R. M. Schroeder

 4.5 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor von Lady Moonshine.

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Lady Moonshine

Lady Moonshine

 (8)
Erschienen am 01.03.2017

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Rezension zu "Lady Moonshine" von R. M. Schroeder

Einmal quer durch die Zwanziger Jahre der USA
Starbucksvor einem Jahr

Die Roaring Twenties und die Prohibition sind Themen, die mich sehr interessieren, die ich aber in Zahlen und Fakten bereits ganz gut kenne. In Romanen werden diese Zeiten allerdings immer sehr lebendig, und so habe ich mich mit großen Erwartungen an R.M. Schroeders „Lady Moonshine“ gewagt. Was ich genau davon halten soll, weiß ich allerdings nicht. Keine Frage: Der Autor, der schon seit Jahrzehnten unter unterschiedlichen Pseudonymen vornehmlich Frauenromane schreibt, versteht sein Handwerk, und so ist hier ein solider Roman entstanden, der auf 650 Seiten mal mehr, mal weniger überzeugt.

Zum Inhalt: Mallory Kendrick ist eine toughe junge Frau, die zusammen mit Bruder und Vater einen Hof bewirtschaftet, vor allem aber in Zeiten der Prohibition schwarz Alkohol brennt und damit die Familie über Wasser hält. Weil sie dieses Handwerk besonders gut beherrscht, wird sie (später) 'Lady Moonshine' nach dem schwarz Gebrannten genannt, den man 'Moonshine' nannte. Weil sich die Familie den Zwängen der Mafia wiedersetzt, kommt es zu Gewalttaten, und bald ist die Familie nicht mehr das, was sie war. Mallory muss sich allein durchschlagen, geht eine mehr oder weniger erzwungene Beziehung ein, sinnt auf Rache und kämpft um das Leben und die Gunst ihres Bruders... (es ist schwer, hier nicht zuviel zu verraten).

Im ersten Teil des Buches kam es mir wirklich vor, als hätte der Autor hier den Lexikoneintrag „Zwanziger Jahre in den USA“ abgearbeitet. Alle Neurungen, alle Trends, alle Klischees, alle geschichtlich wichtigen Ereignisse wurden eingearbeitet. Da durfte nichts fehlen. Das war mir zu künstlich und zuviel. Später hat es mich weniger gestört, oder der Roman war nicht mehr so überladen mit diesen Neuerungen der Zwanziger. Später werden sogar einige Klischees aufgebrochen, z.B. hat ein Schwarzer in der Nähe von Roanoke, Virginia, eine eigene Farm, was zwar rechtlich möglich gewesen wäre; ich glaube aber nicht, dass man es geduldet hätte.

Zwischendurch kommt auch ein wenig Spannung auf, aber die meisten Charaktere möchte man ständig anschubsen, dass sie doch etwas tun sollen. Eine interessante Wendung fand ich, wie der Bruder von Mallory letztendlich auf die Wahrheit kommt. 

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Sirenes avatar

Rezension zu "Lady Moonshine" von R. M. Schroeder

Goldene Zwanziger, Gangster und eine starke Frau!
Sirenevor 2 Jahren

"Fast nahm es Mallory den Atem, als sie am Ende des kurzen, dämmrigen Korridors den schwarzen Samtvorhang teilte und den Starlight Club betrat. Es war nur ein Schritt, aber er führte sie in eine völlig neue, aufregende Welt." - S. 261

Zu Anfang fand ich das Buch in Ordnung, es war angenehm zu lesen gewesen und mal eine andere Zeitepoche. Und dann nach ungefähr 100 Seiten hatte mich die Geschichte gepackt und ich konnte es kaum glauben, wie aufregend, schillernd und atmosphärisch der Roman ist!

Von dem Autor habe ich bis jetzt immer wieder was gehört aus dem Bereich der Jugendbücher, aber noch nie was gelesen und ich war begeistert gewesen von seinem Schreibstil.
Einerseits ist es einfach und flüssig, ich hatte keinerlei Probleme gehabt mich in der Zeit zurecht zu finden und auch von Inhalt her, hat die Geschichte ein angenehmes Tempo. Anderseits tauchen Sätze und Szenen auf, die wie ein Kopfkino wirken und einen an das Buch richtig binden.
Auch der Inhalt hat mich angesprochen: Goldene Zwanziger, Prohibition und Gangster?
Klingt aufregend. Ist es auch.

"Als Mallory die Flamme im Glaszylinder der Petroleumlampe ausblies und die Dunkelheit mit beklemmender Macht über sie fiel, hatte sie den salzigen Geschmack von Tränen auf den Lippen." - S. 63

In diesem Roman begleiten wir die junge Mallory über mehr als 10 Jahre hinweg. Am Anfang noch eine machtlose Frau begibt sie sich auf den Pfad der Rache...und sehen ihr zu, wie sie sich durchschlägt, zwischen Gangstern und Verehren. Sie wirkt authentisch auf den Leser und ist eine starke, abenteuerliche Frau in gefährlichen Zeiten.

Das Buch gibt dieses Gefühl von "Roaring Twenties", Gangster, schillernden Träumen und Zigarren wieder und ich konnte mich sehr gut darin verlieren - oder davon Tagträumen. Die Spannung ist hier immer da, sie schleicht um einen herum und "der Knall" kam für mich immer wieder unerwartet.

Mit dem Buch hatte ich einen Glückstreffer! Und ich kann es Jedem empfehlen, der sich von dieser Zeit und seinen dunklen, als auch hellen Seiten, angesprochen fühlt.

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Rezension zu "Lady Moonshine" von R. M. Schroeder

Prohibition und Leserausch
Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren


Virginia zur Zeit der Prohibition.
Die junge Mallory Kendrick lebt mit ihrem Vater und ihrem Bruder Robert auf einer kleinen Farm. Die Träume von einem besseren Leben im Hinterkopf, muss sie - wie auch ihr Vater - hart für das Nötigste im Leben arbeiten. Doch dann stellt sich heraus, dass Mallory ein besonderes Talent besitzt: ihr Brandy ist der Beste in der Gegend und sie deshalb schon bald als Lady Moonlight berühmt... 
Doch die Roaring Twenties halten lange nicht nur schillerndes, verruchtes Nachtleben bereit - Mallory gerät in eine Spirale und ihre Abenteuerlust und Aufgewecktheit schlägt durch die Entführung ihres Bruders und den daraus entstehenden zwischenmenschlichen Folgen zu Rachegedanken um. Mallory kommt fast von ihrem Weg ab, behält jedoch ihre eigenen Ziele im Blick und schlägt sich nicht nur mit strengen Gesetzeshütern und seltsamen Verehrern herum, sondern auch mit ziemlich skrupellosen Gangstern...


Eigentlich wollte ich nur mal in die ersten 10, 20 Seiten hineinlesen, doch dann gab es kein Halten mehr - also es sei denn, eine Unterbrechung ließ sich nicht verhindern.


Ehrlicherweise kenne ich R.M. Schroeder eher als Autor von Jugendbüchern, aber auch mit diesem Roman erzeugt er den mir bekannten Sog. Zugegeben, das Thema - die Prohibition in den Roaring Twenties in den Vereinigten Staaten von Amerika - kommt mir sehr zupass, aber der Schreibstil des Autors ist wirklich großartig. Mit vielen Bildern erzeugt er eine tolle Atmosphäre in meinem Kopf, die mich schier glauben lässt, dass ich Mallory auf ihrer Suche nach ihrem Weg begleite. Aber nicht nur das, nein, die Figuren sind realistisch für ihre Zeit, in der Gangstertum, Korruption und illegale Destillen Hochkonjunktur hatten und die 'normalen Leute' auch ihre Chance auf einen Hauch von einem besseren Leben nutzen wollten.


So legt Schroeder hier in meinen Augen eine authentische wie auch sehr spannende Geschichte vor, die von einer zeitgeschichtlichen Phase erzählt, von der ich mir einbilde, dass sie sich so auch nur in den Vereinigten Staaten ereignen konnte. Wer also gerne die Gangsterfilme, die von den Zwanzigern in den USA erzählen, schaut und gerne auch mal eine solche Geschichte lesen möchte - noch dazu mit einer weiblichen Heldin! -, dem sei "Lady Moonshine" wärmstens empfohlen.


Dieser Roman liest sich - passenderweise - wie im Rausch. Sehr spannend, atmosphärisch dicht und mit tollen Figuren...

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