dieser Zeit erreichte Hölderlin seinen poetischen Höhepunkt und hatte diesen "einen Sommer" zur Unsterblichkeit, wie er es sich in "An die Parzen" (1. Strophe) gewünscht hat. 

Nur Einen Sommer gönnt, ihr Gewaltigen!

Und einen Herbst zu reifem Gesange mir,

Daß williger mein Herz, vom süßen

Spiele gesättiget, dann mir sterbe.


Im Hause einer reichen Kaufmannsfamilie in Frankfurt verliebte er sich unsterblich in die junge attraktive, vom Ehemann vernachlässigte, Ehefrau Susanne - Diotima - Gontard. Sie verlebten auf Reisen ohne den Ehemann eine kurze Zeit höchsten Liebesglücks, bis der Gehörnte dahinterkam und den Hauslehrer kurzer Hand aus dem Haus warf. 

Danach begannen sich seine Sinne zu verwirren. Er nahm noch eine Stellung in Bordeaux an. Von dort kehrte er völlig gebrochen zurück. Er verbrachte einige Zeit in der Authenrieth'schen Psychiatrie in Tübingen, eine der ersten Kliniken auf diesem neuen medizinischen Gebiet. Wie man heute sagen würde,  wurde er 1807 als "austherapiert" entlassen. In der Familie des Tübinger Schreinermeisters Zimmer, der seine Gedichte mochte, wurde er freundlich aufgenommen und im Turm hoch über dem Neckar unterbracht. Dort verbrachte Friedlich Hölderlin weitere 36 Jahre. Manchmal lief er in der Stadt umher oder erhielt Besuch von Freunden und Bewunderern. In den späteren Jahren versah er seine Gedichte mit einem fiktiven Datum und zeichnete mit Scardanelli oder Buonarotti. Er starb 1843 und wurde "bei Sturm und Regen" auf dem Tübinger Stadtfriedhof bestattet. Für den Nachruhm setzten sich vor allem Gustav Schwab und Ludwig Uhland ein, die 1826 die erste Hölderlin-Gedichtsammlung herausbrachten. Seit der Jahrhundertmitte tauchten Hölderlin-Gedichte in Schulbüchern auf und in den 70er-Jahren erschien ein Gedichtband bei Reclam. Friedrich Nietzsche, Stefan George und Martin Heidegger gehörten zu seinen Bewunderern. 

Rüdiger Safranski hat, wie man es von ihm gewöhnt ist, mit großer Sachkenntnis, informativ und unterhaltsam, eine neue Dichter-Biographie vorgelegt. Was bleibt ist, die Hölderlin-Ausgabe aus der hinteren Reihe des Bücherregals herauszusuchen und darin wieder zu lesen. 

Ausgabe: Rüdiger Safranski Komm! ins Offene, Freund! Biogapie. Carl Hanser Verlag München 2019

Kommentieren0
2
Teilen

Rezension zu "Der Briefwechsel" von Rüdiger Safranski

Briefe wundervoll, Auswahl enttäuschend
Viv29vor 2 Jahren

Bei der Fülle an Briefen, die Goethe und Schiller ausgetauscht haben, schien es mir sinnvoll, ein Buch mit einer Auswahl zu lesen, und angesichts von Safranskis hervorragenden Büchern zu den beiden Dichterfürsten war ich sicher, daß er eine solche Auswahl hervorragend treffen würde.

Das Buch beginnt mit einer Einführung Safranskis, in der er die wichtigsten Aspekte und Entwicklungen dieser so einzigartigen Freundschaft darlegt. Wer bereits Bücher von Safranski gelesen hat, wird hier nicht viel Neues finden, für einen neuen Leser ist es aber eine gute Einführung. In seinem gewohnt angenehmen Stil nimmt Safranski auch Stellung zu der Frage, inwieweit diese Freundschaft denn nun wirklich Freundschaft, oder Zweckbündnis war. "Im Mittelpunkt stand die gemeinsame Sache der Literatur, aber von dort aus strahlte die Freundschaft auch auf das übrige Leben aus, wie der Briefwechsel zeigt, wo nicht nur die großen geistigen Themen erörtert wurden, sondern man sich auch das Alltägliche miteilte, Sorgen teilte und Zuspruch gab." Eine Meinung, die ich absolut teile. So machte mir die Einführung auch Hoffnung darauf, daß eben diese Seiten der Freundschaft sich auch in der Briefauswahl finden würden.

Diese Hoffnung wurde leider ein wenig zerstört. Was die "gemeinsame Sache der Literatur" betrifft, hat Safranski viele Briefe oder Briefauszüge mit aufgenommen. Manchmal ist dies zu ausführlich geraden, insbesondere der Austausch zu Wilhelm Meister ist sehr detailliert. Dafür kommt dann der Austausch über Schillers Werke viel zu kurz. Fast gänzlich vernachlässigt ist in der Auswahl "das übrige Leben", die persönliche Seite, und gerade diese hofft man doch bei einem Briefwechsel mehr zu sehen als in den bekannten Werken (zB die Briefe zwischen Schiller und seiner Frau haben mir einen ganz neuen intensiven Einblick in den Menschen Schiller gegeben). Wenn ich bei den hier auszugsweise wiedergegebenen Briefen den Auszug mit der vollständigen Version verglich, stellte ich oft fest, daß gerade die interessanteren persönlichen Stellen gekürzt worden waren. Auch hat Safranski seiner Schwäche für Philosophie wieder etwas zu sehr (für meinen Geschmack) nachgegeben. Philosophische Exkurse, die wir doch in den Veröffentlichungen der beiden häufig lesen können, sind hier mehr berücksichtigt als die menschlichen, alltäglichen Aspekte, die man eben sonst nicht zu lesen, zu erleben bekommt. Insofern fand ich die Auswahl oft wenig geglückt.

Zum Ende des Buches hin werden die Briefe dann leider auch immer weniger. Von 1794 - 1797 kann man Goethe und Schiller anhand der Briefauswahl recht gut durch die jeweiligen Jahre folgen und begleiten. Ab 1798 gibt es die ersten größeren Zeitsprünge, so daß die Briefe oft zusammenhanglos wirken. Ab 1800 sind dann nur noch sehr weniger Briefe mit großen Zeitsprüngen abgedruckt und man verliert den Zugang ziemlich. Sicher werden mit Schillers Übersiedlung nach Weimar 1799 die Briefe kürzer, alltäglicher, wie Safranski in seinem Vorwort auch erwähnt, aber wenn man nur noch 5 Briefe (von über 40 geschriebenen) aus dem Jahre 1801 zu lesen bekommt und ganze 3 (von über 50 geschriebenen!) aus dem Jahre 1803, dann fragt man sich schon, ob hier nicht zu stark ausgewählt wurde. Es gab aus diesen Jahren durchaus viel Lesenswertes in den Briefen. Ich wurde mit fortschreitendem Lesen immer ärgerlicher, wie viel uns hier vorenthalten wurde. Da hat man in einem Jahr eine kurze Bemerkung über Schillers "Maria Stuart", dann kein Wort mehr, bis es dann in einer weiteren Nebenbemerkung in einem späteren Jahr plötzlich um die "Jungfrau von Orleans" geht. Hier fehlt viel zu viel.

Auch was die Anmerkungen betrifft, wäre ab und an mehr besser gewesen. Generell finde ich es gut, daß Safranski die Briefe für sich selbst sprechen läßt und nur ab und an eine erklärende Fußnote einfügt. An manchen Stellen fehlte aber eine solche Erklärung, obwohl sie notwendig gewesen wäre.

Insofern ist mein Fazit, daß die Briefauswahl jedenfalls für meine Erwartungen nicht gelungen ist. Ich werde mir nun die kompletten Briefe als Buch kaufen.

Kommentieren0
4
Teilen
T

Rezension zu "Romantik" von Rüdiger Safranski

Gelungenes Hörbuch - vom Autor gelesen
TaHavor 2 Jahren

Romantik: eine deutsche Affäre

Gekürzte Lesung, Audio-CD

Rüdiger Safranski

5 CDs, 5h 30 Spielzeit

Random House Audio

16,95 Euro

 

 

Covertext:

Eine deutsche Obsession mit europäischen Folgen

Rüdiger Safranski beschreibt die Epoche der Romantik und ihre Zeitgenossen: Tieck, Novalis, Fichte, Schelling, Schleiermacher und Dorothea Veit, die für die Entfesselung des Genies stehen, für den Aufbruch und die Lust am Experiment. Und er erzählt die Geschichte des Romantischen, die über Heine, Wagner, Nietzsche und Thomas Mann bis in die Gegenwart führt - die Biographie einer Geisteshaltung.

 

Der Leser:

Safranski liest selbst. Er, der Philosoph und Schriftsteller, hat Massen mit seinen Biografien über Schiller, Heidegger und Nietzsche begeistert. In meinem Schrank stehen einige seiner Bücher, ich finde sie nicht nur informativ, sondern genieße diese unterhaltsam formulierten Ideenspaziergänge. Für mich ist er der Meister der verständlichen Philosophie- Erzählungen. Unterhaltsames Vorlesen hingegen ist jetzt nicht unbedingt seine Stärke. Erwähnt werden muss, dass dieses Hörbuch/ die Lesung ohne jegliche Vertonung auskommt. Der Inhalt muss hinter nichts zurückstehen, auch nicht hinter dem Können eines professionellen Sprechers. Safranski moduliert seine Stimme nicht, wie es ein geübter Sprecher tun würde. Man hört die ein oder andere Lautbildstörung. Zuerst dachte ich, dass dieses Konzept sich erfrischend von den gängigen, professionell vorgetragenen und untermalten Hörbüchern abhebt. 5,5 Stunden zuhören gelingt jedoch in der Tat besser, wenn die Sprecherqualität besser ist.

Meinung:

Mit „Romantik: eine deutsche Affäre“ hat er sich eine ganzen Epoche samt ihrer Theoretiker, Schriftsteller sowie einzelne Werke vorgenommen. Zusätzlich will er die Romantik als Geisteshaltung von Wagner über Heidegger, Nazi-Deutschland bis in die 1968 Jahre hin aufgreifen. Er skizziert Entstehungshintergründe und eröffnet fast schon anekdotische Einblicke.  Mit Hingabe nähert er sich Kleist, Heine, Hölderlin und anderen Vertretern dieser Epoche. Sehr ambitioniert!

 

Wesentliche Merkmale der Epoche werden gekonnt herausgearbeitet: Überschuss an Phantasie und Ästhetik, das Träumerische. Politische, ästhetische, soziale und philosophische Positionen werden skizziert, Entstehungsgeschichte nachgezeichnet. Gelungen arbeitet er heraus, dass eine Gleichsetzung von Romantik und politisch Reaktionärem zu vermeiden ist. Leider bemüht er dennoch immer wieder Gemeinplätze. Schade ist, das Safranski nicht deutlich macht, was mit den romantischen Impulsen seiner Meinung nach anzufangen ist.

 

Nun ist es eine gekürzte Fassung und das Buch kenne ich noch nicht, dennoch habe ich den Eindruck, ich höre eine sehr gut, aber ziemlich lückenhafte  Literaturgeschichte. Irritiert nehme ich war, dass Romantik als nationales Phänomen kommuniziert wird. Es fehlt mir ein bisschen die globale oder zumindest europäische Perspektive.

Fazit:

Wieder einmal fasziniert Safranskis Belesenheit. Es liegt hier nicht sein bestes Werk vor, aber besser als viele andere ist er immer noch.

Kommentieren0
0
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu
Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

Rüdiger Safranski wurde am 01. Januar 1945 in Rottweil (Deutschland) geboren.

Rüdiger Safranski im Netz:

Community-Statistik

in 339 Bibliotheken

auf 33 Wunschzettel

von 23 Lesern aktuell gelesen

von 8 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks