Rüdiger Striemer Raus!

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Inhaltsangabe zu „Raus!“ von Rüdiger Striemer

»Mitte vierzig, erfolgreicher Vorstand einer börsennotierten Aktiengesellschaft – und ein psychisches Wrack« – Rüdiger Striemer erzählt die Geschichte eines Menschen in der Mitte des Lebens, der sich selbst in eine psychiatrische Klinik einweist. Weil er keinen anderen Ausweg mehr sieht. Es ist seine Geschichte. Es ist aber auch die Geschichte einer Mittvierziger-Generation, für die Erfolgsdruck zu den Basiserfahrungen des Lebens gehört – egal in welcher gesellschaftlichen Position.

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  • Burnout von Innen

    Raus!

    michael_lehmann-pape

    18. June 2015 um 12:17

    Burnout von Innen „Aber nun stand ich in meiner Wohnung und weinte“. Mit diesem leeren Kopf, den Konzentrationsproblemen, den Schwierigkeiten, sich in den vertrauten Straßen Berlins zurecht zu finden, diesem Druck im Kopf und dem Schwindel und all den anderen Erscheinungen, die Striemer zunächst mit einem Achselzucken zur Seite schiebt, die ich dann aber wie in einen „Kokon des Lebens“ einhüllen, bis nichts mehr geht. Nichts mehr als Vorstand einer IT Firma, als vielbeschäftigter, vielreisender und kompetenter „Mann mit den komplexen Projekten“, den intensiven Verhandlungen, den ständigen Telefonkonferenzen und den zig Mails und Telefonaten am Tag. Einer, der frei und direkt von sich und seinem Leben erzählt. Von seinem Ehrgeiz von Jugend an, von seinen Erfolgen, seinem Fleiß als Student, bei der Promotion, in der Firma. Und der genauso frei und direkt, im Stil umgangssprachlich nah, von seiner Therapie, seiner Reise zu sich selbst, seinen Erkenntnissen in dieser „lebensrettenden Auszeit“ erzählt. Einer, der selbst am Wochenende im Grünen (aufgrund der eindringlichen Beratung seiner Ärztin) immer noch „schnell eine Sache regeln muss). Depression. Landläufig als „Burnout“ bezeichnet, erhält in diesem Buch eine innere, persönliche, nachvollziehbare Dimension. Durch die Aufarbeitung seiner eigenen Geschichte, seiner Auseinandersetzung mit der Erkrankung gelingt es dem Leser leicht, die einzelnen Etappen emotional mit zu vollziehen. Wenn „die Anfälle“ kommen schildert Striemer dies so klar und sprachlich intensiv, dass der „Druck im Kopf“ fast fühlbar beim Leser ankommt. Dass sich im Lauf der Zeit, gerade, was die Behandlung angeht, einiges wiederholt, dass die eigenen Erklärungen, die Striemer findet, eben eigene, individuelle Erklärungen sind, denen sich nicht jeder Leser nahe fühlen wird, spiel hier bei der Lektüre nur eine untergeordnete Rolle. Wichtig und nachwirkend ist der offene Umgang Striemers mit allen Facetten seiner Depression und, vor allem, seine deutlich beschriebenen Hinweise auf das, „was half“. Einfach nur eine „Auszeit in einer Klinik“ und dann weiter so wie bisher am gleichen Ort in gleicher Funktion, das würde keine konstruktive Lösung auf Dauer ergeben. Aber man muss auch nicht „weit weg“ oder „ganz aussteigen“, sondern, je besser man sich kennenlernt in einer solchen Burnout Situation, desto genauer man bereit ist, auch auf sich zu schauen, desto feiner können dann die Stellschrauben werden, die nach der Behandlung Stabilität auch im Arbeitsfeld wieder geben (wenn auch mit Veränderungen in der konkreten Funktion und im Arbeitsauftrag). Ein interessantes Buch, in Teilen mit einigen Längen, immer aber sich dem Leser sehr öffnend und am Ende mut machend für jeden, der in ähnlicher Situation sich wiederfindet. Denn es wäre durchaus hilfreich, nicht erst die Reißleine zu ziehen, wenn der Druck im Kopf wie eine Schraubzwinge anhält, sondern Zeichen im Vorfeld bereits zu beachten lernen. Ein persönliches, hilfreiches, hinweisender Lebensbericht aus dem „Inneren von Burnout“.

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  • Außen Anzug, innen Angst

    Raus!

    JulesBarrois

    31. March 2015 um 08:39

    Raus – Rüdiger Striemer, Mein Weg von der Chefetage in die Psychiatrie und zurück., 256 Seiten, Berlin Verlag (30.03.2015, 19,99 €, ISBN: 978-3-8270-1254-8  Dr. Rüdiger Striemer (Jahrgang 1968) studierte Betriebswirtschaft mit den Schwerpunkten Marketing, Finanzwirtschaft und Wirtschaftsinformatik. Nach seinem Studium trat er als wissenschaftlicher Mitarbeiter in das Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ein und leitete dort verantwortlich eine Arbeitsgruppe von Unternehmensberatern und Wissenschaftlern. Er promovierte 1998 am Fachbereich Informatik der Technischen Universität Berlin und startete 1999 bei der adesso AG. Hier war er zunächst als Business Development Manager tätig und entwickelte das Unternehmen zum e-Business-Komplettdienstleister. Mit dem Wechsel in den Vorstand der adesso AG im Jahr 2001 übernahm er die Verantwortung für die Unternehmenskommunikation der adesso AG. Seit 2002 verantwortet Dr. Rüdiger Striemer außerdem den Bereich Softwareentwicklung. Er betreut darüber hinaus die Landesgesellschaften in der Schweiz, in Österreich und der Türkei sowie weitere Beteiligungsunternehmen. Seit 2011 ist Dr. Rüdiger Striemer Co-Vorstandsvorsitzender der adesso AG. Dann wird dieser erfolgsverwöhnter Manager auf dramatische Weise zu der Erkenntnis gezwungen, dass er „raus“ muss. Raus aus dem Job, raus aus seinem Umfeld, am Ende sogar raus aus seiner Wohnung, denn es geht nicht mehr – er kann nicht mehr. Erst diese Kopfschmerzen. Dann der Schwindel, plötzlich und immer wiederkehrend. Und dann kommt die Angst. Unbestimmte Angst, die immer stärker wird, seine komplette Wahrnehmung bestimmt, schließlich zur Hölle wird, bis nur noch Angst in ihm ist – und Panik. Bis er nicht mehr auf die Straße gehen kann. Rüdiger Striemer erzählt die Geschichte eines Menschen in der Mitte des Lebens, der sich selbst in eine psychiatrische Klinik einweist. Weil er keinen anderen Ausweg mehr sieht. Es ist seine Geschichte. Es ist aber auch die Geschichte einer Mittvierziger-Generation, für die Erfolgsdruck zu den Basiserfahrungen des Lebens gehört – egal in welcher gesellschaftlichen Position. Und es ist ein Buch darüber, dass die erste echte Nachkriegsgeneration noch mehr mit den Hinterlassenschaften des Krieges zu tun hat, als ihr bewusst ist. Ob Rüdiger Striemer die richtigen Lehren aus dem eigenen Buch ziehen wird? Wer weiß? „Wir sind manchmal etwas ungeduldig.“ Sagt er selbst. Aber vielleicht können Sie als Leser die richtigen Konsequenzen aus diesem höchst interessanten Buch ziehen. Ein wichtiges Buch für alle, die in unserer schnellen, anstrengenden und unberechenbaren Zeit überleben wollen.  Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Berlin Verlages: http://www.berlinverlag.de/buecher/raus-isbn-978-3-8270-1254-8 Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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