Hawkings neues Universum

von Rüdiger Vaas 
4,0 Sterne bei5 Bewertungen
Hawkings neues Universum
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Inhaltsangabe zu "Hawkings neues Universum"

Wissenschaftsjournalist Rüdiger Vaas verfolgt die Forschungen von Stephen Hawking seit Jahren, hat ihn mehrfach getroffen und berichtet spannend und vor allem allgemeinverständlich von den neuesten Theorien und Fragestellungen des wohl berühmtesten Kosmologen: Wie ist das Universum entstanden? Wer oder was hat das als „Urknall“ beschriebene Mysterium vor rund 14 Milliarden Jahren ausgelöst? Die Entstehung der Welt kurz nach dem „Big Bang“ ist bereits gründlich erforscht worden – jetzt aber wollen Stephen Hawking & Co. auch diese letzte Grenze der menschlichen Erkenntnis sprengen. Haben Raum, Zeit, Materie und Energie einen Anfang oder sind sie ewig? Und ist es überhaupt sinnvoll zu fragen, was vor dem Urknall geschah? Der berühmteste Wissenschaftler unserer Zeit geht der Frage nach, wie es zum Urknall kam, warum das Weltall so beschaffen ist, wie wir es heute beobachten, und ob noch weitere Universen und verborgene Dimensionen existieren.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783440163344
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:336 Seiten
Verlag:Kosmos
Erscheinungsdatum:12.04.2018

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    HeikeGs avatar
    HeikeGvor 8 Jahren
    Rezension zu "Hawkings neues Universum" von Rüdiger Vaas

    Leuchtende Inselchen im unermesslichen Ozean der Leere oder Die hohe Kunst der Erschaffung von Universen
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    „Das Bestreben, das Universum zu verstehen, hebt das menschliche Leben ein wenig über eine Farce hinaus und verleiht ihm einen Hauch von tragischer Würde.“ (Steven Weinberg, Physik-Nobelpreisträger 1979)
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    Die Neugier ist eine der stärksten und konstruktivsten Triebkräfte des menschlichen Handelns. Jeder sollte sich das Staunen bewahren und immer wieder nach dem „Warum“ fragen. Es gibt eigentlich nichts erfüllenderes für den Geist, als immer ein Suchender zu bleiben. „Wir sehen uns in einer befremdlichen Welt leben. Wir möchten verstehen, was wir um uns herum wahrnehmen, und fragen: Wie ist das Universum beschaffen? Welchen Platz nehmen wir in ihm ein, woher kommen und wohin gehen wir? Warum ist es so und nicht anders?“, fragt sich Stephen Hawkings. Er hat keine Scheu vor den großen und grundlegenden Fragen, die alles andere als bescheiden klingen: „Mein Ziel ist einfach: das vollständige Verständnis des Universums - warum es ist, wie es ist, und warum es überhaupt existiert.“
    Diesen Anspruch wird sich der bekannte Astrophysiker wohl nicht vollständig erfüllen können. Denn wie bemerkte schon der britische Biologe und Philosoph Thomas Henry Huxley, mit dessen Worten Rüdiger Vaas sein Buch einleitet: „Das Bekannte ist endlich, das Unbekannte unendlich. Geistig stehen wir auf einer kleinen Insel inmitten eines Ozeans von Unerklärlichkeiten. Unsere Aufgabe ist es, in jeder Generation ein bisschen mehr Land trocken zulegen.“
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    Vaas, Wissenschaftsreporter, Astronomie- und Physik-Redakteur bei „Bild der Wissenschaft“ und ein versierter Kenner der modernen Kosmologie nimmt den Leser auf einen wahrhaft weiten und spannenden Diskurs in die Tiefen des Universums mit. Er stellt in Anlehnung an den herausragenden britischen Physiker Hawkings in seinem Buch die großen Fragen: „Was hat den Urknall vor 13,7 Milliarden Jahren ausgelöst? Haben Raum, Zeit, Materie und Energie einen Anfang oder sind sie ewig? Ist es überhaupt sinnvoll zu fragen, was vor dem Urknall geschah? Existieren noch weitere Universen, und welche Rolle spielt der Mensch im Kosmos?“
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    Nach einer ca. 50-seitigen Biografie des an ALS erkrankten Hawkings und einer Abhandlung, wie sich die kosmologischen Weltbilder von der Antike bis zur Urknalltheorie verändert haben - Descartes, Alexander Pope, Max Scheler, Albert Camus oder Steven Weinberg sind nur einige, die Vaas dabei heranzieht -, steigt der Autor im zweiten Teil fundiert, tiefgründig und umfassend in die Materie ein und beschäftigt sich einzig mit der Frage, wie das Universum entstanden ist. Der Ursprung der Welt ist mittlerweile nicht mehr bloß ein Thema von archaischen Mythologien oder metaphysischen Spekulationen, sondern ein respektabler Zweig der modernen Naturwissenschaft.
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    Den Begriff „Big Bang“ (Urknall) prägte übrigens ein Gegner desselbigen - der britische Astronom und Mathematiker Sir Fred Hoyle. Er bürgerte sich trotzdem ziemlich schnell ein, auch wenn es keineswegs geknallt hat. Der Urknall war keine Explosion in einem Raum, sondern eher die Explosion bzw. Entstehung des Raums. Dabei ist die kosmische Hintergrundstrahlung, die seit damals erhalten ist, für die Kosmologie, was die Erbsubstanz DNA für die Biologie ist. „Ihre Temperaturschwankungen sind eine Art kosmische DNA, weil sie die Bauanleitung für die Evolution des Universums codieren.“ Trotzdem kann auch sie nicht alles klarstellen und viele Interpretationen beruhen auf Theorien. Es ist und bleibt ein ständiges Ringen der Theoretiker mit der Anfangssingularität - dem „Punkt“ in Raum und Zeit, aus dem alles entstanden sein soll, der jedoch aufgrund der Unendlichkeit der physikalischen Größen sinnlos ist.
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    „Herum geht unser Tanz der Fragen im Kreis, und in der Mitte sitzt das Geheimnis, das alles weiß.“ Auf diesen Vers des amerikanischen Dichters Robert Frost können Physiker und Astronomen ein Lied singen. Inflation ja oder nein, Anfang oder Ewigkeit, Bounce, Magnetische Monopole oder eindimensionale Kosmische Strings, GUT-Vakuum, Inflatonfelder, Quantenfluktuationen oder ein ewig selbstreproduzierendes Universum sind nur einige Begrifflichkeiten, die auf den Leser einstürmen. Aber Vaas erklärt verständlich und trotzdem auf hohem wissenschaftlichen Niveau, von Zeit zu Zeit ergänzt durch anschauliche Bilder und Skizzen.
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    Auch wenn wir heute sehr genau wissen, „was wir nicht wissen, und das sind gut 95 Prozent des Gehalts unseres Universums!“, so der Autor, ist dieses Buch ein kleiner Beitrag, die Welt in ihrer Tiefe und damit den Widerspruch zu verstehen, wie es sinngemäß Friedrich Nietzsche formulierte. Denn aus „Bescheid wissen kann Bescheidenheit erwachsen, und nicht nur angesichts der Ewigkeit, sondern konkreter auch angesichts der kosmischen Winzigkeit unseres Planeten müssten selbst die größten Egomanen und Ideologen erkennen, würden sie (es) denn erkennen, dass die Erde ,viel zu klein ist, sich auf ihr oder um sie zu streiten‘ (Clark Darlton)“, bemerkt Rüdiger Vass treffend.
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    Fazit:
    Womöglich ist unser Universum unendlich groß und nur eines unter Myriaden. „Umso erstaunlicher, vielleicht sogar anmaßend, erscheint es, dass einige kleine Kohlenwasserstoff-Aggregate auf der Kruste einer Felskugel, die um einen mittelprächtigen Stern kreist, der sich durch einen entlegenen Winkel einer spiralförmigen Zusammenballung aus Gas und Sternen in einer großen Leere bewegt, diesen gewaltigen Kosmos auszuloten und sogar zu erklären versuchen.“ Trotzdem haben diese Kohlenwasserstoff-Aggregate, die sich Menschen nennen, schon tief hinein gesehen, in diese Unendlichkeit. Rüdiger Vaas lässt den Leser daran teilhaben. „Hawkings neues Universum“ ist ein tiefgründiges, anspruchsvolles, spannendes, ja phänomenales Buch für den wissenschaftsinteressierten Leser.

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    Timnas avatar
    Timnavor 5 Jahren
    Sternpulss avatar
    Sternpulsvor 8 Jahren
    Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren
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    Oppelvor 8 Jahren

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