R. Austin Freeman

 3.6 Sterne bei 12 Bewertungen
Autor von Das Auge des Osiris, Der steinerne Affe und weiteren Büchern.

Alle Bücher von R. Austin Freeman

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Das Auge des Osiris

Das Auge des Osiris

 (10)
Erschienen am 01.10.2008
Das Geheimnis der Juwelen

Das Geheimnis der Juwelen

 (1)
Erschienen am 01.09.1980
Der steinerne Affe

Der steinerne Affe

 (1)
Erschienen am 01.07.1981
Der rote Daumenabdruck

Der rote Daumenabdruck

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Erschienen am 01.01.1972
When Rogues Fall Out

When Rogues Fall Out

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Erschienen am 09.09.2009
The Vanishing Man

The Vanishing Man

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Erschienen am 04.03.2010
The Singing Bone

The Singing Bone

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Erschienen am 01.02.2001
The Stoneware Monkey

The Stoneware Monkey

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Erschienen am 01.01.2001

Neue Rezensionen zu R. Austin Freeman

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Rezension zu "Das Geheimnis der Juwelen" von R. Austin Freeman

Dr. Thorndyke und das gute, alte England
Stefan83vor 7 Jahren

In Deutschland ist der englische Kriminalautor R. Austin Freeman bis zum heutigen Tag ein unbeschriebenes Blatt geblieben. Daran hat selbst die Neuveröffentlichung seines Buches „Das Auge des Osiris“ im Rahmen der Fischer Crime Classics Reihe nichts Wesentliches ändern können. Worin liegt diese Nichtbeachtung begründet? Fakt ist: Autoren des Golden Age wie Agatha Christie und Dorothy L. Sayers finden auch im 21. Jahrhundert noch ihr Lesepublikum, während es der klassische Whodunit reinster Prägung auf den Büchertischen der Buchhandlungen ziemlich schwer hat. Und obwohl ein Großteil von Freemans Werken in den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts auf den Markt kam, müssen seine Kriminalromane zu letzterer Kategorie gezählt werden. Bestes Beispiel dafür ist „Das Geheimnis der Juwelen“, der 23. Fall des intelligenten und scharfsinnigen Amateurdetektivs Dr. John Evelyn Thorndyke:

London, irgendwann in den 30er Jahren. Rechtsanwalt Ernest Lockhart schlendert durch die Seitenstraßen Sohos, als sein Auge auf ein Antiquitätengeschäft fällt, das in einem Gebäude beherbergt ist und das älter scheint, als alle Schätze, die im Schaufenster zu sehen sind. Lockhart, angelockt von der Aussicht ein antikes Möbelstück für einen guten Preis zu erwerben, tritt ein und macht drinnen die Bekanntschaft des exzentrischen Mr. Daniel Pembrose. Dieser ist leidenschaftlicher Sammler alter Kunstgegenstände, welche er, ob wertvoll oder nicht, seiner immer größer werdenden Kollektion einverleibt. Fasziniert von dem kleinen Mann, der ihm wegen seines ungebremsten Sammeltriebs an eine Elster erinnert, begleitet Lockhart diesen nach Hause. Nach einem Rundgang durch das völlig zugestellte Wohnzimmer, zeigt ihm der zunehmend nervösere Pembrose, schließlich eine Zusammenstellung von kostbaren Juwelen und Edelsteinen. Lockhart ist beeindruckt und gleichzeitig schockiert, da der Sammler seine Stücke bisher vollkommen unversichert gelassen hat. Nachdem er ihm eine Versicherung der Steine nahegelegt hat, verlässt er das Haus. Er trifft den Sammler noch ein Weiteres mal im Antiquitätengeschäft … einige Monate später ist Mr. Daniel Pembrose spurlos verschwunden.

Dr. Thorndyke bekommt über Umwege Kenntnis von dem Fall und beginnt auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen. Während sein Freund Christopher Jervis im Zuge der Ermittlungen völlig im Dunkeln tappt, kann Thorndyke das Rätsel ziemlich schnell entwirren … und dem Verbrecher, der bereits glaubte sicher davongekommen zu sein, eine geschickte Falle stellen.

Auch in diesem Kriminalroman aus der Reihe um Dr. Thorndyke pflegt R. Austin Freeman einmal mehr den Anachronismus. So mag die Handlung zwar Mitte der 30er Jahre angesiedelt sein, die Beschreibungen allerdings lassen den Leser eher an das Gaslichtzeitalter Königin Victorias denken. Wenn zum Beispiel im Buch von „Wagen“ die Rede ist, sieht man unwillkürlich Droschken und Kutschen vor sich. Zumindest so lange, bis dann, völlig überraschend, von Kotflügeln und Gangschaltungen die Rede ist. Im Gegensatz zu Christie, Sayers und Co. ist bei Freeman das gute, alte England halt noch äußerst lebendig. Seit den Zeiten von Sherlock Holmes scheint sich nicht viel verändert zu haben. So wundert es dann wenig, dass auch der Ermittler selbst Züge des großen Detektivs trägt. Emotional mehr als zurückhaltend und ein kühler Denker, wirkt Thorndyke wie das Relikt einer vergangenen Ära. Dies wird insbesondere dann deutlich, wenn man sich vor Augen hält, dass zur gleichen Zeit ein Sam Spade bereits auf ganze andere Art und Weise Jagd auf Verbrecher gemacht hat. Was zehn bis fünfzehn Jahre früher noch gut funktionierte – hier wirkt es bereits etwas verstaubt.

Freemans Versuch den Gentleman-Detektiv vergangener Tage in die Neuzeit zu retten, ist löblich, krankt aber an einigen Widersprüchlichkeiten. Während in vielen Dingen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, ist man an anderer Stelle plötzlich auf dem allerneuesten Stand. Freeman, selbst praktizierender Arzt, lässt nicht nur viel seiner eigenen naturwissenschaftlichen Kenntnisse einfließen, sondern beruft sich auch stets auf das zeitgenössische Wissen der Kriminologie. In Punkto Forensik und Spurensicherung marschiert Thorndyke stets in vorderster Reihe, wobei er seine sachlichen Schlussfolgerungen in der Regel mit soliden Beweisen untermauert. Daran kann auch bei „Das Geheimnis der Juwelen“ der Leser teilhaben. Wie Jeffery Deaver heutzutage, gibt Thorndyke regelmäßig „Wasserstandsmeldungen“ ab, die es ermöglichen, selbst den Täter zu identifizieren. Das man dabei, wie auch Christopher Jervis, nur wenig Erfolg hat, ist Beweis für Freemans schriftstellerische Fähigkeiten.

Äußerst routiniert und gleichzeitig sehr raffiniert, führt er uns immer wieder geschickt aufs Glatteis. Lässt der unspektakuläre Anfang noch wenig erwarten, entwickelt sich im weiteren Verlauf ein äußerst launiges und kurzweiliges Ratespiel, von dem man jedoch nicht allzu viel Tempo erwarten sollte. Wie auch schon in den anderen Fällen mit Dr. Thorndyke ist die Jagd nach dem Mörder eine eher ruhigere Angelegenheit, wo mit britischer Fairness und viel Nachsicht dem Schuldigen nachgespürt wird. Ganz ohne Dramaturgie kommt dann das Buch aber auch nicht aus, denn gegen Ende, das nach gerade mal 122 Seiten äußerst schnell kommt, wird sogar ein Revolver abgefeuert.

Insgesamt ist „Das Geheimnis der Juwelen“ ein unterhaltsamer, gekonnt umgesetzter Whodunit der alten Schule, dessen deutsche Übersetzung jedoch im Vergleich zur originalen Vorlage wohl einiges an Umfang einbüßen musste.

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Rezension zu "Das Auge des Osiris" von R. Austin Freeman

Der Startschuss des "Golden Age"
Stefan83vor 7 Jahren

Mit "Das Auge des Osiris" liegt nun der erste Kriminalroman aus der neuen Fischer Crime Classics-Reihe vor. Und R. Austin Freemans dritter Band um den Naturwissenschaftler Dr. Thorndyke lässt einiges in Bezug auf die weiteren Veröffentlichungen innerhalb der Reihe hoffen.

Nachdem vor einigen Jahren der Druck der erfolgreichen Dumont-Kriminalbibliothek eingestellt worden ist, scheint nun endlich wieder Nachschub im Bereich des klassischen Kriminalromans in Sicht zu sein. Dass dabei die Wahl auf R. Austin Freeman gefallen ist, kann aus Sicht der Genre-Anhänger nur begrüßt werden, sind seine Werke in Deutschland doch völlig in Vergessenheit geraten und wohl nur wenigen Spezialisten bekannt. Großes Lob also an die Entscheidungsträger, einen derartigen Autor auszuwählen und der Leserschaft des 21. Jahrhunderts nahe zu bringen.

Das sich letzteres durchaus schwierig gestalten dürfte, liegt nicht nur am gemächlichen Erzählton des Krimis, sondern in erster Linie an der Tatsache, dass "Das Auge des Osiris" kein reinrassiger Kriminalroman ist. Vielmehr vermischen sich Elemente des klassischen Detektivromans im Stile Sir Arthur Conan Doyles mit einer ordentlichen Prise Romantik.

Erzählt wird die Geschichte aus Sicht des Allgemeinmediziners Dr. Paul Berkeley, der im Spätsommer des Jahres 1904 als Vertretung des sich im Urlaub befindlichen Kollegen die Bekanntschaft mit den Bellinghams macht. Godfrey Bellingham, dessen Bruder John vor gut zwei Jahren spurlos und auf mysteriöse Art und Weise verschwand, befindet sich im Streit mit einem gewissen Mr. Hurst. Beide sind sie als Erben im Testament von John Bellingham angesetzt, das jedoch aufgrund von umständlichen Klauseln und Bedingungen die Identifikation eines Haupterben unmöglicht macht. Nun will Mr. Hurst John Bellingham per Gerichtsbeschluss für tot erklären lassen, um endlich das Testament vollstrecken zu können. Berkeley ist von dem verzwickten Fall und in noch größerem Maße von der hübschen Tochter Godfreys namens Ruth beeindruckt und bespricht den Fall mit seinem ehemaligen Lehrer Dr. Thorndyke, der bereits vor zwei Jahren sein Interesse an den in den Zeitungen geschilderten Ereignissen gezeigt hat. Dieser scheint als einziger in der Lage mithilfe streng logischen Denkens und systematischer Ermittlung, die kargen Indizien in dem Fall auszuwerten, der im weiteren Verlauf mit mehreren Knochenfunden in der Umgebung immer mehr ins Licht der Öffentlichkeit gerät.

Was spannend und interessant klingt, kommt leider anfangs nur sehr zäh in Gang. Der Liebesgeschichte von Paul Berkeley und Ruth Bellingham räumt Freeman mindestens ebensoviel Raum ein, wie dem eigentlichen kriminalistischen Rätsel. Dieses "Damsel in Distress"-Motiv bremst vielerorts den Erzählfluss, weshalb ein gesundes Maß an Geduld in diesem Fall eine Tugend und Notwendigkeit ist, zumal Thorndyke ebenfalls genau und gerne auch langsam seine Ermittlungen vorantreibt. Da die Frage, ob überhaupt ein Mord begangen wurde, ebenfalls lange Zeit unbeantwortet bleibt, liegt auch das Spannungselement über weite Strecken brach. Wer sich jedoch auf diese Mischung aus Rätseln und Romantik einlässt, und am Indizien deuten seine Freude findet, wird letztendlich auch mit einer überraschenden Auflösung belohnt.

Insgesamt ist "Das Auge des Osiris" ein Paradebeispiel des klassischen Detektivromans, das nicht nur den Beginn des "Golden Age" markiert, sondern auch vielen nachfolgenden Kriminalautoren als Vorbild gedient hat. Ein Buch für Fans des Genres. Und nur für solche! Großes Lob an dieser Stelle auch für die zwei sehr aufschlussreichen und erhellenden Artikel aus der Feder Lars Schaffts am Ende des Buches.

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Rezension zu "Das Auge des Osiris" von R. Austin Freeman

Rezension zu "Das Auge des Osiris" von R. Austin Freeman
Nilvor 9 Jahren

Das Auge des Osiris von R. Austin Freeman ist ein Krimiklassiker ohne Zweifel. Es spielt 1904 in London. Ein Mann namens John Bellingham verschwindet nachdem er nur noch einmal kurz gesehen wurde. Zunächst einmal ist noch unklar ob ein Verbrechen vorliegt oder nicht, da es noch 2 Jahre nach dem Verschwinden keine Leiche gibt. Besonders tragisch ist das ganze für den Bruder und dessen Tochter, da beide finanziell von J. Bellingham abhingen. Das Verschwinden stürzte sie über Nacht in die Armut. Zu all dem kommt auch noch ein merkwürdiges Testament des Verschwundenen.
Der Krimi wird aus der Ich-Perspektive von Dr. Berkeley erzählt, der zunächst als Mediziner zum Geschehen hinzukommt. Sein Interesse wächst an dem Fall und an der Tochter...
Dr. Berkeley wiederum bezieht den berühmten Dr. Thorndyke in die Ermittlungen hinein um der Familie Bellingham zu helfen.
Zunächst plätschert das Geschehen ohne besondere bewegende Handlungen dahin, aber es ist grandiose englische Erzählkunst mit feiner Manie! Wer Krimis liebst, sollte dieses Werk auch gelesen haben.
Besonders ist auch die Ausführung am Ende des Romans von Lars Schafft über diesen Krimi sowie Allgemein über die „whodunnits“ lesenswert. (in dieser Fischer Ausgabe!)

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